Heimtückische Hausarbeit

Heimtückische Hausarbeit

Jährlich verletzen sich rund 52.900 Menschen in Österreich bei der Hausarbeit, zwei Drittel davon sind Frauen. Männer tragen aber das höhere Verletzungsrisiko – vor allem beim Kochen!

Der Bereich Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat vor kurzem untersucht, welchen Unfallgefahren Männer und Frauen bei der Hausarbeit ausgesetzt sind. „Die Untersuchung zeigt, dass sich rund 52.900 Menschen pro Jahr bei Haushaltsarbeiten wie Kochen, Putzen und Kinderbetreuung so schwer verletzen, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Knapp zwei Drittel dieser Unfälle (66%) entfallen auf Frauen“, sagt Bereichsleiter Dr. Rupert Kisser. Jede dritte verletzte Frau ist über 60 Jahre alt. Bezogen auf die Dauer der Tätigkeit im Haushalt haben aber Männer ein höheres Verletzungsrisiko.

Am gefährlichsten: Kochen und Putzen

Hausarbeit ist ein weites Feld scheinbar harmloser Tätigkeiten: Wohnungsreinigung, einkaufen, kochen, die Haustiere versorgen, Wäsche- und Pflanzenpflege, Kinderbetreuung und die Betreuung von Angehörigen zählen dazu. Die große Unfallhäufigkeit zeigt allerdings, dass diese Tätigkeiten nicht ganz ungefährlich sind. Von 52.900 Unfällen pro Jahr geschehen allein rund 79 Prozent beim Kochen oder Putzen. Damit ereignen sich jedes Jahr auf diese Art rund gleich viele Unfälle wie etwa in der Metallverarbeitungsindustrie und in Bauberufen zusammen, obwohl hier natürlich die Anzahl der Unfälle mit tragischem Ausgang höher ist.

Frauen machen doppelt so viel im Haushalt, aber Männer haben ein höheres Risiko

Frauen verbringen mit durchschnittlich rund 2.300 Stunden pro Jahr (entspricht 26% aller Stunden) mehr als doppelt so viel Zeit mit Tätigkeiten der Haushaltsführung als Männer (ca. 1000 Stunden pro Jahr). Der Großteil dieser Hausarbeit verteilt sich auf das Kochen und das Betreuen von Kindern, mit durchschnittlich mehr als 1.000 Stunden pro Jahr.

Männer betätigen sich unterdurchschnittlich aktiv im Haushalt und mit zunehmendem Alter nehmen diese Tätigkeiten noch weiter ab. Allerdings scheinen sich Männer bei der Hausarbeit um einiges ungeschickter anzustellen. Denn bezogen auf die geringe Zeit, die sie für Haushaltsarbeiten aufwenden, haben Männer ein um 20 Prozent höheres Verletzungsrisiko, vor allem beim Kochen!

Schnittwunden durch Küchenmesser

Vier von fünf Verletzungen entstehen durch Schnitte, Quetschungen und Stiche beim Kochen und Abwaschen oder aber durch Stürze, typischerweise beim Putzen. Dabei wird in knapp zwei Drittel aller Fälle (63%) ein Teil der oberen Extremitäten verletzt (weit voran Verletzungen an den Fingern mit 31%), Beine und Füße erleiden bei jedem fünften Unfall Schaden. Die häufigste Verletzungsart sind offene Wunden, die wiederum zum Großteil durch Unfälle beim Kochen entstehen, gefolgt von Knochenbrüchen und Prellungen, die sich die Personen beim Putzen oder anderen Hausarbeiten zuziehen. Verbrennungen und Verbrühungen erleidet man am ehesten beim Kochen.

Unter den Utensilien, die im Haushalt gefährlich werden können, ist das Küchenmesser das tückischste. Mit 9.300 Verletzungen pro Jahr liegt es weit vor anderen Gefahrenquellen wie Brotschneidemaschine, Gläserscherben und Herd. „Es klingt vielleicht paradox, aber ein scharfes Messer ist weit sicherer als ein stumpfes“, sagt Kisser. „Mit einem gut geschärften Messer wird weniger Druck ausgeübt und es besteht eine geringere Abrutschgefahr.“ Ebenfalls eine wirkungsvolle Präventivmaßnahme gegen den Schnitt in den Daumen: Der Krallengriff. Dabei wird das Schneidegut von oben erfasst und das Messer an den Fingern vorbei geführt – und der Daumen bleibt dran!

www.kfv.at

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