Plädoyer für ausgewogene Ernährung

Schlagzeilen wie „Hoher Milchkonsum kann Krebs fördern“, „Obst und Gemüse Pestizid belastet“ oder „Zucker macht zuckerkrank“ verunsichern viele Menschen. Sie fragen sich: Was kann ich eigentlich noch essen? Dabei decken sich solche Warnungen nicht immer mit der Wahrheit, und das führt zwangsläufig zu einer verzerrten Wahrnehmung in der Bevölkerung über die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel.

Beim CMA-Ernährungsforum „Warnungen, Wahrnehmung, Wahrheit: Lebensmittel zwischen gut und böse“ der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH am 19. Oktober 2006 in Berlin gingen renommierte Wissenschaftler Vorurteilen gegenüber Lebensmitteln auf den Grund. Sie kamen zu dem Schluss, dass einer simplen Einteilung in gute und schlechte Lebensmittel eine klare Absage erteilt werden muss. Ernährungsmitbedingte Krankheiten haben ein Bündel von Ursachen und resultieren aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Gesetzlich festgeschriebene Grenzwerte und ihre ständige Kontrolle sorgen dafür, dass unsere Lebensmittel heute sicherer sind, als je zuvor.

So hielt beispielsweise Professor Jürgen Schrezenmeir von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Kiel ein Plädoyer für die Milch. Die Behauptung, ein erhöhter Milchkonsum begünstige die Entstehung verschiedener Krebsarten, würde einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten, führte Schrezenmeir aus. Die Auswertung zahlreicher Studien komme zu dem Ergebnis, dass Milch vor Krebs schützt, und ihn nicht auslöst. Sein Fazit zur Milch: gesund – ohne wenn und aber!

Dass Zucker allein nicht zuckerkrank macht, bestätigte Professor Hans Hauner aus München. Er sieht den modernen Lebensstil mit Bewegungsarmut sowie unausgewogener Ernährung und daraus resultierendes Übergewicht als Ursache für die hohe Zahl der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland. Einzelne Ernährungsfaktoren spielten eine eher untergeordnete Rolle. Der beste Schutz vor Diabetes bestehe daher in einer ausgewogenen, fettangepassten, ballaststoffreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung.

Die Schlussfolgerung Hauners hat sich als Botschaft der Ernährungskommunikation zwar in den Köpfen der Menschen festgesetzt, an ihrer Umsetzung hapert es jedoch. Dieses Defizit machte Peter Küster von der Gesellschaft für Konsumforschung deutlich. Verbraucher wüssten, dass eine ausgewogene Ernährung und Bewegung einen gesunden Lebensstil fördern. Sie setzen diese Erkenntnisse allerdings kaum um, fasste Küster die Ergebnisse einer im Auftrag der CMA durchgeführten Befragung zusammen.

Mit dem CMA-Ernährungsforum in Berlin wurde die anerkannte Veranstaltungsreihe Godesberger Ernährungsforum fortgesetzt. „Es bietet eine Plattform, um aktuelle gesundheits- und verbraucherpolitische Fragen zu thematisieren“, sagte Dr. Andrea Lambeck, Leiterin des Referats Wissenschafts-PR.

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