Die 2026er-Ausgabe des MICHELIN Guide France & Monaco wurde heute im Grimaldi Forum in Monaco vorgestellt. Die Selektion umfasst 668 mit Sternen ausgezeichnete Restaurants, darunter 31 Drei-Sterne-, 84 Zwei-Sterne- und 553 Ein-Stern-Restaurants.
MICHELIN Frankreich & Monaco
Gegenüber dem Vorjahr verzeichnet der Michelin Frankreich ein neues Drei-Sterne-Restaurant, sieben neue Zwei-Sterne-Restaurants und 54 neue Ein-Stern-Restaurants, sowie einige bemerkenswerte Deklassierungen.
Die Inspektoren des MICHELIN Guide beobachten in der aktuellen Selektion eine bemerkenswerte Dynamik in der französischen und monegassischen Gastronomieszene.
Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des MICHELIN Guide, kommentiert: „Die Inspektoren zeigen sich besonders von der Küche der neuen Generation von Küchenchefs beeindruckt, die häufig persönliche, lokal verankerte Betriebe eröffnen.“
L’Ambroisie in Paris verliert dritten Stern im Michelin Frankreich
L’Ambroisie, die legendäre Institution an der Pariser Place des Vosges, ist das einzige Restaurant in der diesjährigen Selektion, dass den dritten Stern verloren hat . Damit endet eine Ära für das Haus, das seit 1988 ununterbrochen mit drei Sternen ausgezeichnet war und als eines der beständigsten Aushängeschilder der klassischen französischen Küche galt .
Als Hauptgrund für die Rückstufung wird von den französischen Medien übereinstimmend der Generationenwechsel in der Küche genannt. Der langjährige Patron und Küchenchef Bernard Pacaud (78) zog sich im Juli 2025 nach vier Jahrzehnten zurück und verkaufte das Restaurant an den französisch-brasilianischen Unternehmer Walter Butler . Die kulinarische Leitung liegt seit November 2025 beim 39-jährigen japanischen Küchenchef Shintaro Awa, der zuvor bereits in der Brigade des Hauses arbeitete .
Die Fachpresse bewertet den Schritt als nachvollziehbare Entscheidung in einer Phase des Übergangs. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, handelt es sich bei mehr als der Hälfte der diesjährigen Déclassements um Restaurants mit Wechseln in der Küchenführung oder bei den Konzepten . Le Parisien zitiert Gwendal Poullennec, den Internationalen Direktor des MICHELIN Guide, mit den Worten, dass ein neuer Küchenchef, der eine derart ikonische Institution übernehme, Zeit brauche, um seinen eigenen Stil zu finden und die Geschichte des Hauses fortzuschreiben . Der neue Besitzer Walter Butler zeigte sich zwar enttäuscht, betonte jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Beibehaltung von zwei Sternen die Qualität von Shintaro Awas Arbeit unterstreiche und man weiterhin an einer „Küche der Exzellenz“ arbeite .
Weitere bedeutende Déclassements des Michelin Frankreich
Neben L’Ambroisie sind drei weitere namhafte Häuser von einer Herabstufung betroffen und verlieren jeweils einen ihrer zwei Sterne :
- Le Suquet in Laguiole (Aveyron) von Sébastien Bras
- Le Chabichou in Courchevel (Savoie) unter der Leitung von Stéphane Buron
- Le Relais de la Poste in Magescq (Landes) von Jean Coussau
Darüber hinaus verlieren insgesamt 17 Restaurants in Frankreich ihre einzige Michelin-Auszeichnung, darunter bekannte Adressen wie La Mirande in Avignon, Les Terrasses de Lyon in Lyon und Helen in Paris
Im Folgenden werden die Neuzugänge der verschiedenen Kategorien im Detail dargestellt.
Neues Drei-Sterne-Restaurant
Les Morainieres in Jongieux (Savoie)
Das Restaurant Les Morainieres von Küchenchef Michael Arnoult und seiner Frau Ingrid wurde mit drei Sternen ausgezeichnet. Das 2005 eröffnete Haus in der savoyischen Hügellandschaft bietet eine Küche, die stark mit der Region verbunden ist.
- Küchenchef: Michael Arnoult, Absolvent der Hotelfachschule Montargis, arbeitete unter anderem als Sous-Chef bei Emmanuel Renaut in Megève. Seine Küche ist von den Produkten der Region und deren Erzeugern bestimmt.
- Konzept: Das Restaurant verfügt über sechs Gästezimmer in einem ehemaligen Bauernhaus in Saint-Pierre-de-Curtille.
- Gesamtzahl: Damit werden im MICHELIN Guide France & Monaco 2026 insgesamt 31 Drei-Sterne-Restaurants geführt.
Sieben neue Zwei-Sterne-Restaurants
Die sieben neuen Restaurants der Zwei-Sterne-Kategorie zeichnen sich durch eine klare regionale Verankerung und eine präzise Umsetzung aus.
- Frédéric Doucet (Charolles): Das Restaurant des Küchenchefs Frédéric Doucet im Burgund bietet zwei Menüs: eines zum Charolais-Rind, ein weiteres zur burgundischen Küche.
- Bulle d’Obier (Langres): Das Restaurant von Valentin Loison erhielt 2025 den ersten Stern und nun den zweiten. Ein eigener Gemüsegarten und die Arbeit mit regionalen Produkten prägen die Küche.
- Hakuba (Paris 1): Das im Cheval Blanc Hotel gelegene Restaurant vereint die Arbeit der Küchenchefs Takuya Watanabe (Sushi), Arnaud Donckele (Saucen, warme Gerichte) und Maxime Frédéric (Desserts) in einem Omakase-Menü.
- Arbane (Reims): Das 2024 eröffnete Restaurant von Küchenchef Philippe Mille präsentiert eine von der Champagne inspirierte Küche. Arnaud Beck, Patissier des Hauses, wurde mit der Auszeichnung „Passion Dessert“ geehrt.
- Virtus (Paris 12): Küchenchef Frédéric Lorimier serviert eine zeitgenössische Küche. Camille Gouyer wurde für den Service mit dem MICHELIN Service Award 2026 ausgezeichnet.
- Alliance (Paris 5): Der japanische Küchenchef Toshitaka Omiya verbindet in seinem Restaurant mit sieben Tischen französische und japanische Einflüsse.
- Le Corot (Ville-d’Avray): Küchenchef Rémi Chambard verwendet überwiegend Produkte aus der Region Île-de-France. Patissier Baptiste Vial erhielt ebenfalls die Auszeichnung „Passion Dessert“.
Die Gesamtzahl der Zwei-Sterne-Restaurants beträgt damit 84.
54 neue Ein-Sterne-Restaurants
54 Restaurants erhalten in diesem Jahr ihren ersten MICHELIN-Stern, darunter 30, die erstmals im Guide verzeichnet sind. Die Liste spiegelt die regionale Vielfalt wider.
Vollständige Liste des MICHELIN Frankreich & Monaco mit den neuen Ein-Sterne-Restaurants nach Regionen:
Auvergne-Rhône-Alpes
- Le Puy Tilleul (Tournemire, 15)
- Mandibule (Alixan, 26)
- Maltacina (Saint-Théoffrey, 38)
- Circle (Lyon 1, 69)
- Les Loges (Lyon 5, 69)
- L’Étape Dorée (Saint-Genis-Laval, 69)
- L’Altitude (Courchevel, 73)
- Chalet Flachaire (Abondance, 74)
- La Table d’Armante (Saint-Gervais-les-Bains, 74)
Bourgogne-Franche-Comté
- La Maison des Cariatides (Dijon, 21)
- Auprès du Clocher (Pommard, 21)
- La Table du Grapiot (Pupillin, 39)
- Erre (Chassy, 89)
Bretagne
- La Table – Domaine du Liziec (Vannes, 56)
Grand Est
- Alcôve (Vinay, 51)
- Alexis Baudin (Malling, 57)
- Timilia (Metz, 57)
- Le M – Domaine de Montagne (Ventron, 88)
Hauts-de-France
- Le Camélia (Bry, 59)
- Harmonie (Villeneuve-d’Ascq, 59)
Île-de-France
- Jin (Paris 1, 75)
- Maison Ruggieri Palais Royal (Paris 1, 75)
- HANADA (Paris 7, 75)
- Prévelle (Paris 7, 75)
- Héritages (Paris 8, 75)
- Imperial Treasure (Paris 8, 75)
- Irwin (Paris 8, 75)
- Monsieur Dior by Yannick Alléno (Paris 8, 75)
- Pilgrim (Paris 15, 75)
- Geoélia (Paris 16, 75)
- Zostera (Paris 16, 75)
- Ruche (Gambais, 78)
Nouvelle-Aquitaine
- Notes (Cognac, 16)
- L’Écailler (Ile de Ré / La Flotte, 17)
- Cent33 (Bordeaux, 33)
- Le Cercle Guiraud (Sauternes, 33)
Occitanie
- La Belle Vie (Saint-Hilaire-d’Ozilhan, 30)
- Maison Pellestor Veyrier (Colomiers, 31)
- Agapes (Toulouse, 31)
- L’Écorce (Toulouse, 31)
- Holodeck (Floresas, 46)
- Les Jardins (Parnac, 46)
Pays de la Loire
- Lueurs (Bouchemaine, 49)
Provence-Alpes-Côte d’Azur
- La Table du Cap Estel (Èze-Bord-de-Mer, 06)
- Épicentre (Nizza, 06)
- La Table de Pierre (Saint-Paul-de-Vence, 06)
- Auberge de la Roche (Valdeblore, 06)
- L’Oursin (Carry-le-Rouet, 13)
- Auffo (Marseille, 13)
- Les Oliviers (Bandol, 83)
- L’Oursin – Hôtel Les Roches (Lavandou, 83)
- Shanael (Toulon, 83)
- Garrigue (Ansouis, 84)
Principauté de Monaco
- Robuchon Monaco (Monaco)
14 Neuzugänge mit grünem Stern (Nachhaltigkeit)
Der MICHELIN Guide zeichnet seit einigen Jahren Restaurants für besonderes Engagement in Sachen Nachhaltigkeit mit einem grünen Stern aus. In diesem Jahr kamen 14 neue Restaurants hinzu. Die vollständige Liste:
- Mandibule – Alixan (Drôme)
- La Table de Christophe Hay et Lois Bée – Ardon (Loiret)
- Ressources – Bordeaux (Gironde)
- NYD – 48° Nord – Breitenbach (Bas-Rhin)
- Origines – Le Broc (Puy-de-Dôme)
- CIBO – Dijon (Côte-d’Or)
- Chez Jeannette – Flassans-sur-Issole (Var)
- Le Jour du Poisson – Île d’Oléron / Saint-Denis-d’Oléron (Charente-Maritime)
- Bulle d’Obier – Langres (Haute-Marne)
- Datil – Paris 3
- La Borie – Paris 15
- Rolland – Plourhan (Côtes-d’Armor)
- GAIA – Manoir de la Mortière – Les Sables d’Olonne (Vendée)
- Maltacina – Saint-Théoffrey (Isère)
Spezialpreise 2026
Im Rahmen der Zeremonie wurden folgende Spezialpreise vergeben:
- MICHELIN Sommelier Award (präsentiert von Nude Glass):
- Anne Humbrecht (La Table du Gourmet, Riquewihr)
- Edmond Gasser (Restaurant Pic, Valence)
- MICHELIN Service Award (präsentiert von San Pellegrino):
- Camille Gouyer (Virtus, Paris)
- Marco Tognon (Les Ambassadeurs by Christophe Cussac, Hôtel Metropole Monte-Carlo)
- MICHELIN Young Chef Award (präsentiert von METRO):
- Quentin Pellestor-Veyrier (Maison Pellestor Veyrier, Colomiers)
- MICHELIN Mentor Chef Award (präsentiert von President Professionnel):
- Pierre Gagnaire
Passion Dessert Auszeichnung
Zehn neue Restaurants wurden in die Selektion „Passion Dessert“ aufgenommen, darunter:
- Arbane (Reims) – Arnaud Beck
- Maison Pellestor Veyrier (Colomiers)
- William Frachot (Dijon)
- La Chabotterie (Montréverd)
- Maison Rostang (Paris 17)
- Maison Decoret (Vichy)
- Le Corot (Ville-d’Avray) – Baptiste Vial
- Bellefeuille – Saint James Paris (Paris) – Coline Doussin
- Irwin (Paris) – Tessa Ponzo
- La Table de Pavie (Saint-Émilion) – Tom Berger
Kontext der wirtschaftlichen Unsicherheit
Mehrere französische Medien, darunter La Croix und Medias24, berichten, dass die diesjährige Verleihung vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Lage stattfand. Internationale Konflikte und die angespannte wirtschaftliche Situation beeinflussen laut Gwendal Poullennec die touristischen Trends und damit auch die Buchungslage in der Spitzengastronomie . Frankreich könnte jedoch von einer touristischen Abkehr vom Nahen Osten profitieren und seine Position als historische Tourismusdestination und gastronomische Hochburg ausbauen .
Kontroverse um die #MeToo-Bewegung in der Gastronomie
Ein interessanter Aspekt ist die zeitliche Nähe der Zeremonie zu den schwerwiegenden Vorwürfen gegen René Redzepi, den Chef des legendären dänischen Restaurants Noma. Nur wenige Tage vor der Michelin-Zeremonie wurden Vorwürfe von Belästigung und Gewalt durch ehemalige Mitarbeiter gegen Redzepi öffentlich .
Gwendal Poullennec äußerte sich dazu und betonte, dass der Michelin Guide die Befreiung der Stimmen in der Branche begrüße, aber nicht die Aufgabe habe, Arbeitsinspektionen zu ersetzen oder gar als Richter aufzutreten. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Führungspraktiken in den Küchen weiterentwickeln und verbessern .
Die Frauenfrage
Ein weiteres wiederkehrendes Thema, das in den französischen Medien diskutiert wird, ist der geringe Anteil von Küchenchefinnen unter den Ausgezeichneten. Diese Debatte entzündet sich jedes Jahr aufs Neue, insbesondere beim traditionellen Familienfoto am Ende der Zeremonie. Poullennec wies diese Kritik zurück mit der Aussage:
„Der Guide zeichnet eine Küche aus, ohne Quoten zu berücksichtigen“ .
Die Strategie der Dezentralisierung
Die Wahl Monacos als Veranstaltungsort ist Teil einer bewussten Strategie des Guide Michelin, die seit einigen Jahren verfolgt wird. Nach Cognac, Straßburg, Tours und Metz im Jahr 2025 ist Monaco die fünfte Station dieser Dezentralisierungspolitik, die die gastronomische Vielfalt abseits von Paris würdigen soll .
Die Selektion im Überblick
- Empfohlene Restaurants gesamt: Mehr als 3.000
- Drei Sterne: 31 (davon 1 neues)
- Zwei Sterne: 84 (davon 7 neue)
- Ein Stern: 553 (davon 54 neue)
- Bib Gourmand: 430 (davon 75 neue)
Die digitale Version des MICHELIN Guide France & Monaco 2026 ist ab sofort auf der Website verfügbar. Die gedruckte Ausgabe erschien am 20. März zum Preis von 35 €.
https://guide.michelin.com/at/de/selection/france/restaurants

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