Energy Drinks

Weltweiter Absatz von Energy Drinks steigt auf
8,8 Milliarden Liter

Nachdem neue Weltrekorde bei den Olympischen Spielen 2016 aufgestellt wurden, zeigt nun eine neue Untersuchung von Mintel, dass sich auch der globale Markt für Energy Drinks auf einem Höhenflug befindet. Laut Mintels Datenbank weltweiter Produktneueinführungen (GNPD) sind im Jahr 2015 mehr Energy Drinks auf den weltweiten Markt gebracht worden als in jedem anderen Jahr seit 2008. Des Weiteren ist die Anzahl der weltweit neu eingeführten Energy Drinks allein zwischen 2010 und 2015 um ganze 29 % angestiegen.

Während der Markt für Energy Drinks in Ländern auf der ganzen Welt eine erhöhte Aktivität verzeichnet, war Deutschland 2015 der Weltmeister in Sachen Innovation. Tatsächlich war Deutschland für den weltweit höchsten Anteil an Energy Drinks-Produkteinführungen im letzten Jahr verantwortlich und überholte damit erstmals die USA. Laut Mintel wurden im Jahr 2015 9 % der weltweit eingeführten Energy Drinks in Deutschland auf den Markt gebracht, während 8 % in den USA lanciert wurden. Zum Vergleich, noch im Jahr 2014 wurden nur 6 % der Produkte in Deutschland auf den Markt gebracht, während ganze 10 % dem US-amerikanischen Markt zugeschrieben werden konnten.

Doch nicht nur die Innovationskraft boomt, auch der Absatz des weltweiten Markts für Energy Drinks hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut der Mintel-Untersuchung stieg im Jahr 2015 der weltweite Verbrauch von Energy Drinks um 10 % auf 8,8 Milliarden Liter. Im weltweiten Vergleich sind die USA (3,3 Mrd. L), China (1,4 Mrd. L), Großbritannien (561 Mio. L), Thailand (465 Mio. L) und Vietnam (351 Mio. L) die fünf größten Verbraucher von Energy Drinks.

In Deutschland erreichte der Absatz im Jahr 2015 ganze 328 Millionen Liter, während in Österreich mit 79 Millionen Liter und in der Schweiz mit 58 Millionen Liter deutlich weniger Energy Drinks getrunken wurden. In Bezug auf das Absatzwachstum verzeichnete China den größten Anstieg zwischen 2014 und 2015: in diesem Land stieg der Verbrauch von Energy Drinks um ganze 25 %.

Alex Beckett, Global Food & Drink Analyst bei Mintel, erklärt:
„Obwohl der Konsum von Energy Drinks umstritten bleibt, nimmt der weltweite Verbrauch Jahr für Jahr weiter zu. Einer der Gründer für das globale Wachstum ist der schnelle und effektive Energieschub, den das Getränk liefert – etwas, das bei Verbrauchern auf der ganzen Welt auf Resonanz stößt. Energy Drinks profitieren auch von den Anstrengungen der großen Marken, die zum Teil viel Geld für Marketing und Werbung ausgeben, um dem Getränk ein aufregendes und cooles Image zu verpassen. In Entwicklungsländern kommen hingegen immer mehr regionale Alternativen auf den Markt, die den Druck auf die großen Player erhöhen. Für diese besteht die Herausforderung darin, eine Markenidentität zu finden, die Verbraucher von New York bis nach Peking ansprechend finden und für die sie mehr Geld ausgeben würden.“

Anzahl der Energy Drinks mit Bio-Kennzeichnung erreicht Rekordhoch
Die Mintel-Untersuchung zeigt zudem, dass die Anzahl der Energy Drinks mit Bio-Kennzeichnung letztes Jahr ein Rekordhoch erreicht hat. Laut der Mintel-Untersuchung trugen 7 % der Energy Drinks, die im Jahr 2015 weltweit auf den Markt gebracht wurden, eine Bio-Kennzeichnung. Zum Vergleich, im Jahr 2011 waren es nur 4 %. Und der Bio-Trend zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs: bis dato im Jahr 2016* waren 6 % der weltweit neu eingeführten Energy Drinks als Bio-Produkt gekennzeichnet.

Europa ist auch in diesem Markt der Spitzenreiter: Drei von fünf (58 %) Energy Drinks mit Bio-Kennzeichnung wurden bis dato im Jahr 2016* in Europa eingeführt, während nur zwei von fünf (39 %) in Nordamerika und sogar nur 3 % in Südamerika auf den Markt gebracht wurden.

Die hohe Markteinführungsaktivität von Produkten mit Bio-Kennzeichnung geht Hand in Hand mit der wachsenden Verbrauchernachfrage nach natürlicheren Energy Drinks. Laut der Mintel-Untersuchung wünschen sich mehr als die Hälfte (53 %) der deutschen Verbraucher eine größere Vielfalt an Energy Drinks und Sportgetränken mit natürlichen Farbstoffen und Aromen. Dieser Wunsch wird von Verbrauchern in anderen europäischen Ländern geteilt: 54 % der spanischen und italienischen und sogar 61 % der polnischen Verbraucher stimmen dieser Aussage zu.

In China ist der Durst nach natürlichen Energy Drinks ebenfalls offensichtlich, da zwei von fünf (40 %) Verbrauchern nach eigenen Angaben eher dazu geneigt wären, einen Energy Drink zu kaufen, wenn dieser mit natürlichen Zutaten hergestellt wurde. Auch in den USA haben ein Viertel (26 %) der Konsumenten nach eigenen Angaben mehr Vertrauen in Energy Drinks mit natürlichen Zutaten.

„Das wachsende Angebot an Energy Drinks mit Bio-Kennzeichnung zeigt, wie die Branche versucht, ein breiteres Publikum durch einer Botschaft rund um Natürlichkeit anzusprechen. In absehbarer Zukunft werden Hersteller von Energy Drinks weiterhin unter Druck stehen, ihre Produkte mit besseren und gesünderen Zutaten zu reformulieren“, so Beckett.

Gestresste Eltern sind eine unterschätzte Zielgruppe
Zudem hat die Mintel-Untersuchung ergeben, dass Eltern eine oft unterschätzte, aber wichtige Zielgruppe für Energy Drinks sind. Während im Jahr 2015 ein Drittel (33 %) der deutschen Erwachsenen nach eigenen Angaben Energy Drinks konsumierte, steigt dieser Anteil auf ganze 44 % unter Verbrauchern, die mit Kindern unter 21 Jahren in einem Haushalt leben.

In den USA zeigt sich ein ähnliches Bild: Während im Durchschnitt 12 % der Verbraucher Energy Drinks trinken, steigt dieser Anteil auf mehr als ein Viertel (26 %) unter Eltern von 1- bis 5-Jährigen und auf 32 % bei Eltern von 6- bis 11-Jährigen. In Großbritannien trinken sogar drei von fünf (58 %) Eltern von 1- bis 5-Jährigen Energy Drinks, im Vergleich zu einem Durchschnitt von 35 %.

„Junge Eltern auf der ganzen Welt sind oft erschöpft und ständig auf dem Sprung. Sie erweisen sich deshalb als wichtige Zielgruppe für Energy Drinks. Obwohl sie nicht zu der traditionellen Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen gehören, an die sich der Großteil der Werbebemühungen richtet, sind junge Eltern und ältere Millennials im Allgemeinen tatsächlich die primären Konsumenten von Energy Drinks“, schließt Beckett ab.

*Januar bis Juli 2016

Fleisch aus tiergerechter Haltung

Fehlende Kennzeichnung und andere Lebensmittel-Unklarheiten
Schnitzel, Steak und Frikadellen genießen die meisten Verbraucher am liebsten, wenn sie aus besonders tiergerechter Haltung stammen. Doch während auf jedem Ei stehen muss, wie die Legehenne gehalten wird, fehlt eine solche Einkaufshilfe für das meiste Fleisch. Nur für Geflügel gibt es EU-weit einheitliche Angaben. Da sie freiwillig sind, nutzen die Hersteller aber auch diese nur selten. Bis dieser Mangel abgestellt und die Kennzeichnung aller Fleischsorten vorgeschrieben ist, müssen Konsumenten auf andere Informationen zurückgreifen. Welchen Labeln und Versprechen sie dabei trauen können und was Augenwischerei ist, erklärt der neu aufgelegte und ergänzte Ratgeber „Lebensmittel-Lügen – Wie die Food-Branche trickst und tarnt“ der Verbraucherzentrale NRW.

In weiteren Kapiteln widmet sich das kritische Werk unter anderem der unklaren Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel, unseriösen Gesundheitsversprechen und den Strategien der Produktplatzierung im Supermarkt. Die Leser erfahren zudem, wie sie die örtliche Herkunft ihrer Speisen ergründen können und was sich hinter manch wohlklingender Warenbezeichnung wirklich verbirgt.
Der Ratgeber kostet 14,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand wird er auch nach Hause geliefert.

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 0211/3809-555, E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de, Fax: 0211/3809-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf

Palmöl ja oder nein

Das Zutatenverzeichnis informiert

Aus mit dem Versteckspiel: Wer wissen will, ob Palmöl in seinem Lieblingskeks, dem Brotaufstrich oder der Salat-Mayonnaise steckt, schaut einfach ins Zutatenverzeichnis. Denn seit Dezember 2014 muss die botanische Herkunft raffinierter Pflanzenöle immer gekennzeichnet werden, so eine neue Vorschrift, die sich in der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung findet. Vorher durfte dafür auch die Sammelbezeichnung „pflanzliche Öle“ verwendet werden.

Palmöl ist aufgrund seiner guten Hitze- und Oxidationsstabilität und seiner kostengünstigen Herstellung ein beliebter Rohstoff in der Lebensmittenbranche und anderen Industriezweigen. Nach Angaben von „Brot für die Welt“ hat sich die globale Produktion von Palmöl in den vergangenen 30 Jahren verzehnfacht. Die steigende Nachfrage beeinflusst die Umwelt, das Klima und auch die regionale Bevölkerung, da für seine Gewinnung Regenwälder gerodet und Kleinbauern vertrieben werden. Erst 20 Prozent des weltweit erzeugten Palmöls sind als nachhaltig zertifiziert, so der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO), das heißt der größte Teil stammt aus nicht nachhaltigen Quellen. Und auch das RSPO-Zertifizierungssystem hat noch große Schwächen kritisieren Umweltverbände und die Organisation „Brot für die Welt“.

Mit der neuen Kennzeichnung können kritische Kundinnen und Kunden Produkte mit Palmöl erkennen und entsprechende Kaufentscheidungen treffen. Sie bezieht sich allerdings nur auf Lebensmittel. Bei Kosmetika, Kerzen oder auch Kraftstoffen ist keine Kennzeichnung vorgeschrieben.
Dr. Christina Rempe, Gesa Maschkowski, www.aid.de

Milchshakes – wichtige Warnhinweise fehlen

Hochsommerliche Temperaturen am Wochenende und ein erfrischender Milchshake gehört dazu – das Angebot ist vielfältig und bunt. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat das farbenfrohe Angebot genauer unter die Lupe genommen und zwölf Milchshakes auf den Gehalt von Zusatzstoffen und deren Kennzeichnung untersucht. Das Ergebnis: zwei stark eingefärbte Milchshakes mit künstlichen Farbstoffen mussten beanstandet werden, da der zusätzliche Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ fehlte. In keiner Probe wurden Konservierungs- oder Süßstoffe nachgewiesen.

In insgesamt drei Proben wurden künstliche Farbstoffe festgestellt. Der Zusatz von synthetischen Farbstoffen in Milchshakes ist zwar erlaubt, muss aber kenntlich gemacht werden. Bei einer der zwei beanstandeten Proben fehlte sowohl die Angabe „mit Farbstoff“ als auch der zusätzliche Warnhinweis. Bei der zweiten Probe fehlte der Warnhinweis.

Die beanstandeten Milchshakes enthielten sogenannte Azofarbstoffe. Diese Farbstoffe (Gelborange S (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122), Allurarot (E122), Allurarot AC (E129), Tartrazin (E102) und Cochenillerot A (E 124) müssen mit dem zusätzlichen Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ versehen werden, da sie im Verdacht stehen, sich möglicherweise nachteilig auf das Verhalten hyperaktiver Kinder auszuwirken.

Im Labor wurden zwölf lose Proben aus Eisdielen und Cafés mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, wie Vanille, Erdbeere, Schokolade untersucht. Die Zusammensetzung von Milchshakes ist rechtlich nicht geregelt. Üblicherweise wird Milch mit Speiseeis, Obst, Schokolade oder Aromen verquirlt. Auch Sahne oder Joghurt werden verwendet, ebenso Nüsse, aromatisierte Sirupe oder Gummibärchen. Bei der Herstellung können synthetische Zusatzstoffe beigefügt werden, um zum Beispiel die Farbe zu verstärken, diese müssen aber kenntlich gemacht werden.

Die Beanstandungsquote von 17 Prozent hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (16 Prozent, 32 Proben, davon vier mit Beanstandungen) nicht verbessert.
Auch hier war mangelnde Kennzeichnung der Hauptbeanstandungsgrund, vor allem der fehlende Warnhinweis bei der Verwendung von Azofarbstoffen. Das LAVES wird deshalb weiterhin regelmäßig einmal im Jahr, vorzugsweise im Sommer, Milchshakes analysieren.

Die Untersuchungen für diesen Sommer sind angelaufen, bis August werden insgesamt 60 Proben aus allen niedersächsischen Kommunen erwartet.

www.laves.niedersachsen.de.

Ist der Fisch frisch und woher kommt er?

LAVES gibt Tipps für den Fischeinkauf

Ob Lachs, Forelle oder Karpfen: Fisch ist lecker und gesund. Deshalb sollte auch generell auf die Frische beim Fischeinkauf geachtet werden, erläutert Dr. Edda Bartelt, Leiterin des LAVES-Instituts für Fische und Fischereierzeugnisse in Cuxhaven: „Frischer Fisch riecht unauffällig, je nach Fischart angenehm meerfrisch. Weitere Zeichen für Frische sind unversehrte, gleichmäßig dunkelrot gefärbte Kiemen mit deutlich erkennbaren Kiemenblättchen sowie klare, nicht eingefallene oder beschädigte Augen. Außerdem sollte ein ganzer Fisch eine glatte, glänzende, durchscheinende Haut haben und das Fischfleisch von prallelastischer, fester Konsistenz sein.“

Und woher kommt der Fisch? Damit der Verbraucher das an der Verkaufstheke erkennen kann, gelten in der EU einheitliche Kennzeichnungsvorschriften. Diese Vorschriften betreffen bestimmte angebotene Fischereierzeugnisse, egal ob sie frisch, gekühlt, gefroren, gesalzen, getrocknet oder geräuchert sind und ob sie aus dem Wildfang oder aus Aquakulturen stammen. Unabhängig von ihrem Ursprung oder der Absatzmethode dürfen die Fischereierzeugnisse nur dann dem Verbraucher oder einem Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung zum Verkauf angeboten werden, wenn eine angemessene Kennzeichnung oder Etikettierung folgende Pflichtangaben enthält:

1. Handelsbezeichnung (Fischart) und wissenschaftlicher Name:
Dabei dürfen nur solche Handelsbezeichnungen verwendet werden, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gelistet werden.

2. Produktionsmethode:
„… gefangen …“ (für Fischereierzeugnisse aus der Seefischerei),
„… aus Binnenfischerei …“ (für Fischereierzeugnisse aus der Binnenfischerei),
„… in Aquakultur gewonnen…“ (für Fischereierzeugnisse aus Aquakultur)

3. das Gebiet, in dem das Erzeugnis gefangen oder in Aquakultur gewonnen wurde und die Kategorie des für den Fang eingesetzten Geräts

4. unter bestimmten Bedingungen die Angabe, ob das Erzeugnis aufgetaut wurde

5. Gegebenenfalls das Mindesthaltbarkeitsdatum

Beispiel für eine korrekte Kennzeichnung:
Kabeljau, Gadus morhua, gefangen im Nordostatlantik, Unterfanggebiet Nördliche Nordsee, Nr. IVa, gefangen mit Schleppnetzen.

Von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind Fischereierzeugnisse wie zum Beispiel Konserven, Fischsalate oder Schlemmerfilets sowie kleine Mengen, die der Verbraucher direkt beim Fischer oder Aquakulturerzeuger kauft. Als Kleinmenge ist ein Verkaufswert von bis zu 50 Euro pro Kauf definiert.

Für sämtliche Angaben oder Teile davon kann auch ein Quick Response Code (QR-Code) auf dem Etikett verwendet werden. Dieser kann mit einem Smartphone/Tablet eingescannt und auf dem Gerät gelesen werden. Bei nicht vorverpackten – also lose angebotenen – Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen im Einzelhandel können die Pflicht-Angaben Nr. 1 bis 4 auch z.B. auf Plakaten oder Postern bekannt gegeben werden.

Ausführliche Informationen gibt es im „Merkblatt zur Kennzeichnung von Fischen und Fischereierzeugnissen“ des LAVES-Instituts für Fische und Fischereierzeugnisse in Cuxhaven. Das Merkblatt kann auf der LAVES-Internetseite eingesehen werden: www.laves.niedersachsen.de

Bessere Kennzeichnung auf Lebensmitteln

Künftig Salzgehalt statt Natriumwert

Wer vermeiden will, dass stark gesalzene Fertigsuppen oder Tiefkühlpizzen auf seinem Teller landen, suchte bislang auf der Verpackung nach dem Anteil der würzenden Zutat vergebens. Wenn überhaupt war der Salzgehalt bei den Nährwertangaben im Natriumwert versteckt. „Viele Hersteller machten sich bisher nicht die Mühe, neben dem Natrium auch den Anteil der weißen Streuwürze in ihren Fertiggerichten anzugeben. Doch Verbraucher brauchen verlässliche Angaben, denn zu viel Salz im Essen ist für den menschlichen Organismus schädlich“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW. Jeder Deutsche nimmt täglich im Schnitt sieben bis neun Gramm Salz zu sich. Mehr als sechs Gramm pro Tag können Herz und Kreislauf auf Dauer nicht verkraften. Viele Menschen haben mit hohem Blutdruck und einem steigenden Schlaganfallrisiko zu kämpfen. Die Gefahr dieser Zivilisationskrankheiten kann durch weniger Salz in der eigenen Ernährung reduziert werden.“ Eine neue Kennzeichnungspflicht ab Ende des Jahres soll Konsumenten helfen, sich beim Lebensmitteleinkauf im Laden besser zu orientieren und ihnen ermöglichen, ihren Salzkonsum leichter zu regulieren:
Kennzeichnungsrevolution auf der Verpackung: Bislang war es Herstellern freigestellt, ob sie den Salzgehalt in ihren Fertig-Pizzen, Pasta-Gerichten und Co. auf den Verpackungen angeben. Wenn, mussten Hersteller dies zwingend in Form des Natriumwerts, einem Mineralstoff im Salz, tun, konnten die Salzmenge aber zusätzlich nennen. Ein Gramm Natrium entspricht rund 2,5 Prozent Gramm der weißen Würze. Kundige Verbraucher mussten also meistens rechnen, um den wahren Salzgehalt in der Suppe von der Verpackung ablesen zu können. Ab 13. Dezember kann der Rechner in der Tasche bleiben: Ab dann muss bei der freiwilligen Kennzeichnung der Salz- statt des Natriumanteils EU-weit auf der Verpackung angegeben werden. Aber erst ab Ende 2016 müssen sich sämtliche Hersteller an diese Vorgabe halten. Immer mehr Lebensmittelfirmen nehmen bereits im Vorfeld nicht nur die neue Regelung, sondern auch die damit beabsichtigte Gesundheitsförderung ernst: Sie stellen schon jetzt die Kennzeichnung auf ihren Lebensmittelverpackungen für Verbraucher nachvollziehbar um und reduzieren sogar in vielen Fällen den Salzanteil in ihren Gerichten.

Maximal sechs Gramm pro Tag: Gesundheitsbewusste Konsumenten sollten darauf achten, dass sie insgesamt nicht mehr als einen Teelöffel Salz pro Tag zu sich nehmen. Der größte Teil davon wird nicht beim Kochen ins Essen gestreut, sondern er steckt bereits verarbeitet in Wurst, Käse, Brot und Fertiggerichten. Die eindeutige Salzkennzeichnung auf den Produkten macht es Verbrauchern nun leichter, den Überblick über die Zufuhr zu behalten. Gering Gesalzenes enthält 0,3 Gramm Salz in hundert Gramm. Bei verarbeiteten Lebensmitteln mit der fünffachen Menge – 1,5 Gramm Salz – ist die Ausschau nach einer salzärmeren Variante empfehlenswert. Meistens gibt es auch weniger gewürzte Produkte – allerdings meist bei einem anderen Hersteller.

Wissenswertes rund um die neuen Kennzeichnungsregeln von Salz und Tipps zum Konsum finden Interessenten in einem Special der Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www.vz-nrw.de/salz

Woher kommt mein Fleisch?

Ab 2015 Kennzeichnung Pflicht

Esse ich Schweineschnitzel aus Polen oder Dänemark? Stammt mein Hähnchenfilet aus den Niederlanden oder aus Deutschland? Bisher konnten Verbraucher das anhand der Verpackung nicht nachvollziehen. Ab 1. April 2015 ändert sich das. Ab dann muss frisches verpacktes Fleisch von Schwein, Ziege, Schaf und Geflügel mit dem Ursprungsland gekennzeichnet sein. Für Rindfleisch gilt die Vorschrift bereits.

Diesen Vorschlägen zur Kennzeichnungspflicht stimmten die Experten im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit der EU-Staaten am 5. Dezember 2013 zu, teilte die Europäische Kommission mit. Wurden die Tiere in verschiedenen Ländern aufgezogen und geschlachtet, muss das ebenfalls auf der Verpackung vermerkt sein. Die Kommission muss die Regeln noch formell beschließen. Damit setzt die EU Vorschriften der Lebensmittelinformations-Verordnung aus dem Jahr 2011 um.
Renate Kessen, www.aid.de

Bei Speiseeis Kennzeichnung oft mangelhaft

Sommerzeit ist Eiszeit und wie in jedem Jahr laufen im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) umfangreiche Untersuchungen von Speiseeis aus handwerklicher und industrieller Herstellung. Dabei werden unter anderem Kennzeichnung und Zusammensetzung unter die Lupe genommen. Insgesamt 180 Proben wurden bisher in den LAVES-Instituten in Braunschweig und Oldenburg in verschiedenen Projekten untersucht. Die Kennzeichnung erwies sich dabei oft als unzureichend.

Stark gefärbte Eissorten wie Waldmeister-, Pfefferminz- und Heidelbeereis, aber auch Speiseeis mit Phantasiebezeichungen wie „Blauer Engel“, „Himmelblau“ oder „Schlumpfeis“ wurde auf Vorhandensein und Kennzeichnung von Farbstoffen untersucht. Rund 30 % der 57 Proben aus handwerklicher Herstellung mussten wegen unzureichender Kennzeichnung bemängelt werden. So fehlte z. B. bei sieben Proben aus Eiscafés der gesetzlich vorgeschriebene Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“, der seit Sommer 2010 bei Lebensmitteln mit bestimmten künstlichen Farbstoffen erforderlich ist. Bei weiteren acht Proben fehlte die Angabe „mit Farbstoff“, obwohl Farbstoffe eingesetzt wurden.

Auch die Bezeichnung „Milcheis“ wird oft unzutreffend verwendet. Von 30 untersuchten Proben wurden sieben Proben (23 %) als irreführend beanstandet, da sie pflanzliche Fette enthielten, bzw. einen zu geringen Milchanteil aufwiesen. Speiseeis, das als „Milcheis“ gekennzeichnet wird, muss mindestens 70 % Milchanteile enthalten. Der Einsatz von pflanzlichen Fetten ist in Milcheis unzulässig.

Glutamat

Der Trick mit dem Glutamat: Verbraucher werden bei der Kennzeichnung oft getäuscht – „Glutamatfrei“ heißt nicht, dass Fertigessen ohne Geschmacksverstärker ist – Kein Produkt, das „ohne Glutamatzusatz“ gekennzeichnet war, war frei von geschmacksverstärkenden Stoffen

Tütensuppe oder Fertiggerichte „frei von Geschmacksverstärkern“ verspricht oft die Werbung. Aber: Im Essen sind dann meist Zutaten enthalten mit geschmacksverstärkender Wirkung, zum Beispiel Hefeextrakt. „Wenn auf der Verpackung ‚ohne zugesetztes Glutamat‘ steht, ist das zwar richtig. Aber eigentlich tricksen die Produzenten und täuschen damit die Konsumenten“, sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl im Gourmet Report Gespräch. Eine AK Analyse von 26 Produkten zeigt: „Ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern“ heißt nicht glutamatfrei. Positiv: Wird Hefeextrakt als glutamathältige Zutat verwendet, ist die Menge an Glutamat meist niedriger als bei direkt zugesetztem Glutamat. Die AK will mehr Klarheit bei der Kennzeichnung.

Glutamat als geschmacksverstärkender Zusatzstoff ist in sehr vielen verarbeiteten Produkten enthalten. „Es verleiht den Lebensmitteln eine deutlich würzige Note, wird aber aufgrund der so häufigen Verwendung in der Lebensmittelindustrie von vielen Konsumeinen sehr kritisch beurteilt“, weiß Schöffl von Verbrauchern, obwohl Glutamat gut erforscht ist und als unbedenklich gilt.

Die AK hat 26 Produkte wie Wurst, Snacks (Chips, Erdnusslocken), Tiefkühlpizza, Packerlsuppe oder Fertiggerichte von der Lebensmittelversuchsanstalt Klosterneuburg auf den Glutamatgehalt prüfen lassen. Einerseits ging es um Produkte, bei denen Glutamat als Zusatzstoff zugesetzt war. Anderseits waren es Produkte, die mit Hefeextrakt produziert wurden. Es wurde dabei ermittelt, mit wie viel Glutamat Verbraucher in diesen Produkten zu rechnen haben. Das Ergebnis zeigt: Kein Produkt, das „ohne Glutamatzusatz“ gekennzeichnet war, war frei von geschmacksverstärkenden Stoffen, weil es zum Beispiel Hefeextrakt enthält. „Viele Konsumenten rechnen gar nicht damit, dass Hefeextrakt eine glutamathältige Zutat ist“, betont Schöffl.
Gourmet Report meint: „Wenn Verbraucher das wüssten, würden sie vermutlich eine Hefeextrakt Allergie entwickeln.“

Wird beispielsweise Hefeextrakt in den Produkten verwendet, ist der Gehalt an Glutamat niedriger, als wenn Glutamat als Zusatzstoff verwendet wird. Ein Beispiel: Ist in einem Teller Tütensuppe Glutamat drinnen, sind es 0,5 Gramm. Ist Hefeextrakt enthalten, sind es nur 0,026 Gramm. Dafür aber Hefeextrakt.

Es braucht bei der Kennzeichnung mehr Transparenz, verlangt die AK. Werden glutamathältige Stoffe wie Hefeextrakt verwendet, sollen Hersteller das nicht „verschleiern“. Denn Angaben wie „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“, „ohne Glutamatzusatz“ oder „ohne künstliche Geschmacksverstärker“ sind missverständlich, da sich Verbraucher häufig ein völlig glutamatfreies Produkt erwarten.
Gourmet Report meint: Einfach keine Fertiggerichte mehr kaufen, dann gibt’s auch keine Probleme mit irgendetwas. Glutamat dürfte das kleinste aller Probleme in Fertiggerichten sein. Hier noch ein alter Artikel zur Ungefährlichkeit von Glutamat: www.kochmesser.de/component/name,Freispruch-fuer-Glutamat/option,com_gourmet/task,article/id,6296

SERVICE: Die Erhebung Glutamat in Lebensmitteln unter www.arbeiterkammer.at

Neulich wollte eine sehr ernährungsbewusste Freundin zu meiner Verblüffung keine Kaktusfeige (so eine Art Fertiggericht der Natur) mehr essen, weil ich ihr die Inhaltsstoffe mitteilte: u.a. Flavonole, Alpha-Tokopherol, Phyllochinon, Pantothensäure, Pyridoxin, Riboflavin, Betanin, Indicaxanthin und der Hammer: E 162 ist auch dabei!

"Versteckte Tiere" in verarbeiteten Lebensmitteln

Schweineschmalz in Brezeln, Scharlach-Schildläuse in Marmelade und Käse mit Lab aus Kalbsmagen – in vielen Lebensmitteln sind tierische Produkte enthalten oder werden vorübergehend bei der Herstellung eingesetzt. Häufig sind diese jedoch nicht sichtbar auf der Verpackung gekennzeichnet. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) fordert eine klare Kennzeichnungsregelung (Hier an der E-Mail Aktion teilnehmen).

In der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung sind im Rahmen allgemeiner Anforderungen an Lebensmittel auch die Vorgaben für eine korrekte Kennzeichnung beschrieben. Alle Angaben müssen den Tatsachen entsprechen und dürfen den Konsument nicht täuschen. Trotzdem sind in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln Zutaten tierischen Ursprungs enthalten, die für den Verbraucher auf den ersten Blick nicht erkennbar auf der Verpackung gekennzeichnet sind.
Auch die Stoffe, die vorübergehend bei der Herstellung eines Lebensmittels eingesetzt und anschließend wieder entfernt werden, werden nicht deklariert. Für einige Getränke wie Bier, Wein und Fruchtsäfte können beispielsweise Klärungsmittel zum Einsatz kommen. Wird dafür Hühnereiweiß verwendet, so muss dieses als allergene Zutat im Zutatenverzeichnis aufgeführt werden. Gelatine, aus Rinder- und Schweineknochen, muss dagegen nicht genannt werden.
Zudem sind die Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ rechtlich bisher nicht genau definiert. „Ohne eine genaue Definitionen kommt es immer wieder zu Fehldeklarationen“, sagt VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch. Um Transparenz und Entscheidungsfreiheit für den Verbraucher zu schaffen, ruft der VEBU gemeinsam mit foodwatch die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zu einer gesetzlichen Klarstellung auf.

1. Wo Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden, muss dies deutlich erkennbar sein. Das gilt auch für tierische Bestandteile in Aromen, Zusatzstoffen und technischen Hilfsstoffen, die während des Produktionsprozesses zum Einsatz kommen. Ebenso wie bei allergenen Stoffen bereits vorgeschrieben, soll die Kennzeichnung für jegliche Stoffe tierischen Ursprungs vorgeschrieben sein. Wer aus gesundheitlichen, ethischen oder religiösen Gründen teilweise oder vollständig auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten möchte, muss die Möglichkeit haben, diese auf der Verpackung erkennen zu können.

2. Die Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ müssen rechtlich definiert werden. Die im Rahmen der neuen EU-Lebensmittelinformationsverordnung vorgeschlagenen Definitionen sollten hierbei als Grundlage dienen. Die Bundesregierung soll sich dafür einsetzen, dass die vom Europaparlament bereits bestätigten Definitionen auch von der EU-Kommission und vom Rat der EU in die endgültige Fassung der Lebensmittelinformationsverordnung aufgenommen und auf nationaler Ebene schnellstmöglich umgesetzt werden. Diese Definitionen sind auch im Einklang mit den Empfehlungen des Vegetarierbundes und der European Vegetarian Union mit ihren europaweit 45 Mitgliedsorganisationen.