Kürbis: Was macht die Pflanze so besonders?

Der Kürbis ist in der Gemüsewelt ein echter Rekordhalter. Je nach Sorte und Kultur können sich riesige Früchte mit über einem Meter Durchmesser, drei Metern Umfang und bis zu 150 Kilogramm Gewicht entwickeln. In Ausnahmefällen sind es sogar über 500 Kilogramm. „Damit sind sie die größten Beeren der Welt“, informiert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst in Bonn. Als Beerenfrüchte werden solche Früchte bezeichnet, deren zahlreichen Samen in das Fruchtfleisch eingebettet sind.

Der Kürbis ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt, erklärt Seitz. „In früheren Zeiten wurden in erster Linie die gut lagerfähigen, öl- und eiweißreichen Samen geschätzt“. Das Fruchtfleisch der Wildformen schmeckte bitter und war leicht verderblich. Mit der Wiederentdeckung Amerikas gelangte der Kürbis auch nach Europa. Heutzutage wird der farben- und formenreiche Kürbis vor allem in Russland, Ukraine und Italien angepflanzt. Auch in Deutschland hat der Kürbisanbau in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Die Familie der Kürbisgewächse ( Cucurbitaceae ) ist mit rund 100 Gattungen sehr groß. Dazu zählen neben dem Kürbis ( Cucurbita spec. ) auch die Gurke ( Cucumis sativus ), Melone ( Cucumis melo ) und Wassermelone ( Citrullus vulgaris ). Die Zucchini ( Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina ) ist eine nicht rankende Form des Gemüsekürbisses. Kürbisgewächse weisen aus botanischer Sicht einige Besonderheiten auf. So bildet der Kürbis weibliche und männliche Blüten aus, die auf einer Pflanze wachsen. Die Pollen werden vor allem von Hummeln übertragen. Kürbisse besitzen zu Sprossranken umgebildete Blätter, die in sechs Monaten Wachstumszeit eine Länge von bis zu 15 Metern erreichen können. Damit können sie sich an anderen Pflanzen oder Zäunen festhalten.
Heike Kreutz, www.aid.de

Coburger Bratwürste

Die Coburger Bratwurst wurde erstmals 1498 auf einer Speisekarte des Georgenspitals erwähnt.
Eine original Coburger Bratwurst musste damals so lang sein wie der Marschallstab des Bratwurstmännles.

Im 17. Jahrhundert wurde eine Länge von 35-40 cm angesetzt, das sogenannte geeichte Bratwurstmaß trägt der Stadtheilige von Coburg, St. Bratwurst vom GrillMauritius seitdem in seiner Hand.
Bei einem Sturm im Jahr 1939 stürzte die Heiligenfigur von ihrem Podest, welches auf dem Marktplatz aufgestellt war, und wurde stark beschädigt. Die Figur wurde wieder restauriert und im Rathaus platziert.

Das genaue Maß der Coburger Bratwurst war nie recht bekannt, bis die Feuerwehr 1982 die Länge ermittelte und sich auf eine Größe von 31 cm im rohen Zustand festlegte.

Seither wird die Coburger Wurst auf einer aromatischen Kiefernzapfenglut gebrutzelt, auch wenn dies die EU im Jahre 2014 verbieten wollte! Bürger und Bratwurstfans aus Franken setzen sich für diese Bratwurst-Garart ein und das Verbot wurde vorerst eingestellt.

Dunkel muss sie sein, die Coburger Bratwurst, und lecker ist jeder Zentimeter. Die Zutaten der Bratwurst im Naturdarm sind: grob entsehntes Rindfleisch, grob entfettetes Schweinefleisch und fettgewebsreiches Schweinefleisch. Das rohe Fleisch wird erbsengroß gewolft und gemäß der Überlieferung in Schweinebändel/Schleißdärme abgefüllt. Aus einem Kilogramm Rohfleisch erhält man traditionell 10 Bratwürste. Gewürzt wird sie mit Muskat, Salz, Pfeffer und Zitrone.

Die besten Coburger Bratwürste in Franken sind erhältlich bei den Bamberger Wurstmachern im Ladengeschäft in der Jäckstraße 33 in 96052 Bamberg.

Hochzeit macht dick

In einer Ehe ist das Leben nicht unbedingt leichter. Auch wenn Paare bewusster und wahrscheinlich auch ausgewogener essen, haben sie häufig ein höheres Körpergewicht als Singles und treiben weniger Sport. Das lässt eine Studie der Universität Basel und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung vermuten, für die in neun europäischen Ländern der Körpermassenindex (BMI) mit dem Familienstand in Bezug gesetzt wurde.

Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße und gilt als Orientierung für das „Sollgewicht“ eines Erwachsenen. Ein als „normaler“ BMI angesehener Wert liegt zwischen 18,5 bis 24,9. Ab 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas. Die Wissenschaftler werteten Daten von 10.226 Bürgern aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und Großbritannien aus; wobei nicht nur Eheleute, sondern auch zusammenlebende Paare beteiligt waren. Zusätzlich machten die Probanden in Interviews Angaben zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Wer in einer Beziehung lebt, wird bequem und verbringt mehr Zeit auf dem Sofa statt im Fitnessstudio…offenbar ist an diesem Klischee etwas Wahres dran. Nach der aktuellen Studie hängen die Ehe und damit verbundene Verhaltensänderungen nämlich direkt mit dem Körpergewicht zusammen: Paare hatten im Vergleich zu Alleinstehenden, die nie verheiratet waren, einen höheren BMI. Bei Single-Männern lag er bei durchschnittlich 25,7, bei Verheirateten bei 26,3. Bei den Frauen lag der Durchschnittswert der Alleinstehenden bei 25,1, der Ehefrauen bei 25,6. Die Unterschiede sind allerdings sehr gering, geben die Wissenschaftler zu bedenken. Dennoch würden sie bei einer Frau mit 1,65 m und einem Mann mit 1,80 m Körpergröße immerhin etwa 2 Kilogramm ausmachen. Die Ergebnisse waren unabhängig von sozioökonomischem Status, Alter und Nationalität.

Eine Ehe bringt vielschichtige Veränderungen mit sich, die sich positiv oder negativ auf die Ernährungs- und Lebensweise auswirken können. Nur einige wenige Faktoren wurden untersucht, sodass weitere Untersuchungen notwendig sind, um diese These zu untermauern – an dieser Wissenschaftsfront also nichts Neues. So bevorzugen Paare nach eigenen Angaben eher regionale und unbehandelte Produkte und meiden Fertigprodukte. Wenn Männer in einer Beziehung leben, legen sie mehr Wert auf biologische und fair gehandelte Lebensmittel. Sie ernähren sich bewusster und wahrscheinlich auch gesünder, treiben aber auch weniger Sport. Leichter ist es, wenn man gemeinsam den Schweinehund überwindet, mehr Bewegung in den Alltag einbaut oder zu zweit eine neue Sportart anfängt.
Oder die Liebe hält einfach die durchschnittlichen zwei Kilogramm aus und solange sie nicht gestorben ist, lebt man gut damit. Ende.
Heike Kreutz und Harald Seitz, www.aid.de

www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277953615003330

Tomaten

Tomate ist das beliebteste Gemüse

Die Tomate ist weiterhin das beliebteste Gemüse der Deutschen. In den vergangenen Jahren hat jeder Bürger knapp 25 Kilogramm frische und verarbeitete Tomaten pro Jahr gegessen. Das geht aus vorläufigen Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 waren es 8,5 Kilogramm Frischware und 16,4 Kilogramm Verarbeitungserzeugnisse. In diesem Zeitraum wurden 1,7 Millionen Tonnen verarbeitete Produkte eingeführt, davon 1,3 Millionen Tonnen Tomatenmark.

Die Tomate gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Früchte sind reich an positiven Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Vitamin C, Carotin, Kalium, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren. Das Sortiment ist vielseitig. Inzwischen kaufen Verbraucher immer häufiger kleinere Tomatentypen wie Cherry-, Cocktail- und Kirschtomaten sowie kleinere Strauchtomaten. Kinder naschen gerne mundgerechte Früchte wie die ein bis zwei Gramm leichten Johannisbeertomaten. Seit einigen Jahren wird auch die Fleischtomate wiederentdeckt, die besonders viel Fruchtfleisch hat. Die großen süßen Früchte schmecken in selbstgemachten Suppen und Soßen, im Eintopf, gefüllt mit Reis, aber auch im Salat oder als Brotbelag.

Einheimische Tomaten sind von Mai bis Oktober erhältlich, Hauptsaison ist von Juni bis August. Der Bedarf wird aber hauptsächlich aus Importen gedeckt. Im Jahr 2014 hat Deutschland mehr als 700.000 Tonnen Tomaten nach Deutschland eingeführt – sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Rund 645.000 Tonnen stammten aus den EU-Mitgliedstaaten, in erster Linie aus den Niederlanden (390.000 t) und Spanien (164.000 t). Außerhalb der EU war Marokko mit knapp 50.000 Tonnen ein wichtiges Lieferland.
Heike Kreutz, www.aid.de

Was fressen Kühe, wenn draußen nichts wächst?

Pro Tag frisst eine Kuh rund 50 Kilogramm Futter – und zwar zu jeder Jahreszeit. Derzeit ist das Sommerfutter einer Kuh, frisches Weidegras, nicht verfügbar. „Die Landwirte haben nur zwei Möglichkeiten, das Futter für ihre Tiere haltbar zu machen: Entweder zu Heu trocknen oder zu Silage silieren“, so Dr. Maria Linderer von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Die Herstellung von Heu reicht in der Regel nicht aus, um den Futterbedarf zu decken und die Trocknung ist stark vom Sonnenschein abhängig. Ergänzt wird die Fütterung daher durch sogenannte Silage, diese ist schneller herzustellen und daher witterungsunabhängiger. Außerdem ist sie ein sehr nährstoffreiches Futter.

Milchsäure macht Gras haltbar

Zur Herstellung von Silage braucht man ebenso wie für Heu frisch gemähtes Gras oder andere Pflanzen, beispielsweise Mais. Der Vorteil ist, dass das Gras nicht so lange trocknen muss: Es wird kurz nach dem Mähen gepresst oder in einem Silo unter Luftverschluss gelagert. Anschließend beginnen die im Gras enthaltenden Milchsäurebakterien Zucker in Säuren (in erster Linie Milchsäure) umzuwandeln. Dabei fällt der ph-Wert ab, die Silage wird sauer und lange haltbar. Eine ausgewogene Futtermischung enthält sowohl Heu als auch Silage. Maria Linderer erklärt: „Die Gras- oder Maissilage ist sozusagen das Sauerkraut der Kuh, die zu jeder Zeit wertvolle Nährstoffe liefert.“

Pralinen

1,3 Kilogramm Pralinen verzehrt jeder Deutsche jährlich im Schnitt. Einen nicht geringen Anteil daran dürfte auch die nun beginnende Weihnachtszeit haben: Nicht erst ab dem ersten Adventssonntag am 30. November greifen die Bundesbürger vermehrt zu Pralinen und anderen Süßwaren.

Deutschland ist der weltweit zweitgrößte Verarbeiter von Kakao und weltgrößter Exporteur von kakaohaltigen Produkten: Über zehn Prozent der Weltkakaoernte werden hier verarbeitet. Deutschland hat daher eine besondere Verantwortung für diesen Rohstoff und seine Erzeuger. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist daher aktives Mitglied im Forum Nachhaltiger Kakao. Dieses breite Bündnis mit derzeit rund 60, Vertretern aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Verbänden, Bundesministerien, Forschungseinrichtungen, standardsetzenden Organisationen und Nichtregierungsorganisationen besteht seit 2012. In ihm wird in enger Abstimmung mit den Anbauländern darauf hingearbeitet, verbesserte Lebensbedingungen für Kakaobauern sowie eine nachhaltige Kakaoerzeugung zu erreichen.

www.bmel.de/kakaoforum
www.kakaoforum.de/

Kirschen

2,1 Kilogramm Kirschen verbrauchte jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch, bei dem auch alle Kirscherzeugnisse, wie Säfte oder Marmeladen, eingerechnet werden, bewegt sich seit einigen Jahren auf stabilem Niveau (2012: 2,3 Kilogramm, 2011: 2,1 Kilogramm, 2010: 2,3 Kilogramm). Süß- und Sauerkirschen wurden 2013 in Deutschland auf rund 7.400 Hektar angebaut. Der Süßkirschenanbau machte mit rund 5.200 Hektar den größeren Anteil aus. Mit über 2.000 Hektar ist Baden-Württemberg mit Abstand Hauptanbaugebiet von Süßkirschen, gefolgt von Niedersachsen mit rund 500 Hektar. Sauerkirschen wurden 2013 in Deutschland auf einer Fläche von auf rund 2.200 Hektar geerntet. Die größten Anbauregionen lagen in Rheinland-Pfalz (über 600 Hektar) und Sachsen (mehr als 500 Hektar).

Die Kirschernte ist zur Zeit in vollem Gange. Obstbauern rechnen für 2014 mit einer guten Ernte: Wegen des milden und trockenen Frühjahrs werden schätzungsweise 51.900 Tonnen Kirschen erwartet. Das sind rund 38 Prozent mehr als in der Saison zuvor – allerdings fiel die Ernte 2013 mit 37.523 Tonnen wetterbedingt schwach aus. Erntezeit für Kirschen ist meist Juni bis August. Da Kirschen nach der Ernte nicht nachreifen, werden sie reif gepflückt und sollten dann möglichst rasch verzehrt werden.

24. Juli ist Tag der Freude

Am 24. Juli ist der internationale Tag der Freude. Die Norweger haben besonders viel Grund zur Freude, so zählen sie laut dem UN-World Happiness Report 2013 zu den glücklichsten Menschen der Welt. Grund hierfür ist neben einem hohen Lebensstandard und der typisch norwegischen Naturverbundenheit sicherlich auch die gesunde Ernährung mit heimischen Produkten wie Lachs. Dank seines hohen Tryptophan-Gehalts wird im menschlichen Gehirn das sogenannte Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Die für den Transport notwendigen Omega-3-Fettsäuren sind in hohen Mengen im Lachsfleisch enthalten. Somit ist Lachs aus Norwegen nicht nur ein gesunder Genuss, sondern erhellt auch das Gemüt.

Schon gewusst?
Ein Norweger isst im Jahr 7,3 Kilogramm Lachs, das entspricht 48 Mahlzeiten. So steht fast jede Woche norwegischer Lachs auf ihrem Speiseplan – perfekt für eine ausgewogene Ernährung. Die WHO empfiehlt wöchentlich zwei bis drei Fischmahlzeiten, mindestens eine davon mit fetthaltigerem Fisch, wie Lachs. In Deutschland folgt diesem Rat nur jeder Fünfte. Auf das Jahr gerechnet verzehrt ein Deutscher laut führendem Markt- und Meinungsforschungsinstitut TNS Gallup 1,7 Kilogramm Lachs, das sind 11 Mahlzeiten – 37 weniger als ein Norweger jährlich verspeist.

Der Nährwert von Lachs hängt neben der Zubereitung auch von der Herkunft und Aufzucht ab. Lachs aus Norwegen stammt aus nachhaltig bewirtschafteter Aquakultur. Wie in der Natur verbringen die Lachse ihre ersten Lebensmonate im Süßwasser. Im Alter von 10 bis 16 Monaten werden sie in geräumige Meeresgehege übersetzt, um in den klaren, sauerstoffreichen Fjordgewässern gesund und kräftig heranzuwachsen.

Rezeptideen aus Norwegen
Mit unkomplizierten Lachsrezepten bringt Norge – Fisch aus Norwegen frischen Wind und Freude in Deutschlands Küchen. Ob als Sushi-Variation (California Roll), gegrillt (Relax), gebraten (Lachs-Burger) oder pochiert
(Lachs in Buttersauce mit Gurkensalat) – Lachs ist vielseitig einsetzbar und einfach in der Zubereitung. Diese und weitere Rezepte gibt es in der Lachs-Rezepte-Rubrik auf fischausnorwegen.de

Veganes Kochbuch für Gourmets

Veganes Essen ist eine Frage des Genusses, nicht der Ideologie. Unter diesem Motto hat Ursel Kiefer auf 324 Seiten ihr Kochbuch „ab und zu vegan-4-you“ mit 135 Rezepten und Fotos zusammengestellt. Dass vegane Ernährung die Gesundheit fördert und zugleich dem Tier- sowie dem Umweltschutz dient, sind willkommene Nebeneffekte. Diese treten auch dann ein, wenn man nur „ab und zu“ auf tierische Produkte verzichtet. „Wenn es schmeckt, wird man es ganz von allein öfter tun“, ist die Autorin überzeugt. Sie plädiert für einen undogmatischen und genießerischen Umgang mit dem veganen Alltag.

Um den höchstmöglichen Genussfaktor zu erreichen, hat Ursel Kiefer einen Großteil der Rezepte vom Küchenchef Ralf Hiener (Essbare Landschaften, Raskolnikoff, Dresden) prüfen und nachkochen lassen. „Dabei wurde ich vom Vegan-Skeptiker zu einem großen Fan veganer Kochkunst“, betont der Gastronomie-Profi. In der Einleitung schildert die Autorin, wie sie selbst zum veganen Essen und Kochen fand. In dieser sehr persönlichen Geschichte spielen die Aspekte Tierschutz und Gesundheit eine große Rolle. Deshalb packt sie auch das heikle Thema Mangelerscheinungen durch vegane Ernährung bei den Hörnern: In einem Interview mit der Ernährungsexpertin Prof. Dr. Michaela Döll erfährt der Leser, wie ein Mangel an Vitaminen und anderen Mikronährstoffen vermieden werden kann – was übrigens auch für Fleischesser interessant ist. Im einleitenden Kapitel „Lebensmittelkunde“ werden zudem wichtige Zutaten der veganen Küche ausführlich vorgestellt.

Doch das wichtigste sind natürlich die Rezepte: Vom Brotaufstrich bis „Vegan international“ reicht die breite Palette der Gerichte, die so appetitlich wie übersichtlich präsentiert werden. Suppen, Pasta und Aufläufe gehören ebenso zu den liebevoll zusammengestellten Kreationen wie Soßen, Gemüse und Salate. Anregungen für die schnelle Küche, Grundrezepte für vielfältigen Einsatz und aufwendige Hauptgerichte finden sich in dem von der Autorin selbst gestalteten Buch.

Dogmatismus aller Art lehnt sie ab und setzt auf die sanfte Überzeugungskraft leckerer Rezepte und fundierter Argumente: „Ich denke, dass man mit Schwarzweißdenken nicht weiterkommt, und dass jeder für sich selbst entscheiden soll. Ich möchte lieber zur Diskussion stellen, was passieren würde, wenn sich der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland von 87 Kilogramm Fleisch auf 50 Kilogramm oder auf noch weniger reduzierte. Und wenn die Menschen auch Fisch, Käse und Milch bewusster einkaufen, sich vielleicht nur noch jeden zweiten Sonntag ein Ei genehmigen und so den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 217 Eiern halbieren würde.“ Mit den feinen Rezepten ihres Kochbuchs wird solches Umdenken auch für ausgesprochene Eierspeisen- und Fleischliebhaber zu einer leichten Übung.

Ursel Kiefer ist gelernte Schriftsetzerin und Fotografin und hat viele Jahre in den Bereichen Marketing und Vertrieb in mittelständischen Unternehmen gearbeitet. Sie war ehrenamtlich bei der Anonymen Telefonseelsorge tätig und hat dort als Kotrainerin bei der Ausbildung neuer Mitarbeiter gewirkt. Als ausgebildete Heilpraktikerin und Transaktionsanalytikerin (Praxiskompetenz) betreibt sie heute eine Praxis für Psychotherapie und Coaching in Wehr nahe der Schweizer Grenze.

Das Buch
Ursel Kiefer
ab und zu vegan-4-you
Vrösche-Verlag, Wehr, 2014
ISBN 978-3-00-045090-7 (Bestellink)
Format: 165 x 245 x 30 mm
23 Euro

Die Rezepte
können auch auf Karten einzeln bestellt werden: http://vegan-4-you.com

Wird Wurst aus Fleischresten gemacht?

Fleisch und Wurst kommen in vielen Haushalten regelmäßig auf den Tisch. Im Durchschnitt verzehrte jeder Deutsche 59,9 Kilogramm Fleisch im Jahr 2012, Österreicher sogar 65,5 Kilogramm pro Kopf. Angesichts von immer wieder auftretenden Lebensmittelskandalen wächst bei vielen Verbrauchern aber die Unsicherheit, ob man den Fleischwaren noch vertrauen kann. Das Magazin Reader’s Digest lässt in seiner Mai-Ausgabe zahlreiche Metzger und Fleischer zu Wort kommen, die erklären, was man als Kunde unbedingt beachten und beim Einkauf wissen sollte. Eine der zentralen Botschaften: „Es ist nicht wahr, dass die Reste in der Wurst landen. Das ginge auch gar nicht, denn wenn wir uns nicht streng an das Rezept halten, wird sie nichts“, sagt eine Metzgermeisterin aus Frankfurt/Main und nennt als „besonders heikles Beispiel“ die Leberwurst: „Wenn da nicht alles exakt stimmt, wird sie sofort schlecht.“

Am liebsten essen die Deutschen und Österreicher Schwein, Geflügel und Rind. Das Fleisch darf dabei immer öfter vom Discounter stammen: In Deutschland kaufen schon 51 Prozent das Geflügelfleisch und fast 44 Prozent ihre Wurstwaren im Supermarkt, in Österreich besorgen nur noch 40 Prozent ihr Fleisch beim Metzger. Viele Experten sehen die Abwanderung zum Supermarkt aber skeptisch. „Das Schnitzel vom Discounter schrumpft stark zusammen, das vom Landmetzger behält mehr oder weniger seine Größe. Im Discounterschnitzel ist der Wassergehalt höher, weil die Tiere schneller hochgemästet werden“, sagt ein Metzger in der neuen Ausgabe des Magazins Reader’s Digest. „Bei einem Stück Schweinefleisch kann man schlechtere Qualität erkennen: wenn es weiß und wässrig aussieht“, bestätigt ein Kollege. Hingegen sollte man sich beim Kauf von Rindfleisch von unterschiedlichen Färbungen nicht irritieren lassen. „Die meisten möchten ein dunkelrotes Stück haben – dabei ist ein leichter Schimmer obenauf ein Zeichen für besonders reifes, zartes Fleisch“, betont ein Metzgermeister aus Hamburg.

Darüber hinaus gibt es in der neuen Ausgabe von Reader’s Digest zahlreiche Tipps der Metzger und Fleischer für den Alltag. Von der Frage, wie man ein Schnitzel richtig anbrät, bis zum Hinweis der Experten, dass man tiefgefrorenes Fleisch auf keinen Fall in der Mikrowelle auftauen sollte. Besser ist es, es am Vorabend aus der Tiefkühltruhe zu holen und in den Kühlschrank zu legen. Der Grund: Dort kann es allmählich auftauen und schmeckt nach der Zubereitung deutlich besser.