Aktuelle Nuss-Metaanalyse

Hintergrund: Während der Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gut belegt ist, sind epidemiologische Daten bezüglich des Krebsrisikos weniger umfassend und es fehlt an systematischen Auswertungen. Beide Erkrankungsbilder zählen hierzulande zu den häufigsten Todesursachen, so dass Forschung und Industrie einen großen Handlungsbedarf sehen.

Studientitel: Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies (Abstract)

Studientyp: Metaanalyse aus 20 prospektiven Kohortenstudien mit epidemiologischen Daten von mehreren hundert Tausend Studienteilnehmern.

Ziel/ Fragestellung: Forscher der Universität Trondheim untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebserkrankungen.

Ergebnisse: Der tägliche Verzehr von 28 Gramm Nüssen beeinflusst signifikant das Erkrankungsrisiko – unabhängig von der Sorte. Diese 1-2 Handvoll Nüsse am Tag reduzieren demnach das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 29 Prozent, das einer kardiovaskulären Erkrankung um 21 Prozent, das eines Schlaganfalls um 7 Prozent und das einer Krebserkrankung um 15 Prozent. Zudem sinkt die Gesamtmortalität um 22 Prozent. Der gesteigerte Verzehr von Nüssen verringert zudem das Risiko für Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten, Diabetes oder neurodegenerative Erkrankungen – und zwar der genannten Reihenfolge nach zu 52, 75, 39 und 35 Prozent. Die Schlussfolgerung der Forscher: mehr als 4 Millionen Todesfälle in Nord- und Südamerika, Europa, Südostasien und Australien könnten möglicherweise auf einen zu geringen Konsum an Nüssen zurückzuführen sein.

Diskussion: Die Ergebnisse als solches sind nicht wirklich überraschend und zeigen einmal mehr, wie praxisfern Ernährungswissenschaft sein kann. Denn selbst dem Laie dürfte schnell klar sein, dass ein einziges Lebensmittel wohl kaum das Risiko für komplexe Erkrankungsbilder signifikant zu senken vermag. Fast schon dreist hingegen ist die Schlussfolgerung der Forscher, dass bis zu 4 Millionen Todesfälle hätten eventuell verhindert werden können. Bei der abschließenden Empfehlung, den Nusskonsum generell zu steigern, stellt sich doch eher die Frage, wer solch oberflächlich-behandelte Sachverhalte finanziert und wessen Interessen hier vielleicht eine Rolle gespielt haben.

Fazit: Nüsse sind eine hervorragende Ballaststoffquelle und liefern hochwertiges Eiweiß, zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe sowie Antioxidantien. Ein Allheilmittel gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs sind diese aber nicht. Die Energiepakete eignen sich unter Umständen auch nicht für Allergiker, Neurodermitiker oder Adipositaspatienten zum täglichen Verzehr. Schlussendlich spielt in der gesundheitlichen Bewertung auch immer der Verarbeitungsgrad eine Rolle. Der GeNUSS sollte daher auch immer mit dem gesunden Menschenverstand erfolgen.

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Wissenschaftler untersuchen Wirkung von Orangensaft

In einer Studie aus Brasilien haben Forscher untersucht, wie sich Orangensaft auf unser Wohlbefinden auswirkt. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Orangensafttrinker besser vor chronischen Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen geschützt sein könnten.

Obst und Gemüse sind reich an Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der regelmäßige Verzehr soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und auch bei bestimmten Krebserkrankungen einen schützenden Effekt zeigen können. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse zu essen.

Orangensaft als tägliche Obstergänzung?
Allerdings schaffen es nur wenige Verbraucher diese Menge jeden Tag zu verzehren. Fruchtsäfte wie Orangensaft, die aus der frischen Frucht hergestellt und ohne Zusätze wie Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe abgefüllt werden, können zum täglichen Obst- und Gemüseverzehr beitragen. Ein Glas (125 Milliliter) Fruchtsaft zählt dabei als eine Portion Obst.

Um die Wirkung von Orangensaft genauer zu untersuchen, führten Wissenschaftler aus Brasilien eine Studie mit 21 normalgewichtigen und 25 übergewichtigen Männern und Frauen durch. Beide Gruppen tranken acht Wochen lang jeden Tag 750 Milliliter Orangen­saft. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden im Blut der Teilnehmer Biomarker gemessen, die Hinweise auf Stoffwechselveränderungen und auf Krankheiten geben können. Zusätzlich wurde die Ernährung und Körperzusammensetzung der Probanden erfasst.

Mögliche Senkung von Cholesterin und oxidativem Stress durch Orangensaft
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Orangensafttrinker besser vor bestimmten Erkrankungen geschützt sein könnten. Sowohl bei den normalgewichtigen als auch bei den übergewichtigen Studienteilnehmern gingen das Gesamtcholesterin und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut zurück. Dadurch könnte das Risiko für krankhafte Veränderungen der Blutgefäße und für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt werden. Zusätzlich reduzierte sich der oxidative Stress der Probanden, ein gemeinsamer Risikofaktor von Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch Umweltbelastungen, UV-Licht und chronische Entzündungen entstehen im Körper freie Radikale, die Zellen und Gewebe schädigen. Antioxidantien wie Carotinoide, Flavonone und Vitamin C, von dem Orangensaft einen hohen Gehalt vorweisen kann, können diese abfangen und so den oxidativen Stress vermindern.

Zusätzliche Erkenntnis: Keine Gewichtszunahme durch Orangensaft
Die Probanden der Studie nahmen durch den Orangensaft jeden Tag 340 Kilokalorien zusätzlich auf. Ihr Gewicht blieb trotzdem unverändert. Erklären lässt sich das durch die sättigende Wirkung von Orangensaft: Neben z. B. Vitamin C enthält 100 % Fruchtsaft nur natürlichen Zucker aus der Frucht. Statt „leerer Kalorien“ liefert er mit jedem Schluck auch Nährstoffe. Die Teilnehmer der Studie nahmen weniger Kalorien aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Eiweiß oder Fett auf. Die Energiezufuhr blieb also letztlich gleich.

Die hier aufgeführten Inhalte beziehen sich auf folgende Studie:
Dourado, Grace/Cesar, Thais B.: Investigation of cytokines, oxidative stress, metabolic, and inflammatory biomarkers after orange juice consumption by normal and overweight subjects. In: Food & Nutrition Research. 2015. 59: 28147

Weitere Informationen zum Thema Orangensaft erhalten Sie auch unter www.fruitjuicematters.de

Dagmar von Cramm

Wer regelmäßig Lebensmittel isst, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, kann das Risiko für tödliche Herzkreislauf-Erkrankungen reduzieren. Zu diesem Ergebnis kam aktuell eine internationale Meta-Analyse[1], die 19 Studien aus 16 Ländern ausgewertet hat. Fazit der Studie: Pflanzliche und marine Omega-3-Fettsäuren werden mit einem 9% geringeren Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Eine Ernährung mit der richtigen Fettsäuren-Zusammensetzung unter besonderer Berücksichtigung von Omega-3-Fettsäuren kann also entscheidend zur Herzgesundheit beitragen.

Pflanzliche Quellen sind z.B. Walnüsse, Raps- und Leinöl und damit hergestellte Margarine und Streichfette. Quellen für marine Omega-3 Fettsäuren sind fetter Seefisch, wie z.B. Lachs oder Hering. Die Autoren der Studie empfehlen, darauf zu achten, regelmäßig Omega-3 reiche Lebensmittel in die tägliche Ernährung zu integrieren. Dabei weisen sie ausdrücklich auf die Bedeutung der pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren aufgrund von Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit hin.

Großangelegte Studie aus Boston und Stanford
Die Untersuchung, ein Projekt des Fatty Acids and Outcomes Research Consortium (FORCE), führte erstmals Daten aus 19 Studien zu diesem Thema zusammen. Sie umfasst die Daten von ca. 46.000 Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Gesundheitszustands. Studienleiter waren Dr. Dariush Mozaffarian, Vorstand der Friedman School of Nutrition Science and Policy der Tufts Universität in Boston sowie Liana C. Del Gobbo, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stanford University School of Medicine.

Nordic Diet 2.0: Regionale Quellen für pflanzliches und marines Omega-3
Wie einfach eine Ernährung mit gesunden Fetten praktisch und langfristig umzusetzen ist, erklärt Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm. Die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen entsprechen leider oft nicht dem Ideal: zu viel tierisches Fett, zu viel Zucker und Weißmehl. Dabei liegt das Gute so nah. „Unsere beste regionale Quelle für pflanzliches Omega-3 ist Raps. Rapsöl wird nicht nur als Speiseöl, sondern auch zur Herstellung vieler Margarinen verwendet“, betont die renommierte Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm. „Auch regionaler Fisch, wie Hering oder Lachs, ist überaus reich an marinen Omega-3-Fettsäuren.“ Angesichts der Vorliebe der Deutschen für Brot, weiß sie Rat: „Roggen als Vollkorn ist wunderbar! Als Streichfett empfehle ich, aufgrund der guten Omega-3- und -6-Fettsäuren eine hochwertige Margarine zu bevorzugen.“ Wer diese gesunden Fettquellen maßvoll einsetzt und mit viel regionalem und saisonalem Gemüse kombiniert, lebt lecker und gesund!
Weitere Informationen und köstliche Rezepte zur Nordic Diet 2.0 von Dagmar von Cramm finden Sie hier: https://edelmanftp.app.box.com/s/tdusrzrp9b1edxc4cuxbaqinh79iu5ds

Die köstlichen und fettgesunden Nordic Diet 2.0-Rezepte von Dagmar von Cramm:
– Rezept 1: Grilllachs mit Möhrenstampfkartoffeln
– Rezept 2: Spitzkohlnudeln mit Kräuterei
– Rezept 3: Buchweizenblini mit Rote-Beete-Salat
– Rezept 4: Frühlingshuhn mit Roggenbruschetta
– Rezept 5: Knusper-Gemüsegratin mit Kochschinken

[1] Del Gobbo, L.C.; and Mozaffarian, D., et al. Omega-3 Polyunsaturated fatty acid biomarkers and coronary heart disease ( http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2530286 )
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Was steckt wirklich im Ei?

Magazin Reader’s Digest informiert über Hühnereier – wie gesund sind sie, was verrät der aufgedruckte Code? Hühner legen aber nicht nur Eier, sie leisten auch Gesellschaft …

Hart gekocht und bunt gefärbt: Vor allem an Ostern mag kaum jemand auf Eier verzichten. Was aber steckt drin? Sind Eier gesunde Lebensmittel, oder sollte man sie eher meiden? Und wie erkennt man beim Kauf und vor dem Verzehr, ob das Ei frisch ist? In seiner März-Ausgabe beantwortet das Magazin Reader’s Digest diese Fragen ausführlich.

Hühnereier
Hühnereier im Kühlschrank

Jeder Bürger verzehrt im Durchschnitt mehr als 200 Hühnereier pro Jahr – nicht nur gekocht oder gebraten, sondern auch als Zutat in Gebäck, Nudeln und anderen Gerichten. Eier enthalten die für Sehkraft, Stoffwechsel und Blutbildung wichtigen Vitamine A und B. Außerdem ist ihr Eiweiß besonders wertvoll, weil der Körper es nahezu vollständig verwerten kann. Experten wie die Ökotrophologin Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung raten deshalb zum Verzehr von „zwei bis drei Eiern wöchentlich“ – zusätzlich zu den bereits in Gebäck & Co. enthaltenen. Viel mehr sollten es nicht sein, da der Dotter reichlich gesättigte Fette und Cholesterin enthält. Zu große Mengen gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

61 Prozent der Verbraucher greifen beim Einkauf zu Eiern aus Bodenhaltung – das bedeutet, dass sich neun Hühner im Stall etwa einen Quadratmeter Platz teilen. Im Unterschied dazu spricht man von Freilandhaltung, wenn sich die einzelne Henne tagsüber auf mindestens weiteren vier Quadratmetern im Freien aufhalten kann. Die Mindesthaltbarkeit beträgt ab dem Legedatum 28 Tage. Der auf dem Ei aufgestempelte Erzeugercode zeigt die Art der Haltung und sorgt dafür, dass man jedes Ei dem Betrieb zuordnen kann, wo es gelegt wurde.

Im Umgang mit Eiern sind Frische, gute Kühlung und Sauberkeit entscheidend, um sich vor Erkrankungen durch beispielsweise Salmonellen zu schützen. Wer kein Risiko eingehen will, isst Eier nur durchgegart, denn Salmonellen sterben bei einer Temperatur über 70 Grad ab. Wer wissen will, wie frisch ein Ei ist, legt es in ein Glas Wasser: Je älter es ist, desto mehr richtet es sich auf, da die Luftkammer mit zunehmendem Alter größer wird.

Ob zuerst die Henne da war oder das Ei, bleibt unklar. Sicher ist, dass auch die Tiere selbst dem Menschen guttun. Das Magazin Reader’s Digest berichtet in seiner neuen Ausgabe von dem Projekt „Hen Power“, bei dem sich Senioren in einigen britischen Altenheimen um Hühner kümmern. Einsamkeit ist für die Bewohner damit zum Fremdwort geworden. Das Projekt hat bereits eine solche Popularität erreicht, dass die Senioren immer öfter mit ihren Hühnern in TV-Shows, an Universitäten oder Schulen zu Gast sind.

Hygieneregeln in der Gemeinschaftsgastronomie

Hygieneregeln in Großküchen und Gastronomien – Für einen sicheren Umgang mit Lebensmitteln

Wer Speisen für andere zubereitet, trägt eine große Verantwortung. Mehr als 100.000 Erkrankungen werden in Deutschland jedes Jahr gemeldet, die durch das Vorkommen von Mikroorganismen – vor allem Bakterien, Viren oder Parasiten – in Lebensmitteln verursacht worden sein können. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich sogar deutlich höher. Um solche Krankheitsfälle zu verhindern, müssen in der Gemeinschaftsgastronomie strikte Hygieneregeln eingehalten werden. Gemeinsam haben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der aid infodienst e. V. Hygieneregeln für Beschäftigte in Großküchen formuliert. Das bisher in neun Sprachen vorliegende Merkblatt wurde nun auch ins Französische, Griechische und Spanische übersetzt.

Hygieneregeln in der Gemeinschaftsgastronomie betreffen die persönliche Körperhygiene, den sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln sowie die Sauberkeit im Betrieb. Werden diese befolgt, können Lebensmittel vor Verunreinigung mit Krankheitserregern geschützt und lebensmittelbedingte Erkrankungen vermieden werden. Es gilt einerseits, eine Übertragung von Krankheitserregern vom Menschen auf Lebensmittel zu verhindern, und andererseits auch deren Übertragung von einem Lebensmittel auf andere zu unterbinden. Durch Erhitzen können in Lebensmitteln vorhandene Erreger abgetötet werden. Wichtig ist es darüber hinaus, auf ein angemessenes Heißhalten bzw. auf schnelle und ausreichende Kühlung von erhitzten Speisen zu achten, damit überlebende Krankheitserreger sich darin nicht vermehren können.

Das Merkblatt „Hygieneregeln in der Gemeinschaftsgastronomie“ liegt in 12 Sprachen vor: Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Türkisch, Vietnamesisch. Es kann kostenfrei heruntergeladen werden beim BfR: www.bfr.bund.de/de/publikationen.html und beim aid infodienst: www.aid-medienshop.de unter den Bestell-Nummern 1667 bis 1678. Die deutsche Version kann außerdem in gedruckter Ausgabe über das BfR bestellt werden.
www.aid.de

Wer viel arbeitet, trinkt mehr Alkohol

Wer übermäßig viel arbeitet, trinkt häufig auch mehr Alkohol. Das lässt eine internationale Metastudie vermuten. Die Wissenschaftler hatten 61 Untersuchungen mit knapp 334.000 Teilnehmern aus 14 Ländern ausgewertet, um durchschnittliche Arbeitszeiten und Trinkmengen zu bestimmen. 20 weitere Studien mit 100.000 Probanden aus neun Ländern gingen der Frage nach, wie sich Trinkgewohnheiten in Abhängigkeit vom Pensum im Job verändern können.

Menschen, die wöchentlich mindestens 49 Stunden arbeiten, neigen laut Studie zu einem gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum. Bei Frauen sind das per Definition 14 Drinks, bei Männern mehr als 21 Drinks pro Woche. Ein kleiner Schnaps, ein Glas Bier oder ein Achtel Liter Wein entsprechen einem Drink. Auch die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines riskanten Alkoholkonsums war mit zunehmendem Arbeitspensum höher: Im Vergleich zu Menschen mit durchschnittlichen Arbeitszeiten von 35 bis 40 Stunden lag der Anteil der Betroffenen bei 49 bis 54 Arbeitsstunden um 13 Prozent und bei mehr als 55 Stunden um 12 Prozent höher. Das Ergebnis war unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und sozialem Umfeld. Mögliche Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums sind unter anderem Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schlaganfall und psychische Erkrankungen.

Weitere Untersuchungen sollen durchgeführt werden, um die Ergebnisse zu untermauern. Die Wissenschaftler geben zu bedenken, dass die Arbeitszeiten auf eigenen Angaben basierten und nur einmal bestimmt wurden.

Vermutlich nutzen Menschen mit einem hohen Arbeitspensum den Alkohol zur Entspannung am Feierabend. Sie möchten Stress abbauen, der durch den hohen Leistungsdruck im Job entsteht. Statt einem Glas Bier oder Wein gibt es aber bessere Wege, nach einem anstrengenden Tag abzuschalten, damit ein Suchtverhalten erst gar nicht entsteht. Dazu gehören zum Beispiel Entspannungstechniken wie Yoga, ein sportliches Workout, Treffen mit Freunden oder ein gutes Buch mit einer Tasse Tee.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

British Medical Journal (BMJ), Online-Veröffentlichung (BMJ 2015; 350: g7772)

Kiwi – chinesische Stachelbeere

Die Kiwi gilt als wahres Nährstoffkonzentrat. Deshalb spielt sie diesen Winter eine Hauptrolle in den Obst-Regalen großer Einzelhandelsketten Europas. Unter dem Projekt „Fruitness, enjoy it!“ startet das italienische Centro Servizi Ortofrutticoli (CSO) aus Ferrara eine Promotionkampagne zur Förderung des Obstverzehrs in Deutschland, Dänemark, Polen, dem Vereinigtem Königreich und Schweden. Unterstützt wird das gesunde, nachhaltige Essen von der Europäischen Union und dem italienischen Ministerium für Agrar- und Forstpolitik.

Wissenschaftler an der Teikyō Universität in Tokio wiesen kürzlich eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften der Kiwis nach. So stellten sie fest, dass die in der – auch als Actinidia deliciosa bezeichneten – Frucht enthaltenen Moleküle eine antioxidative Wirkung haben und gleichzeitig das Immunsystem stärken. Das bedeutet in der Praxis, dass der Verzehr von Kiwis helfen kann, Erkrankungen vorzubeugen. Dazu gehören Neoplasien (Tumore), Arteriosklerose, Herzschwäche, Alzheimer und Parkinson. In dem Bericht „Anti-oxidant Effects of Kiwi Fruit in Vitro and in Vivo” heben die Forscher insbesondere hervor, dass die Kiwifrucht dem Organismus ausreichend Polyphenole zuführt, um die Zellnekrose und folglich das Auftreten degenerativer Erkrankungen aufzuhalten. Einer weiteren Studie von der Rutgers University in New Jersey, USA, zufolge, soll die Kiwi zudem die Frucht mit der höchsten Konzentration an Nährstoffen unter den 27 am häufigsten verzehrten sein. Deshalb eignet sich die Kiwi auch als ideale Winterfrucht. Dank ihres hohen Vitamin A-, B- und vor allem C-Gehalts beugt sie Beschwerden der kalten Jahreszeit vor. In 100 g des festen Fruchtfleisches sind z. B. ca. 85 Milligramm Vitamin C enthalten. Das ist ein weit höherer Gehalt als in Orangen, Zitronen, Grapefruits und Paprika. Hinzu kommen Vitamin E und Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium und Phosphor, die einen außerordentlichen Mix an antiseptischer und antianämischer Wirkungskraft ergeben. Außerdem stecken wertvolle Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren in der Frucht.

Am besten kauft man noch relativ harte Kiwis. Sie sind reif, wenn sich das Fruchtfleisch leicht mit dem Daumen eindrücken lässt. Meist wird die Kiwi einfach in der Mitte halbiert und ausgelöffelt. Doch wer Geschmacksvarianten liebt, findet auf der deutschen Seite der europäischen Fruchtkampagne www.fruitness.eu ein paar leckere Rezepte. Übrigens ist die Kiwi nicht nur zum Verzehr geeignet: Ihre Inhaltsstoffe eignen sich hervorragend für Kosmetikbehandlungen. Beliebt ist sie vor allem in Kombination mit Naturjoghurt, Orangensaft, Mandelöl und Honig. Als Hautpflegeprodukt soll sie der Faltenbildung und freien Radikalen entgegenwirken.

Wer´s genau nimmt: Die Kiwi – auch chinesische Stachelbeere genannt – stammt aus China, wo es noch heute Dutzende von wild wachsenden Sorten gibt. Doch ihren Durchbruch erlangte sie erstmals in Neuseeland. Hier wurde sie aus marktstrategischen Gründen nach dem Nationalsymbol, dem einheimischen Vogel Kiwi, benannt. Seit den siebziger Jahren wird die Frucht auch in Italien angebaut. Mittlerweile gilt der südeuropäische Staat sogar als Hauptproduktionsland von Kiwis in der nördlichen Hemisphäre. Im Jahre 2014 wurden hier weit über Vierhunderttausend Tonnen angebaut (Quelle: CSO).

Kiwi-Wintersalat
Zutaten für 4 Personen:
4 Kiwis
16 frische Walnüsse
eine halbe Zitrone
natives Olivenöl Extra

Zubereitung
Die Walnüsse knacken, bei Bedarf schälen und zerkleinern. Kiwis waschen, schälen und in Würfel schneiden. Obst und Nüsse in eine Salatschüssel geben. Zitronensaft und etwas Olivenöl hinzugeben. Mit einem Löffel vor dem Servieren gut durchmischen. Frisch essen!

Diabetes ohne spezielle Ernährung

Menschen mit Diabetes brauchen keine besonderen Ernährungs- und
Lebensstilempfehlungen

Ergebnisse einer großen
Langzeit-Beobachtungsstudie weisen darauf hin, dass Menschen mit
Diabetes keine anderen Ernährungs- und Lebensstilempfehlungen benötigen
als die breite Öffentlichkeit. Nach diesen neuen Studiendaten
profitieren sie sogar mehr von den üblichen Empfehlungen als nicht an
Diabetes erkrankte Menschen. Diewertje Sluik, welche die
wissenschaftlichen Arbeiten am Deutschen Institut für
Ernährungsforschung (DIfE) in der Abteilung Epidemiologie
durchführte, publizierte zusammen mit ihren Kollegen ihre Ergebnisse
in der Fachzeitschrift Diabetologia (Sluik, D. et al. 2013; DOI
10.1007/s00125-013-3074-y).

In der neuen Studie untersuchten die Wissenschaftler, ob sich die
Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und Sterblichkeitsrisiko
zwischen Menschen mit und ohne Typ-2-Diabetes unterscheiden.
Basis für die Analyse bildeten die Daten der European Prospective
Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC), eine der größten
europäischen Ernährungsstudien, die seit 1992 die Zusammenhänge
zwischen Lebensstil und dem Entstehen chronischer Krankheiten
untersucht. Die Wissenschaftler werteten die Daten von 6.384
Studienteilnehmern mit Diabetes und 258.911 Personen ohne Diabetes aus.

Dabei berechneten die Epidemiologen sowohl bei den Menschen mit Diabetes
als auch bei den nicht an Diabetes erkrankten Personen, welche
Zusammenhänge zwischen dem Sterblichkeitsrisiko und dem
Body-Mass-Index bzw. dem Taillen-Körperlängen-Quotienten, 26
Lebensmittelgruppen, dem Alkoholkonsum, der körperlichen Aktivität und
dem Raucherstatus bestehen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit Diabetes im
Vergleich zu Personen ohne Diabetes generell ein um 62 Prozent höheres
Sterblichkeitsrisiko hatten. Wie sie auch zeigen konnten, beeinflussten
in beiden Gruppen jedoch nahezu die gleichen Faktoren das
Sterblichkeitsrisiko. So waren Rauchen, eine geringe körperliche
Aktivität, ein hoher Alkoholkonsum, ein hohes Gewicht, eine obst- und
gemüsearme sowie fett- und fleischwarenreiche Ernährung mit einem
erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden. Die beiden Personengruppen
unterschieden sich zwar bei den einzelnen Risikofaktoren hinsichtlich
der Stärke der beobachteten Beziehungen, jedoch nicht hinsichtlich der
Richtung der Risikobeziehung. Bei den an Diabetes erkrankten Menschen
fiel auf, dass sich der Verzehr von Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen,
Nudeln, Geflügel und Pflanzenöl besonders positiv auf ihr Sterberisiko
auswirkte.

„Die Studie ist ein Anhaltspunkt dafür, dass die Empfehlungen für eine
gesunde Lebensweise für Menschen mit und ohne Diabetes die gleichen sein
sollten“, so die Autoren. Sie weist aber auch darauf hin, dass
Personen mit Diabetes sich stärker mit ihrer Ernährung auseinandersetzen
sollten, da ihr Sterberisiko zum einen größer ist als das der nicht
erkrankten Menschen und zum anderen sich der Verzehr einiger
Lebensmittelgruppen bei ihnen besonders günstig auswirkt. „Mit dieser
Studie haben wir einen weiteren Hinweis bekommen, dass eine gesunde
Lebens- und Ernährungsweise vielfältige positive Wirkungen besitzt und
dass diese Einsicht auch für schon Erkrankte gilt“, sagt Heiner
Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am DIfE sowie der Potsdamer
EPIC-Studie.

Hintergrundinformation:
Die EPIC-Studie ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen
Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes
untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn
europäischen Ländern mit insgesamt 519.000 Studienteilnehmern im
Erwachsenenalter beteiligt. Die Potsdamer EPIC-Studie ist mit mehr als
27.000 Teilnehmern ein Teil der EPIC-Studie.

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die
Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien für
Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln.
Forschungsschwerpunkte sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Das DIfE ist zudem ein Partner
des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung
www.dzd-ev.de

Probiotik hilft nur der Industrie

Probiotische Kulturen stärken die Abwehrkräfte – das zumindest versprechen zahlreiche Werbespots und Zeitschriftenreklamen. Doch fördern die zugeführten Keime tatsächlich die Gesundheit? Hinter dem Begriff Probiotika verbergen sich vielerlei Bakterien- sowie einige Hefekulturen, die natürlicherweise auch im Darm vorkommen und hier fester Bestandteil des darmeigenen Immunsystems sind. Unter bestimmten Bedingungen gerät die körpereigene Darmflora aus dem Gleichgewicht. So stört beispielsweise eine häufige Antibiotikaanwendung das Wachstum nützlicher Keime, während eine zucker- und stärkereiche Ernährungsweise die Ansiedlung von Fäulniserregern fördert. Eine geschwächte Darmflora bietet den Boden für Durchfallerkrankungen, Verdauungsbeschwerden und wirkt sich teilweise auch auf Krankheiten wie entzündliche Darmerkrankungen oder Darmkrebs aus. Eine gezielte Zufuhr bestimmter Probiotikastämme kann das Gleichgewicht im Darm regulieren und unter Umständen auch den Verlauf verschiedener Erkrankungen beeinflussen.

Für eine prophylaktische Stärkung der Darmflora eignen sich besonders sauer fermentierte Nahrungsmittel wie Naturjoghurt, Buttermilch oder Sauerkraut. Ungeeignet sind hingegen viele der im TV oder in Zeitschriften beworbenen probiotischen Joghurts. Diese enthalten oft zu viel Zucker sowie Zusatzstoffe, die den Darm möglicherweise zusätzlich schädigen. Bei verschiedenen Erkrankungen wie chronischer Diarrhö, Darmpilzinfektionen, Neurodermitis, Magenschleimhautentzündung oder Colitis ulzerosa kann auch die gezielte Einnahme bestimmter Probiotikapräparate aus der Apotheke hilfreich sein. Diese sind dank einer speziellen Ummantelung resistent gegenüber Magensäure sowie Gallensalzen und gelangen in hoher Anzahl an den Wirkort. Da nicht jeder Bakterienstamm gleichermaßen geeignet ist, sollte die Einnahme in Absprache mit dem Arzt erfolgen. In einigen Fällen wie bei unerklärlichen Verdauungsbeschwerden oder einem beständigen Blähbauch kann eine vorausgehende Stuhluntersuchung Aufschluss geben, welche Keimstämme einer gezielten Unterstützung bedürfen.

Einen Überblick über die Bedeutung der Darmflora für die Gesundheit und welchen Nutzen Probiotika bringen können, bietet das neue 2-seitige Miniposter „Probiotika“, das ab sofort im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist.

Essen, um zu leben – nicht leben, um zu essen

Wie gerne spöttelt man hierzulande über die „obese disease“, sprich Fettleibigkeit vieler Nord-Amerikaner. Tatsächlich beträgt in den USA und Mexiko derAnteil der krankhaft Adipösen über 30 Prozent! Damit sind sie unangefochten Spitzenreiter in der Welt! Darüber hinaus verursachten allein in den USA bereits 2009 die Ausgaben fürKrankheiten im Zusammenhang mit Übergewicht ca. 150 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie 10 Jahre zuvor…

Doch die Deutschen haben mittlerweile mächtig (!) aufgeholt – wir sind in Sachen Übergewicht immerhin schon Nummer 1 in Europa! Rund 67 Prozent der erwachsenen Männer und 53Prozent der Frauen sind zu dick oder sogar adipös, haben also einen Body-Mass-Index (BMI) ≥ 25. Ein fragwürdiger Rekord…

Dass falsche Ernährung, vor allem der übermäßige Konsum von tierischem Eiweiß, die Hauptursache für etliche Volkskrankheiten darstellt, zeigt die 96-minütige Dokumentation „Gabel statt Skalpell“ (Originaltitel: „Forks Over Knives“; VÖ: 28. September 2012; polyband Medien), die sich in den USA innerhalb von 10 Monaten über 200.000 mal verkauft hat:

Der renommierte Biochemiker Prof. Dr. T. Colin Campbell leitete in den 1970 und 1980er Jahren die sogenannte China Study, die vermutlich umfassendste Studie, in der ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und dem Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Rheuma beim Menschen nachgewiesen werden konnte. Beteiligt waren hierbei zwei westliche Universitäten sowie die Chinesische Akademie für Präventivmedizin.

In „Gabel Statt Skalpell“ werden u. a. Patienten begleitet, deren Gesundheitszustand sich auf beeindruckende Weise verbessert hat, nachdem sie ihren Speiseplan auf eine rein pflanzliche Ernährung umgestellt haben. Daneben kommen Prof. Dr. Campbell und weitere Wissenschaftler zu Wort, die von ihren Forschungsergebnissen berichten und konkrete Ratschläge geben,wie durch vegane Ernährung gesundheitliche Vorschäden und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpft werden können.

Die Dokumentation verdeutlicht ohne erhobenen Zeigefinger, dass man sich im Hinblick auf eine gesunde und lebenswerte Zukunft dringend von falschen Essgewohnheiten verabschieden sollte – und das sogar ohne auf die ethisch fragwürdigen Aspekte von Massentierhaltung, gigantischer Tierfutterproduktion und die dadurch voranschreitende Umweltzerstörung eingehen zu müssen.