Ihre Lieblings-Tomatensoße könnte mehr als nur gut schmecken – sie könnte Ihr Krebsrisiko senken. Eine neue Studie mit über 100.000 Teilnehmern zeigt: Der regelmäßige Verzehr von Tomaten ist mit einem deutlich geringeren Krebsrisiko verbunden. Wir erklären, was dahintersteckt.
Tomaten gegen Krebs?
Die Studie, die alles verändert
Wissenschaftler des Tehran University of Medical Sciences haben soeben die bislang umfassendste Analyse zum Zusammenhang zwischen Tomatenkonsum und Krebsrisiko veröffentlicht. Die Metaanalyse, erschienen im renommierten Fachjournal Frontiers in Nutrition, wertete Daten aus 119 prospektiven Studien mit insgesamt 108.574 Krebsfällen und über 10.000 krebsbedingten Todesfällen aus.
Die Nachbeobachtungszeit erstreckte sich dabei über bis zu 32 Jahre – eine beispiellose Datenmenge, die klare Trends erkennen lässt.
Die Ergebnisse sind eindeutig
Die Forscher fanden nicht nur einen, sondern mehrere signifikante Zusammenhänge:
1. Geringeres Gesamtkrebsrisiko
- Personen mit hohem Lycopin-Spiegel im Blut hatten ein 11% geringeres Krebsrisiko
- Jede Erhöhung des Lycopin-Blutspiegels um 10 μg/dl reduzierte das Risiko um 5%
2. Besonders wirksam bei Prostatakrebs
- Für Prostatakrebs zeigte sich ein linearer Schutz-Effekt
- Jede zusätzliche Portion Lycopin (10 mg/Tag) senkte das Risiko um 1%
3. Deutlich geringere Krebssterblichkeit
- Hohe Lycopin-Werte im Blut gingen mit einem 24% geringeren Risiko einher, an Krebs zu sterben
- Bei Lungenkrebs war der Effekt besonders stark: 35% geringere Sterblichkeit
Lycopin: Das Geheimnis hinter der roten Farbe
Der Hauptwirkstoff in Tomaten heißt Lycopin – ein starkes Antioxidans, das nicht nur für die charakteristische rote Farbe verantwortlich ist, sondern auch eine beeindruckende Schutzfunktion im Körper übernimmt.
Warum ist Lycopin so besonders?
- Antioxidative Wirkung: Neutralisiert schädliche freie Radikale
- Entzündungshemmend: Reduziert chronische Entzündungen, die Krebs begünstigen können
- Zellschutz: Unterstützt die Zellkommunikation und kann unkontrolliertes Zellwachstum hemmen
Die besten Lycopin-Quellen für Ihre Küche
Hier kommt der Gourmet-Tipp: Nicht alle Tomatenprodukte sind gleich! Lycopin wird durch Erhitzen und die Kombination mit gesunden Fetten besser verfügbar:
| Produkt | Lycopin-Gehalt (pro 100g) | Bioverfügbarkeit |
|---|---|---|
| Tomatenmark | ~16 mg | Sehr hoch (durch Erhitzen) |
| Tomatensoße | ~10-15 mg | Hoch |
| Getrocknete Tomaten | ~45 mg | Mittel |
| Frische Tomaten | ~3 mg | Niedrig |
| Wassermelone | ~5 mg | Mittel |
Kochtipp für maximale Wirkung:
Verwenden Sie Olivenöl extra vergine in Ihren Tomatengerichten. Das gesunde Fett erhöht die Lycopin-Aufnahme um bis zu das Vierfache!
Mediterrane Küche: Ihr natürlicher Krebschutz
Die Studie bestätigt, was Ernährungswissenschaftler lange vermutet haben: Die mediterrane Diät mit ihrem hohen Tomatenkonsum bietet natürlichen Schutz.
Einfache Integration in Ihren Alltag:
- Morgens: Rührei mit getrockneten Tomaten
- Mittags: Selbstgemachte Tomatensuppe mit Olivenöl
- Abends: Pasta mit einer lang gekochten Tomatensoße
- Snack: Kirschtomaten mit Mozzarella und Basilikum
Wichtige Einschränkungen und Realitätscheck
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse müssen wir zwei wichtige Punkte klarstellen:
- Korrelation ≠ Kausalität: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen direkten Beweis, dass Tomaten allein Krebs verhindern
- Gesamtkontext: Tomaten wirken am besten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten
Das Experten-Fazit
Prof. Dr. Gholamreza Askari, einer der Studienautoren, kommentiert: „Unsere Analyse liefert die bisher stärksten Hinweise darauf, dass Lycopin aus Tomaten ein wichtiger Bestandteil einer krebspräventiven Ernährung sein könnte. Besonders die klare Dosis-Wirkungs-Beziehung ist beeindruckend.“
Die einfache Botschaft für Sie: Bauen Sie regelmäßig verarbeitete Tomatenprodukte (Sauce, Mark, getrocknete Tomaten) in Kombination mit gesunden Fetten in Ihre Ernährung ein. Es ist kein Wundermittel, aber eine schmackhafte und wissenschaftlich fundierte Möglichkeit, Ihre Gesundheit zu unterstützen.
Drei Gourmet-Rezepte mit maximalem Lycopin-Gehalt
- Klassische Sugo al Pomodoro (45 Minuten köcheln lassen)
- Spanische Pan con Tomate (mit reifen Tomaten und Olivenöl)
- Mediterraner Linsensalat mit getrockneten Tomaten und Feta
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt natürlich keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.
Hier noch eine Zugabe für die Muttis, die ihren Kindern keinen Ketchup geben wollen
Wie viel Lycopin hat Ketchup? Die konkreten Zahlen im Vergleich
Die Frage nach dem genauen Lycopin-Gehalt von Ketchup ist berechtigt, denn die Menge variiert stark – abhängig von der Tomatenqualität und der Konzentration des Produkts.
Durchschnittliche Lycopin-Werte in Ketchup
Die wissenschaftliche Literatur und Lebensmitteldatenbanken geben folgende Richtwerte:
| Produkttyp | Lycopin-Gehalt (pro 100g) | Entspricht etwa |
|---|---|---|
| Standard-Ketchup (Handelsüblich) | 10–15 mg | 1–2 mittelgroßen frischen Tomaten |
| Tomaten-Ketchup (Höherer Tomatenanteil) | 15–20 mg | 2–3 frischen Tomaten |
| Konzentrierter Ketchup (Gourmet-/Bio-Linien) | bis zu 25 mg | 3–4 frischen Tomaten |
| Zum Vergleich: Tomatenmark (einfach konzentriert) | 16–30 mg | Sehr hoch konzentriert |
| Frische Tomaten | 3–5 mg | Grundlage, aber geringe Bioverfügbarkeit |
Was bedeuten diese Zahlen für den praktischen Gebrauch?
Beispielrechnung für eine typische Portion:
- 1 Esslöffel Ketchup (ca. 15g) enthält etwa 1,5–3 mg Lycopin
- Die in Studien beobachtete protektive Wirkung zeigte sich oft bei einer zusätzlichen täglichen Aufnahme von 10–20 mg Lycopin
- Das würde bedeuten: Um allein durch Ketchup eine messbare Wirkung zu erzielen, müssten Sie ca. 5–10 Esslöffel täglich konsumieren
Der Qualitätsfaktor: Nicht alle Ketchups sind gleich
Die Lycopin-Menge hängt direkt von zwei Faktoren ab:
- Tomatenanteil und -qualität:
- Billigprodukte: Oft nur 70–80% Tomatenanteil, verdünnt mit Wasser
- Hochwertige Produkte: Bis zu 90–95% Tomatenanteil, aus konzentriertem Mark
- Verarbeitungsmethode:
- Lange Kochung erhöht die Lycopin-Verfügbarkeit
- Die Zugabe von Öl (auch in geringen Mengen) verbessert die Aufnahme im Körper
Selbstgemachter vs. Industrieller Ketchup: Ein Vergleich
Hier zeigt sich ein interessanter Unterschied:
Industrieller Ketchup:
- Lycopin-Gehalt: 10–15 mg/100g
- Oft stabiler Wert durch standardisierte Produktion
- Bioverfügbarkeit: Mittel bis gut (durch Erhitzung und Fettanteil)
Selbstgemachter Ketchup aus Tomatenmark:
- Lycopin-Gehalt: 15–25 mg/100g (bei Verwendung von hochwertigem Mark)
- Variable Werte je nach Rezept
- Bioverfügbarkeit: Sehr gut, wenn mit gesundem Öl zubereitet
Die Bioverfügbarkeit: Wichtiger als die reine Menge
Der Clou bei Ketchup: Das Lycopin ist besonders gut verfügbar, weil:
- Durch Erhitzen werden die Zellwände der Tomaten aufgebrochen
- Die enthaltenen Fette/Öle (auch in geringen Mengen) die Aufnahme im Darm fördern
- Die feine Passierung die Verdauung erleichtert
Studien zeigen: Lycopin aus verarbeiteten Tomatenprodukten wird 2–3x besser aufgenommen als aus frischen Tomaten.
Praktische Tipps für maximale Lycopin-Aufnahme aus Ketchup
- Kombinieren Sie klug:
- Essen Sie Ketchup zu einer fetthaltigen Mahlzeit (z.B. Pommes mit Ketchup und Bratwurst)
- Die Kombination mit Fett kann die Lycopin-Aufnahme vervierfachen
- Qualität wählen:
- Achten Sie auf einen hohen Tomatenanteil (über 85%)
- Bio-Ketchup enthält oft mehr Lycopin, da Bio-Tomaten tendenziell höhere Gehalte aufweisen
- Die Gesundheitsbilanz im Blick behalten:
- 2 EL (30g) qualitativer Ketchup liefern 3–6 mg gut verfügbares Lycopin
- Aber auch: 4–7g Zucker – das sollten Sie gegenrechnen
Fazit: Ketchup als Lycopin-Lieferant – mit Einschränkungen
Ja, Ketchup enthält nennenswerte Mengen an bioverfügbarem Lycopin – mehr als frische Tomaten und in gut verwertbarer Form.
ABER: Um auf die in Studien beobachteten protektiven Mengen (10+ mg/Tag) zu kommen, müsste man unrealistisch große Mengen Ketchup konsumieren, was aufgrund des Zuckergehalts kontraproduktiv wäre.
Die intelligente Lösung:
Nutzen Sie Ketchup als ergänzende Lycopin-Quelle innerhalb einer vielfältigen Ernährung mit:
- Tomatenmark in Saucen (höchster Gehalt)
- Getrockneten Tomaten im Salat
- Wassermelone als Dessert
- Roher Tomatenscheiben auf dem Brot
So profitieren Sie vom Lycopin, ohne die Nachteile eines hohen Zuckerkonsums in Kauf nehmen zu müssen.
- „Enthält Ketchup Lycopin?“ – Ja, 10-15 mg pro 100g, gut verfügbar durch Verarbeitung.
- „Wie viel Lycopin in einem Esslöffel Ketchup?“ – 1,5-3 mg, abhängig von der Qualität.
- „Ist Lycopin in Ketchup gesünder als in frischen Tomaten?“ – Besser verfügbar, aber der hohe Zuckergehalt macht dies zunichte.
- „Welcher Ketchup hat am meisten Lycopin?“ – Hochwertige Marken mit hohem Tomatenanteil (>90%) und Bio-Ketchup. (Heinz gehört nicht dazu!)

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