Geld wechseln in Buenos Aires, Argentinien

Nun heisst es immer, am besten Geld mit der Kreditkarte holen. Wir haben jetzt die Ausnahme entdeckt: Argentinien!

Die Bankautomaten wollen einem maximal nur 10.000 Pesos geben, das sind 87,20 Euro
Bericht vom 14.12.21 – unten ist ein Update!

Meine Bank berechnet 1,75 € Wechselgebühren, sowie 4,50 € pauschal für ATM Nutzung und die argentinische Bank weitere 7 €. Das sind 13,25 € Gebühren! Das heisst, Sie zahlen etwas über 100 € für 10.000 Pesos. Das ist natürlich sehr praktisch zum Umrechnen.
Für 100 € Bargeld bekommen Sie in einer offiziellen Wechselstube ca. 11.500 €

Es geht aber besser. Bargeld auf dem Schwarzmarkt tauschen, ist der halblegale Trick – nur zurücktauschen wäre illegal. Es wird groß gewarnt, das man oft Falschgeld bekäme oder sonst betrogen würde. Also gesunden Menschenverstand walten lassen und vorsichtig sein!

Wenn man durch die Calle Florida geht, hört man dauernd „Cambio“. Die Herrschaften sind die Schlepper. Sie bringen einen zum Wechsler und bekommen dafür Gebühren.

Die Strassenkurse und die offiziellen Kurse finden Sie hier: Blue Euro

Ich habe heute 300 € in der Av. De Mayo (Nähe Calle Florida) getauscht und 66.000 $ bekommen. Also 22.000 $ pro 100 € bekommen. Der Strassenkurs heute war 224 für einen Euro. Mein Schlepper hat also 1200 $ verdient und war sehr glücklich. Getauscht wurde in einer kleinen Bude, die an der Strasse stand. Das nächste Mal könnte ich direkt dorthin und habe dann einen noch besseren Kurs!

Geld wechseln in Buenos Aires, Argentinien

Wir hatten uns erst einmal in das London Cafe (Calle Florida/Av de Mayo) gesetzt und die Szene beobachtet. Hier sass schon Julio Cortazar und verspeiste die recht guten Medialunas (eine Art argentinische Croissant) 🥐 . Am Cafe sass ein alter Herr, der Blumen verkaufte. Er kannte fast alle, die vorbeikamen. Ich sprach ihn dann an, wo wir am besten wechseln. Er bat uns, ihm zu folgen. Er habe jemanden Seriöse, wo es keinen Ärger gibt. Also folgten wir ihm bis fast zur Ecke Calle Peru, wo ein Blumenkiosk stand. Draussen wurden Blumen verkauft und innen wechselte Senora Julia Geld.
Auch ein paar Tage später wechselte ich 500 €. Natürlich liess ich mich von unserem Blumenhändler hinführen. Ich bat um einen besseren Kurs und Julia gab mir 221 Pesos pro Euro.

Ergänzung November 2022

Auch diesmal spazierten wir gleich zum London. Oh Schreck: Der alte Herr war weg und es deutet nichts mehr auf Blumenverkauf hin. Hoffentlich geht es ihm gut. Wir gingen dann direkt zu Julia. Sie hat erst einmal 300 ARS für den Euro angeboten, ich habe sie auf 310 hochgehandelt. 315 ist der BLUE Kurs. Da ich 3000 € wechselte, bekam ich eine Einkaufstüte von ihr für den Abtransport des Geldes. Über 40 % Kursverlust in einem Jahr!

In den Expatgruppen und im Wirtschaftsteil der Zeitungen liest man, die argentinische Regierung versucht, mehr Tourismusdollar einzunehmen und die Verwendung von Bargeld zu verhindern, indem sie Touristen einen ähnlich lukrativeren Wechselkurs für Kartenkäufe anbietet.

Touristen bevorzugen seit langem Bargeld in Argentinien, aber der Trend hat sich in den letzten Jahren aufgrund der Diskrepanz zwischen dem offiziellen Kurs und dem parallelen BLUE Kurs verschlimmert. Die Zentralbank verzeichnet nur noch 30 Millionen US-Dollar pro Monat aus ausländischen Kreditkartentransaktionen in Argentinien, während es in früheren Monaten 250 Millionen US-Dollar waren. 

Man sieht überall in den guten Restaurants Szenen in denen ausländische Touristen ihre Mahlzeiten mit Bargeldbündeln bezahlten. Viele Einheimische und Touristen tauschen Dollar und Euro in Pesos zum gängigen Schwarzmarktkurs um, der als „Dólar Blue“ bekannt ist und per 27.11.22 330 Pesos pro Euro schloss. Diese Bargelddollar fließen nicht in die Staatskasse, wodurch der wirtschaftliche Nutzen geschmälert wird. 

Ein weiterer Grund für das viele Bargeld ist, dass der größte argentinische Geldschein nur 1.000 Pesos beträgt, die auf dem Schwarzmarkt etwa 3 Euro wert sind. Die Zentralbank plant nicht, Banknoten mit höherem Nennwert auszugeben, da sie sich auf digitale Transaktionen konzentriert.

Ich zahle kleinere Summen per Karte zum testen, jedoch bekomme ich immer den alten schlechten offiziellen Kurs und keinen Schwarzmarktkurs. Habe ich was missverstanden?
So wie mir geht es aber einigen in den Expatgruppen. Vielleicht dauert es noch etwas, bis das umgesetzt wird. Bis dahin zahlt man im Restaurant 200 € Rechnungen mit 3 € Scheinen ….

wie bei einem Mafiosi ….

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