Aus für Gault Millau in Deutschland?

Das haben sich Jaques Bally und die neuen russischen Eigentümer des Gault Millau ganz anders vorgestellt. Zuerst trennten sie sich vom langjährigen Partner Christian Verlag und dann übernahm durchaus mit sehr viel Elan ZS. Obwohl ZS hervorragende Arbeit leistete, stritten sich die teuren Lizenzgebern so sehr, dass der ZS Verlag entnervt das Handtuch warf. Es hatte sich aber ein weißer Ritter angeboten: Markus Oberhäußer, der den Gusto Führer weit nach vorne gebracht hatte, ist der zukünftige Partner von ZS, denen Gaste-Guide gut gefällt! Schwere Zeiten für Gault Millau!

Gusto Restaurantführer

In der Fachpresse wird schon gefragt, ob das nun das Ende von Gault Millau in Deutschland sei. Es dürfte kaum ein Verlag Lust haben – nach all den Vorgängen – ZS zu folgen.

Der ZS Verlag baut zusammen mit Gusto „den“ neuen großen deutschen Gourmetführer. Seit 2017 ist der Münchner ZS Verlag der Herausgeber des Gault&Millau Deutschland Restaurant- und des Weinguides. Erst kürzlich erschien der GM 2020 Deutschland. In Österreich wird der Gault Millau wie bisher von Martina Hohenlohe vertreten.

„Die letzten Jahre haben uns als Herausgeber in Zusammenarbeit mit der Gault&Millau Chefredaktion unheimlich viel Freude bereitet. Wir haben die Marke Gault&Millau für den deutschen Markt ausgebaut und neu aufgestellt.
Zum geplanten digitalen Umbau der Marke Gault&Millau fehlte uns jedoch in den drei Jahren die erwartete Unterstützung von internationaler Seite. Die glanzvolle Gala, die am 4. November 2019 stattfand und bei der das Who is Who der deutschen Koch- und Weinszene geladen war, stellt daher den endgültigen Schlusspunkt für ZS dar,“ erklärt Jürgen Brandt, ZS-Verleger, dem Gourmet Report.

Damit öffnet sich für ZS der Weg zur Zusammenarbeit mit Gusto, dem aufstrebenden Restaurantführer. In einer neuen Partnerschaft bringen beide Unternehmen ihre Kompetenzen ein und entwickeln den in Restaurantkreisen höhergeschätzten Gusto zur führenden Marke für kulinarischen Genuss weiter. Gemeinsam sollen Print- und Digitalangebote ausgebaut und neuentwickelt werden. Bereits im Herbst 2020 wird der rundum überarbeitete Gusto als hochwertiges Buch im Handel erscheinen.


„Es gibt in Deutschland immer mehr gute und sehr gute Restaurants. Neben den arrivierten Altmeistern liefern schon seit Jahren auch vermehrt neue, junge Köche mit spannenden Kochstilen Höchstleistungen ab, was sich aus unserer Sicht aber nicht nur in der internationalen Wahrnehmung noch viel zu wenig widerspiegelt, sondern auch hierzulande. Gusto hat es sich als deutschsprachiger Führer von Anfang an zur Aufgabe gemacht, die großartige qualitative Entwicklung in deutschen Küchen und Restaurants zu mehr Wahrnehmung zu führen und auch besonders kreative Kochstile jenseits der französischen Klassik leistungsgerecht zu bewerten und zu fördern. Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit dem ZS Verlag nun einen starken und kompetenten Partner an unserer Seite haben, der zu den führenden Verlagen in den Bereichen Kochen, Genuss und Gesundheit zählt und dessen Name für besonders hochwertige Bücher mit niveauvollen Inhalten steht. Gemeinsam können wir Gusto zum führenden deutschen Restaurant-Guide machen.“, so Gusto-Gründer und Chefredakteur Markus Oberhäußer im Gourmet Report Gespräch.

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2002 von Markus Oberhäußer als regionaler Restaurantführer für Bayern ins Leben gerufen, wurde das Verbreitungsgebiet von Gusto zügig auf einzelne Bundesländer ausgeweitet, ehe 2010 die erste bundesweite Ausgabe erschienen ist. Zwischenzeitlich hat sich der kulinarische Reiseführer in der gesamtdeutschen Restaurant- und Feinschmeckerszene einen sehr guten Namen gemacht und ist zum vielbeachteten Gourmetführer avanciert. Dabei hat der jüngste unter den einschlägigen Guides bereits einige der seit Jahrzehnten etablierten Größen dieses Genres hinter sich gelassen, denn Gusto brachte viel frischen Wind in das seit Jahrzehnten recht statisch von einer Hand voll Publikationen beherrschte Feld der Gourmetkritik – nicht zuletzt durch offene Worte und Transparenz. In einer repräsentativen jährlichen Branchenumfrage des Fachmagazins „Sternklasse“, für die alle rund 5.000 von deutschen Restaurantführern getesteten und bewerteten Betriebe anonymisiert nach ihrer Meinung zu den aktuellen Guides in puncto Kompetenz, Sorgfalt, Unabhängigkeit, Seriosität, Zuverlässigkeit befragt werden, behauptet sich Gusto seit drei Jahren hinter dem Guide Michelin auf Platz 2.

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In der Fachpresse wird schon gefragt, ob das nun das Ende von Gault Millau in Deutschland sei. Es dürfte kaum ein Verlag Lust haben – nach all den Vorgängen – ZS zu folgen.

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