Die Qualifikation für den Bocuse d’Or Europe ist am gestrigen Montag in Marseille zu Ende gegangen. Dänemark sicherte sich den ersten Platz vor Norwegen und Italien. Deutschland nahm an der Ausscheidung nicht teil.
Bocuse d’Or Europe 2026
Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs fand die europäische Selektion in Frankreich statt. Austragungsort war der Parc Chanot in Marseille, wo die Fachmesse Sirha Méditerranée den Rahmen für das zweitägige Koch-Event bildete . 20 europäische Nationen traten an, um sich eines der begehrten Tickets für das Weltfinale im Januar 2027 in Lyon zu sichern .
Die Sieger und qualifizierten Nationen
Den Sieg holte das Team aus Dänemark. Küchenchef Christian Wellendorf setzte sich mit seinem Commis Gustav Spurré und Coach Kenneth Toft-Hansen, dem Bocuse-d’Or-Sieger von 2019, gegen die starke Konkurrenz durch. Dänemark verteidigte damit seinen Titel aus dem Jahr 2024, als Sebastian Holberg Svendsgaard die Europameisterschaft gewonnen hatte .
Das norwegische Team mit Küchenchef Christian André Pettersen und Commis Hanna Korvald erreichte den zweiten Platz. Italien mit Matteo Terranova und Commis Edoardo Magni komplettierte das Podium auf Rang drei .
Folgende zehn Nationen qualifizierten sich für das Weltfinale 2027 in Lyon :
- Dänemark – Christian Wellendorf (Kandidat) / Gustav Spurré (Commis)
- Norwegen – Christian André Pettersen (Kandidat) / Hanna Korvald (Commis)
- Italien – Matteo Terranova (Kandidat) / Edoardo Magni (Commis)
- Schweden – Ludwig Tjörnemo (Kandidat) / Emilia Björklund (Commis)
- Frankreich – Maxence Baruffaldi (Kandidat) / Arthur Fauriel (Commis)
- Finnland – Johan Kurkela (Kandidat) / Niilo Suominen (Commis)
- Vereinigtes Königreich – Oliver McGeorge (Kandidat) / Stella Jewel Harris (Commis)
- Belgien – Piet Vande Casteele (Kandidat) / Willemijn Veldeman (Commis)
- Ungarn – Roland Kelemen (Kandidat) / Zoltán Vincze (Commis)
- Island – Snædís Xyza Mae Jónsdóttir (Kandidat) / Marlís Jóna Karlsdóttir (Commis)
Deutschland nicht am Start
Ein wichtiger Aspekt dieser Europameisterschaft ist die Abwesenheit eines deutschen Teams. Deutschland nahm am Bocuse d’Or Europe 2026 nicht teil . Wie Gourmet Report mehrfach berichtete, hat sich das Land zum wiederholten Male nicht für die europäische Ausscheidung qualifiziert . Bereits beim Bocuse d’Or Europe 2020 in Tallinn hatte Deutschland „pausiert“ . Der letzte deutsche Teilnehmer bei einer europäischen Qualifikation war Marvin Böhm, der sich 2023 für das Europafinale 2024 in Trondheim qualifiziert hatte .
Die Nichtteilnahme bedeutet, dass Deutschland auch beim Weltfinale 2027 in Lyon nicht vertreten sein wird, da nur die zehn bestplatzierten Nationen dieser Europa-Selektion sowie die Qualifikanten aus den anderen Kontinentalwettbewerben startberechtigt sind.
Die Wettbewerbsaufgaben: Eine Hommage an das Mittelmeer
Die 20 Teams hatten fünf Stunden und 30 Minuten Zeit, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Aufgaben waren eine Hommage an die Gastgeberstadt Marseille und die mediterrane Küche . Ehrenpräsident der Jury war der Drei-Sterne-Koch Gérald Passedat aus Marseille .
Die Kandidaten mussten drei Prüfungen absolvieren :
1. Die Platten-Thematik: Roter Knurrhahn
Das Hauptgericht auf der Platte war roter Knurrhahn, präsentiert mit zwei verschiedenen Garnituren. Die erste Garnitur basierte auf Kichererbsen und musste lokale Produkte aus dem Heimatland des Kandidaten integrieren. Die zweite Garnitur drehte sich um die kleine violette Artischocke. Alle Elemente wurden von einer obligatorischen Seeigel-Sauce begleitet, die geschmacklich klar erkennbar sein musste .
2. Surf and Turf: Tintenfisch und Camargue-Stier
Diese Herausforderung kombinierte Meeresfrüchte mit Fleisch. Die Kandidaten bereiteten Tintenfisch und Filet vom Camargue-Stier AOP zu. Jedes Gericht enthielt eine obligatorische, von Aioli inspirierte Sauce aus Knoblauch und Olivenöl, die die Kandidaten mit einer Hommage an ihr Heimatland neu interpretieren mussten .
3. „On Stage!“: Die Live-Herausforderung
Ein neues Element in diesem Jahr war der „On Stage!“-Test, der einen Monat vor dem Wettbewerb bekannt gegeben wurde . Die Kandidaten mussten innerhalb von zehn Minuten live vor Publikum eine Emulsion zubereiten, die von der provenzalischen Aioli inspiriert war. Gleichzeitig sollten sie ihr nationales kulinarisches Erbe präsentieren – durch eine Zutat, eine Technik oder ein Utensil. Elektrische Geräte waren nicht erlaubt, lediglich eine manuelle Mühle war zugelassen .
Spezialpreise
Neben den Platzierungen wurden folgende Spezialpreise vergeben :
- Best Commis Award: Hanna Korvald (Norwegen)
- Spezialpreis für das Plattenthema: Schweden
- Spezialpreis für das Surf-and-Turf-Thema: Finnland
Ausblick: Die nächsten Stationen
Die europäische Selektion war die erste von mehreren kontinentalen Ausscheidungen auf dem Weg zum Weltfinale 2027. Die amerikanische Selektion findet am 26. Juli 2026 in New Orleans statt. Weitere Qualifikationen für Afrika, den Nahen Osten und den asiatisch-pazifischen Raum folgen im Laufe des Jahres 2026 .
Das nächste europäische Finale findet 2028 in Lausanne in der Schweiz statt, das dann zur Weltmeisterschaft 2029 führt .
Die teilnehmenden Nationen im Überblick
Insgesamt nahmen 20 Nationen an der europäischen Selektion in Marseille teil :
| Land | Kandidat |
|---|---|
| Belgien | Piet Vande Casteele |
| Dänemark | Christian Wellendorf |
| Estland | Joonas Koppel |
| Finnland | Johan Kurkela |
| Frankreich | Maxence Baruffaldi |
| Island | Snædís Xyza Mae Jónsdóttir |
| Italien | Matteo Terranova |
| Lettland | Dinārs Zvidriņš |
| Litauen | Gabrielius Zajac |
| Niederlande | Jet Loos |
| Norwegen | Christian André Pettersen |
| Polen | Kamil Tłuczek |
| Rumänien | Vasilică-Marinică Bejenaru |
| Schweden | Ludwig Tjörnemo |
| Schweiz | Karina Fruman |
| Slowakei | Patrik Pokrývka |
| Spanien | Adolfo Santos García |
| Tschechische Republik | Dominik Unčovský |
| Ungarn | Roland Kelemen |
| Vereinigtes Königreich | Oliver McGeorge |
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