ÖKO-TEST Gewürze

Pflanzenschutzmittel aus aller Welt

Im Gewürzregal kommt die ganze Welt zusammen – leider nicht nur in puncto Geschmack, sondern auch in Sachen Pflanzenschutzmittel: Bis zu 15 Pestizide stecken in einem Produkt. Darauf macht das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aufmerksam, das verschiedene Paprika-, Oregano- und Curry-Marken ins Labor geschickt hat.

In Gewürzen stecken deshalb so viele unterschiedliche Pestizide, weil die Grundzutaten von zig verschiedenen Feldern der ganzen Welt stammen können und teils stark vermischt werden. Ein Gläschen, auf dem schlicht „Paprika rosenscharf“ steht, kann sich beispielsweise aus einer brasilianischen Sorte für den Grundgeschmack, einer Spur Chili aus Indien für die Schärfe und einer Portion fruchtigem Paprika aus Ägypten zusammensetzen. Außerdem werden oft schon die Grundzutaten in den Herkunftsländern gemischt.

Die Mengen der jeweiligen Pestizide liegen zwar unter den gesetzlichen Grenzwerten, doch wie gefährlich diese Mehrfachrückstände, also die Kombination mehrerer Pestizide, für die Gesundheit sind, weiß keiner. Die Gefahr ist nicht abschätzbar.

ÖKO-TEST rät Verbrauchern, Bio-Gewürze einzukaufen. Der Test zeigt, dass man mit diesen Produkten tendenziell auf der sicheren Seite ist. Ein Markenname wie Fuchs, Ostmann oder Wagner ist dagegen keine Garantie dafür, dass man eine pestizidfreie Ware erhält.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2011 gibt es seit dem 30. September 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

AK Test: Ist auf Bio Verlass?

AK verlangt klare Kennzeichnung, ob frisch gepresste Säfte aus Bio- oder Nicht-Bio-Zitrusfrüchten sind

Biofrüchte dürfen nicht mit Pestiziden behandelt werden. Ein AK Test bei 34 Bio-Zitrusfrüchten und Orangensäften aus 13 Supermärkten und Märkten zeigt: Bei den untersuchten Zitrusfrüchten aus biologischer Landwirtschaft konnte die AK keine Pestizide nachweisen. Bei den frisch gepressten Orangensäften wurden in vier von zehn Säften Oberflächenbehandlungsmittel nachgewiesen – aber unter den Grenzwerten. „Das Ergebnis ist an und für sich erfreulich“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik, „aber frisch gepresste Säfte aus Zitrusfrüchten sollen auch gekennzeichnet werden, ob sie aus Bio- oder Nicht-Bio-Früchten sind.“

Zitrusfrüchte werden mit Oberflächenkonservierungsmitteln behandelt, um die Schimmelbildung zu vermeiden. Bei Biofrüchten darf das nicht sein.
Die AK stellte zehn frisch gepresste Orangensäfte und 24 Bio-Zitrusfrüchte auf den Prüfstand. Der AK Test zeigt: Bei den Orangensäften wurden viermal Schadstoffe nachgewiesen – in vier Fällen Thiabendazol und in einem Fall noch o-Phenylphenol. Die festgestellten Schadstoffe lagen jeweils unter den Grenzwerten.

Bei den 24 untersuchten Bio-Zitrusfrüchten – Orangen und Zitronen – waren in keiner Probe Pestizide festzustellen.
„Das Ergebnis ist im Großen und Ganzen für die Konsumenten akzeptabel“, sagt Zgubic. „Jedoch erwarten sich Konsumenten gerade bei frisch gepressten Orangensäften, dass die Säfte frei von Schadstoffen sind.“

Die AK verlangt bei frisch gepressten Säften eine zuverlässige Kennzeichnung, ob die Früchte aus biologischem Anbau oder behandelt sind.
Die AK hat insgesamt zehn frisch gepresste Orangensäfte und 24 Proben an Bio-Zitrusfrüchten (neun Oran­gen, 15 Zitronen jeweils aus biologischer Landwirtschaft oder am Etikett, Preisschild oder laut Auskunft des Verkäufers als unbehandelt ausgewiesen) in Wiener Supermärkten und auf Märkten eingekauft. Der Einkauf der Produkte erfolgte im November bei Eurospar, Billa, Bio-Markt Maran, Basic, Naschmarkt, Floridsdorfer Markt, Rochusmarkt, Brunnenmarkt, Viktor Adler- Markt, Meidlinger Markt, Donauzentrum, Ekazent Trillerpark, Ringstraßengalleria.

ÖKO-TEST Tee

ÖKO-TEST Tee

Stark belastet

Tee ist teilweise stark mit Pestiziden belastet. Bis zu 23 verschiedene Spritzgifte waren in einem Produkt nachweisbar, in anderen lag die Belastung über den gesetzlichen Grenzwerten. Das zeigt eine Untersuchung in der aktuellen November Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins.

Auf dem Prüfstand waren 30 schwarze und grüne Tees, darunter sieben aromatisierte Produkte. Untersucht wurden sowohl Teebeutel vom Discounter als auch Tees in mittlerer Preislage aus Fachgeschäften. Nur drei Produkte bekamen das Testurteil „sehr gut“, zehn Marken fielen dagegen mit „ungenügend“ durch.

Besonders belastet waren die als gesund geltenden Grüntees. In vier Produkten lag für insgesamt sechs Pestizide die Belastung über den Grenzwerten.

Das zweite Problem ist die Mehrfachbelastung. 23 verschiedene Spritzgifte fanden sich in einem Produkt von Teekanne, 14 in einem Tee von Aldi-Nord. Nur in fünf der 30 untersuchten Marken waren überhaupt keine Pestizide nachweisbar.

Auch bekannte Namen schützen nicht vor Pestiziden. Im Windsor-Castle Green China Tea lagen zwei Spritzmittel über der gesetzlichen Höchstmenge.

EU-Grenzwerte für Pestizide zu hoch?

EU-Grenzwerte für Pestizide zu hoch?

Aktuelle Greenpeace-Studie zeigt, dass besonders Kinder gefährdet sein könnten

Durch die europäische Vereinheitlichung von Pestizid-Höchstmengen ab dem 1. September, kann stärker belastetes Obst und Gemüse auf den deutschen Markt gelangen. Nach einer heute veröffentlichten Studie von Greenpeace und der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000 sind fast 700 der zukünftig EU-weit geltenden Höchstmengen für Pestizide in Obst und Gemüse zu hoch. Vor allem die bei Äpfeln, Birnen, Trauben, Tomaten und Paprika zugelassenen Pestizid-Belastungen sind oftmals so hoch, dass akute und chronischen Gesundheitsschäden drohen, insbesondere bei Kindern.

„Die EU-Kommission mutet uns immer mehr Gift im Essen zu“, sagt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin von Greenpeace. „Damit gefährdet sie die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger, vor allem aber der Kinder. Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) muss sich sofort dafür einsetzen, dass die EU-Kommission ihre unsicheren Pestizid-Höchstmengen korrigiert.“ Durch die Angleichung der Pestizid-Höchstmengen in der EU, werden die deutschen Grenzwerte durch meist weit höhere EU-Grenzwerte ersetzt.

Für die Studie wurden die 170 000 von der Kommission festgelegten Pestizid-Grenzwerte nach EU-eigenen Maßstäben überprüft. Bei 570 Grenzwerten von Obst und Gemüse wird die Akute Referenzdosis (ARfD) für Kinder überschritten. Besonders betroffen sind Äpfeln, Birnen und Trauben: Fast 10 Prozent der Grenzwerte für diese Sorten sind potentiell gesundheitsschädigend für Kinder. Auch langfristige Schäden sind möglich: Bei 94 EU-Grenzwerten wird die Akzeptable Tägliche Aufnahmemenge (ADI) nicht eingehalten. Beim Überschreiten der ADI sind chronische Gesundheitsschäden wie Krebs, Fortpflanzungsstörungen oder Hormonstörungen möglich. ARfD und ADI sind toxikologische Basisdaten, die verbindlich bei der Grenzwertfestlegung berücksichtigt werden müssen.

„Die EU-Kommission ignoriert ihre eigenen Sicherheitsstandards“, sagt Kallee. „Das ist ein Skandal. Greenpeace empfiehlt Verbrauchern, die Pestizide im Essen vermeiden wollen, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Bei deren Produktion dürfen chemische Pestizide nicht eingesetzt werden.“

Die Greenpeace-Studie stützt auch die von der Umweltorganisationen PAN Europe vor dem europäischen Gerichtshof eingereichte Klage gegen die EU-Kommission. Die Behörde hatte zuvor einen Antrag von PAN auf eine Überarbeitung der unsicheren Pestizid-Grenzwerte abgelehnt.

Fruchthandelsverband: 1/3 belastet, 3 % über den Grenzwerten

Mit Entschiedenheit wendet sich der Deutsche
Fruchthandelsverband e.V. (DFHV) gegen die jüngsten Behauptungen der
Organisation Greenpeace, nach denen Obst und Gemüse, dass im
deutschen Handel angeboten wird, als rückstandsbelastet und schlecht
bezeichnet wird.

Der Verband weist auf den am 4. November 2005 veröffentlichten
Rückstands-Monitoring Bericht der Europäischen Kommission zum
Ergebnis des sog. Koordinierten Monitoring-Programms hin. Danach
wurde zuletzt festgestellt, dass in fast zwei Drittel der 8600 Proben
überhaupt keine Rückstände nachweisbar waren. Ein knappes Drittel
wies Rückstände innerhalb der zulässigen Höchstmengen auf. Bei nur
drei Prozent wurde diese Menge überschritten.

„Der Bericht macht deutlich, dass Obst und Gemüse sicher ist und
die Rückstandssituation weit davon entfernt ist, die Gesundheit zu
gefährden“, kommentiert DFHV Geschäftsführer Ulrich Boysen den
Bericht. „Der Fruchthandel wird zusammen mit allen Partnern in der
Lebensmittelkette daran arbeiten, diesen Wert weiter zu verringern“,
sagt Boysen. Eine wichtige Voraussetzung hierbei liege in der
Harmonisierung der Rückstandsregelungen innerhalb der Europäischen
Union, aus der Deutschland einen großen Teil seines Obst und Gemüses
beziehe.

Greenpeace arbeite, so Boysen, mit selbstkonstruierten
Bewertungsmaßstäben, die weder einer juristischen noch einer
wissenschaftlichen Prüfung standhielten. Hierbei würden auch
Rückstandsspuren unterhalb der zulässigen Höchstmengen bereits
negativ bewertet. Greenpeace übersehe systematisch, dass die im
Rückstandsrecht festgelegten Höchstmengen einen Kontrollwert für den
sachgemäßen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und keinen
toxikologischen Grenzwert darstellten.

Die Verbraucher sollten sich nach Ansicht des DFHV nicht
verunsichern lassen, sondern auch die Einschätzung der zuständigen
Fachbehörden des Bundes und der Länder zur Kenntnis nehmen.

www.dfhv.de

Quelle: Pressemitteilung des Fruchhandelsverband

Unsere Meinung: Haben die einen Knall? Knapp 1/3 ist belastet und 3 % über
den Grenzwerten. Da feiern die sich? 2/3 unbelastet, Hurra!
Wie blöd sind die Verbraucher beim Essen? Stellen Sie sich vor, welchen
Aufschrei es gäbe, wenn kanpp 1/3 der Neuwagen gravierende Mängel hätten und
bei 3 % funktionieren die Bremsen nicht!

Guten Appetit! Bei dieser Einstellung sollte man noch vorsichtiger mit Obst
und Gemüse sein und am besten nur noch Bioware kaufen.