Global Food Summit

Lebensmittel sind eigentlich nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Bio-Molekülen. Ein Steak und ein Glas Wasser bestehen jeweils aus ca. 10 hoch 24 Molekülen. Diese kleinsten, mehratomigen Teilchen, sind verantwortlich dafür, was wir schmecken und wie sich Lebensmittel im Mund anfühlen.

Nur Moleküle?

Wir können heute Lebensmittel in ihre Moleküle zerlegen. Und wir haben Methoden erfunden, viele dieser Moleküle herstellen zu können. Die neuen Methoden stellen naturidentische Moleküle oft weniger aufwendig her, als es in der Natur der Fall ist. So mixt beispielsweise die US-Firma Endless West aus Kalifornien eine Kopie eines 20 Jahren alten Whiskey in 24 Stunden aus einem Molekül-Mix zusammen. Seit 2020 auch italienischen Wein und hochwertigen Sake. 

Die Nachhaltigkeitswerte sind bei diesen Methoden signifikant besser als im natürlichen Produktionsprozess. Jeweils zur Hälfte des Preises und mit 60% weniger Landverbrauch, 75 % weniger Wasserverbrauch und 40 % weniger CO2-Ausstoss. Und produziert wird mitten in San Francisco, also regional hergestellt. 

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Auf Moleküle setzt auch das israelische Start-up Bio Milk, dem es gelungen ist, Muttermilch im Labor herzustellen, indem es die immunstärkenden Oligosaccharide der Muttermilch zerlegte und im Labor zusammenbauen konnte. 2021 will Bio Milk Marktreife erlangen. Eine Chance für die Erreichung des UN-Zieles SDG 2, Zero Hunger, bei Babys und Kleinkindern. Konkurrenz bekommen die Israelis aus den USA, Durham, North Carolina. Dort ist das Biotech-Start-up namens Biomilq ansässig, das im Juli 2020 3,5 Millionen Dollar für die Entwicklung von Muttermilch aus Laborkulturen gesammelt hat, um über weibliche Zellkulturen Muttermilch herzustellen. 


Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt für Säuglingsnahrung bis 2026 weltweit einen Wert von fast 104 Milliarden Dollar haben wird, gegenüber 45 Milliarden Dollar im Jahr 2018. Wenn diese molekularen Methoden skalierbar werden, verspricht das ein gutes Geschäft zu werden. 

In Berlin finden wir die Firma LegenDairy, die Milchmoleküle für die Käseproduktion nutzt. Solar Foods in Finnland stellt Proteine aus Molekülen in der Luft, Energie und einem Bakterienstamm her. Und das Thema Fleischzellen züchten hat ja seit November 2020 in Singapur mit Hühnchenzellfleisch den Weg in den Markt gefunden. 

Biomoleküle werden also in Zukunft „angebaut“ werden können. Das wird einige Geschäftsmodelle verändern und Auswirkungen auf die Herstellung in der Lebensmittelkette haben. Die industrielle Produktion von Lebensmittelmolekülen wird zunehmend in Anlagen in den Städten erfolgen. Und in dem Maße, wie sich Städte verändern, wird sich der ländliche Raum verändern. Es werden neue Stadt-Land-Beziehungen entstehen, mit neuen Chancen für beide Seiten. 

Der urbane Lebensraum soll zu einem lebenswerten, naturnahen und nachhaltigen Ökosystem werden. Dieses Ökosystem soll dabei so unabhängig und autark wie möglich sein. Auch im Bereich Lebensmittelproduktion. 
Neueste technische Entwicklungen ermöglichen hierbei den Ansatz einer „Urban Circular Food Economy“.

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Zusammenfassung

Die neuen Methoden stellen naturidentische Moleküle oft weniger aufwendig her, als es in der Natur der Fall ist. So mixt beispielsweise die US-Firma Endless West aus Kalifornien eine Kopie eines 20 Jahren alten Whiskey in 24 Stunden aus einem Molekül-Mix zusammen. Seit 2020 auch italienischen Wein und hochwertigen Sake.

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