Wie Cola & Co. die Gesundheit schädigen

Von Zahnschäden über Fettleibigkeit bis hin zu Diabetes und Potenzstörungen: Stark zuckerhaltige Getränke wie Cola können zu weit ernsteren Krankheiten führen als häufig angenommen. Darauf hat die Verbraucherorganisation foodwatch aufmerksam gemacht.

„Cola, Fanta und Co. sind keine ’soften‘ Drinks, sondern flüssige Krankmacher“, sagte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei foodwatch. „Klar, Cola ist nicht gesund – das wird den meisten von uns schon als Kind beigebracht. Aber über das wahre Ausmaß der Gesundheitsgefahren von Zuckergetränken wird zu wenig gesprochen.“

Prof. Dr. med. Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, erklärte: „Jungen im Alter von sechs bis sieben Jahren konsumieren allein durch das Trinken von Limonaden fünf Kilogramm Zucker pro Jahr. Limonade ist Zuckerwasser und man trinkt viele Kalorien, ohne dass sich ein Gefühl von Sattsein einstellt. Limonadenkalorien sind deshalb immer zusätzliche und unnötige, sogar schädliche Kalorien.“

Ein Video, das foodwatch heute unter www.cola-fakten.de veröffentlicht hat, zeigt sechs bittere Fakten über Zuckergetränke:

1) Deutschland ist Europameister im Konsum von Zuckergetränken.
Die Deutschen trinken im europäischen Vergleich am meisten Cola, Fanta und Co. Der Pro-Kopf-Verbrauch von „Erfrischungsgetränken“ hat seit den 1970er Jahren um 150 Prozent zugenommen und belief sich 2014 auf 119,8 Liter pro Jahr. Davon sind etwa 80 Liter zuckergesüßte Getränke wie Limo, Energydrinks oder Fruchtsaftgetränke. Besonders beliebt sind Zuckergetränke bei jungen Männern: Sie trinken im Schnitt drei 200ml-Gläser pro Tag.

2) Zuckergetränke fördern Übergewicht und Fettleibigkeit.
Der regelmäßige Konsum von Zuckergetränken fördert nachweislich Übergewicht sowie Fettleibigkeit. Erwachsene, die täglich Zuckergetränke zu sich nehmen, haben ein 27 Prozent höheres Risiko für Übergewicht oder Fettleibigkeit als Erwachsene, die keine Zuckergetränke trinken. Bei Kindern erhöht schon ein einziges zusätzliches Zuckergetränk am Tag das Risiko für Fettleibigkeit um 60 Prozent.

3) Zuckergetränke fördern Diabetes Typ 2.
Der regelmäßige Verzehr von Zuckergetränken erhöht nicht nur das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit, sondern auch für die Entstehung von Diabetes Typ 2: Erwachsene, die ein bis zwei Dosen pro Tag trinken, haben ein 26 Prozent höheres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken als Erwachsene, die selten Zuckergetränke trinken. Aktuell sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen von der Krankheit betroffen – das entspricht einer altersbereinigten Steigerung um 24 Prozent seit 1998. Durch Diabetes Typ 2 und Folgekrankheiten entstehen jedes Jahr Gesundheitskosten von schätzungsweise 48 Milliarden Euro.

4) Etwa die Hälfte der Männer mit Diabetes leiden unter Potenzstörung (erektile Dysfunktion).
Eine häufige Folge von Diabetes: Potenzstörungen. Die Krankheit schädigt Nerven und Gefäße und kann so Lustempfinden und Erektionsfähigkeit verringern. Diabetes-Patienten sind deutlich häufiger von erektiler Dysfunktion betroffen als die Allgemeinbevölkerung – zudem tritt die Störung etwa 10 bis 15 Jahre früher auf.

5) Diabetes führt in Deutschland zu etwa 40.000 Amputationen pro Jahr.
Diabetes ist der Hauptgrund für Amputationen. Durch Diabetes wird die Durchblutung und Schmerzwahrnehmung an Beinen und Füßen gestört, was häufig zu Geschwüren und chronischen Wunden führt. Die Folge: Etwa 40.000 Amputationen am Fuß pro Jahr allein in Deutschland – in etwa der Hälfte der Fälle wird der gesamte Fuß oberhalb des Sprunggelenks entfernt.

6) Zuckergetränke schädigen die Zähne.
Auch die Zähne leiden unter dem Konsum von Cola, Fanta, Sprite & Co. Der häufige Verzehr zuckerhaltiger Nahrung und Getränke zwischen den Hauptmahlzeiten ist nach Meinung von Zahnmedizinern einer der Hauptgründe für die Entstehung von Zahnerkrankungen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung warnt davor, dass Zucker-Getränke aufgrund der nachgewiesenen „zahnschädigenden Wirkung“ durch Zucker und Säuren „besonders gefährlich für die Zähne“ sind. Diabetiker haben zudem ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis, einer Entzündung des Zahnbetts, zu erkranken.

Fetter Kinder als Erwachsene eher krank

Das sollten Eltern lesen!
Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt:
Fettleibigkeit in jungen Jahren erhöht offenbar Risiko

Männer, die in jungen Jahren zu viele Pfunde auf die Waage bringen, haben im mittleren Alter offenbar ein deutlich erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt. Das ist das Resultat einer dänischen Studie, für die rund 6.500 Männer ab einem Alter von 22 Jahren bis 55 Jahren begleitet wurden.

Zu Untersuchungsbeginn befragten die Wissenschaftler die jungen Erwachsenen zu ihrem Gesundheitsstatus und bestimmten den Körpermassenindex, kurz BMI. Ab einem BMI von über 30 kg/m2 spricht man von Fettleibigkeit. Knapp die Hälfte der Männer, die als junge Erwachsene adipös waren, litt im Alter von 55 Jahren an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, einer Venenthrombose oder starb im Beobachtungszeitraum. Bei den Normalgewichtigen waren nur 20 Prozent betroffen. Damit war das Erkrankungsrisiko für Fettleibige dreimal so hoch, errechneten die Wissenschaftler.

Diabetes hatten 27 Prozent der adipösen, aber nur fünf Prozent der normalgewichtigen Probanden. Das entspricht einem achtfach höheren Risiko für die Stoffwechselstörung. Zudem traten venöse Thromboembolien bei Fettleibigkeit viermal so häufig auf wie bei Normalgewicht. Das sind Gerinnsel, die innerhalb der Blutbahn verschleppt werden und Gefäße verstopfen – mit lebensbedrohlichen Folgen. Die Rate von Bluthochdruck (14 zu 7 %), Herzinfarkt (7 zu 3 %) und frühzeitigem Tod (16 zu 7 %) war im Vergleich zu Normalgewichtigen jeweils mehr als doppelt so hoch. Auf das Schlaganfallrisiko hatte Adipositas in jungen Jahren keinen nachweisbaren Einfluss.

Mit jeder Einheit, die der BMI im jungen Erwachsenenalter höher lag, stieg das Risiko für einen Herzinfarkt vor dem 55. Lebensjahr um circa fünf Prozent. Bei Bluthochdruck und venösen Thromboembolien waren es zehn Prozent und bei Diabetes 20 Prozent. Das hohe Herzinfarktrisiko erklären die Wissenschaftler durch die frühe Entstehung von kardiovaskulären Risikofaktoren. Denn Übergewicht geht meist mit Bluthochdruck, Insulinresistenz und schlechten Blutfettwerten einher. Das erhöhte Embolierisiko ist vermutlich auf das Körperfett zurückzuführen, das den venösen Rückfluss behindert und dadurch Entzündungen und Thrombosen leichter entstehen lässt. Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass Gewichtsänderungen im Laufe des Beobachtungszeitraums nicht berücksichtigt wurden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Quelle:

British Medical Journal (BMJ) Open, Bd. 3, Nr. 4, S. e002698, 2013

Eltern unterschätzen Übergewicht bei Kindern

Eltern unterschätzen Übergewicht bei Kindern

Hälfte schätzt Fettleibigkeit als Normalgewicht ein

Viele Eltern erkennen nicht, dass ihre Kinder übergewichtig oder fettleibig sind. So lautet das Fazit einer niederländischen Studie, an der die Mütter und Väter von rund 440 Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren teilnahmen. Für die Untersuchung sollten die Eltern anhand von Vergleichsbildern und mit Hilfe einer Fünf-Punkte-Skala von „zu dünn“ bis „zu dick“ das Körpergewicht ihres Kindes einschätzen. Die Forscher bestimmten den Körpermassenindex, kurz BMI, der Kinder und Eltern. Der BMI ist das Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße und ein gutes Maß zur Beurteilung des Körpergewichts. Das Resultat: Viele Eltern haben bezogen auf ihre Kinder eine verzerrte Wahrnehmung von „Normalgewicht“. So wurden Jungen und Mädchen mit einem BMI im Normalbereich als „etwas zu dünn“ oder „zu dünn“ beschrieben. Über siebzig Prozent der Eltern von übergewichtigen Kindern hatten nicht erkannt, dass ihr Nachwuchs zu viele Pfunde auf die Waage bringt. In keinem Fall wurde ein übergewichtiges Kind als „zu dick“ eingeschätzt. Bei fettleibigen Kindern waren 50 Prozent der Mütter und 39 Prozent der Väter der Ansicht, dass diese Normalgewicht hätten. Im Gegensatz dazu wird das eigene Körpergewicht offenbar realistischer wahrgenommen: Rund 80 Prozent der übergewichtigen Mütter und Väter beschrieben sich selbst als „etwas zu dick“ oder „zu dick“. Bei Adipositas (Fettleibigkeit) waren es sogar 98 beziehungsweise 96 Prozent. Um das Gewicht des Kindes beurteilen zu können, sollten Eltern aufmerksam beobachten. Deutliche Fettpolster und Speckröllchen am Bauch, in der Hüfte, auf der Brust und im Nacken zeigen, dass die Grenze zum Übergewicht erreicht ist.

aid, Heike Kreutz

www.aid.de

Deutsche tolerant beim Gewicht von Partner und Kindern

Deutsche tolerant beim Gewicht von Partner und Kindern

Im Gegensatz zu vielen anderen Nationen lieben die Deutschen ihre Partner wie sie sind – weltumspannende repräsentative Umfrage für das Magazin Reader’s Digest

Das Gewicht, das ihre Familienmitglieder auf die Waage bringen, ist den Deutschen nicht so wichtig. Im Gegenteil: In Deutschland wird fast jeder so von seinem Partner geliebt, wie er ist. Ganz anders verhält es sich dagegen in vielen anderen Ländern auf der Welt, wie das Magazin Reader’s Digest in seiner Februar-Ausgabe berichtet. Eine international unübliche Toleranz lassen die Deutschen auch bei ihren Sprößlingen walten: Nur 14 Prozent der deutschen Eltern sagen, dass ihre Kinder abnehmen sollten – und dies, obwohl Fettleibigkeit bei Kindern mittlerweile weltweit Anlass zur Sorge gibt.

Das Magazin Reader’s Digest wollte genau wissen, wie Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt mit ihrem Körpergewicht umgehen, und initiierte eine repräsentative Umfrage. Die Untersuchung, die das internationale Meinungsforschungsinstitut Synovate im Auftrag von Reader’s Digest in 16 Ländern durchführte, brachte Erstaunliches zu Tage. Beispielsweise gaben in den meisten untersuchten Ländern ein Drittel bis fast die Hälfte der Menschen zu, dass sie es gerne sehen würden, wenn ihr Lebenspartner abnähme. Das Magazin veröffentlicht die Ergebnisse nun weltweit gleichzeitig in allen 49 Länder-Ausgaben.

Die Welt auf der Waage

Finnland geht aus der Studie als jenes Land hervor, das sich der Gefahr der Fettleibigkeit am meisten bewusst ist. 83 Prozent der Finnen haben wenigstens einmal im Leben versucht abzunehmen. Dieser Wert liegt um 10 bis 60 Prozentpunkte höher als in den anderen untersuchten Ländern.

Brasilien kann man getrost als das Land bezeichnen, in dem der Schlankheitswahn grassiert. 83 Prozent aller Brasilianer finden, dass zu großes Aufheben darum gemacht wird, wie viel jemand wiegt. Wobei Männer (77 Prozent) und Frauen (89 Prozent) diesen Druck gleichermaßen verspüren.

Das Land, in dem sich die meisten Ehefrauen wünschen, dass ihre Ehemänner abnehmen, sind die Vereinigten Staaten. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller verheirateten US-Amerikanerinnen fänden es gut, wenn ihre Gatten dünner wären. Die Ironie: 68 Prozent der US-Amerikanerinnen gaben an, dass die amerikanische Kultur zu viel Wert auf die Figur lege. Offensichtlich findet ein dicker Bauch mehr Gnade, wenn er nicht gerade den eigenen Ehemann verunziert.

Das Land, in dem sich die meisten Ehemänner (48 Prozent) wünschen, dass ihre Frauen abnehmen, ist Indien.

Ungarn ist das einzige Land neben Deutschland, in dem nahezu jeder so geliebt wird, wie er ist. Lediglich 13 Prozent der verheirateten Ungarn ist der Leibesumfang ihres Partners ein Dorn im Auge (Deutschland: 16 Prozent).

In keinem anderen Land der Welt werden so viele Diätpillen geschluckt wie in China. 37 Prozent der Chinesen gaben zu, die kleinen Dünnmacher einzunehmen.

Ärzte haben es in der Schweiz besonders schwer mit Diätratschlägen. Lediglich 11 Prozent der Schweizer gaben den Rat des Arztes als Motivation für einen Diätversuch an. Die benachbarten Franzosen (39 Prozent), aber auch die Mexikaner (46 Prozent) sind deutlich folgsamer.

In Russland hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass Rauchen als Appetitzügler wirkt. 23 Prozent aller russischen Männer und 18 Prozent aller russischen Frauen gaben zu, dass sie rauchen, um abzunehmen.

Kein Land zeigt beim Thema Körpergewichtigkeit soviel Ehrlichkeit wie die Philippinen. 82 Prozent der Philippiner geben zu, dass ihnen die Willenskraft fehlt, leckeren Speisen zu widerstehen.

Frankreich schiebt die Schuld für die Gewichtszunahme des Durchschnittsbewohners auf die Amerikaner und ihre international verbreiteten Essgewohnheiten. Mit einem Votum von 79 Prozent fällt diese Schuldzuweisung in Frankreich so deutlich aus wie in keinem anderen Land. Allerdings nennen selbst in den USA fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) den Verzehr von Fast-Food-Produkten als Ursache für Fettleibigkeit.

Deutschland sieht in den Genen einen akzeptablen Grund fürs Übergewicht. Für deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen (61 Prozent) ist der Hinweis auf das Erbgut der Eltern eine plausible Entschuldigung für zu viele Pfunde. Nur die Russen (70 Prozent) führen diesen Grund noch häufiger ins Feld, während in Brasilien lediglich 13 Prozent der Menschen diese Ansicht teilen.

Was die Welt richtig macht

Wer mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet ist und mehr auf seine Linie achten will, erhält in der Februar-Ausgabe von Reader’s Digest wertvolle Tipps – mit Ratschlägen von Experten aus der ganzen Welt:

Fahrrad statt Auto: Mehr als die Hälfte der niederländischen Fahrradbesitzer (54 Prozent) benutzen ihren Drahtesel täglich

Nordic Walking: Wer die Sportart praktiziert, die in Finnland zu den beliebtesten zählt, kann beim regelmäßigen Spaziergang locker ein paar Kalorien mehr verbrennen.

Permanente Saure-Gurken-Zeit: Bei den Ungarn ist das Einlegen von Gemüse sehr beliebt. Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass Essigsäure den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel senken sowie die Fettbildung verhindern kann.

Abwarten und Tee trinken: In Ländern mit einer ausgeprägten Teekultur tritt Fettleibigkeit in der Regel seltener auf. Rooibos- oder Rotbuschtee aus Südafrika verfügt über natürliche Süße, so dass der Zucker entfallen kann.

Powernapping: Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass chronischer Schlafmangel zu einer Gewichtszunahme führen kann. In Japan nehmen sich viele Arbeitnehmer und Studenten Zeit für einen 20- bis 30-minütigen Mittagsschlaf.

Zu Hause kochen: Wer nicht kochen kann, wird eher dick, sagt die Forschung. Denn wer selbst den Kochlöffel schwingt, ernährt sich bewusster. Die Polen geben nur 5 Prozent ihres Haushaltsgeldes für Restaurantbesuche aus, der typische Amerikaner dagegen 37 Prozent.

Lange sitzen, viel reden: Wer länger am Esstisch sitzt, isst oft weniger. Das Gehirn benötigt etwa 20 Minuten, bis es registriert hat, dass der Mensch satt ist. Wer sich in dieser Zeit mit seinen Tischnachbarn unterhält, isst oft weniger. Die Franzosen sind Meister in ausgedehnten Familienmahlzeiten, wobei das Gespräch immer wieder vom Essen ablenkt.

Zur Methode der Umfrage:

Das internationale Meinungsforschungsinstitut Synovate hat im Oktober vergangenen Jahres im Auftrag von Reader’s Digest in 16 Ländern jeweils mindestens 1000 Menschen landesweit repräsentativ befragt. Allein in Deutschland wurden 1012 Menschen befragt, in der Schweiz 1001.

Die Februar-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab 25. Januar an zentralen Kiosken erhältlich.

Diabetiker: Erhöhte Aufnahme von Fruchtzucker nicht ratsam

Diabetiker: Erhöhte Aufnahme von Fruchtzucker nicht ratsam

Hohe Zufuhr von Fruchtzucker begünstigt die Entstehung von Fettleibigkeit

In so genannten Diabetiker-Lebensmitteln wird häufig Fruchtzucker als Zuckeraustauschstoff verwendet. Diabetiker sollten jedoch einen erhöhten Verzehr von Lebensmitteln, die Fruchtzucker enthalten, meiden. Dies rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund einer Begutachtung von wissenschaftlichen Studien.

Fruchtzucker (Fruktose) wird in vielen industriell gefertigten Produkten wie Erfrischungsgetränken verwendet. In Diabetiker-Lebensmitteln kommt er als Zuckeraustauschstoff zum Einsatz, da er im Vergleich zu herkömmlichem Zucker zu einer geringeren Insulinausschüttung führt. Zu viel Fruktose in der Ernährung schadet aber der Gesundheit und wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, wie aktuelle Forschungsergebnisse zeigen. Offenbar begünstigt eine hohe Zufuhr die Entstehung von Fettleibigkeit und Metabolischem Syndrom. Letzteres setzt sich aus vier unterschiedlichen Symptomen zusammen: Übergewicht, Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck.

Das BfR kommt zu dem Schluss, dass die Aufnahme von Fruktose als Zuckeraustauschstoff für Diabetiker nicht zu empfehlen ist. Betroffene sollten stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten achten.

Schlank-Gen reguliert Körperfett

Schlank-Gen reguliert Körperfett

Wissenschaftler der Universität Bonn haben ein bislang unbekanntes Fruchtfliegen-Gen entdeckt, das dort den Fettstoffwechsel steuert. Larven, bei denen die Erbanlage defekt ist, verlieren ihr komplettes Speicherfett. Die Forscher haben das Gen daher auf den Namen „schlank“ getauft. Säugetiere verfügen über eine Gruppe von Erbanlagen, die „schlank“ strukturell sehr ähneln. Möglicherweise erfüllen sie eine ähnliche Funktion. Die Forscher hoffen daher auf neue Präparate, mit denen sich Fettleibigkeit bekämpfen lässt. Ihre Studie ist in der Zeitschrift „The EMBO Journal“ erschienen (doi: 10.1038/emboj.2009.305).

Die Gruppe um den Bonner Entwicklungsbiologen Professor Dr. Michael Hoch hat untersucht, was „schlank“ genau macht. Ihrer Studie zufolge enthält das Gen die Bauanleitung einer so genannten Ceramid-Synthase. Ceramide dienen als Rohstoff für die hauchdünnen Membranen, die sämtliche Zellen im Körper umschließen. Schlank wirkt zudem regulierend: Es fördert die Fettsynthese und hemmt gleichzeitig die Fettmobilisierung aus dem Fettspeicher.

Das ist möglicherweise nicht nur in der Fruchtfliege so. Auch der Mensch produziert Ceramid-Synthasen – allerdings nicht wie Drosophila nur eine, sondern gleich sechs verschiedene. Er verfügt dazu über eine Gruppe von Erbanlagen, die so genannten Lass-Gene. Ceramid-Synthasen sind für Tiere extrem wichtig. Mutationen in den entsprechenden Genen führen zu schwerwiegenden Stoffwechsel-Defekten und zu Fehlfunktionen von Organsystemen. Deshalb sehen unsere Lass-Gene dem schlank-Gen der Fruchtfliege erstaunlich ähnlich.

Die Ähnlichkeit geht so weit, dass Lass-Gene aus der Maus in Fliegen-Mutanten das defekte schlank-Gen zum Teil kompensieren können. „Wir haben ein Mäuse-Lass-Gen in mutante Drosophila-Larven eingeführt“, sagt Hoch. „Normalerweise starben die Larven direkt nach dem Schlüpfen. Dank des Lass-Gens bauten sie wieder Körperfett auf und überlebten bis ins nächste Entwicklungsstadium. Wir halten es daher für sehr wahrscheinlich, dass auch die Lass-Gene in Säugetieren den Fettstoffwechsel regulieren. Wenn dem so ist, wären sie ein viel versprechender Ansatzpunkt für neue Medikamente gegen Fettleibigkeit.“

Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Adipositas im Kindes- und Jugendalter
jugendliche Patienten immer schwerer

Das Robert-Koch-Institut geht in seiner groß
angelegten KIGSS-Studie von 800.000 von Adipositas betroffenen Kindern und
Jugendlichen aus. Bei der Hälfte der adipösen Kinder und Jugendlichen liegt
mindestens eine Begleiterkrankung oder ein weiterer Risikofaktor vor. Aus
mehreren regionalen Untersuchungen in Deutschland wird deutlich, dass die
Krankheitshäufigkeit von Übergewicht und Adipositas weiter stark steigt.
Daraus lässt sich schließen, dass die im Moment durchgeführten Maßnahmen zur
Prävention nicht ausreichen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wie das
Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de warnt.

Auf der Basis der aktuellen Referenzwerte der Arbeitsgemeinschaft Adipositas
im Kindes- und Jugendalter (AGA) sind derzeit 10 bis 18 Prozent der Kinder
und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig. Eine Adipositas als
krankhafte Fettleibigkeit liegt bei etwa 4 bis 8 Prozent vor. Besondere
Risikofaktoren für die Entstehung einer Adipositas im Kindes- und
Jugendalter sind:

– familiäre Belastung (adipöse und übergewichtige Eltern)
– ethnische Zugehörigkeit (anderes Herkunftsland als Deutschland)
– niedriger sozialer Status (niedriges Einkommen der Eltern, niedrige
Schulbildung der Kinder)

Adipositas: hoher Krankheitswert
Der Krankheitswert der Adipositas im Kindes- und Jugendalter ergibt sich aus
der funktionellen und individuellen Einschränkung, der psychosozialen
Beeinträchtigung und vor allem der bereits fassbaren häufigeren
Folgeerkrankungen im Vergleich zu Normalgewichtigen. Darüber hinaus ist ein
deutlich erhöhtes Erkrankungs- und früheres Sterblichkeitsrisiko im
Erwachsenenalter bekannt. Die gesundheitlichen Risiken der Adipositas im
Erwachsenenalter sind wissenschaftlich gut belegt.

Kosten der Fettleibigkeit
Für das zunehmende medizinische und ökonomische Problem der Adipositas im
Kindes- und Jugendalter gibt es weder präventiv noch therapeutisch eine
überzeugende Lösung. Das ökonomische Problem ergibt sich allein aus der
Tatsache, dass die ernährungsmitbedingten Krankheiten mit weit über 70
Milliarden Euro an den Kosten des deutschen Gesundheitssystems beteiligt
sind. Allein zur Behandlung der Folgen von 300.000 Herzinfarkten werden drei
Milliarden Euro im Jahr ausgegeben.

Patienten immer schwerer
Das Wissen über die Ursachen der Adipositas steigt. Dies erklärt aber nicht,
warum die Zahl der adipösen Patienten weiter zunimmt und diejenigen, die zur
stationären Therapie kommen, um 20 bis 30 Kilogramm schwerer sind als noch
vor 20 Jahren. Die Anzahl der negativen Begleiterscheinungen und
Folgeerkrankungen der Adipositas steigt ebenfalls. Die Ernährung und die
Ernährungsmöglichkeiten haben sich in diesem Zeitraum weder wesentlich
verbessert noch verschlechtert. Die Bewegungshäufigkeit hat mit Sicherheit
abgenommen, die Lust sich zu bewegen ebenfalls.

Kein Ausbildungsplatz wegen Adipositas?
Nicht nur die Begleiterkrankungen bei Kindern mit Adipositas nehmen zu,
sondern auch die nachteiligen Auswirkungen auf Schule, Ausbildung und Beruf:
Im Kampf um freie Lehrstellen haben dicke Jugendliche kaum Chancen, weil man
ihnen mehr oder weniger unbewusst unterstellt, dass sie träge, faul und
häufiger krank sind.

Präventionsmaßnahmen haben bisher nicht ausgereicht, um der beschriebenen
Entwicklung von Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen
entgegenzuwirken. Legt man streng wissenschaftliche Kriterien an, lassen
sich zurzeit keine Aussagen über die Wirksamkeit einer Adipositastherapie im
Kindes- und Jugendalter oder über die Wirksamkeit einzelner Elemente der
Therapie machen.

In der imedo Gruppe „Adipositas“ haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen
Betroffenen über Erfahrungen und Therapien auszutauschen und können offen
darüber schreiben: http://www.imedo.de/group/overview/index/220-adipositas

Lesen Sie weiter zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den
imedo-Gesundheitsnews: “Jugendliche brauchen ausreichend Schlaf”
( http://gesundheitsnews.imedo.de/news/107332-jugendliche-mussen-ausreichend-schlafen )

Autor: Edmund Fröhlich


Edmund Fröhlich absolvierte ein sozial- und
erziehungswissenschaftliches Studium, das er 1983 als Diplom-Pädagoge
abschloss. Dennoch war es das Management, das seine berufliche Laufbahn
prägte: zunächst in der Freien Wohlfahrtspflege und seit 1991 im
Gesundheitsbereich, in der Geschäftsleitung von Rehabilitationskliniken, u.
a. einer Adipositas-Klinik. Er ist heute selbstständig im Management für
Unternehmen und Verbände im Gesundheitswesen tätig, zudem ehrenamtlich im
Vorstand der Deutschen Kinderhilfe und des Kindernetzwerkes sowie im Beirat
der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. engagiert. Fröhlich hat für das
gesellschaftliche Phänomen der fettleibigen Kinder und Jugendlichen den
Begriff „Generation Chips“ ( www.generation-chips.de ) geprägt und engagiert
sich intensiv für eine Besserung der Umstände.

Zucker kein Dickmacher?

Zucker kein Dickmacher?

Aktuelle Forschung kann keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Zucker und Übergewicht belegen.

In der anhaltenden Diskussion um die Bekämpfung von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) wird die Rolle des Zuckers als einschlägig verdächtiger Mitverursacher offenbar überbewertet. Dies berichtete jetzt ein niederländisch-dänisches Forscherteam im internationalen Fachmagazin Obesity Reviews. Prof. Dr. Marleen A. van Baak von der Universität Maastricht und ihr Kollege Prof. Arne Astrup von der Universität Kopenhagen analysierten die bisher zur Thematik „Zuckerkonsum und Übergewicht“ vorliegende englischsprachige wissenschaftliche Literatur. In dieser Gesamtbetrachtung fanden sie keinen eindeutigen Beleg dafür, dass Zucker zu Übergewicht führt. Das gilt auch für zuckerhaltige Getränke, die oft als Ursache für Übergewicht angeprangert werden. Zwischen deren Konsum und einer Gewichtszunahme besteht nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler kein ursächlicher Zusammenhang.

Gemäß diesem jüngsten Stand der Forschung sind gezielte Einschränkungen beim Zucker als Maßnahme zur Gewichtsregulation nicht sinnvoll.

Gourmet Report meint: Diese Info erhielten wir von der IME. IME über sich selber: Der Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten klärt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse über Zahngesundheit, Kariesprophylaxe und Ernährungsverhalten auf. Leider kennen wir diese Organisation nicht, aber nach Recherche haben wir rausgefunden, wer dahinter steht: Der IME ist eine Gemeinschaftsgründung der Zucker verarbeitenden Industriezweige zusammen mit der Zuckerwirtschaft und der Centralen Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft CMA.
Die können ja nun schlecht sagen, dass Zucker für nichts gut ist, süchtig und dick macht!
Uns ist nicht bekannt, dass irgendjemand anders diese These vertritt. Leider: Der süsse Zucker ist weiterhin ein leckerer Dickmacher. Aber das wussten wir ja alle auch schon vorher 😉
Wir hoffen, dass die Wissenschaftler „Prof. Dr. Marleen A. van Baak von der Universität Maastricht und Prof. Arne Astrup von der Universität Kopenhagen“ sich wenigstens ein kleines Häuschen leisten werden können, nachdem sie die Traumergebnisse der Zuckerindustrie (wunschgemäß?) geliefert haben! oder hat der IME die Ergebnisse falsch interpretiert?

Es ist schon ärgerlich, wenn wir Verbraucher für dumm verkauft werden. Mit denken hilft gegen so einen Unsinn.

Kurzer Schlaf fördert Übergewicht bei Senioren

Kurzer Schlaf fördert Übergewicht bei Senioren

Jetzt auch für ältere Menschen bestätigt: Sieben bis acht Stunden Schlaf halten schlank.

Ob die Schlafdauer ein Risikofaktor für Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) ist, wurde bisher nur bei Kindern und Erwachsenen untersucht. Nun geben zwei amerikanische Studien erstmalig auch Aufschluss über den Zusammenhang zwischen der Dauer des Schlafes und dem Körpergewicht von Senioren über 65 Jahren. Die Ergebnisse fallen dabei ähnlich wie bei jüngeren Menschen aus: Kurzschläfer mit weniger als fünf Stunden pro Nacht tragen ein deutlich höheres Adipositasrisiko als Personen, die nachts eine normale Schlafdauer von sieben bis acht Stunden aufweisen. Bei Frauen mit wenig Schlaf liegt die Gefahr der Gewichtszunahme mehr als doppelt und bei Männern mehr als dreifach so hoch als bei ausreichender Schlafmenge. Außerdem neigen Kurzschläfer zu einem höheren Körperfettanteil sowie einem größeren Bauch- und Hüftumfang.

Die Daten zur Schlafdauer der untersuchten Personen wurden nicht aus deren persönlichen subjektiven Angaben gewonnen, sondern es wurde objektiv dokumentiert, wie lange die Personen schliefen. Ein so genannter Aktigraf, eine Art Armbanduhr mit Bewegungsmelder, zeichnete den Schlaf-Wach-Rhythmus auf. Dazu führten die Studienteilnehmer Buch, wann sie schlafen gingen und aufstanden, und wann sie den Aktigrafen an- und abgelegt hatten. Besonders interessant: Beim Körperfettanteil zeigte sich nicht nur, dass er bei den Kurzschläfern am höchsten war. Auch bei Langschläfern von mehr als acht Stunden stieg der Körperfettanteil im Vergleich zu den Probanden, die sieben bis acht Stunden schliefen, wieder an.