Zehn Weihnachtstipps für Weltverbesserer

Glückliche Schokoweihnachtsmänner, duftender Kerzenschein und Geschenke, die glücklich machen statt Verlegenheitsgeschenke, Lametta und volle Mülleimer? Für alle, die ein bisschen grünere Weihnachten feiern möchten, bietet das Verbraucherportal „Der Nachhaltige Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung viele Tipps.

1. Umweltfreundliches Flackern
Gemütlicher Kerzenschein klingt harmlos, aber Kerzen werden häufig aus Erdöl (Paraffin) oder Palmöl (Stearin) hergestellt. Und dafür werden Regenwälder gerodet. Eine gute Alternative sind Bienenwachskerzen. Kerzen aus nachhaltig produziertem Stearin sind auch okay.

2. Grüne Erleuchtung
Damit die Stromrechnung einem nach dem Fest nicht die Stimmung vermiest, vorher in LED-Lichtschmuck investieren. LED-Lampen verbrauchen bis zu 85 Prozent weniger Energie als die alten Lichterketten mit Glühbirnen. Die Lichter sollten am besten mit Ökostrom brennen.

3. Faire Versuchung
Schokoweihnachtsmann ist nicht gleich Schokoweihnachtsmann. Wer fair gehandelte Schokolade kauft, unterstützt die Kakaobauern und sorgt dafür, dass sie mit dem Anbau auch ihre Familie ernähren können. Einfach beim Einkauf nach dem Fairtrade-Siegel schauen.

4. Tschüss Konsumterror!
Shoppen, shoppen, shoppen? Oder: Einfach keinen unnötigen Krempel schenken. Langlebige, persönliche Geschenke machen am meisten Freude – vielleicht findet man die im Second-Hand. Mindestens genauso wertvoll: geschenkte Zeit.

5. Den Förster von nebenan kennenlernen
Kein Baum ist auch keine Lösung. Statt gespritzter und schnell gewachsener Bäume von Plantagen lieber ungespritzte Fichten, Tannen oder Kiefern bei regionalen Forstbetrieben kaufen. Noch eine Stufe höher auf der Ökoleiter: Regionale Öko-Weihnachtsbäume mit Siegel kaufen (z. B. EU-Biosiegel, FSC, Bioland, Naturland).

6. Futter für Naschkatzen statt Lametta
Ein bisschen weniger Bling-Bling: Den Weihnachtsbaum mit selbst gebastelten Papiersternen und Zapfen aus dem Wald schmücken. Oder gleich auf essbare Weihnachtsdeko setzen: Selbst gebackene Plätzchen oder Lebkuchen, echte Äpfel, Fruchtringe oder Schokokringel aufhängen.

7. Bahn statt Brummbrumm
Familie und Freunde wohnen nicht unbedingt um die Ecke. Für den Weg zum Fest möglichst den Bus oder die Bahn nehmen – und einfach mal Autofasten. Jede Bahnfahrt erspart der Umwelt im Vergleich zur Fahrt mit dem Auto mehr als zwei Drittel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Von Inlandsflügen ganz zu schweigen.

8. Festtagsmenü: klimafreundlich, nicht freudlos
Für den Festtagsschmaus Bio-Lebensmittel wählen. Noch besser ist’s, wenn die noch aus der Region kommen. Am besten fürs Klima ist ein vegetarisches Menü. Wer nicht auf die Weihnachtsgans oder den Braten verzichten möchte, sollte nicht sparen, sondern ein paar Euro mehr ausgeben und ökologisch und regional erzeugtes Fleisch kaufen.

9. Kein Fest für die Tonne
Braten, Klöße, Plätzchen – nach dem Fest landen wertvolle und liebevoll zubereitete Lebensmittel häufig in der Tonne. Dagegen hilft: Weniger einkaufen, Reste abkühlen lassen und dann schnell in den Kühlschrank stellen, und am Tag danach Restemenüs zaubern. Weitere Möglichkeiten: Reste einfrieren oder Gästen als Gastgeschenk mitgeben.

10. Nix müssen
Das Weihnachtsfest sollte nicht zum Dauerstress ausarten. Auch nicht, weil das Fest auf Teufel komm raus ökologisch korrekt sein soll. Genießen. Pause machen. Innehalten. Sich selber und seinen Liebsten Zeit schenken.

Noch mehr Tipps für Weltverbesserer und Alltagshelden gibt es in der App „Der Nachhaltige Warenkorb“ vom Rat für Nachhaltige Entwicklung: www.nachhaltiger-warenkorb.de

Top 10 Weihnachtssüßigkeiten

Plätzchen vorn – Nüsse knacken Schokolade

• Deals.com-Umfrage: Vanillekipferl & Co. vor Lebkuchen, Nüsse schlagen Schokolade
• Geschlechtsspezifisches Naschen: Männer stehen auf Stollen, bei Frauen darf es auch mal Obst sein
• Fast jeder Zweite kann nicht ohne Schoko-Weihnachtsmann

Endlich naschen und schlemmen ohne Gewissensbisse: Zu Weihnachten sind den Deutschen Kalorien nämlich egal – das behauptet mehr als die Hälfte (57 Prozent) in einer aktuellen Umfrage von www.deals.com. Und wenn das schlechte Kaloriengewissen schweigt, kann sich der süße Genuss entfalten: Vor allem Plätzchen und Kekse wie Spekulatius und Vanillekipferl kommen auf die deutschen Weihnachtsteller – bei 85 Prozent der deutschen Naschkatzen stehen diese zu Weihnachten auf dem Speiseplan. Zwei Drittel stürzen sich gern auf Lebkuchen. Überraschenderweise sind Nüsse beliebter als Schokolade: Jeder zweite Deutsche knackt sie zu Weihnachten – vor allem Frauen entdecken an den Festtagen ihre Leidenschaft für Nüsse (54 Prozent vs. 47 Prozent der Männer). Schokolade in allen Varianten landet hingegen nur auf Rang vier der beliebtesten Weihnachts-Leckereien. Trotzdem sehr begehrt: Der Schoko-Weihnachtsmann – fast jeder zweite Deutsche kann nicht ohne (44 Prozent).
Die kalorienreichen Stollen sind hingegen ein Männer-Ding: 45 Prozent der Männer und nur 38 Prozent der Frauen greifen gern zu diesem traditionsreichen Weihnachtsgebäck. Hausgemachter Stollen ist allerdings eine Rarität in deutschen Landen: Nur acht Prozent der Bundesbürger backen sie selbst. Beim Obst hat das weibliche Geschlecht klar die Nase vorn: 38 Prozent der Frauen und nur 25 Prozent der Männer versüßen sich Weihnachten mit den fruchtigen Vitaminbomben.

Frage: Was naschen Sie zu Weihnachten? (Mehrfachantworten möglich)
1. Plätzchen & Kekse (Vanillekipferl, Spekulatius etc.)     85%
2. Lebkuchen     67%
3. Nüsse (z. B. Walnüsse, gebrannte Mandeln)     50%
4. Andere Schokolade (Tafeln, Riegel, Kugeln, Taler etc.)     44%
5. Schoko-Weihnachtsmann     44%
6. Stollen     42%
7. Marzipanbrot /-kartoffeln     40%
8. Dominosteine     37%
9. Obst     32%
10. Andere Teigwaren (Baumkuchen, Quarkbällchen etc.)     25%

Anis und Sternanis stimmen auf Weihnachten ein

 

Vollmundig legt sich die zuckersüße Klebrigkeit schmelzenden Baisers auf die Zunge, durchdrungen von einer ganz bestimmten, feinen, würzig-frischen Note – und gerade dieser kontrastierende Geschmack macht das Gebäck so interessant. Dafür verantwortlich ist Anis, der den Anisplätzchen aus Eischnee ihren Namen verleiht und zur Weihnachtsbäckerei einfach dazugehört!

Seit der Antike wird Anis in Europa genutzt. Pimpinella anisum l., so der lateinische Name, ist eine einjährige Doldenpflanze von etwa 50 bis 60 Zentimetern Höhe, die auch im heimischen Kräutergarten kultiviert werden kann. Aus ihren kleinen, weißen Blüten bilden sich die etwa zwei Millimeter großen Aniskörper, die zur Verfeinerung vieler Gerichte und Backwaren verwendet werden. Der heute weltweite Anbau hat seine Wurzeln im Mittelmeerraum, wo der Anis ursprünglich zu Hause war. Spanien und Italien behaupten sich als anbaustärkste Länder.

Ganz anderer Abstammung ist der Sternanis (lateinisch: Illicium Verum Hook, Fil.), in Deutschland erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts genutzt. Er ist die Frucht eines immergrünen Baumes aus Südchina, der sechs bis zehn Meter hoch werden kann. Sein Anbau beschränkt sich auf Plantagen in Südostasien. Die Ernte findet bis zu dreimal im Jahr statt.

Optisch sind die beiden Gewürze völlig verschieden. Die winzigen Doppelspaltfrüchte des Anis haben eine dunkle Farbe irgendwo zwischen Braun, Grau und Grün und eine matte Oberfläche. Ungleich attraktiver ist der Sternanis, der nicht nur in der Weihnachtszeit auch gerne als Fotomotiv genutzt wird. Er hat in der Regel acht halb geöffnete kleine Taschen, „Balgfruchtkapseln“, die strahlenförmig auseinander laufen. Jede von ihnen offenbart ein glattes, glänzendes, rotbraunes Samenkorn.

In der Küche können die beiden Gewürze miteinander ausgetauscht werden, wenn auch Sternanis ein wenig voller und schwerer schmeckt als Anis. Sie sind botanisch gesehen nicht verwandt, dennoch ist beiden fast der gleiche, eindringliche Geschmack eigen. Das liegt daran, dass beide das ätherische Öl Anethol enthalten. Seine Note kann ganz unterschiedliche Lebensmittel abrunden. Lebkuchen, Pfeffernüsse, Printen, Honigkuchen und Anisplätzchen sind typische Beispiele dafür, dass Anis und Sternanis in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur haben. Aber auch einige herzhafte Gerichte lassen sich mit Anis hervorragend abschmecken, etwa Kochfisch, Gurkensalat und Rotkraut.
Für Gebäck gilt: Es sollte vor dem Verzehr zumindest eine Woche lagern, da sich dann erst der Geschmack voll entfaltet. Stillende Mütter dürfen sich übrigens eine Extra-Portion genehmigen, denn Anethol kurbelt die Milchbildung an.

Johanna Thelemann, http://www.aid.de/

Profi-Tipps für die Weihnachtsbäckerei

Plätzchen gehören zur Weihnachtszeit einfach dazu. Doch nicht jeder hat die Zeit, dafür stundenlang in der Küche zu stehen. Monica Volk vom Deutschen Hausfrauen-Bund empfiehlt daher organisiert zu Werke zu gehen: "Wichtig ist, dass man sich bereits im Vorfeld überlegt, was und wie viel man backen möchte und rechtzeitig einkauft".

Bei der Auswahl der Rezepte rät sie auf Bewährtes zu setzen. Zu viele Zutaten überwürzen und verteuern Plätzchen nur. Sinnvoll ist zudem, ein Rezept auf die vorhandenen Gerätschaften und Lagermöglichkeiten hin abzuklopfen. Zeit spart, nicht ‚jedes Ei einzeln‘ aus dem Kühlschrank zu holen, sondern sich bereits zu Beginn der Weihnachtsbäckerei alle Rezepte, Zutaten, Arbeitsgeräte bis hin zu Aufbewahrungsdosen bereit zu stellen.

"Springerle und Spekulatius, die mit Hilfe von Modeln geformt werden, erfordern viel Geduld", weiß die Hauswirtschaftsmeisterin aus Erfahrung. Als schnelle Idee empfiehlt sie, einen Nussteig à la Linzer Torte auf einem Backblech zu verteilen und mit Konfitüre zu bestreichen. Nach dem Backen braucht der Teig dann nur noch in Stücke geschnitten zu werden, fertig. Wer will, kann den Teig vor dem Backen noch mit Teigsternen oder Rhomben verzieren.

Auch Spritzgebäck lässt sich unkompliziert zubereiten. Und ebenfalls einfach nachzumachen: Aus Mürbeteig eine Rolle formen, kühl stellen, dann in Scheiben schneiden und backen. Für Abwechslung auf dem Teller sorgen mit wenig Aufwand verschiedene Dekore‘.

Volks Tipp: Ein Rezept Mürbeteig-Plätzchen zubereiten, einen Teil mit Puderzuckerglasur, einen zweiten mit Schokoguss und ein Drittel mit rosa Guss und Streusel verzieren.

Immer Qualität einkaufen, sprich ein gutes Mehl, Butter und frische Eier, rät Otto Kemmer, Präsident des Deutschen Konditorenbundes: "Dann haben Sie für Ihre Plätzchen eine gute Grundlage." Bei Mürbeteig wird häufig der Fehler gemacht, dass er zu lange bearbeitet wird. "Dadurch wird er brandig, sprich das Fett tritt aus und Sie bekommen für Ihren Teig keine Bindung mehr", so der Fachmann. Um dies zu verhindern, empfiehlt er für Mürbeteig statt normalen Haushaltszucker Puderzucker zu verwenden, weil sich hier die Zuckerkristalle schneller lösen. Wichtig ist darüber hinaus, Mürbeteig stets zügig herzustellen. Sobald der Teig homogen ist, das Kneten beenden.
Häufig steht in Rezepten, den Teig zum Ruhen in den Kühlschrank stellen. Davon hält der Konditormeister nichts. Denn zu kühle Teige sind steinhart und lassen sich nicht mehr auswellen. Es genügt den Teig eine halbe Stunde in der Küche stehen zu lassen, so der Fachmann. Auswellen zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie verhindert, dass der Teig eine Haut bildet, erneut geknetet werden muss und durch die Handwärme zu warm sprich brandig wird. Außerdem ist so zum Ausrollen kaum Mehl nötig. Farbe und Geschmack des Teigs bleiben optimal erhalten.

Bei Makronengebäck entscheidend: Eiweiß und Zucker nicht zu stark aufschlagen, da sonst keine Bindung mehr zu den anderen Zutaten möglich ist. Die Masse ist perfekt, wenn sie beim Herausziehen des Rührgeräts Spitzen zieht. "Zum Unterheben der übrigen Zutaten würde ich dann immer einen Spatel nehmen, damit die Struktur der Masse erhalten bleibt", so Backprofi Kemmer. Nach dem Aufspritzen auf Oblaten sollten die Makronen noch eine viertel Stunde stehen bleiben, bevor sie in den Ofen kommen. Dieser sollte generell vorgeheizt sein: "Wenn Sie Gebäck nur langsam erwärmen, löst sich als erstes der Zucker. Dadurch verliert Eiweiß seine Bindekraft und Sie bekommen einen Pfannkuchen", warnt Kemmer. Auch sollten Makronen stets lichtgelb gebacken werden, damit sie saftig bleiben.

Grauschleier auf Gebäck? Kuvertüre muss richtig temperiert werden, da Kakaobutter und Kakaomasse unterschiedliche Schmelzpunkte haben. "Sehr viel einfacher lässt sich dagegen Schokoladen-Fettglasur verarbeiten", so der erfahrene Konditor.
Volk hat noch diesen Tipp: Zum Adventskaffee das Gebäck attraktiv präsentieren, etwa reihenweise oder in Papierhülsen dekorativ anordnen.