Walnüsse

Was wären Weihnachten und Advent ohne Walnüsse? In manch einer Familie ist gemeinschaftliches Nüsseknacken ein Adventsritual. Mit einem Zangennussknacker lässt sich die Naht zwischen den beiden Hälften der harten, hellbraunen Walnussschale am besten öffnen. Auch wenn es mühsam ist – es lohnt sich, die helle Samenhaut von den frisch geknackten, zwei bis drei Zentimeter großen, weißgelben Kernen zu entfernen. Ihr leicht bitterer Geschmack ist nicht jedermanns Sache.

Zur Dekoration oder im Salat sind halbe Kerne mit ihrer faszinierenden, unregelmäßigen Form begehrt. Als Backzutat oder als gesunde Zwischenmahlzeit, zur Veredelung von Konfitüren, Sirup oder Honig können auch Bruchstücke gut zum Einsatz kommen. Klassische Partner sind Zimt, Vanille, Honig, Schokolade und Marzipan. In der Riege der Salate sind diejenigen mit Obst oder mit leicht bitteren Blättern wie Chicorée und Radicchio typische Walnuss-Kandidaten.

Mit einem Fettanteil von 62,5 Prozent gehören Walnüsse zu den besonders energiereichen Nüssen. „Die gute Nachricht ist, dass es sich dabei um wertvolle Fette handelt“, sagt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid. „Walnüsse besitzen einen sehr hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.“ Das ändert allerdings nichts daran, dass die leckeren Nüsse mit rund 670 Kilokalorien pro hundert Gramm ziemlich gehaltvoll sind. „Genuss in Maßen ist also auch bei Walnüssen eine gute Devise.“

Ursprünglich stammt die Walnuss aus Asien. Heute wird sie weltweit in Ländern mit gemäßigtem Klima kultiviert. Hierzulande reifen die kugeligen bis ovalen Schalenfrüchte ab September. Nur in der Erntezeit sind in den Anbauregionen frische, ungetrocknete grüne Nüsse (Schälnüsse) zu haben. Die Hauptangebotszeit für getrocknete Walnüsse in Schale dauert etwa von Oktober bis Januar. Aus Übersee – vor allem aus den USA – sind die Früchte jedoch mittlerweile ganzjährig erhältlich. Das gilt auch für Backzutaten wie geschälte oder gemahlene Nusskerne.

Beim Kauf von getrockneten ganzen Nüssen gilt das Hauptaugenmerk der Schale. Eine unverletzte Hülle ist ein wichtiges Qualitätszeichen. Gleichmäßig helle Farbe kann darauf hinweisen, dass die Früchte chemisch behandelt wurden. An einem kühlen, dunklen Lagerplatz sind Walnüsse in der Schale monatelang haltbar, solange sie ausreichend Luft bekommen.
Eva Neumann, www.aid.de

Christian Bau

Nach vier Jahren Abwesenheit von Perl-Nennig, machte sich der bekannte Berliner Restaurantkritiker und Blogger Bernhard Steinmann wieder einmal auf den Weg zu Christian Bau,
hoch dekoriert mit drei Michelinsternen und 19 Punkten des Restaurantführers Gault Millau.

Der bebilderte Bericht ist wie immer auf www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de aufzufinden.

Der Stil von Christian Bau ist klar avantgardistisch, beständig nach vorne ausgerichtet ohne kurzfristigem Zeitgeist oder Trends zu erliegen.
Einfacher ausgedrückt, könnte man auch das Wort „modern“ bemühen. Damit bricht er scheinbar, meiner Meinung nach, mit der Tradition der französischen Küche, dies jedoch nicht gänzlich.
Dagegen erliegt er in zunehmendem Maße asiatischen, genauer gesagt japanischen Einflüssen. Es ist spannend zu beobachten,
wie er alles miteinander zu verbinden sucht und mit großer Kreativität aber auch mit viel handwerklichem Geschick nach Perfektion strebt.
Neue Gäste sollen sich für seinen Stil begeistern und frühere Gäste sollen auf die Reise mitgenommen werden, was, so ist zu erfahren, durchaus gelingt.

Das Restaurant im stilvollen Renaissance-Schlösschen ist in hellen Tönen gehalten (weiß und creme), ab und an ein roter Farbtupfer.
Eher klein aber gemütlich, wird sofort eine angenehm freundliche Atmosphäre vermittelt. Dazu zählt insbesondere der herzliche Empfang durch die Servicechefin Yildiz Bau.

Doch bevor es soweit ist, muss man den beschwerlichen Weg über den mit paving stones ausgestatteten Hof bewältigen. Für Damen mit entsprechendem Schuhwerk, eine echte Herausforderung.

Voyage Culinaire. So überschreibt Christian Bau sein Menü.
Die kulinarische Reise hat mehrere Stationen und beginnt wie gewohnt mit den Amuse-Gueules.
– Tartelette mit geräuchertem Schwertfisch, Spicy-Karotten-Ingwergelee, Karotten
Esspapier, Karottencreme, Avocadocreme, Erdnüsse,
– Cornet gefüllt mit Thunfischcreme, Tatar vom Kalb, gebackene Kaper,
– Kroepoek mit Fleisch von Krustentieren, Pomelogel und Pomelo „Kaviar“,
– weißer Reiscracker mit Lachs, Meerrettichcreme, Wakame-Alge, Nori-Algenjulienne,
– Rote Bete-macaron, Esspapier und roh mariniert, Entenleberterrine, karamellisierter Räucheraal,
– klare Tomatengazpacho und Tomatensorbet, Olivenspähren, Büffelmozzarella, Olivenbrotchip.

Die nächsten kulinarischen Köstlichkeiten:
Yellow-Fin-Tuna
Dieser Fisch hat grundsätzlich festes Fleisch, das jedoch eher dezent im Geschmack ist.
Zubereitet wurde ein Tatar vom mittelfetten Thunfisch, etwas Kaviar und ein Avocadodip dazu. Fromage Fraise, japanisches eingelegtes Gemüse, Radieschen, diverse Microkräuter.
Ein geschmackvolles, buntes und frisches Erlebnis.

Gänseleber aus der Landes mit thailändischer Mango
Das Département Landes liegt im Südwesten Frankreichs in der Region Aquitanien und ist die waldreichste Region Frankreichs.
Der Klassiker zur Gänselebeer, nämlich ofenfrische Brioche, durfte natürlich nicht fehlen. Madraspfeffer und grüner Matchatee und ein hervorragendes Gänselebereis vollendeten einen geschmacklich großartigen Gang.

Schottische Stabmuscheln
(im Vakuum gegart), waren von angenehm milden Geschmack. Dazu kamen
schwarze Knoblauchperlen und marinierte Hijiki-Algen. Diese struppigen Braunalgen sind, soweit mir bekannt, besonders reich an Kalzium.
Ferner gab es geflämmten Kohlrabi, geeisten Kohlrabisaft, roh marinierte Kohlrabistifte und Vogelmiere. Gartenbesitzer sind allgemein von der Vogelmiere,
trotz Heilpflanzenqualität, nicht so begeistert, da die Pflanze durch eine starke Vermehrung auffällt. Geschmacklich erinnert sie an jungen, rohen Mais.
Verfeinert wurde dieser Gang durch Sojasprossen, einer Vinaigrette aus Muschelsaft, Sojasauce und Misoöl.

Ich möchte an dieser Stelle gerne auch einmal auf das nahezu perfekte Handwerk hinweisen, das sich in allem Dargebotenen offenbart.
Die Einschränkung „nahezu“ mache ich deshalb, um mich für alle Fälle nicht einer Steigerungsmöglichkeit zu berauben.

Wie viel Sterneköche arbeitet auch Christian Bau mit CHROMA type 301 Kochmesser – Design by F.A. Porsche.

Lauwarmes Bioeigelb,
mit Rahmspinat, Essiggelee PX, herzaftem Schaum vom iberischen Schwein und Würfel vom gegrillten Secreto, Schnittlauch, Brotcrouton und Speckbrösel.
Eine interessante, kreative und äußerst schmackhafte Präsentation.

Die „regulären“ Gänge, wenn man das überhaupt so nennen kann, starten mit einem Gericht, welches als Gemälde jede Galerie zieren würde.

„Japanisches Meer“
Welch ein Anblick. Eine grandiose Darstellung und Objektkomposition, ein gelungenes stilllebenartiges Arrangement.
Es ist kaum zu glauben, dass sich trotz der zahlreichen Komponenten nichts als verzichtbar erwies.
Rund um das Sashimi von Hamachi (Gelbflossenmakrele), mit Sepia (roh mariniert), angereichert mit Gartengurkensorbet, Gartengurkenpickles und marinierten Scheiben und Streifen der Gurke,
offenbarte sich eine außergewöhnliche Aromatik. Grandios und zwar optisch wie geschmacklich, die falschen Muscheln von einer Miso-Yuzu-Canache (mit Maracuja).
Weiter geht es mit geeisten Meerwasserperlen, Meeresträubchen, Tosakaalgen, Ponzugel, Kimizu (eine japanische Mayonnaise) und einer hellen Shisovinaigrette.

Dazu gab es eine japanische Essenz auf Basis von Geflügelfond mit Ingwer, Limone, Ginger Ale und Kafirlimonenblätter.

Für meine Frau, die sich nicht für Hamachi entschied, wurde Taschenkrebs gereicht.

Genauer gesagt, eine Effiloge vom Taschenkrebs, kalt gezupft mit gebackener Krokette vom Taschenkrebs, ein Dashigelee, Enokipilze, Kimizu, mehrere Würfel von Wassermelone und Wassermelonensorbet.
Auch hier eine detailverliebte Kreation, die alle Sinne beanspruchte.

Bretonische Artischocke,
serviert in kleinen Röllchen, gefüllt mit Artischockencreme, dazu kandierte schwarze Oliven, zweierlei Chips , einmal von der Artischocke und einmal Chips von Jabugo Bellota.
Die Aufzählung wird vervollständigt durch Löwenzahn, Ruccola, diverse Microkräuter, Sud von Artischocke mit grünem kalifornischen Olivenöl (sehr schmackhaft) und schließlich Schaum von der Artischocke.
Eine interessante und leichte Kreation, die von einem so wie ich finde, verzichtbaren
Kräuter- und Bittersalat mit gebratenen Artischockenspalten, Parmesanhobel und Jabugo Bellota, eine köstliche Schinkenspezialität, begleitet wurde. Insgesamt blieb dieser Gang,
für meinen Geschmack, leicht hinter den übrigen Kreationen zurück.

Blauer Hummer,
von erlesener Qualität und erstklassiger Zubereitung,
in Butter sanft pochiert, verfeinert mit Mini-Pak-Choi, Beurre Blanc (eine erfreuliche Anleihe an die französische Küche) mit Estragon, Strukturen vom Hokaido-Kürbis,
Röllchen gefüllt mit Hummerbolognese, süß-sauer marnierte Scheiben, Creme vom Kürbis, Kürbiskernchips, Kürbiskerne souffliert, Kürbiskern-Chutney, Purple Curry mit Hibiskus und einem wirklich tollen Krustentierjus.

Beim Schreiben fallen die vielen Komponenten immer besonders auf. Wenn man sich aber das Ergebnis auf dem Teller anschaut, ist er doch nicht überladen.
Der Kürbis, eine Hommage an die Jahreszeit, fiel auf unterschiedliche Art und Weise auf. Mal süss, mal nussig, scheinbar dominierend und dann doch wieder dem köstlichen Hummer Platz lassend.

Seezunge vom kleinen Boot
Der nachtaktive Einzelgänger und rechtsäugige Plattfisch wurde
zuerst pochiert und dann gegrillt. Perfekt gegart wurde er begleitet von rohen Fjörd-Shrimps, kleinen frittierten Shrimps, schwarz-weißem gepufften Reis und Edamame,
einer japanischen Sojabohne, als ganze Bohne, als Creme und Röllchen, in Milchhaut gehüllt.
Komplettiert wird das Ganze mit einer Jasminreisbrühe mit leichter Kokosinfusion und Madrascurry.

Bei diesen komplexen Aromen dürfen wir auf die sich überlagernden Geschmacksempfindungen hinweisen, die gerne auch einmal als Akkorde bezeichnet werden.
Man muss das selbst gekostet haben um es besser zu verstehen.

Dreierlei vom Pommern Rind
Ich gestehe, ich bin ein großer Freund von „Dreierlei“, „Viererlei“ oder „Variationen von…“.
Bekommt man doch ein Produkt auf unterschiedliche Art dargeboten. Das Bau´sche Streben nach Perfektion und Höchstleistungen servierte uns den Rücken vom Rind auf Holzkohle gegrillt,
das Short Rib bei Niedrigtemperatur 36 Stunden geschmort und Cannelloni, gefüllt mit Rindertatar.
Dazu Zwiebelcreme, kleine glasierte Zwiebeln, Zwiebelbrösel, Auberginenkaviar, Auberginenchips, Jus braisé mit Soja und verfeinerter Kombu Ma. An dieser Stelle muss ich passen.
Kombu ist ein essbarer Seetag. Kombu Ma?

Zu den Desserts:
Für die Dame gab es „Pina Colada“
Ananasragout mit einem Ananassüppchen, Kokosnusssorbet und ein Sorbet von Pina Colada. Überaus aromatisch, intensiver Ananas- und Kokosgeschmack.

Variationen von Yuzu.
Yuzy, eine japanische Zitrone, stammt ursprünglich aus China.
Das Öl aus der Schale der tennisballgroßen Frucht wird gerne in der Parfümindustrie verwendet. Sie hat eine komplexe Säure und ist etwas salzig im Nachgeschmack.
Angerichtet als eine Creme, dekoriert mit Dill, schön als Schlange geformt, dazuYuzutaler, Yuzustreusel, ein Marshmallow von der Grapefruit,
einen zerbrochenen Grapefruitmeteoriten, Grapefruitfilets, Zitronenfinanciers, Joghurtsteine, ein Sakegel mit Sakepapier.
Zitrone und Grapefruit, da muss man eigentlich zum Geschmack nicht viel sagen, dennoch wäre das in diesem Falle zu oberflächlich erklärt.
Es ergeben sich durch die unterschiedliche Art der Zubereitung nämlich weitaus mehr Nuancen, als es die bloße Aufzählung der Komponenten ahnen lässt.
Damit hält die Pâtisserie die kreative Bandbreite hoch.

„Café au lait“
Kaffeecanache, Kaffeecreme, Kaffeechips, Schokoladenbiskuit, Schokoladenkuchen mit Macarons von Milchkaffee, Milchsphäre,
Milchkaffeehaut (erweckte verborgene Kindheitserinnerungen), geeiste Kaffee-, Milch- und Schokoladenperlen, Mandelbiskuit, Amarettogelee, karamellisierte Haselnüsse, geraspelte Haselnüsse.
Ferner gab es ein grandioses Kaffeeeis, Espressogranitee mit Sahne und Kakao.

Viel Schokoladengeschmack, manchmal süss, manchmal etwas bitter, insgesamt stimmig und ein sehr gut geratener Abschluss eines außergewöhnlichen Menüs.

Falls sich die Frage aufdrängen sollte, ob ein Menü in solcherart Fülle überhaupt bewältigt werden kann, darf ich mit Freuden anmerken,
dass die Bau´sche Küche überaus leicht daherkommt. Bei dem folgenden Fiinale hatte ich mir jedoch schon etwas Zurückhaltung auferlegt.

Die gereichten „Süssigkeiten“:
– Alkoholfreier Mojito mit Minze, Limette, Sahne, brauner Rohrzucker,
– Olivengummibärchen,
– Limonen-Creme Brulee-Tarte,
– Pina Colada Törtchen,
– Macaron vom grünen Matchatee mit Himbeerkern und Blattgold,
– Schokoladen-Gewürzcanache mit Kaffee,
– Baileys-praline mit weißer Schokolade,
– Bitterschokoladenpraline gefüllt mit Yuzu und Sesam,
– Dreierlei Marshmallows (Schokolade, Sauerkirsch, Orangenblüte).

FAZIT:

Die Mischung verschiedener Einflüsse ergeben komplexe Geschmacksbilder. Bau arbeitet produktorientiert und richtet detailverliebt an.

Vor allem sein Spiel mit Kontrasten süss/sauer/salzig/weniger bitter und Temperaturen hat uns überzeugt.

Mit viel Charme und und Sachkunde, führte uns die Servicecrew durch einen gelungenen Abend. Allen voran Frau Bau,
der es mit der ihr eigenen badischen Bodenständigkeit gelang, eine freundliche, angenehme Atmosphäre zu schaffen und mit Leichtigkeit und ohne große Gesten, den Service zu dirigieren.

Erwähnen möchte ich auch den kundigen Sommelier Daniel Kiowski, durch den wir uns mehr als gut beraten fühlten.

Wo is(s)t Siebeck?

Der Gourmetkritiker und Berufs-Genießer Wolfram Siebeck veröffentlicht sein Reisetagebuch als Blog

Viele Jahre, ganze Jahrzehnte hat Wolfram Siebeck über Genuss und kulinarischen Verdruss geschrieben, kritisiert und vielfach publiziert.
Die ereignisreiche Zeit voller kulinarischer Veränderungen, Trends, Revolutionen – stets geprägt von der Suche nach dem „guten Geschmack“ hat Wolfram Siebeck für die Wochenzeitung DIE ZEIT und für das Gourmetmagazin Der Feinschmecker in Kolumnen, Rezepten und Kritiken festgehalten.

Verbunden waren die genussreichen Erfahrungen mit vielen Reisen durch unsere Republik, durch Europa und auf der ganzen Welt.

Da die Texte in kürzeren Intervallen erscheinen, möchte der weit gereiste Autor und Berufs-Genießer seine Eindrücke in einem online Reisetagebuch festhalten, auf von ihm empfohlene Veranstaltungen hinweisen und den ein oder anderen Tipp für Genießer kundtun.

Auf www.wo-isst-siebeck.de wird Wolfram Siebeck verschiedenste und vor allem auch persönlichere Einblicke aus seinem bewegten Leben preisgeben. Kleine Momente kulinarischen Glücks werden ebenso mit seiner Leserschaft geteilt, wie Gedanken zu einem bestimmten Produkt oder einem Ort.

Lust auf Wildbeeren

Unwiderstehlich köstlich – frisch aus der Natur

Silbern überhauchte Heidelbeeren, winzige Walderdbeeren mit betörendem Duft, würzig-herbe Holunderbeeren: Diese Köstlichkeiten kann man in Wald und Flur entdecken. Und es gibt noch viele andere Wildbeeren, die zum Verzehr geeignet und dazu äußerst schmackhaft sind. Es lohnt sich, Ebereschen-Birnen-Gelee einmal auszuprobieren. Oder eine Hagenbuttensuppe zu kosten. Oder Schlehenlikör selbst anzusetzen. Unvergleichliche Geschmackserlebnisse sind zu erwarten!

„Lust auf Wildbeeren“ (BLV Buchverlag) stellt essbare Wildbeeren im Porträt vor – mit Hinweisen auf ihre giftigen Doppelgänger. Viele Rezepte geben Anregungen, wie man die selbst gesammelten Beeren so zubereiten kann, dass sie ihr intensives, frisches Aroma besonders gut entfalten. Vorgestellt werden Zubereitungen für Salate und Suppen, Hauptspeisen, Desserts, Kuchen, Torten, Konfekt, Saft, Gelee, Mus und Konfitüre. Auch Haustee, Wein, Likör, Aromatisches und Pikantes verführen den Gaumen. Dazu gibt es Tipps zum Konservieren durch Tiefgefrieren und Trocknen. Die Sammelübersicht zeigt die Wildbeeren auf einen Blick und hilft, mögliche Verwechslungen auszuschließen.

Dr. Gertrud Scherf war Wissenschaftliche Mitarbeiterin am „Institut für die Didaktik der Biologie“ der Universität München. Als Sachbuchautorin ist sie insbesondere in den Bereichen Natur und Garten tätig. Die kulturgeschichtlichen Aspekte der Themen sowie der Naturschutz sind der Autorin besonders wichtig. Sie verdeutlicht dies in ihren Büchern und Artikeln, bei Vorträgen, Seminaren und Führungen.

Bestellink:
ISBN 978-3-8354-0756-5


50. Jahrestag des Mauerbaus

Vom 15. Juni bis 13. August werden zum 50. Jahrestag des Mauerbaus großformatige „Mauerbilder“ auf den ehemaligen Mauerverlauf hinweisen. An 13 Stationen zeigen die 2,5 Meter hohen und 3,5 Meter breiten Schwarz-Weiß-Bilder Szenen aus der Zeit um den 13. August 1961, die den Alltag der Menschen auf Jahre hinweg veränderten.

Mehr unter www.50jahremauerbau.de

Gojibeere

Sie wird zwar mit Hinweisen wie „naturbelassen“ beworben, aber leider kann die Gojibeere die damit verbundenen Erwartungen nicht immer erfüllen. Mitarbeiter der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachung mussten nach zwei Untersuchungen im Jahr 2009 nun erneut feststellen, dass die Gojibeere offensichtlich zu den Obstsorten mit vergleichsweise hoher Pestizidbelastung gehört.

Die Kontrolleure zogen im Lebensmittelhandel 15 Proben getrockneter Gojibeeren, eine davon aus ökologischem Anbau. Nur diese war nicht zu beanstanden. In den übrigen fand sich ein Pflanzenschutzmittelcocktail von 34 unterschiedlichen Pestiziden. In 13 Proben lagen die Rückstände des Pflanzenschutzmittels „Acetamiprid“ teilweise deutlich über den gesetzlich zulässigen Höchstmengen. Die entsprechenden Produkte wurden von den Behörden aus dem Handel genommen. Von einer Gesundheitsgefährdung sei aber nicht auszugehen, sollte man bereits von diesen Beeren gegessen haben.

Die Gojibeere ist in den vergangenen Jahren als traditionelles Heilmittel der chinesischen Medizin auch in der westlichen Welt in Mode gekommen. Aufgrund vieler wertvoller Inhaltsstoffe wie antioxidativer, zellschützender Substanzen gilt sie als Jungbrunnen und Fitmacher. Sie ist die Frucht des Bocksdorn-Strauches und sieht aus wie eine längliche Hagebutte. Der Anbau erfolgt vorwiegend in Asien, besonders China. In getrockneter Form ähnelt die Wolfsbeere, wie sie auch heißt, einer Rosine. Es gibt Gojibeeren unter anderem in Müsli- und Nussmischungen sowie als Saft oder Tee.

Gute Alternativen zu den exotischen Früchten liegen direkt vor der Haustür: Heimische Beerenfrüchte, wie zum Beispiel Erdbeeren, Heidel- oder Johannisbeeren enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe und ihr Verzehr unterstützt deshalb einen gesunden Lebensstil.

Bionade gegen Bios

Jetzt urteilte das Landgericht im Streit Bionade gegen Bios – Beide Seiten sehen sich als Gewinner

Lesen Sie die Pressemitteilung von Bionade zuerst, darunter finden Sie die Erklärung von Bios:

Bionade vs. Nordmann: Gerichtsentscheid schwächt volle Produkttransparenz und Verbraucherinformation.

In Sachen Bionade gegen Nordmann hat das Landgericht Düsseldorf heute eine Entscheidung getroffen und die auf Antrag von Nordmann im Juni erlassene Einstweilige Verfügung teilweise aufgehoben. Demnach ist es Bionade auch weiterhin erlaubt, auf den Etiketten anzugeben, dass die Produkte Calcium und Magnesium als Zutat enthalten – aber, was aufgrund der Einstweiligen Verfügung künftig leider entfallen muss, sind die entsprechenden Mengenangaben dazu, die nach der europäischen Health-Claims-Verordnung – auf die sich Nordmann hier beruft – neuerdings nur noch ab einer bestimmten Menge möglich sind. D.h., die EV des Bionade Nachahmers Nordmann hat in letzter Konsequenz zu nichts anderem geführt, als dass Bionade dem Verbraucher diese wichtige Produktinformation künftig leider vorenthalten muss. Bleibt die Frage, was wohl die Verbraucher und die Verbraucherverbände zu dieser Entscheidung sagen, die zwar die neue europäischen Rechtslage berücksichtigt, der Forderung nach einer möglichst umfassenden Produkttransparenz im Kern widerspricht.

Die ursprüngliche Absicht von Nordmann, auf diesem Wege einen Lieferstopp gegen Bionade zu erwirken, ist jedenfalls fehlgeschlagen.

Hier nun die Erklärung von Bios:

BIOS setzt Zeichen im Sinne des Verbraucherschutzes – Bionade muss gesundheitsbezogene Aussagen zurücknehmen

Das Landgericht Düsseldorf hat durch ein heute verkündetes Urteil (AZ 37 O 74/08) die einstweilige Verfügung vom 10. Juni 2008 im Verfahren zwischen den Herstellern von BIOS und Bionade bestätigt. Danach sind die Angaben über das in Bionade-Getränken enthaltene Calcium und Magnesium unzulässig. Entsprechende Bionade-Werbeaussagen auf Etiketten, Broschüren, im Internet etc. sind verboten. Bionade muss bis 2. August 2008 alle Etiketten entsprechend umgestellt haben. Das Gericht hat damit eine im Sinne des Verbraucherschutzes erlassene europäische Rechtsvorschrift, auf die sich BIOS berufen hatte – die sogenannte EG-Health-Claims-Verordnung (HCVO) -, durchgesetzt. Damit wies das Gericht den Widerspruch der Bionade GmbH gegen die bereits erlassene einstweilige Verfügung zurück. Dies ist ein wegweisendes Urteil im Dschungel von Bio und Gesundheit, um den Verbraucher noch stärker aufzuklären. In der von Bionade im März begonnenen Auseinandersetzung hat das Unternehmen nun ein weiteres Mal vor Gericht gegen BIOS verloren.

Worum geht es in der EG-Health-Claims-Verordnung (HCVO)? Die HCVO regelt die Zulässigkeit und Mindeststandards von nährwert- und gesundheitsbezogenen Aussagen bei Lebensmitteln. Wesentliche Ziele sind die Verbraucher europaweit vor Irreführung und Täuschung zu schützen und einen fairen Wettbewerb sicher zu stellen. Die Festlegungen der HCVO beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

So wird darin u.a. auch festgelegt, welche Mindestmengen an Mineralstoffen für deren Auslobung erforderlich sind und welche Voraussetzungen die Auslobung eines Produkts mit dem Hinweis „Ohne Zuckerzusatz“ erfordert. Letzteres war Gegenstand des von Bionade angestrengten und erstinstanzlich weitgehend verlorenen Prozesses vor dem Landgericht Hamburg (Urteil vom 09.05.08, Berufung in zweiter Instanz anhängig). Beide Gerichtsverfahren waren mit die ersten in Deutschland, die sich mit der Auslegung der HCVO befassten.

Welche Konsequenzen haben Urteile und HCVO für Bionade? Neben den aktuellen Änderungen von Etiketten und Werbung dürfen ca. 25 bisher verwendete Gesundheitsaussagen und einschlägige Werbeaussagen – insbesondere gegenüber Kindern und Sportlern – durch Bionade nicht mehr getroffen werden, wie z.B.:

– „Bionade … mit viel Calcium und Magnesium. Calcium für
die Knochen, Magnesium für den Kopf und die Muskeln“
– „Ein Liter Bionade enthält soviel Calcium wie 12 Pfund
Bananen…“
– „Calcium braucht vor allem der junge Mensch…“
usw.

Ebenso sind allgemeine Hinweise auf den Gehalt von Calcium oder Magnesium einschließlich von deren „gesunden“ Eigenschaften beim Getränk Bionade durch das noch nicht rechtskräftige Urteil verboten.

Welche Konsequenzen haben HCVO und Gerichtsurteile für BIOS? BIOS darf nach dem Urteil des LG Hamburg darauf hinweisen, dass BIOS ohne Zuckerzusatz hergestellt wird. Darüber hinaus darf BIOS deutlich machen, dass es gesundheitlich nicht dasselbe ist, raffinierten Kristallzucker oder natürliche Fruchtzucker aus hochwertigem Biosaft zu sich zu nehmen.

Weiterhin darf BIOS darauf hinweisen,
– wie viel Zucker anderen Getränken zugesetzt wurde,
– dass BIOS zudem kalorienarm nach der HCVO ist,
– dass BIOS auf Säureregulatoren verzichtet und generell nur
aus Mineralwasser, Biosaft, Biomalz, Bioaromen und
Kohlensäure und sonst nichts besteht und
– dass BIOS aus 100% Biorohstoffen hergestellt ist, da
erstmals zertifizierte Bioaromen bei einem Getränk
verwendet wurden.

www.bios-natur-pur.de

Roberto Monesi

In Hamburg-Rotherbaum, Grindelhof 64 hat der über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannte Koch Roberto Monesi gerade einen italienischen Feinkostladen mit Bistro und Party-Service eröffnet. Ich möchte auf das exquisite Angebot hinweisen und empfehle jedem Feinschmecker einen Besuch! Peter Schleef

Highway 29: Dem Wein auf der Spur

Der neue Audio-Guide von WineFlight „Finding Wine on Highway 29“ hilft
Reisenden dabei, sich in der Weinregion des Napa Valley zurechtzufinden.

Die
CD bietet je 1,5 Minuten lange Sequenzen zu über 50 Weingütern, darunter
kleine Familienbetriebe aber auch die großen Marktführer. Der Audio-Guide
beinhaltet neben der CD eine Landkarte mit Symbolen, die auf die Angebote und
Services der einzelnen Weingüter hinweisen (z.B. Picknicktische, Verkaufsräume
oder schöne Gärten und Ausblicke). Ein Teil des Verkaufserlöses kommt
wohltätigen Zwecken zugute. Erhältlich ist die CD „Finding Wine on Highway 29“
auf der Internetseite www.wineon29.com sowie in verschiedenen weinbezogenen
Geschäften, Hotels und Weingütern im Bereich der Bay Area.

RFID-Schutzhuelle für Reisepass

Jeder kann die Daten Ihres neuen e-Passes auslesen, die Schutzhülle
verhindert das

Der Verein zur Foerderung des oeffentlichen bewegten und unbewegten
Datenverkehrs (FoeBuD), der auch die Vergabe der deutschen
BigBrotherAwards organisiert, will mit einem „Datensafe fuer ePass und
WM-Eintrittskarten“ auf die mit RFID-Chips verbundenen Probleme
hinweisen. Der Verein bietet eine Schutzhuelle gegen unbefugtes
Auslesen von RFID-Chips in Reisepaessen, WM-Tickets und anderen
Dokumenten an.
www.golem.de/0602/43215.html