Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkungen auf die Gesundheit

Schon Kinder wissen, dass Gemüse und Obst wichtige Inhaltsstoffe
enthalten, die die Gesundheit auf vielfältige Weise verbessern. Neben
Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen liefern sie auch
sekundäre Pflanzenstoffe. Aber nicht nur in Gemüse und Obst – und
hierzu zählen auch Hülsenfrüchte sowie Nüsse – sondern auch in Samen,
Vollkornprodukten und Kartoffeln stecken die Substanzen, die
zahlreiche Stoffwechselvorgänge positiv beeinflussen. Eine hohe Zufuhr
von sekundären Pflanzenstoffen über pflanzliche Lebensmittel geht mit
einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie
weiterer Krankheiten einher. Immer mehr Ergebnisse aus
epidemiologischen Studien belegen, dass diese Substanzen das Risiko
für verschiedene Krebsarten senken. Einige wirken cholesterolsenkend,
andere verbessern die Funktion der Blutgefäße oder senken den
Blutdruck. Ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und
antibakteriellen Wirkungen sind schon aus Tier- und experimentellen
Studien bekannt.

Von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten sekundären
Pflanzenstoffen rät die DGE ab. Über pflanzliche Lebensmittel nehmen
wir mehrere Tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe auf. Zudem
ist für die gesundheitsfördernde Wirkung möglicherweise die Zufuhr von
verschiedenen Pflanzenstoffen im Verbund eines Lebensmittels
notwendig. Dies kann ein einzelnes Präparat nicht leisten. Auch der
gegenwärtige Trend der Lebensmittelindustrie, funktionelle
Lebensmittel auf der Basis einer Anreicherung mit sekundären
Pflanzenstoffen auf den Markt zu bringen, bringt die Gefahr einer
Überdosierung mit sich. Die Sicherheit derartiger Maßnahmen kann heute
noch nicht abgeschätzt werden.

Um möglichst viel von dem großem Spektrum an sekundären
Pflanzenstoffen aufzunehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen,
Kartoffeln und verschiedene Vollkornprodukte in die Mahlzeiten zu
integrieren:

* Ernähren Sie sich abwechslungsreich und farbenfroh mit diesen
Lebensmitteln.
* Nutzen Sie die Vielfalt des Angebots an Gemüse und Obst,
kombinieren Sie verschiedene Gemüse- und Obstarten roh und
gegart und wechseln Sie immer wieder ab.
* Bevorzugen Sie dabei Gemüse und Obst der Saison.

Darmkrebs-Risiko

Wer nicht übergewichtig ist, nicht raucht,
Alkohol nur in Maßen konsumiert, körperlich aktiv ist und sich gesund
ernährt, hat ein um etwa ein Drittel vermindertes Risiko, an Dickdarm-
bzw. Mastdarmkrebs zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer großen
europäischen Langzeitstudie (EPIC*) mit über 347.000 weiblichen und
männlichen Studienteilnehmern im Erwachsenenalter. Das
Wissenschaftlerteam unter Führung von Krasimira Aleksandrova und Heiner
Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
veröffentlichte nun seine Daten in der Fachzeitschrift BioMed
Medicine (Aleksandrova, K. et al., 2014, 12:168).

Darmkrebs** gehört zu den häufigsten Krebsarten. Nach Angaben der
International Agency for Research on Cancer erkranken weltweit etwa
746.000 Männer und 614.000 Frauen jährlich an dieser Krankheit, wobei
diese Krebsform besonders häufig in Ländern mit westlichem Lebensstil
auftritt. Dies legt den Schluss nahe, dass das gehäufte Auftreten dieser
Krebsform mit bestimmten Merkmalen der westlichen Lebensart verbunden
ist. In der Tat haben in den letzten Jahren verschiedene Studien
Lebensstilfaktoren identifiziert, die jeweils für sich allein genommen
mit dem Darmkrebs-Risiko in Zusammenhang stehen. Hierzu zählt zum
Beispiel auch die Art der Ernährungsweise.

Neu an der aktuellen Studie ist nun, dass sie erstmals die kombinierten
Effekte von fünf gesundheitsfördernden Lebensstilmerkmalen auf das
Darmkrebsrisiko in einer europäischen Bevölkerungsgruppe untersucht hat.
Die Wissenschaftler stuften dabei folgende Merkmale als risikosenkend
ein: Nichtraucher zu sein, Alkohol nur in einem moderaten Maß zu
trinken, ein normales Körpergewicht zu haben, wobei der Taillenumfang
von Frauen kleiner als 80 cm und der von Männern kleiner als 94 cm sein
sollte, körperlich aktiv zu sein sowie sich gesund zu ernähren. Im
Rahmen der vorliegenden Studie bedeutete dies, sich mit vergleichsweise
viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, reichlich Nüssen und Samen,
ausreichend Fisch und Joghurt, aber mit wenig rotem Fleisch und
Wurstwaren zu ernähren.

Wie die Untersuchung zeigt, hatten Studienteilnehmer, die zwei der
gesundheitsfördernden Merkmale aufwiesen, im Vergleich zu Personen, auf
die kein oder nur ein günstiges Lebensstilmerkmal zutraf, ein um 13
Prozent verringertes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Wiesen die
Teilnehmer drei der untersuchten Merkmale auf, sank ihr
Erkrankungsrisiko um 21 Prozent, wobei sich bei vier Merkmalen ihr
Risiko sogar um 34 Prozent verringerte. Kamen alle fünf Merkmale
zusammen, sank das Risiko um 37 Prozent.

„Wie unsere Ergebnisse zeigen, verringert sich das Darmkrebsrisiko umso
mehr, je mehr man etwas für seine Gesundheit tut. Unsere Daten haben
ergeben, dass durch eine gesunde Lebensführung bis zu 22 Prozent der
Darmkrebs-Neuerkrankungen bei Männern bzw. bis zu 11 Prozent der
Erkrankungen bei Frauen vermeidbar wären“, sagt Aleksandrova,
Erstautorin der Studie. „Das Umsetzen dieses Wissens in gesellschaftlich
aktiv unterstützte Präventionsstrategien könnte wesentlich dazu
beitragen, ein frühes und häufiges Auftreten dieser Krebsform zu
vermeiden und damit viel persönliches Leid zu verhindern“, ergänzt
Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.

Hintergrundinformation:
Quelle: Combined Impact of Healthy Lifestyle Factors on Colorectal
Cancer: A Large European Cohort Study
Krasimira Aleksandrova, Tobias Pischon, Mazda Jenab, H. Bas
Bueno-de-Mesquita, Veronika Fedirko, Teresa Norat, Dora Romaguera, Sven
Knüppel, Marie-Christine Boutron-Ruault, Laure Dossus, Laureen Dartois,
Rudolf Kaaks, Kuanrong Li, Anne Tjønneland, Kim Overvad, J Ramón Quirós,
Genevieve Buckland, María-José Sánchez, Miren Dorronsoro, María-Dolores
Chirlaque, Aurelio Barricarte, Kay-Tee Khaw, Nicholas Wareham, Kathryn E
Bradbury, Antonia Trichopoulou, Pagona Lagiou, Dimitrios Trichopoulos,
Domenico Palli, Vittorio Crogh, Rosario Tumino, Alessio Naccarati,
Salvatore Panico, Peter Siersema, Petra H Peeters, Ingrid Ljuslinder,
Ingegerd Johansson, Ulrika Ericson, Bodil Ohlsson, Elisabete Weiderpass,
Guri Skeie, Kristin Benjaminsen Borch, Sabina Rinaldi, Isabelle Romieu,
Joice Kong, Marc Gunter, Heather Ward, Elio Riboli and Heiner Boeing;
BMC Medicine 2014, 12:168

Link: http://www.biomedcentral.com/1741-7015/12/168

* EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition.
Die EPIC-Studie ist eine prospektive (vorausschauende) Studie, die
Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen
Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. An der EPIC-Studie sind 23
administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit insgesamt
519.000 Studienteilnehmern im Erwachsenenalter beteiligt. Die Potsdamer
EPIC-Studie ist mit mehr als 27.000 Teilnehmern ein Teil der
EPIC-Studie. Die aktuellen Studienergebnisse basieren auf den Daten von
347.237 Frauen und Männern im Alter zwischen 25 und 70 Jahren. Während
der Nachbeobachtungszeit von 12 Jahren erkrankten 3.759 dieser
Teilnehmer an Darmkrebs.

** Bei Darmkrebs (kolorektales Karzinom) handelt es sich um einen
bösartigen Tumor des Dickdarms oder des Mastdarms. Er entwickelt sich
meist aus Darmpolypen, die sich im Verlauf von wenigen Jahren bösartig
verändern. Im Jahre 2010 wurde die Krankheit bei 62.400 Menschen in
Deutschland neu diagnostiziert und im Jahr 2012 starben knapp 26.000
daran (Quelle: Robert Koch Institut).

Pflanzenstoffe haben günstigen Effekt auf den Zuckerstoffwechsel von Leberzellen

Gemüse, Obst, Kräuter und Gewürze enthalten
zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe. Wie ein Forscherteam um den
Mediziner Andreas F. H. Pfeiffer vom Deutschen Institut für
Ernährungsforschung (DIfE) nun erstmals zeigt, beeinflussen zwei
dieser natürlichen Substanzen, Luteolin und Apigenin, die
intrazellulären Signalwege des Botenstoffs Insulin und vermindern die
Zucker- und Fettsynthese von in Kultur gehaltenen, menschlichen
Leberzellen. „Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass beide Substanzen
antidiabetisch wirken und könnten erklären, warum Gemüse und pflanzliche
Nahrungsmittel bisweilen eine wichtige Rolle bei alternativen
Diabetestherapien spielen“, sagt Studienleiter Pfeiffer.

Die Wissenschaftler publizierten ihre Daten nun in der Fachzeitschrift
PLOS ONE:
Bumke-Vogt C, Osterhoff MA, Borchert A, Guzman-Perez V, Sarem Z, et al.
(2014) The Flavones Apigenin and Luteolin Induce FOXO1 Translocation but
Inhibit Gluconeogenic and Lipogenic Gene Expression in Human Cells. PLOS
ONE 9(8): e104321; doi:10.1371/journal.pone.0104321; Link zum Artikel:
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0104321

Luteolin und Apigenin sind natürliche Pflanzenstoffe, die zur Gruppe
der Flavone* gehören und vermutlich dazu dienen, die Pflanzen vor
Schädlingen zu schützen. Luteolin findet sich in vielen essbaren
Pflanzen wie Karotten, Paprika, Sellerie, Pfefferminze, Thymian,
Rosmarin, Oregano, Petersilie, Kohl, grünem Tee und auch Olivenöl.
Apigenin kommt zum Beispiel in Kamille, Petersilie, Zwiebeln, Grapefruit
und Orangen vor. Zahlreiche Untersuchungen an Zell- und Tiermodellen
weisen seit langem darauf hin, dass beide Substanzen antioxidative,
entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften besitzen. Ihre Effekte
auf den Zuckerstoffwechsel sind dagegen bislang nur wenig erforscht.

Bei ihrer Suche nach natürlichen Substanzen, die sich günstig auf eine
Typ-2-Diabetes-Erkrankung auswirken, entdeckten die Forscher um
Pfeiffer, dass Luteolin und Apigenin in menschlichen Zellen den
Transkriptionsfaktor FOXO1** aktivieren. Es handelt sich dabei um ein
Eiweißmolekül, das bei der intrazellulären Vermittlung des
Insulin-Signals eine wichtige Rolle spielt. Zudem konnte das
Wissenschaftlerteam erstmals an kultivierten menschlichen Leberzellen
zeigen, dass beide Flavone die Synthese von Enzymen herunterregulieren,
die für die Zucker- und Fettneubildung entscheidend sind. „Diese
Beobachtung ist hinsichtlich einer Diabeteserkrankung besonders
relevant, da eine überschießende Zuckerproduktion der Leber zu erhöhten
Blutzuckerwerten beiträgt und eine Hemmung der Fettneubildung
gleichzeitig helfen würde das Risiko einer Leberverfettung*** zu
reduzieren“, erklärt Martin Osterhoff, Koautor der Studie.

„Die Studienergebnisse geben einen tiefen Einblick in die molekularen
Mechanismen, die der Wirkung von Luteolin und Apigenin zu Grunde liegen
und sie zeigen, wie pflanzliche Diabetestherapeutika funktionieren
können“, ergänzt Pfeiffer, der die Abteilung Klinische Ernährung am
DIfE leitet. „Ein Wissen, das sich zukünftig nutzen lässt, um im Verbund
des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung neue Ernährungsstrategien
und eventuell auch Diabetesmedikamente zu entwickeln“, so der Forscher
weiter. „Nicht zuletzt sprechen unsere Ergebnisse dafür, dass eine
flavonreiche Kost dazu beitragen könnte, den Zuckerstoffwechsel von
Menschen mit Diabetes zu verbessern“, sagt Martin Osterhoff.

Hintergrundinformation:

* Flavone zählen zu den gelben Pflanzenfarbstoffen, sind weit
verbreitet und gehören zu der Gruppe der Flavonoide. Zahlreiche
flavonoidhaltige Pflanzen werden aufgrund ihrer pharmakologisch
wirksamen Inhaltsstoffe medizinisch genutzt (Quelle: Wikipedia).

** FOXO1: Transkriptionsfaktor Forkhead-Box-Protein O1;
Transkriptionsfaktoren sind Eiweißmoleküle, die im Zellkern das Ablesen
von Genen regulieren und damit ihre Aktivität beeinflussen. FOXO1
vermittelt viele der günstigen Stoffwechselveränderungen, die bei
übergewichtigen Menschen unter einer Reduktionsdiät zu beobachten
sind.

*** Eine Fettleber ist eine häufige Begleiterscheinung von Übergewicht
und Typ-2-Diabetes. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt,
kann es zu einer Leberentzündung kommen, die das Risiko für eine
Leberzirrhose und Leberkrebs steigen lässt.

Selen und Vitamin E

Nahrungsergänzung nur bei Mangelzuständen

Männer sollten Nahrungsergänzungsmittel mit Selen und Vitamin E nur auf ärztlichen Rat einnehmen. Und zwar auch nur dann, wenn sie nachweislich einen Mangel haben. Denn eine Überversorgung kann das Risiko für Prostatakrebs erhöhen, lassen die Resultate einer US-amerikanischen Studie vermuten. In die Untersuchung gingen die Daten von mehr als 5.300 Männern über 50 Jahren ein, von denen 1.739 Männer Prostatakrebs, davon 489 ein Hochrisiko-Karzinom, entwickelt hatten. Während des Untersuchungszeitraums erhielten sie eine tägliche Nahrungsergänzung von 200 Mikrogramm Selen oder 400 Internationale Einheiten Vitamin E, beide Präparate oder ein Placebo.

Eine Nahrungsergänzung mit Selen und Vitamin E schützte nicht vor einem Prostatakarzinom, wie zuvor vermutet worden war. Da die Behandlung keinen Nutzen zeigte, wurde die Studie drei Jahre vor geplantem Ende abgebrochen. Männer mit hohen Selenspiegeln, die zusätzlich große Mengen des Spurenelements einnahmen, hatten sogar ein um 91 Prozent höheres Risiko für ein hochgradiges Prostatakarzinom als Teilnehmer mit niedrigen Spiegeln. Männer mit einem niedrigen Selenspiegel hatten ein um 111 Prozent höheres Risiko für hochgradige und ein um 46 Prozent höheres Risiko für weniger aggressive Prostatakarzinome, wenn sie Vitamin E- Präparate schluckten. Weitere Studien sollen zeigen, welche biologischen Mechanismen zu diesem höheren Krebsrisiko führen. Es wird vermutet, dass sowohl hohe als auch niedrige Selenkonzentrationen die Erbsubstanz in den Zellen des Prostatagewebes schädigen.

Vitamin E ist ein Zellschutzvitamin und kommt gehäuft in pflanzlichen Ölen vor. Selen ist unter anderem am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt und in Fisch, Meeresfrüchten, Milch und Gemüse enthalten. Generell wird der Körper durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend mit Vitamin E und Selen versorgt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Männer ab 50 Jahren eine Zufuhr von 30 bis 70 Mikrogramm Selen und 13 mg-Äquivalent Vitamin E (Tocopherol) pro Tag.
Heike Kreutz, www.aid.de

Fetter Kinder als Erwachsene eher krank

Das sollten Eltern lesen!
Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt:
Fettleibigkeit in jungen Jahren erhöht offenbar Risiko

Männer, die in jungen Jahren zu viele Pfunde auf die Waage bringen, haben im mittleren Alter offenbar ein deutlich erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt. Das ist das Resultat einer dänischen Studie, für die rund 6.500 Männer ab einem Alter von 22 Jahren bis 55 Jahren begleitet wurden.

Zu Untersuchungsbeginn befragten die Wissenschaftler die jungen Erwachsenen zu ihrem Gesundheitsstatus und bestimmten den Körpermassenindex, kurz BMI. Ab einem BMI von über 30 kg/m2 spricht man von Fettleibigkeit. Knapp die Hälfte der Männer, die als junge Erwachsene adipös waren, litt im Alter von 55 Jahren an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, einer Venenthrombose oder starb im Beobachtungszeitraum. Bei den Normalgewichtigen waren nur 20 Prozent betroffen. Damit war das Erkrankungsrisiko für Fettleibige dreimal so hoch, errechneten die Wissenschaftler.

Diabetes hatten 27 Prozent der adipösen, aber nur fünf Prozent der normalgewichtigen Probanden. Das entspricht einem achtfach höheren Risiko für die Stoffwechselstörung. Zudem traten venöse Thromboembolien bei Fettleibigkeit viermal so häufig auf wie bei Normalgewicht. Das sind Gerinnsel, die innerhalb der Blutbahn verschleppt werden und Gefäße verstopfen – mit lebensbedrohlichen Folgen. Die Rate von Bluthochdruck (14 zu 7 %), Herzinfarkt (7 zu 3 %) und frühzeitigem Tod (16 zu 7 %) war im Vergleich zu Normalgewichtigen jeweils mehr als doppelt so hoch. Auf das Schlaganfallrisiko hatte Adipositas in jungen Jahren keinen nachweisbaren Einfluss.

Mit jeder Einheit, die der BMI im jungen Erwachsenenalter höher lag, stieg das Risiko für einen Herzinfarkt vor dem 55. Lebensjahr um circa fünf Prozent. Bei Bluthochdruck und venösen Thromboembolien waren es zehn Prozent und bei Diabetes 20 Prozent. Das hohe Herzinfarktrisiko erklären die Wissenschaftler durch die frühe Entstehung von kardiovaskulären Risikofaktoren. Denn Übergewicht geht meist mit Bluthochdruck, Insulinresistenz und schlechten Blutfettwerten einher. Das erhöhte Embolierisiko ist vermutlich auf das Körperfett zurückzuführen, das den venösen Rückfluss behindert und dadurch Entzündungen und Thrombosen leichter entstehen lässt. Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass Gewichtsänderungen im Laufe des Beobachtungszeitraums nicht berücksichtigt wurden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Quelle:

British Medical Journal (BMJ) Open, Bd. 3, Nr. 4, S. e002698, 2013

Etwas Alkohol verhindert Herzanfall

Neue Langzeitstudien-Daten zu Alkoholkonsum und Sterblichkeitsrisiko

Wie eine große europäische Langzeitstudie (EPIC*)
mit mehr als 380.000 Studienteilnehmern zeigt, haben Frauen und Männer,
die lebenslang im Durchschnitt nicht mehr als ein Glas bzw. zwei Gläser
Alkohol pro Tag trinken, im Vergleich zu Viel- oder Wenigtrinkern** ein
vermindertes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Dies
gilt allerdings nur für die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie keine
Vorerkrankungen aufwiesen. Das Forscherteam unter Führung von Manuela
Bergmann und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für
Ernährungsforschung publizierte seine Ergebnisse nun in der
Fachzeitschrift International Journal of Epidemiology (Bergmann et al.,
2013; DOI: 10.1093/ije/dyt154).

Viele Studien zeigen, dass der Konsum von Alkohol mit einem höheren
Risiko verbunden ist, an bestimmten Krankheiten zu sterben. Hierzu
zählen einige Krebsarten, Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einer
Alkoholabhängigkeit auftreten, Krankheiten des Verdauungstraktes,
Unfälle oder Gewalteinwirkungen. Die Untersuchungen lassen aber auch
annehmen, dass Menschen, die öfter Alkohol trinken, seltener an einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung versterben. Allerdings haben nur wenige dieser
Studien die Langzeittrinkgewohnheiten der Studienteilnehmer
berücksichtigt.

Um zur Klärung der Datenlage beizutragen, haben die an der neuen
Untersuchung beteiligten Wissenschaftler Informationen zum
Trinkverhalten von Studienteilnehmern im Alter von 20, 30, 40 und 50
Jahren in die Auswertung einbezogen.

Nach den Studiendaten hatten Teilnehmer, die seit ihrem 20. Lebensjahr
durchschnittlich nicht mehr als die maximal empfohlene Menge Alkohol pro
Tag*** konsumierten, ein um ca. 9-14 Prozent vermindertes Sterberisiko.
Dieses machte sich besonders bei den Herz-Kreislauf-Todesursachen
bemerkbar und galt nur für Teilnehmer, die bei Studieneintritt nicht an
Bluthochdruck, Diabetes oder Krebs erkrankt waren und zuvor nie einen
Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten. Wie die Studie zudem
erstmalig zeigt, hatten ehemalige Vieltrinker, die zu Beginn der Studie
nur noch ein bzw. zwei Gläser Alkohol pro Tag konsumierten, dennoch ein
deutlich erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Personen, die lebenslang
nicht über diese Trinkmenge kamen. So erhöhte sich z. B. ihr Risiko, an
bestimmten alkoholbedingten Todesursachen zu sterben, um das 7-fache.
Ihr Risiko, an einer koronaren Herzerkrankung, Krebs oder einer anderen
Erkrankung zu sterben, war 1,2- bis 1,8-fach erhöht.

„Auch wir konnten in unserer Studie beobachten, dass Menschen, die
lebenslang nur moderate Mengen Alkohol zu sich nehmen, generell ein
vermindertes Sterberisiko haben, was besonders deutlich bei den
Herz-Kreislauf-Todesursachen zu sehen ist. Da wir diesen günstigen
Zusammenhang aber nur bei Menschen beobachteten, die zu Beginn der
Studie gesund waren und auch in ihrer Vergangenheit nie zu den
Vieltrinkern zählten, gehen wir eher von keinem kausalen Zusammenhang
aus“, sagt Manuela Bergmann. „Vielmehr bestärken unsere Ergebnisse die
Vermutung, dass gesunde Menschen Alkohol in moderaten Mengen ohne
größere nachteilige Folgen für ihre Gesundheit verkraften, der
Alkohol aber nicht die Ursache für ihre Gesundheit ist“, ergänzt
Heiner Boeing.

Link zur Studie:
http://ije.oxfordjournals.org/content/42/6/1772.full.pdf

Hintergrundinformationen:
*EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition.
Die EPIC-Studie ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen
Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes
untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn
europäischen Ländern mit insgesamt 519.000 Studienteilnehmern im
Erwachsenenalter beteiligt. Die Potsdamer EPIC-Studie ist mit mehr als
27.000 Teilnehmern ein Teil der EPIC-Studie.

**Wenigtrinker: Männer bzw. Frauen, die weniger als 2 g bzw. 1 g
Alkohol pro Tag konsumieren (das entspricht im Durchschnitt weniger als
ein Glas eines alkoholischen Getränks für Männer und weniger als ein
halbes Glas für Frauen pro Woche).

Vieltrinker: Männer bzw. Frauen, die mehr als 60 g bzw. 30 g Alkohol
pro Tag konsumieren (das entspricht im Durchschnitt fünf bzw.
zweieinhalb Gläser eines alkoholischen Getränks pro Tag). Die
Wissenschaftler sind davon ausgegangen, dass im europäischen
Durchschnitt ein Glas eines alkoholischen Getränks 12 g Alkohol enthält.

***Die American Heart Association, der World Cancer Research Fund sowie
das National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism hält zurzeit für
gesunde Frauen bzw. gesunde Männer den Konsum von nicht mehr als 12 bzw.
24 g Alkohol pro Tag für akzeptabel. Diese Angabe zu Obergrenzen sollte
nicht als Empfehlung verstanden werden, jeden Tag Alkohol zu trinken.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 111.953 europäischen Männern
und 268.442 Frauen aus den acht EPIC-Ländern aus, die Informationen zu
lebenslangem Alkoholkonsum gesammelt hatten.
Von den 111.953 Männern hatten 98 Prozent während ihres Lebens
zumindest über einige Zeit Alkohol konsumiert, wobei 96 Prozent zum
Zeitpunkt des Studieneintritts Alkoholkonsumenten waren. 3 Prozent der
Männer zählten zu den Wenigtrinkern, 39 Prozent konsumierten
dauerhaft weniger als 24 g Alkohol pro Tag, 38 Prozent konsumierten
lebenslang zwischen 2 und 60 g Alkohol pro Tag, ca. 20 Prozent waren
Vieltrinker oder hatten zumindest während einer Lebensphase mehr als 60
g Alkohol pro Tag konsumiert. Männer, die lebenslang nur wenig oder nur
in einem moderatem Maße Alkohol konsumierten, hatten eher einen höheren
Bildungsstand als Vieltrinker oder ehemalige Vieltrinker. Vieltrinker
waren häufig jünger, rauchten, aßen mehr Fleisch und hatten häufiger
Übergewicht.

Zu Studienbeginn waren ca.15 Prozent der Frauen Abstinenzlerinnen,
wobei von diesen 68 Prozent noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken
hatten. Von den 227.705 Alkoholkonsumentinnen zählten 15 Prozent zu den
Wenigtrinkern, 44 Prozent konsumierten dauerhaft weniger als 12 g
Alkohol pro Tag, 29 Prozent konsumierten 1 bis 30 g Alkohol pro Tag, ca.
12 Prozent gehörten zu den Vieltrinkern oder hatten zumindest während
einer Lebensphase mehr als 30 g Alkohol pro Tag konsumiert. Im Gegensatz
zu den männlichen Vieltrinkern hatten Frauen, die übermäßig viel
tranken, eher einen höheren Bildungsstand. Ähnlich wie die männlichen
Vieltrinker waren sie in der Regel jünger und rauchten mehr, zudem aßen
sie weniger Obst und Gemüse und hatten seltener Kinder geboren.

Avocado zügelt den Hunger

Die fettreiche Frucht sättigt anhaltend

Wer Avocados isst, ernährt sich insgesamt gesünder und verringert dadurch sein Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da das Fruchtfleisch fettreich und nahrhaft ist, sättigt es lange und zügelt den Hunger, berichtet die „Apotheken Umschau“. In einer US-Studie mit mehr als 17 000 Erwachsenen lag der Verzehr an Gemüse und Obst bei jenen Teilnehmern generell höher, die regelmäßig Avocados aßen, als bei jenen, die diese Frucht nicht schätzten. Obendrein verbrauchten Avocado-Genießer weniger Zucker pro Tag.

Werden wir immer dicker?

Übergewicht in Deutschland – Weltweites Problem

In Deutschland schaffen es die meisten Erwachsenen nicht,
das Körpergewicht bis ins höhere Alter im Normalbereich zu
halten: 67 % der Männer und 53 % der Frauen haben Übergewicht,
wobei 23 % der Männer und 24 % der Frauen sogar adipös, also
stark übergewichtig, sind. Damit bringen sieben von zehn Männern
und fünf von zehn Frauen zu viel Gewicht auf die Waage. Diese
Zahlen liefert der 12. Ernährungsbericht der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für die Bewertung der
Verbreitung und Entwicklung von Übergewicht in Deutschland wurden
Daten aus großen nationalen Studien herangezogen.

Der Anteil der übergewichtigen Personen insgesamt scheint sich in
den letzten Jahren auf einem hohen Niveau einpendelt zu haben.
Wie schon der Ernährungsbericht 2008 gezeigt hat, setzt sich die
Entwicklung fort, dass die bereits Adipösen immer dicker werden.
Das belegen die Vergleiche der Daten aus dem
Bundesgesundheitssurvey 1998 mit den Daten aus der bundesweiten
„Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des
Robert Koch-Instituts sowie die Mikrozensus-Stichproben des
Statistischen Bundesamtes von 1999 und 2009.

Nicht nur in Deutschland, auch weltweit gibt es immer mehr
übergewichtige Menschen. Nach einer Schätzung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2008 weltweit 1,4
Milliarden Menschen übergewichtig, davon 0,2 Milliarden Männer
und 0,3 Milliarden Frauen adipös. Gesundheitsorganisationen wie
die WHO stufen Adipositas als das am schnellsten wachsende
Gesundheitsproblem ein und sprechen von einer „globalen
Adipositasepidemie“. Adipositas begünstigt Gefäßkrankheiten und
Gelenkbeschwerden und erhöht das Risiko für Krankheiten wie
Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck. Auch das Risiko für
Krebskrankheiten steigt mit erhöhtem Körpergewicht. Das hat
weitreichende ökonomische Konsequenzen: Adipositas und die
Begleitkrankheiten kosteten das Gesundheitssystem in Deutschland
im Jahr 2010 schätzungsweise 17 Milliarden Euro.

www.dge.de

Eigenes Weinlager in Berlin

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Wie isst Deutschland?

„Die Deutschen verbrauchen seit dem Jahr 2000 mehr Gemüse. Der Verbrauch steigt um 1,1 kg pro Kopf und Jahr. Diesen positiven Trend begrüßen wir sehr. Er dürfte zu einer besseren Versorgung mit einigen Vitaminen sowie mit sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen beitragen.“ So lautet ein Fazit von Prof. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), zu den Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch im Ernährungsbericht 2012 im Gourmet Report Gespräch. Dem steht allerdings ein Rückgang beim Obstverbrauch von 800 g pro Kopf und Jahr gegenüber, der Getreideverbrauch steigt mit 1,2 kg nur noch verhalten. „Um das gesundheitsfördernde Potenzial einer Ernährung mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln auszuschöpfen, sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher bei Gemüse und Obst sowie Getreide aus dem vollen Korn noch mehr zugreifen“ betont Heseker. So können Menschen dem Ziel näher kommen, täglich 5 Portionen Gemüse und Obst zu essen und mindestens 30 g Ballaststoffe aufzunehmen.

Der Verbrauch von Fleisch ist in den letzten Jahren konstant, lediglich der Verbrauch von Geflügelfleisch steigt um ca. 120 g. Damit essen die Deutschen nach wie vor zu viel Fleisch. Mehr als 300 bis 600 g pro Woche sollten es nicht sein.
Hintergrundinformation

Viele der Trends im Lebensmittelverbrauch in Deutschland, die der Ernährungsbericht 2008 dargestellt hat, haben sich fortgesetzt. Lediglich für den Verbrauch von Getreideerzeugnissen und Frischobst zeigen sich nur noch recht gebremste Anstiege bzw. sogar ein leichter Rückgang. Nach wie vor essen die Deutschen deutlich weniger pflanzliche und mehr tierische Lebensmittel, als die DGE in ihren Orientierungswerten angibt. Pflanzliche Lebensmittel zeichnen sich durch eine geringe Energiedichte aus und liefern gleichzeitig viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein hoher Verzehr dieser Lebensmittel, also von Gemüse und Obst sowie Getreide in Form von Vollkornprodukten, kann das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und Darmkrebs senken.

Der hohe Fleischverbrauch in Deutschland dürfte zwar wesentlich mit zu einer guten Versorgung mit Protein, einigen Vitaminen (z. B. Vitamin A, B1, B12) und gut verfügbaren Spurenelementen wie Zink und Eisen beitragen, Fleisch enthält aber auch unerwünschte gesättigte Fettsäuren, Cholesterol und Purine. Ein hoher Fleischverzehr kann je nach Zubereitungsart durch fettreiche Saucen bzw. Panaden auch eine erhöhte Fettzufuhr bedingen. Dass ein hoher Verzehr von rotem Fleisch das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht und auch mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert ist, ist mit wahrscheinlicher Evidenz belegt. Das sind wichtige Argumente dafür, insbesondere weniger rotes Fleisch – zum Beispiels Rind-, Schweine- und Lammfleisch – zu essen.

Mit dem rückläufigen Verbrauch von Butter und pflanzlichen Fetten, einschließlich Margarine, sinkt der Fettkonsum insgesamt – vor allem im Hinblick auf Übergewicht und Adipositas ist das positiv zu bewerten. Dass insgesamt weniger Streichfette verbraucht werden, ist gut, da damit der Fettkonsum insgesamt sinkt. Da auch weniger pflanzliche Öle verbraucht werden, dürfte das aber das Verhältnis von (mehrfach) ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren ungünstig beeinflussen. Deshalb sollten wertvolle Pflanzenöle wie Rapsöl, Walnussöl und Sojaöl bei der Speisenzubereitung verwendet werden, um die für Herz und Kreislauf vorteilhaften mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen.

Mineralwasser und Erfrischungsgetränke verbrauchen die Deutschen pro Kopf und Jahr immer mehr, und zwar mit einem Zuwachs bei Mineralwasser von 2,9 l und bei Erfrischungsgetränken von 1,1 l pro Kopf und Jahr. Laut NVS II ist Wasser (Mineral- und Leitungswasser) das am meisten getrunkene alkoholfreie Getränk. Die Deutschen kommen damit der Empfehlung entgegen, den Durst überwiegend kalorienfrei zu löschen. Der Konsum von Limonaden und anderen Erfrischungsgetränken ist jedoch zu hoch. Ein hoher Verzehr von zuckergesüßten Getränken geht mit einem erhöhten Risiko für Adipositas sowie für Diabetes mellitus Typ 2 einher. Der Konsum von zuckergesüßten Getränken sollte daher, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, nicht noch weiter ansteigen, sondern deutlich gesenkt werden.

Der Alkoholverbrauch sinkt weiter, wobei Bier mit einem Minus von 2 l pro Kopf und Jahr von dieser Entwicklung am deutlichsten betroffen ist. Dass weniger Alkohol konsumiert wird, ist positiv, denn: Egal, ob Bier, Wein oder Schnaps – Alkoholkonsum zählt weltweit zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken. Etwa 31 % der Männer und 25 % der Frauen weisen laut NVS II eine Alkoholzufuhr oberhalb der als gesundheitlich akzeptabel angesehenen Alkoholmenge auf, die für gesunde Männer 20 g/Tag und für gesunde Frauen 10 g/Tag beträgt.