Brigitte Berghammer-Hunger und Martina Schierer

Die Gewinnerinnen des deutschen Finales der Copa Jerez 2016 stehen fest: Sous-Chef Brigitte Berghammer-Hunger und Martina Schierer vom Gasthof Am Ödenturm in Chammünster überzeugten die Jury am im Restaurant Oettinger in Fellbach.

Neben dem Team aus Chammünster traten Anja Hansen und Karsten Schroeder vom Hubertushof in Lippstadt sowie Rienne Martinez und Carine Patricio vom MASH aus Hamburg zum deutschen Finale an.Beltrán Domecq, Präsident des Kontrollrat Jerez-Xérès-Sherry y Manzanilla de Sanlùcar de Barrameda, über das Gewinnermenü:
„Das Pairing war sehr ausgewogen und spannungsreich, die Speisen und Sherrys haben sich hervorragend ergänzt. Die Weine aus Jerez standen im Fokus und wurden von der Vorspeise, dem Hauptgericht und dem Dessert optimal begleitet. Mit ihrem Weinverständnis und der Menükomposition haben sie uns ganz klar überzeugt.“

Für das Gasthaus Am Ödenturm in Chammünster kombinieren Brigitte Berghammer-Hunger und die freie Weinberaterin Martina Schierer den Charme des Bayerischen Walds mit internationalen Einflüssen. Sie kombinieren regionale und saisonale Speisen zu einem variantenreichen Angebot, das sich nicht nur auf der Speise- sondern auch auf der Weinkarte widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund überzeugen sie mit ihrem ausgewogenen Sherry Foodpairing, das sie beim internationalen Finale der Copa Jerez im nächsten Juni in Spanien erneut unter Beweis stellen werden.

Der internationale Sherry Foodpairing-Wettbewerb Copa Jerez ist einer der renommiertesten internationalen Wettbewerbe der Gastronomieszene. Das breite Spektrum der Sherry-Typen gibt Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten, die perfekte Kombination aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert mit jeweils passendem Wein zu kreieren. Dieser Herausforderung stellen sich jeweils drei Teams, bestehend aus Koch und Sommelier, aus Belgien, Dänemark, Deutschland, England, den Niederlanden, Russland, Spanien und den USA.牋
Die Gewinnerteams der acht Länder messen sich am 13. Juni 2017 im siebten internationalen Finale in Jerez. Hier entscheidet eine fünfköpfige Jury über den Gesamtsieger der Copa Jerez 2016/2017.

Die Jury des deutschen Finales
– Beltrán Domecq, Präsident des Kontrollrat Jerez-Xérès-Sherry y Manzanilla de Sanlùcar de Barrameda
– Rocio Alberdi, Handelsrätin der Spanischen Wirtschafts- und Handelsabteilung, Botschaft Spaniens in Deutschland, Düsseldorf
– Peer F. Holm, Sherry Educator und Sommelier, St. Augustin
– Philipp Elsbrock, Redakteur und Spanienspezialist Magazin Der Feinschmecker, Hamburg
– Michael Oettinger, Restaurant Oettinger, Jeunes Restaurateurs d’Europe, Stuttgart-Fellbach

Das Menü von Brigitte Berghammer-Hunger (Köchin) und Martina Schierer (Sommelière) vom Gasthaus Am Ödenturm, Chammünster
Vorspeise
Saibling-Avocado-Sashimi mit Bauernbrot – Crumble
Lustau Manzanilla 3en Rama aus Sanlúcar de Barrameda

Hauptgang
Sous vide gegartes Ochsenbackerl | Mandelpolentacreme | Gemüse
Valdespino Oloroso Don Gonzalo VOS

Dessert
Weißes Kaffee-Eisparfait | Beeren | Kaffeebohnen-Schokogröstl
Dios Baco Cream

Der international renommierte Wettbewerb Copa Jerez fordert Teilnehmer dazu auf, das optimale Zusammenspiel eines Dreigang-Menüs und begleitender Sherry-Weine zu finden und umzusetzen. Die nationalen Preisträger dürfen sich im internationalen Finale 2017 vor einer Jury aus renommierten Medienfachleuten, Gastronomen und Weinexperten bewähren. Im Juni 2017 messen sich Teams der Spitzengastronomie aus acht Ländern im Wettstreit um die beste Kombination von Sherry und Speisen.

www.sherry.wine/copa-jerez

Die Deutschen lieben es, ihr Essen zu teilen

Lisa K. und ihr Partner gehen an einem Sonntagabend zum Italiener. Er bestellt sich eine Pizza mit Salami, Paprika und Pilzen – sie bestellt nichts, hat vor Kurzem noch Kuchen gegessen. Doch kaum steht die ofenfrische Pizza auf dem Tisch, überlegt sie es sich anders. Sie möchte ein Stück abhaben, vielleicht sogar zwei. Zähneknirschend wird der Teller in die Mitte geschoben.

Szenen wie diese konnte jeder schon miterleben. Sie sind Sinnbild für das, was wir Futterneid nennen. Eine aktuelle Umfrage zum Thema Futterneid von OpenTable, dem führenden Anbieter für Online-Restaurant-Reservierungen, bestätigt die Verbreitung des Phänomens: Immerhin gestehen 36% der Befragten ein, es sei schon vorgekommen, dass sie sich (wenn teils auch nur selten) nichts bestellten und dann beim Essen ihrer Begleitung zugriffen. 16% geben sogar an, dass ihnen dann buchstäblich das Wasser im Mund zusammen läuft. Als Grund wird überwiegend (18%) genannt, dass der Hunger erst kommt, wenn man das Essen des anderen sieht. Weitere Gründe sind u.a., dass die Befragten nicht genug Hunger für eine komplette Portion haben (14%) oder aber auf ihre Figur achten möchten (3%). 1% gibt auch ganz offen zu, kein Geld ausgeben zu wollen.

Hier sind die Deutschen allerdings empfindlich. Als meistgenannter Grund, warum man selbst sein Essen nicht gern teilt, wurde von 33% angegeben: Menschen, die zu geizig sind, um sich selbst etwas zu Essen zu bestellen, werden nicht gemocht. Ansonsten ist Teilen jedoch eine Tugend, die in Deutschland hochgehalten wird. Immerhin die Hälfte ist jederzeit bereit, anderen vom eigenen Essen etwas abzugeben. Für 51% der Deutschen ist Teilen sogar ein Grund zur Freude – 22% sind auch deswegen glücklich, weil es sie berechtigt, ebenso bei ihrem Gegenüber mitzuessen. 18% der Befragten sind gar stolz, sich offensichtlich das bessere Essen bestellt zu haben, wenn sie merken, dass ihre Begleitung gerne etwas abhaben würde.

Vielleicht ist es deshalb auch nur 12% der Deutschen unangenehm, sollten sie einmal Futterneid verspüren. Vom eigenen Essen etwas abzugeben, gilt in Deutschland als Selbstverständlichkeit – und so war Futterneid auch für 88% der Befragten noch nie Anlass zum Streit.
Dass man sein Essen am liebsten mit Menschen teilt, die einem nahestehen, ist hingegen ein offenes Geheimnis. Mit Abstand am Häufigsten (62%) geben die Deutschen dementsprechend ihrem Partner etwas vom eigenen Essen ab. Auf dem zweiten Platz rangieren die Freunde (21%), erst dann kommen Mutter, Geschwister und Vater (in dieser Reihenfolge).

Tipps für Restaurants, in denen alle auf ihre Kosten kommen und es besonderen Spaß macht zu teilen, finden sie unter www.OpenTable.de.

Fleischatlas für Jugendliche

Heute veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung das neue
Jugendbuch von Gesine Grotrian „Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich“. Das
Buch zeigt auf, wie Fleischproduktion und Fleischkonsum mit unserer
Umwelt, unserer Gesundheit, mit Klima und Tierwohl, mit Gerechtigkeit
und Hunger zusammenhängen. Aufwändige Infografiken liefern aktuelle
Daten und Fakten, regen zum Nachforschen und Weiterdenken an.

Das Buch spricht zwölf – bis vierzehnjährige Leserinnen und Leser an,
die sich für Ernährung und Umweltbewusstsein interessieren. Auch für
Eltern und Lehrende, die Lust haben, sich gemeinsam mit Jugendlichen
auf Debatten um die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen der
Fleischproduktion einzulassen, ist das Buch ein reicher Fundus.
Angepasst an das Informations- und Leseverhalten von Jugendlichen setzt
„Iss was?!“ fast vollständig auf visuelle Erklärungen und verzichtet
weitestgehend auf lange Texte.

„Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk“, so Barbara Unmüßig,
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. „Mit ihrer klaren und feinfühligen
Darstellung schafft Gesine Grotrian es, das komplexe Thema Jugendlichen
zugänglich zu machen. Sie erzeugt Spannung und Lust sich mit Fleisch,
Ernährung und der Welt zu beschäftigen.“ Das Buch räumt auf mit dem
verniedlichenden Bild von unserer Landwirtschaft. „Wir sollten endlich
aufhören, Kindern und Jugendlichen Wurst in Bärchenform aufzutischen und
so zu tun, als würde unser Fleisch von glücklichen Tieren vom Bauernhof
kommen. Es ist höchste Zeit, dass wir Jugendliche als mündige
Konsumenten ernst nehmen, die eigene Entscheidungen treffen wollen.
Dafür müssen wir Erwachsenen den Mut haben mit ihnen über die
verschiedenen Facetten der Fleischproduktion ins Gespräch zu kommen.“

Die Entwicklung von „Iss was?! Tiere Fleisch und Ich“ ist eng von
Jugendlichen begleitet worden. „Es hat Spaß gemacht, an der Entstehung
des Buches beteiligt zu sein, über den Grafiken die Köpfe zusammen zu
stecken und gemeinsam darüber zu diskutieren. Es stehen ganz viele
Sachen drin, die ich nicht wusste, zum Beispiel, dass Hühner eigentlich
neun Jahre alt werden können, sie in der Mast aber nur 43 Tage leben
bevor sie geschlachtet werden. Das ist ja fast kürzer als unsere
Sommerferien.“ So Leonie Strewinski, Mitglied des Jugendexpertenrats.

Zur Leipziger Buchmesse 2016 stellt Eric Mayer vom Wissensmagazins pur+
des kika das Buch gemeinsam mit Christine Chemnitz von der
Heinrich-Böll-Stiftung und Gesine Grotrian vor. (Freitag, 18. März,
11.30 Uhr, Congress Center Leipzig auf dem Messegelände).

Ab 10. März steht das gesamte Buch und jede einzelne Grafik zur
weiteren Verwendung zum Download bereit und ist in Kombination mit dem
ausführlichen Quellenverzeichnis auch als Unterrichtsmaterial für Lehrer
und Lehrerinnen gut geeignet. Die Printausgabe ist kostenfrei erhältlich
(zzgl. einer Kostenbeteiligung an der Versendung etc.)

www.boell.de/isswas

Macht Food porn dick?

Tragen Bilder von Essen zu Übergewicht bei?

Instagram, Twitter, Werbung für Essen auf Plakaten… Fotos mit leckeren Sachen sind inzwischen überall präsent. Manchmal toll fotografiert und in Szene gesetzt, manchmal eher als Schnappschuss im Vorbeigehen. Aber kann es sein, dass schon allein das Anschauen zum Übergewichtsproblem beiträgt?

Das britische Portal foodnavigator.com berichtet, dass laut Wissenschaftlern der Oxford University das regelmäßige konfrontiert sein mit „virtuellem Essen“ unseren tatsächlichen Hunger verstärken könnte. Dafür verantwortlich sei, dass damit permanent physiologische und verhaltensbezogene Reflexe stimuliert würden. So könnte die Flut von Essensbildern sehr wohl zur Übergewichtsrate beitragen. Charles Spence und seine Kollegen vermuten, dass Menschen, die Bildern mit hohem Kaloriengehalt ausgesetzt sind auch ihre Konsumgewohnheiten in diese Richtung verstärken werden. Zu den vorhandenen äußeren Anreizen käme das eigene Verhalten der Social Media Nutzer, Essen in jeder Form zu fotografieren und zu veröffentlichen, in sozialwissenschaftlichen Kreisen gerne als „food porn“ bezeichnet. Vorherige Forschungen haben bereits ergeben, dass der Anblick von besonders appetitlichen Dingen auch dann die Esslust wecken kann, wenn man gar keinen Hunger hat.

Die britischen Wissenschaftler weisen aber auch darauf hin, dass man mit diesen Ergebnissen theoretisch jüngere Kinder gezielt für den Gemüseverzehr „konditionieren“ könne, wenn man sie mehr mit Gemüsebildern versorge. Da aber auch jüngere Kinder nicht im „luftleeren Foto-Raum“ aufwachsen, scheint das wohl eine sehr theoretische Annahme.
Britta Klein, www.aid.de

Avocado zügelt den Hunger

Die fettreiche Frucht sättigt anhaltend

Wer Avocados isst, ernährt sich insgesamt gesünder und verringert dadurch sein Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da das Fruchtfleisch fettreich und nahrhaft ist, sättigt es lange und zügelt den Hunger, berichtet die „Apotheken Umschau“. In einer US-Studie mit mehr als 17 000 Erwachsenen lag der Verzehr an Gemüse und Obst bei jenen Teilnehmern generell höher, die regelmäßig Avocados aßen, als bei jenen, die diese Frucht nicht schätzten. Obendrein verbrauchten Avocado-Genießer weniger Zucker pro Tag.

Bei Wissler essen und Afrika helfen

Eine besondere Gelegenheit, ein romantisches Valentinstag Dinner im besten Restaurant Deutschlans, dem Vendome zu ersteigern – Küchenchef Joachim Wissler

Der gesamte Auktionserlös kommt einer Initiative zugute, die sich der Bekämpfung des Hungers in Afrika verschrieben hat.
Durch diesen einzigartigen ‘money-can’t-buy’-Abendessensgutschein trägt das Restaurant Vendome seinen Teil zur Beseitigung des Hungers in Afrika bei.

Das Restaurant in Bergisch Gladbach bei Köln ist eines von insgesamt 34 renommierten Restaurants der prestigeträchtigen Liste der ‘World’s 50 Best Restaurants“, die sich bereit erklärt haben, für die preisgekrönte Wolhltätigkeitsorganisation Farm Africa einen Gutschein zu spenden.

Der Preis, ein Abendessen für zwei Personen inklusive Weinbegleitung, wird durch eine Online-Auktion von Farm Africa (siehe Link unten) versteigert, um Geld für die lebensverändernde Arbeit in Ostafrika zu sammeln.

Die Auktion startet am 2. Februar und ist ein ‘Muss’ für anspruchsvolle Restaurantgäste weltweit, die das Vendome besuchen möchten. Der erfolgreiche Ersteigerer hat die Gelegenheit, ein besonderes Abendessen im Vendome zu genießen verbunden mit der Gewissheit, dass der Gesamtbetrag der Auktion von Farm Africa genutzt wird, eines der dringlichsten Probleme überhaupt auf dieser Welt zu bekämpfen: den Hunger.

Weitere Informationen zur Auktion sowie den anderen teilnehmenden Restaurants finden sie unter: : www.foodforgoodauction.org

Vendomes Farm Afrika-Unterstützung ist Teil einer umfassenderen Verpflichtung des Nahrungsmittel- und Gastronomiesektors, Farm Africa bei dem Vorhaben zu unterstützen, den Hunger zu beseitigen. Im August letzten Jahres hat dazu einer der führenden britische Michelin-Sterne-Köche, Ashley Palmer-Watts**, eine Gruppe von drei britischen Köchen und Gastronomen auf einen herausfordernden sechseinhalb Tage-Anstieg zur Spitze des höchsten Berges Afrikas geführt, den Kilimandscharo. Der strapaziöse Treck hat der Wohltätigkeitsorganisation sehr viel Geld eingebracht, welches Teil ist der großen Summe von über £500.000 (ca. 606.000 Euros), die vom Nahrungsmittel- und Gastronomiesektor in diesem Jahr für Farm Africa gesammelt worden ist.

Als Reaktion auf Vendomes großzügige Spende sagte Pam Williams-Jones, Farm Africas Direktorin für Fundraising und Kommunikation:
„Wir sind begeistert über diesen großzügigen Beitrag, der uns helfen soll bei unserer Mission, den Hunger ein für alle Mal zu beseitigen. Während ein Restaurant wie das Vendome weit von afrikanischen Dörfern entfernt zu sein scheint, verbindet uns das Thema Zubereitung und das Teilen von Essen. Deswegen ist es außerordentlich erfreulich zu sehen, dass ein Restaurant wie das Vendome die Notwendigkeit der Hungerbekämpfung erkannt hat und durch solch eine einzigartige Bereitschaft beim Fundraising demonstriert hat, unsere lebensverändernden Projekte zu unterstützen. Unser größter Dank gilt deswegen jedem Einzelnen vom Vendome, dies möglich gemacht zu haben.“

Vor dem Einkaufen essen!

Wer mit Hunger in den Supermarkt geht, greift offenbar häufiger zu kalorienreichen Lebensmitteln und lässt gesündere Alternativen wie Obst und Gemüse im Regal liegen. Das hat eine Studie von Wissenschaftlern der Cornell University Ithaca, New York, ergeben. 150 Menschen waren daran beteiligt.

Für den ersten Teil der Untersuchung verpflichteten sich 68 Probanden, in den fünf Stunden vor dem Experiment nichts zu essen. Jeder Zweite bekam anschließend einen kohlenhydratreichen Snack, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellte. Dann sollten die Teilnehmer, hungrig oder gesättigt, nachmittags in einem simulierten Onlineshop einkaufen. Im Sortiment waren sowohl kalorienarme (Obst, Gemüse, Hähnchenbrust) als auch kalorienreichere Lebensmittel (Süßigkeiten, salzige Snacks, rotes Fleisch). Für jedes kalorienreiche Produkt gab es eine gesündere Alternative, und der Preis war nicht angegeben.

Außerdem gingen die Wissenschaftler in einen Supermarkt und untersuchten die Einkäufe von weiteren 82 Personen zu unterschiedlichen Tageszeiten. Es wurde jeweils das Verhältnis von kalorienarmen zu kalorienreichen Produkten bestimmt. Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Hungergefühl bei den meisten Menschen am Spätnachmittag (zwischen 16 und 19 Uhr) stärker ausgeprägt ist als Mittags oder am frühen Nachmittag (von 13 bis 16 Uhr).

Beide Untersuchungen bestätigten, dass selbst kurze Fastenperioden die Kaufentscheidung beeinflussen können. Bei Heißhunger fiel die Wahl häufiger auf kalorienreiche Produkte wie Fastfood und süße Snacks, es landeten aber insgesamt nicht mehr Lebensmittel im Einkaufswagen. In den späten Nachmittagsstunden waren die Besorgungen demnach weniger ausgewogen als um die Mittagszeit. Vermutlich führt das Hungergefühl dazu, dass das Gehirn stärker auf Lebensmittel mit einem hohen Brennwert reagiert. Um ungesunden Kaufentscheidungen vorzubeugen, wird empfohlen, vor dem Einkauf eine Kleinigkeit zu essen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Restaurants gegen den Welthunger

Am 13.03.2013 spenden Restaurants 50 % des Umsatzes mit denjenigen Gästen, die zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr einen Tisch besetzen, an die Welthungerhilfe und deren Arbeit für Menschen in Not.

Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens veranstaltet die Welthungerhilfe die Jubiläumskampagne „1 Stunde gegen den Hunger“ und ruft Städte, Vereine und Unternehmen dazu auf, sich eine Stunde lang am Kampf gegen den Welthunger zu beteiligen.

Als ein besonderes Highlight der Kampagne sucht das Restaurant-Reservierungs-Portal tischefrei.de für den 13. März 2013 bundesweit möglichst viele Restaurants, die sich an dieser Aktion beteiligen.

Bernhard Fichtenbauer vom dreiköpfigen Gründerteam erläutert: „In Restaurants steht tagtäglich der Einsatz gegen Hunger im Mittelpunkt des Wirkens. Da liegt es doch nahe nachzudenken, wie man bei einem solch schönen Ereignis wie beim Essengehen auch andere satt machen kann, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Diesen Gedanken haben wir mit tischefrei.de umgesetzt. Jeden Tag mit Reservierungen über unser Portal. Und ganz besonders am 13.3. mit der geplanten Aktion,“ so Fichtenbauer gegenüber Gourmet Report.

Zum Mitmachen und Mithelfen sind alle Restaurants bundesweit aufgerufen. Eine Anmeldung ist ganz einfach und kostenlos unter tischefrei.de/aktion möglich. Weitere Informationen werden zugesandt. Ab 13.02.2013 gibt es dann auf tischefrei.de Informationen und Reservierungsmöglichkeiten für Restaurant-Besucher.

Politische Koch-Aktion mit Sternekoch und Ernährungsmediziner

Morgen, 2. März 2013: Sternekoch Frank Oehler und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Biesalski klären mit Infos und Essen auf – 11:00-14:00 Uhr, Galeria Kaufhof, Königstraße 6, Stuttgart – Internationaler Kongress in Folgewoche an Universität Hohenheim

Es geht ihnen um Menschenwürde und ein weitgehend unbekanntes Thema:
Einwohner armer Länder, aber auch arme Bevölkerungsschichten mitten in Deutschland sind rein finanziell nicht in der Lage, sich so ausreichend und regelmäßig zu ernähren, dass sie kein leichtes Opfer von Krankheiten werden. Die Folgen reichen von Entwicklungsstörungen bei Kindern, lebenslangen Gesundheitsdefiziten bis zu erhöhter Sterblichkeit.

Mit einer Aktion mitten in der Galeria Kaufhof am Samstag, den 2. März 2013, wollen Sternekoch Frank Oehler von der Speisemeisterei, Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski und Christian Steuber von der Compass Group das gesellschaftlich wenig diskutierte Thema ins Blickfeld rücken. Dazu reichen sie ein preisgünstiges Reisgericht für nur 1,50 Euro. Die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute. Auf die Besucher wartet neben Geschmack und Sättigungsgefühl ein zusätzlicher Aha-Effekt.

Menschen in Entwicklungsländern können oft nur 80 Cent für die tägliche Ernährung der ganzen Familie ausgeben. Nicht wesentlich mehr bleibt einem Caterer in Deutschland für den täglichen Einkauf von Lebensmitteln pro Kita-Kind. 3,22 Euro veranschlagt der Hartz IV-Höchstsatz zur täglichen Ernährung eines Kindes unter 14 Jahren.
„All das sind Summen, die für eine dauerhaft ausgewogene Ernährung kaum ausreichen. In der Folge können lebenswichtige Nährstoffe in der täglichen Kost fehlen“, sagt Ernährungsmediziner Prof. Dr. Biesalski von der Universität Hohenheim. Als Managing Director des Food Security Centers der Universität Hohenheim setzt sich Prof. Dr. Biesalski seit Jahren intensiv mit dem sogenannten „verborgenen Hunger“ auseinander.

Der verborgene Hunger werde übersehen, solange die Betroffenen scheinbar satt sind. Dies täusche darüber hinweg, dass zu einer ausreichenden Ernährung mehr als nur satt sein gehöre. Bei Kindern in den ersten Lebensjahren habe dies erhebliche und oft unumkehrbare Folgen für deren körperliche und geistige Entwicklung, so der Ernährungsexperte. „Zahlreiche Studien zeigen, dass verborgener Hunger auch in entwickelten Ländern wie den USA oder Großbritannien vorkommt. Die wenigen Daten, die aus Deutschland vorliegen, zeigen, dass hier vor allem Kinder von alleinerziehenden Frauen betroffen sind, die vom Hartz IV-Satz leben müssen, sowie alte Menschen.“

Politische Koch-Aktion in der Galeria Kaufhof
• Termin: 2. März 2013, 11:00 – 14:00 Uhr
• Ort: Gourmetabteilung im Untergeschoss der Galeria Kaufhof, Stuttgart, Königstraße 6

Die Koch-Aktion in Kooperation mit der Galeria Kaufhof soll die besondere Problematik des verborgenen Hungers verdeutlichen. Dabei wird ein Reisgericht serviert, das gut schmeckt, satt macht und damit scheinbar allen Ansprüchen des Menschen genügt. Gleichzeitig klären die Experten darüber auf, wo die Defizite solcher Gerichte liegen, wenn sie die tägliche Hauptmahlzeit ausmachen.

„Für den deutschen Durchschnittsbürger, der sich vielseitig ernährt, fallen die Mängel bei einer Mahlzeit nicht weiter ins Gewicht“, sagt Prof. Dr. Biesalski. „Für arme Kinder oder Menschen in Entwicklungsländern, die sich täglich nur ein Reisgericht oder eine eingeschränkte Lebensmittelwahl leisten können, bedeutet eine solche einseitige Ernährung auf Dauer ein Gesundheitsrisiko.“

Sternekoch Oehler:
„Immer das Gleiche essen macht krank.“

Die weit verbreitete Einseitigkeit in der alltäglichen Ernährung hat Frank Oehler, Sternekoch des Gourmet-Restaurants Speisemeisterei, dazu motiviert an der Koch-Aktion mitzumachen: „Unsere Natur bietet eine so große Vielfalt! Warum vertrauen wir nicht dem Kreislauf abwechslungsreicher Lebensmittel? Kein Gemüse wächst das ganze Jahr über, keine Kräuter gibt es bei uns permanent in der Natur. Daraus sollten wir lernen: Immer das Gleiche macht doch krank. In der Abwechslung der Ernährung liegt die Ausgewogenheit.“

Kooperationspartner der Koch-Aktion: Eurest
Neben der Galeria Kaufhof zählt auch das betriebliche Gastronomie-Unternehmen Eurest zu den Kooperationspartnern der Aktion. „Ausgewogene Verpflegung nach neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen ist für uns ein besonderes Anliegen“, erklärt Christian Steuber, Leiter Menu Management der Compass Group, zu der Eurest gehört. Eurest ist Marktführer für Betriebsgastronomie in Deutschland und bekocht täglich rund 215.000 Gäste bei über 700 Kunden.

Einnahmen der Aktion fließen an Hilfsprojekt Shining Eyes
Die Einnahmen der Koch-Aktion kommen Shining Eyes – medizinische Kindernothilfe und sozioökonomische Dorfentwicklung in Indien e.V. zu Gute – einem Projekt, das das Thema verborgenen Hunger beispielhaft mit praktischer Hilfe angeht.
Projektgebiet sind die Dörfer West Bengalens, die hauptsächlich vom Reisanbau leben. Die dortigen Bewohner kennen nur zwei Mahlzeiten am Tag. Fast alle Kinder und ihre Mütter leiden an Anämien (Eisen-Mangel) und Augenerkrankungen (Vitamin A-Mangel). Schwangere glauben, es sei normal, dass sie in der Nacht nichts sehen können. Die Kinder leiden häufig an Durchfällen und Erkältungen, die aufgrund ihrer Mangelernährung leicht lebensbedrohlich werden.

Dort hat Shining Eyes eine Kinderklinik aufgebaut, die stark untergewichtige Kinder mit fünf nahrhaften Mahlzeiten am Tag aufpäppelt. Die Mütter werden in gesunder Ernährung und Hygiene fortgebildet. Landesweit sterben in Indien täglich 3000 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen der Mangelernährung. Nur zwei Mahlzeiten gibt es täglich bei den Santals, den Ureinwohnern Indiens, die in den Dörfern West Bengalens leben. Mehr Infos: www.shiningeyes.de

Weltweit erster Kongress zum Thema
Von 6. bis 9. März 2013 versammelt der weltweit erste internationale Kongress über verborgenen Hunger einige der weltweit führenden Wissenschaftler zu diesem Thema an der Universität Hohenheim.
Programm und weitere Infos unter www.hiddenhunger.uni-hohenheim.de

Buchtipp
Hans Konrad Biesalski: Der verborgene Hunger. Satt sein ist nicht genug, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013, gebunden, 307 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3-8274-2952-0 . Auch als E-Book erhältlich.

Gourmet Report meint: Stuttgarter, geht da hin!