Öffnen, probieren, umtauschen – was ist im Supermarkt erlaubt?

Der März-KONSUMENT informiert über Rechte und Pflichten beim Einkauf

Ein paar Trauben kosten, die Tüte Gummibärchen noch vor der Kassa öffnen und die Bierkiste mit dem Einkaufswagen nach Hause fahren? Beim Einkaufen im Supermarkt ist vieles, aber nicht alles erlaubt. In der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT fasst der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die wichtigsten Regeln zusammen und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher beachten sollten.

· Ist es erlaubt, noch nicht bezahlte Produkte zu öffnen oder zu verkosten? Hier ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht, denn rein rechtlich ist die Sache klar: Solange eine Ware nicht bezahlt wurde, gehört sie dem Händler. In der Praxis wird es meist toleriert, wenn einzelne Produkte noch vor der Kassa konsumiert werden – solange sie im Anschluss ordnungsgemäß bezahlt werden. Ähnliches gilt auch für das Verkosten von offener Ware: Wenn ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird, wird es in vielen Supermärkten geduldet. Erlaubt ist die Verkostung aber, streng genommen, nicht.

· Darf ich Ware betasten oder drücken, um sie zu prüfen? Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht, Ware zu prüfen, bevor sie sie kaufen – solange die Ware bzw. die Verpackung durch die Prüfung nicht beschädigt wird. Auch hier sollte man aber vorsichtig sein und sich im Zweifel lieber beim Personal erkundigen.

· Bitte umtauschen? Auch wenn Konsumentinnen und Konsumenten oft dieser Meinung sind – ein Recht darauf, ein irrtümlich gekauftes Produkt gegen ein anderes umzutauschen, gibt es nicht. Anders verhält es sich, wenn sich z.B. nach dem Öffnen der Käsepackung herausstellt, dass das Lebensmittel verschimmelt ist. Dann muss der Händler die verdorbene Ware zurücknehmen.

· Ist es zulässig, wenn das Personal meine Einkaufstasche kontrolliert? Grundsätzlich gilt: Weder das Supermarktpersonal noch Mitarbeiter eines Security-Dienstes dürfen gegen den Willen einer Kundin oder eines Kunden die Einkaufstasche kontrollieren. Bei einem begründeten Verdacht kann das Personal jedoch verlangen, dass der oder die Betreffende so lange bleibt, bis die Polizei kommt. Und die darf dann auch in die Tasche schauen.

· Was ist, wenn etwas kaputt geht? Wer im Supermarkt versehentlich etwas fallen lässt, muss für den Schaden gerade stehen. Auch hier zeigen sich viele Händler in der Praxis jedoch kulant. Probleme gibt es meist nur, wenn teure Waren zu Bruch gehen. Bei größeren Schäden haben Kundinnen und Kunden gegebenenfalls aber auch die Möglichkeit, ihre private Haftpflichtversicherung einzuschalten.

· Darf ich den Einkaufswagen mit nach Hause nehmen? Den schweren Einkauf schnell mit dem Wagen nach Hause schieben? Keine gute Idee. Einkaufswagen gehören der Lebensmittelkette und sind teuer in der Anschaffung. Allein in Wien müssen jedes Jahr rund 130.000 verstreute Einkaufswagen wieder eingesammelt werden. Wer das Geschäft bzw. den Parkplatz mit dem Einkaufswagen verlässt und dabei erwischt wird, muss daher unter Umständen mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Den ausführlichen Bericht gibt es im März-KONSUMENT und online unter www.konsument.at.

Kassel rettet Lebensmittel

Kartoffel zu knubbelig? Karotte ohne Idealmaß? Ab damit in den Müll? „Das geschieht im Alltag leider zu oft“, weiß Dr. Ursula Hudson von der weltweiten Bewegung „Slow Food“: Allein in Deutschland werden elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr weggeworfen „Dies bedeutet eine nicht zukunftsfähige und ethisch nicht verantwortbare Vergeudung von Ressourcen, wie Böden, Energie, Lebewesen, aber auch menschliche Arbeitskraft. Hier müssen wir alle gemeinsam neue Wege beschreiten, um dies zu ändern und die Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen zu sichern. Jeder einzelne von uns kann dazu beitragen.“, sagt Hudson. Ein Aktionstag in der Kasseler Innenstadt setzt sich daher für die Wertschätzung von regionalen und „verschmähten“ Lebensmitteln ein. Die Initiatoren möchten Verbraucherinnen und Verbraucher dafür sensibilisieren, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Jedes achte gekaufte Lebensmittel das wir kaufen, landet im Müll. Gemüse zählt zu den am meisten verschwendeten Lebensmitteln. Der Aktionstag „Kassel rettet Lebensmittel!“ am 13. September 2014 rückt speziell das Nachtschattengewächs Kartoffel ins Licht der Aufmerksamkeit.

Die Veranstaltung wird organisiert von Slow Food Deutschland e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Tafel. Sie ist Bestandteil der Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Slow Food Deutschland und die Tafeln engagieren sich im Rahmen der Initiative bereits seit fast zwei Jahren mit Aktionen in verschiedenen Städten Deutschlands. Gemeinsames Ziel: Verbraucherinnen und Verbraucher zu motivieren, die Bedeutung von Lebensmitteln, Kochen und Essen für die eigene Lebensqualität wertzuschätzen.

Am 13. September wird auf dem Königsplatz in Kassel um 12 Uhr eine lange Tafel aufgebaut – an dieser sind Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, nach Lust und Laune Gemüse zu schälen, zu schnippeln und natürlich auch zu kosten. Kartoffeln und Gemüse werden am Vortag bei Bauern in der Umgebung von Kassel gesammelt. Aktionskoch Wam Kat und sein Team der Fläming Kitchen zeigen, dass das Aussehen nicht über den Geschmack entscheidet. Aus dem „verschmähten“ und aussortierten Gemüse wird ein köstlicher Eintopf. Bei Tischgesprächen informieren Expertinnen und Experten zu den vielfältigen Aspekten eines nachhaltigen Umgangs mit Gemüse und Kartoffeln: Fragen wie „Was ist ein gutes Lebensmittel“ werden beantwortet und Hinweise zum richtigen Lagern, Konservieren und Verarbeiten gegeben. Zudem erhalten die Gäste raffinierte Koch- und Einkaufstipps.

„Erntetour“ bereits am 12. September
Wer sich noch intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, ist dazu eingeladen, bereits am Vortag mit auf „Erntetour“ zu kommen. An unterschiedlichen Stationen wie der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen in Grebenstein, dem BioHof Groß in Homberg-Mühlhausen und dem Gut Halbersdorf in Spangenberg wird Halt gemacht. Dort wird „nicht marktfähiges“ Gemüse für den Aktionstag eingesammelt. Auch auf der „Erntetour“ steht die Kartoffel im Fokus – informiert wird über ihre Lagerung und Weiterverarbeitung nach der Ernte.

Für die „Erntetour“ wird um Anmeldung gebeten unter: projektbeauftragte@slowfood.de. Die Teilnahme an der Rundfahrt mit dem Bus ist kostenlos, Start- und Endpunkt ist Kassel.

Zu gut für die Tonne!
Wie sich Lebensmittelabfälle reduzieren lassen, zeigt die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbände, Kirchen und NGOs unterstützen die Initiative. Unter www.zugutfuerdietonne.de finden sich Tipps zu Lebensmittellagerung und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste Reste.

15. EUROPÄISCHES KOCH-FESTIVAL

Ziel der breit angelegten Aktion ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher die kulinarische Tradition
und die authentischen Produkte ihres Landes und ihrer Region wieder näherzubringen.
Kochen ist mehr als nur „Essen machen“, Kochen ist eine Kunst, die
alle Sinne berührt und die traditionell das beste Produkt der Region einbezieht.

Alle teilnehmenden Restaurants, sicher auch in Ihrer näheren Umgebung, mit Ihren Speisen und anderen Angeboten sortiert nach Ländern finden Sie
auf www.kochfestival.de

Was denken deutsche Verbraucher über regionale Lebensmittel?

1. Rund die Hälfte (48 %) aller Verbraucherinnen und Verbraucher achtet beim Einkauf darauf, dass Lebensmittel aus einer bestimmten Region kommen.

2. Fast die Hälfte (45 %) aller Verbraucherinnen und Verbraucher kauft regionale Lebensmittel auf dem Wochenmarkt. Supermärkte sind mit Abstand die Hauptbezugsquelle (86 %). 41 % der Befragten kaufen regionale Produkte direkt vom Bauern.

3. Hauptmotiv der Verbraucher: Sie haben Vertrauen zu den Landwirten aus der Region (83 %). Kurze Transportwege (80 %), positives Lebensgefühl (71 %), Arbeitsplätze in der Heimat sind für mindestens zwei Drittel (70 %) relevant.

4. 79 % der Verbraucher wären bereit, mehr Geld für regionale Lebensmittel auszugeben (10 % deutlich mehr, 69 % etwas mehr).

5. Nicht einmal jeder Fünfte (17 %) fühlt sich über die Herkunft regionaler Lebensmittel verlässlich informiert (66 % teilweise, aber die Informationen müssen noch klarer sein).

6. Drei Viertel ( 75 %) der Verbraucher meinen, verbindlich definierte Kriterien für Regionalsiegel würden mehr Vertrauen schaffen.

7. Bei einer Regionalkennzeichnung wäre nur für 56 % der Befragten eine klare geographische Abgrenzung wichtig. Am wichtigsten ist, dass das Produkt in der Region verarbeitet wurde (81 %). 70 % der Verbraucher legen Wert darauf, dass bei Fleischprodukten auch die Futtermittel aus der Region stammen.

8. Der Aspekt Tierwohl (89 %) ist den Menschen mit Abstand am wichtigsten gegenüber Bio-Produktion (56 %) und regionaler Herkunft (54 %). Für 71 % hat der Preis Priorität.

Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums
(EMNID / 1000 Befragte / Umfragezeitraum 16.-19.12.2011)

23000 Menschen bei Wir haben es satt! Demo in Berlin

Menschen haben gestern in Berlin gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und Tierquälerei in Megaställen und für eine bäuerliche ökologische Zukunftslandwirtschaft demonstriert. VerbraucherInnen, Umwelt- und TierschützerInnen, ImkerInnen, Bäuerinnen und Bauern sowie entwicklungspolitische Gruppen zogen unter dem Motto „Wir haben es satt! – Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ zum Kanzleramt und verlangten von Bundeskanzlerin Merkel eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik. Die Veranstalter werfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang Steigbügelhalter für die Agrarindustrie zu sein, statt die Forderungen der Zivilgesellschaft durchzusetzen. Die Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden.

Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis aus über 90 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier-, Verbraucherschutz und Entwicklungszusammenarbeit.

Die Nigerianerin, Mariann Bassey, Sprecherin von Friends of the Earth, dem internationalen Umweltnetzwerk des BUND, mahnte: „Die Politik hat schrankenlose Spekulationen auf Lebensmittel erst möglich gemacht. Gleichzeitig ist sie für den Landraub für Futtermittel und Agrosprit in den Ländern des Südens verantwortlich. Das alles treibt die Lebensmittelpreise hoch und schließt Hungernde vom Zugang zu fruchtbarem Land und zu Lebensmitteln aus. Für das Menschenrecht auf Nahrung müssen Spekulation und der Agrospritboom ausgebremst werden. Die Europäische Agrarpolitik braucht eine Kehrtwende weg von Überproduktion und Fleischexporten.“

Die Köchin, Gastronomin und Buchautorin Sarah Wiener sagte: „Jüngst wurden antibiotikaresistente Keime in Hühnerfleisch gefunden – dies ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Wir haben diese ständigen Lebensmittelskandale satt. Es ist höchste Zeit, dass endlich grundlegende Konsequenzen daraus gezogen werden. Wir müssen weg von der Agrarindustrie, hin zu einer bäuerlichen und nachhaltigen Landwirtschaft.“

Der Jung-Bauer Moritz Schäfer von der jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) betonte:
„Unser breiter Protest gegen die Agrogentechnik wirkt: BASF musste ihre Gentech-Kartoffel in Europa aufgeben, da die gesellschaftliche und bäuerliche Akzeptanz fehlt. Es ist auch eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung, denn die Amflora von der BASF war die erste Kartoffel, die es in einen Koalitionsvertrag schaffte. Auch in der EU-Agrarpolitik forciert Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner bislang die Agrarindustrie. Und das obwohl die agrarindustriellen Strukturen Klimawandel, Hungerkrisen und das Höfesterben verschärft. Die EU-Direktzahlungen müssen an Arbeitskräfte und Umweltleistungen gebunden und nach oben gekappt werden und dürfen nicht die Agrarindustrie mästen! Dann finden sie auch gesellschaftliche Akzeptanz.“

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, stellte fest:
„Es geht um die Systemfrage: Lassen wir es weiter zu, Tiere in Haltungssysteme zu zwingen, die ihnen Schmerzen und Leid zufügen? Denn das ist heute der Alltag für Millionen von Tieren. In den Intensivhaltungen leiden sie direkt. Unter den Folgen leiden aber auch Umwelt, Bäuerinnen und Bauern sowie VerbraucherInnen. Daher braucht es den Schulterschluss gesellschaftlicher Gruppen. Wir kämpfen für mehr Tierwohl im Stall, gegen Gentechnik-Futtermittelimporte aus Übersee und für mehr Unterstützung der bäuerlichen, artgerechten Landwirtschaft.“

www.wir-haben-es-satt.de

Den Keimen auf der Spur!

BfR informiert auf der Internationalen Grünen Woche 2012 über Keime in Lebensmitteln

Wie können sich Verbraucher vor Erkrankungen durch Keime in Lebensmitteln schützen? Welche Keime können überhaupt in Lebensmitteln enthalten sein? Und: Sind Keime eigentlich immer gesundheitsschädigend? „Bakteriell belastete Lebensmittel müssen nicht unbedingt krank machen“, erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Andererseits können aber Lebensmittel ohne Verderbnisanzeichen dennoch krankmachende Keime enthalten“. Den Keimen auf der Spur! – das ist das Motto, unter dem das BfR auf der Internationalen Grünen Woche die Besucherinnen und Besucher informiert. Der Messeauftritt ist zudem der Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des BfR.

Am Informationsstand des BfR können sich Verbraucherinnen und Verbraucher über „gute“ und „schlechte Keime“ in Lebensmitteln informieren:

In vielen Lebensmitteln sind Keime durchaus erwünscht. So werden beispielsweise zur Herstellung von Joghurt, Käse oder Salami Milchsäurebakterien benötigt. Andere Keime in Lebensmitteln sind hingegen unerwünscht, weil sie zum Verderb von Lebensmitteln oder sogar zur Erkrankung von Verbraucherinnen und Verbrauchern führen. Verderbniskeime wie Pseudomonaden oder Mikrokokken bilden im Lebensmittel Enzyme, mit denen sie organische Stoffe abbauen. Dabei entstehen Stoffwechselprodukte, die unter anderem Geruch und Geschmack des Lebensmittels so verändern, dass es für den Verzehr nicht mehr geeignet ist. Der Verderb ist in der Regel leicht zu erkennen, Beispiele für das Wirken von Verderbniskeimen sind saure Milch oder ranzige Butter.

Der Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln bedeutet aber nicht, dass Verbraucherinnen und Verbraucher davon in jedem Fall krank werden. Dieses Risiko besteht erst dann, wenn das Lebensmittel tatsächlich mit krankmachenden Keimen verunreinigt ist. So sind Salmonellen und Campylobacter in Lebensmitteln die Hauptursache für bakterielle Durchfallerkrankungen. Auch von antibiotikaresistenten Keimen auf Lebensmitteln kann unter Umständen ein Gesundheitsrisiko ausgehen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich vor solchen Infektionen schützen, indem sie auf eine hygienische Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel achten.

Anhand eines „Fehlerkühlschranks“ erklären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BfR anschaulich, welche Lebensmittel wie und wo im Kühlschrank richtig aufbewahrt werden. Zudem werden in einer „Black-Box“ Keime, beispielsweise auf Frühstücksbrettchen, sichtbar gemacht.

Beim BfR-Quiz können sowohl Kinder als auch Erwachsene ihr Wissen rund um das Thema Lebensmittelhygiene testen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist auf der Internationalen Grünen Woche vom 20. bis 29. Januar 2011 am Stand 101 in der Halle 3.2 (Erlebnisbauernhof) der Messe Berlin zu finden.

Ziegenkäse aus Frankreich

Aktuelle Umfrage: Ziegenkäse aus Frankreich schmeckt deutschen Verbrauchern über­raschend gut
Testaktion machte 300 Verbraucherinnen zu Ziegen­käseliebhabern

„Ich war sehr überrascht, dass Ziegenkäse doch so gut schmeckt.“ Dieses Fazit zogen kürzlich 300 deutsche Verbraucherinnen nach einer Testaktion der Empfehlerinnen-Plattform konsumgoettinnen.de. Sie waren unter mehr als 6.000 Bewerbern ausgewählt worden und durften sich eine Auswahl französischer Ziegenkäse schmecken lassen. Nur elf Prozent der Testerinnen aßen zuvor min­destens einmal wöchentlich Zie­genkäse, die große Mehrheit nur gelegentlich, sechs Prozent nie. Nach der Testaktion waren 93 Prozent so überzeugt vom Geschmack der zickigen Franzosen, dass sie ihn in Zukunft häufiger genießen wollen.

Frischkäse am beliebtesten
Ziegenkäse – vor allem aus Frankreich, dem Land mit der größten Auswahl – hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz in deutschen Käsetheken erobert. Dennoch gibt es bei vielen Verbrauchern weiterhin Vorbehalte. Dass diese vollkommen unbegründet sind, bewies der Produkttest der „Konsumgöttinnen“. Denn die Testerinnen erkannten, dass französischer Ziegenkäse sehr viel dezenter schmeckt als sie vorher geglaubt hatten.
Die Nase vorn hatten am Ende die französischen Frischkäse, allen voran der Taler, knapp gefolgt vom Streichkäse und der frischen Rolle. Aber auch die reiferen Varianten wie die gereifte Rolle und der Ziegencamembert schmeckten mehr als vier Fünfteln gut bis hervorragend.

Vielfältige Verwendung in der Küche
Und noch einen Vorzug der Ziegenkäse haben die Verbrauche­rinnen erst beim Selbsttest kennengelernt: den vielfältigen Ein­satz in der Küche. Sie alle bereiteten verschiedene Rezepte mit französischem Ziegenkäse zu – und waren begeistert. „Es ist erstaunlich, wie viel man mit Ziegenkäse machen kann“ oder „Man kann viele Gerichte damit zaubern oder aufpeppen“, war danach oft zu hören.

Geteilte Freude ist doppelte Freude
Die Aktion hat die Erwartungen von 93 Prozent der 300 Teste­rinnen erfüllt oder übertroffen. Sie haben vor, französischen Ziegenkäse ab jetzt häufiger zu genießen. Und das ist nicht kompliziert. Die meisten von ihnen kaufen ihren Ziegenkäse im Supermarkt, entweder abgepackt im SB-Regal oder in der Frischetheke.
Dass sie nach dem Probieren zu überzeugten Ziegenkäsefans geworden sind, beweist die Tatsache, dass sie zusammen über 53.000 Gespräche zum Thema französischem Ziegenkäse initiiert haben, ent­weder durch direkten Kontakt mit Familie oder Freunden, die eifrig mittesteten, oder durch Erfahrungsberichte im Internet.

Neue Schlichtungsstelle der Airlines will 10 Euro pro Vorfall

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und das Bundesjustizministerium haben sich in einem Eckpunktepapier zur Gründung einer Schlichtungsstelle verständigt. Ansprüche bei Nichtbeförderung wegen Annullierung, Überbuchung, Verspätungen und Gepäckbeschädigungen sollen im Luftverkehrsgesetz verankert werden.

Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger sowie Verbraucherschutzministerin Anita Tack haben sich für eine Schlichtungsstelle für Reisende ausgesprochen, die alle Verkehrsträger umfasst. Die Minister reagieren damit auf die Ankündigung der Airlines, nun auch eine Schlichtungsstelle für Fluggäste einzurichten. Kritisch sehen beide Brandenburger Minister, dass nach dem Eckpunktepapier der Fluggesellschaften Verbraucherinnen und Verbraucher bei Anrufung der Schlichtungsstelle mit zehn Euro zur Kasse gebeten werden sollen.

Vogelsänger, zurzeit auch Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz: „Auch wenn die Airlines nun bereit sind, sich auf eine Schlichtungsstelle für Flugreisende einzulassen, ist hier eine Sonderlösung gefunden worden.“ Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), die verkehrsträgerübergreifend tätig ist, wird ausgegrenzt. Die SÖP hat sich im Bereich des Bahnverkehrs bewährt – Fernverkehr und Nahverkehr werden gemeinsam geschlichtet.

Tack: „Bei den Ansprüchen aus Fluggastrechten geht es nicht immer um viel Geld, sondern manchmal auch um das Recht, während der stundenlangen Warterei Erfrischungen zu bekommen oder über die erhebliche Verspätung, zum Beispiel durch Nutzung eines E-Mail-Terminals, informieren zu können.“ Zudem könnten Verbraucher oft nicht selber einschätzen, ob die Verspätungen in die Verantwortung der Fluggesellschaft fallen oder durch außergewöhnliche Umstände verursacht sind. „Die Anrufung der Schlichtungsstelle sollte daher für Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr kostenlos sein.“

„Bedauerlich ist“, so die Minister weiter, „dass der gute Ansatz einer verkehrsträgerübergreifenden Schlichtung hier verworfen werden soll. Der Luftverkehr ist heute weitgehend mit anderen Verkehrsträgern verbunden. Die isolierte Betrachtung des Flugverkehrs erschwert es Reisenden ohne Not, ihre Rechte geltend zu machen.“

Risiken, die unter die Haut gehen

BfR weist auf gesundheitliche Risiken von Tätowierungen und deren Entfernung hin

Tätowierungen können mit unerwünschten Wirkungen wie Infektionen, Narbenbildung oder allergischen Reaktionen verbunden sein. Zudem sind gesundheitliche Langzeitwirkungen der Tätowiermittel, die unter die Haut eingebracht werden, möglich. Aber auch die Entfernung von Tattoos ist nicht ohne Risiko: Seit einiger Zeit werben Anbieter verstärkt mit Verfahren, in denen flüssige Tattoo-Entferner verwendet werden. Dabei handelt es sich um Lösungen, die in der Regel 40-prozentige L(+)-Milchsäure enthalten, und ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt werden. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind. In einigen Fällen kam es zu schweren Entzündungsreaktionen der Haut mit Narbenbildung. Eine Alternative zur chemischen Tattoo-Entfernung ist der Einsatz von Lasertechnik. Hierbei ist bislang allerdings ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Behandlung entstehen und welche unerwünschten Wirkungen von diesen Verbindungen ausgehen können. „Angesichts der gesundheitlichen Risiken sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich sehr gut überlegen, ob sie sich ein Tattoo stechen lassen“, so Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Wer sich für ein Tattoo oder dessen Entfernung entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die eingesetzten Mittel und Verfahren informieren und sich von fachkundigem Personal behandeln lassen.

Rund 10 Prozent der Deutschen sind tätowiert, in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei fast 25 Prozent. Tätowiermittel werden ebenso wie Permanent-Make-up-Farben unter die Haut eingebracht. Für Schmucktätowierungen werden meistens Mittel eingesetzt, die organische Pigmente enthalten, für Permanent-Make-Up werden oft Eisenoxide und Ruße verwendet. Unerwünschte Nebenwirkungen einer Tätowierung oder eines Permanent-Make-Ups können Infektionen, Entzündungen, Narbenbildung oder allergische Reaktionen sein. Zudem sind Langzeitwirkungen möglich, über die bislang kaum Erkenntnisse vorliegen. Diskutiert werden die Spaltung von Farbmitteln unter der Haut sowie der Transport von Pigmenten und deren Spaltprodukten in andere Organe. So wurden beispielsweise bei tätowierten Personen Farbpigmente in den Lymphknoten nachgewiesen.

Auch die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-Up ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Flüssige Tattoo-Entferner werden ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt. Sie können als Wirkstoff 40-prozentige Milchsäure enthalten. Milchsäure ist haut- und schleimhautreizend, die Reizwirkung kann bereits bei einer Konzentration von 20 Prozent in Formulierungen auftreten. Dem BfR sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung von Milchsäure zur Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up teilweise starke unerwünschte Wirkungen auftraten. In den schlimmsten Fällen kam es zu schweren Entzündungen der Haut und zu Narbenbildungen. Die Entzündungsreaktionen werden auf die Verwendung der Milchsäure zurückgeführt. Zudem ist es möglich, dass bei den Behandlungen nicht unter sterilen Bedingungen gearbeitet wurde und Keime unter die Haut gelangen konnten.

In der Medizin setzt man derzeit auf Verfahren zur Tattoo-Entfernung, die auf der Lasertechnik basieren. Kurz gepulste Laserstrahlung, die in ihrer Wellenlänge dem jeweiligen Farbpigment angepasst ist, spaltet die Pigmente unter der Haut auf. Aber auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich. Bislang ist ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Laserbehandlung entstehen und welche gesundheitlichen Risiken von ihnen ausgehen.

Angesichts der gesundheitlichen Risiken, die sowohl mit Tätowierungen als auch mit deren Entfernung verbunden sind, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich das Stechen einer Tätowierung sehr gut überlegen. Wer sich für ein Tattoo oder Permanent-Make-Up entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die verwendeten Mittel informieren und darauf achten, dass die Behandlung von fachkundigem Personal durchgeführt wird. So sollte unter anderem die Berücksichtigung von Hygienestandards sichergestellt sein. Das Gleiche gilt für den Fall der Tattoo-Eentfernung: Auch hier sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Eingriff detailliert über die Entfernungsmethode, mögliche Nebenwirkungen und die Expertise des Anbieters informieren.

Sind Frauen die besseren Weinkenner?

Wein galt lange Zeit als Männerdomäne. Doch die Frauen holen auf: Immerhin 65 Prozent der deutschen Weintrinkerinnen geben an, sich mit Wein genauso gut auszukennen wie Männer. 12 Prozent sind sogar überzeugt, über bessere Kenntnisse zu verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie „Frauen und Wein“ der Wein- und Spirituosenfachmesse Vinexpo (19.-23. Juni in Bordeaux). In Deutschland wurden in Kooperation mit der Online-Community Konsumgöttinnen.de knapp 5.500 Weintrinkerinnen befragt.

Insgesamt nahmen 10.500 Weinliebhaberinnen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und Hongkong an der Umfrage zu Gewohnheiten und Vorlieben von Frauen beim Weingenuss teil. Das Resultat: Die weintrinkenden Frauen sind nicht nur selbstbewusster geworden, sondern sie haben auch ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie ihr Wein aussehen soll – nämlich rot.

Klare Vorstellungen beim Weinkauf

51 Prozent der Konsumentinnen weltweit geben Rotwein den Vorzug vor anderen Weinsorten – in Deutschland mögen immerhin 47 Prozent der Frauen ihren Wein am liebsten rot. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala steht Weißwein, den in Deutschland 29 Prozent der Weintrinkerinnen bevorzugen, gefolgt von Rosé (17 Prozent) und Schaumwein (6,4 Prozent).

Den Weinkauf erledigen deutsche Konsumentinnen am häufigsten im Supermarkt (69 Prozent), oft aber auch im Weinfachhandel (52 Prozent). Knapp ein Viertel (22 Prozent) kaufen auch schon einmal direkt beim Produzenten. 10 Prozent beziehen Wein auch über das Internet.

Qualität steht bei deutschen Weintrinkerinnen im Vordergrund

Bei der Weinauswahl achten deutsche Verbraucherinnen in erster Linie auf das Herkunftsland bzw. die Herkunftsregion (58 Prozent) und dann auf die Rebsorte (52 Prozent). Der Preis wird nur von 38 Prozent der deutschen Weintrinkerinnen als ausschlaggebend erachtet. Für ein Flasche Wein geben sie im Durchschnitt zwischen 4 und 8 Euro aus. Anders sieht es in Großbritannien aus: für 70 Prozent der Britinnen ist der Preis das wichtigste Kaufkriterium. Die Amerikanerinnen achten vor allem auf die Rebsorte.

Rat in Sachen Weinkauf holen sich deutsche Konsumentinnen vor allen beim Weinhändler (58 Prozent) und bei Angehörigen oder Freunden (43 Prozent). Immerhin ein Drittel aller Frauen verlässt sich bei der Weinauswahl ausschließlich auf ihr eigenes Urteil. Eine weitere wichtige Informationsquelle ist das Internet. Hier informieren sich 13 Prozent der deutschen Verbraucherinnen über Wein.

Wein als Verkörperung von Lebensart und Kultur

Deutsche Weintrinkerinnen sehen im Wein vor allem ein Stück Lebensart (50 Prozent) und Kultur (48 Prozent). Immerhin 43 Prozent der befragten Frauen in Deutschland trinken mindestens einmal pro Woche Wein. 71 Prozent trinken Wein vor allem in Gesellschaft von Freunden, 50 Prozent genießen Wein auch schon einmal ohne besonderen Anlass, einfach zur Entspannung am Abend. 41 Prozent der deutschen Verbraucherinnen trinken Wein auch gerne als Begleitung zum Essen. Egal zu welchem Anlass: Der Genuss steht für 89 Prozent der deutschen Weinliebhaberinnen im Vordergrund.