Essverhalten optimieren – eigenes Gewicht regulieren – Neue Studie

Personalisierte Auswahl pflanzlicher Proteine für mehr Sättigung: Die neue Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München und des ZIEL – Institute for Food & Health der Technischen Universität München zeigt, dass unterschiedliche Erbsenproteinhydrolysate ganz verschiedene Effekte auf das Sättigungsgefühl haben. Unten stehen leicht verständliche Tipps 😉

Doktorandin Katrin Gradl bei Arbeiten im Zellkulturlabor;

Essverhalten optimieren – eigenes Gewicht regulieren

  • Ein bittereres, weniger hydrolysiertes Erbsenproteinhydrolysat kann schnell sättigen und tatsächlich dazu führen, dass bei der nächsten Mahlzeit weniger gegessen wird.
  • Ein weniger bitteres, stärker hydrolysiertes Produkt wirkt zeitlich verzögert und unterstützt eher ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl zwischen den Mahlzeiten.

Strategischer Einsatz in der eigenen Ernährung

  • Wer gezielt seine Energiezufuhr (Kalorienaufnahme) beim Essen reduzieren möchte, profitiert laut Studie eher von hydrolysaten mit niedrigerem Hydrolysegrad und höherer Bitterkeit – etwa als Pre-Meal-Drink vor dem Hauptgang.
  • Wer hingegen häufig „zwischendurch“ Hunger hat und zu Snacks greift, könnte von den stärker hydrolysierten, weniger bitteren Produkten profitieren, weil sie das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit verlängern.

Neue Perspektiven für die Produktwahl

  • Beim Kauf und Einsatz von pflanzlichen Proteinpulvern sind neben dem Eiweißgehalt auch der Hydrolysegrad und die Geschmackseigenschaften (besonders bitter oder mild) relevant.
  • Künftige Lebensmittel, etwa Drinks oder Snacks zur Unterstützung des Sättigungsgefühls, können gezielt auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zugeschnitten werden.

Für Ernährungsbewusste und Abnehmwillige

  • Leser, die zum Beispiel ihr Gewicht kontrollieren oder nachhaltig abnehmen wollen, erhalten einen konkreten Tipp: Die Wahl eines bestimmten pflanzlichen Proteinhydrolysats könnte helfen, weniger zu essen (durch schnellere Sättigung) oder länger satt zu bleiben (also weniger Zwischenmahlzeiten).

Praktische Anwendung: Neue Trends?

  • Da die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen stetig wächst, könnten Restaurants und Lebensmittelhersteller innovative Produkte entwickeln, die gezielt das Sättigungsgefühl beeinflussen .

Fazit

Wer sich für Ernährung, Food-Trends oder gezielte Gewichtsregulation interessiert, sollte beim Einsatz von pflanzlichen Proteinprodukten bewusst auf den Grad der Hydrolyse und den Geschmack achten. Die Forschung bietet jetzt erstmals konkret umsetzbare Ansätze, wie durch bewusste Produktwahl das Sättigungsgefühl und die Kalorienaufnahme gesteuert werden können – ein echter Mehrwert für Ernährungsbewusste und innovative Foodies.

Bei speziellen Zielsetzungen (Diät, Gewichtsmanagement, Fitness) lohnt sich vorab ein Blick darauf, welches Hydrolysat für den individuellen Anspruch geeignet ist.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass beide Hydrolysate das Sättigungsgefühl auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Das Hydrolysat H2 machte schnell satt, sodass die Probanden weniger aßen. Das Hydrolysat H1 wirkte dagegen zeitverzögert und fördert vermutlich ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl zwischen den Mahlzeiten“, erklärt Studienleiterin Veronika Somoza. „Sowohl Bitterkeit als auch Hydrolysegrad spielten dabei eine entscheidende Rolle. Somit liefert die Studie wertvolle Ansätze für die Entwicklung funktioneller Lebensmittel, die auf natürliche Weise zur Reduktion der Energieaufnahme beitragen können.“

Publikation: Gradl, K., Sterneder, S., Kahlenberg, K., Brandl, B., Skurk, T., and Somoza, V. (2025). Randomized Controlled Trial: Effects of a Bitter-Tasting Pea Protein Hydrolysate Intervention With Low Degree of Hydrolyzation on Energy Intake in Moderately Overweight Male Subjects. Mol Nutr Food Res, e70195. 10.1002/mnfr.70195. https://doi.org/10.1002/mnfr.70195

Förderung: Das IGF-Vorhaben 21916 N der Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Endprodukte, in denen Erbsenproteinhydrolysate vorkommen

  • Proteinshakes und Proteinpulver: Viele vegane Eiweißdrinks und -pulver enthalten hydrolysiertes Erbsenprotein, teils für Sport und Diät, teils für Alltags-Ernährung.
  • Vegane Fleischalternativen: Burger, Schnitzel, Würstchen, Nuggets und Hack auf Erbsenproteinbasis, besonders in Supermärkten und bei Marken wie Beyond Meat, Garden Gourmet oder anderen Anbietern für „plant-based meat“.
  • Milchersatzprodukte: Pflanzliche Drinks (z.B. Erbsenmilch, Protein-Reismilch oder vegane Joghurtalternativen) können Erbsenproteinhydrolysat enthalten, um den Proteingehalt zu erhöhen.
  • Riegel und Snacks: Eiweißriegel, Müsliriegel, vegane Sport-/Diätbars, Fitness-Snacks.
  • Instantpulver für Smoothies oder Frühstück: Mischungen für Frühstücksbowl, Porridge oder „Clear Protein“-Drinks.
  • Spezielle Diätprodukte und medizinische Ernährung: Manche Mahlzeitenersatzprodukte und Ergänzungen bei Gewichtsabnahme, Sporternährung oder für ältere Menschen nutzen hydrolysiertes Erbsenprotein wegen der guten Verträglichkeit und Sättigung.

Produkte mit weniger Hydrolyse (weniger stark gespalten, meist bitterer, langsamere Verdauung, schnelle Sättigung)

  • Viele fleischähnliche vegane Produkte („Plant-Based“ Burger, Würstchen, Hack) – hier ist Erbsenprotein oft als Teilhydrolysat verarbeitet und weniger stark aufgespalten. Es sorgt für Textur und eine sättigende Wirkung.
  • Einige Marken „Erbsenprotein-Konzentrat“ – Pulver ohne den expliziten Zusatz „hydrolysiert“ oder „Isolat“ sind meist weniger stark hydrolysiert.
  • Proteinshakes mit Hinweis „Konzentrat“, „komplex“, „langsame Verdauung“ – sie enthalten größere Proteinmoleküle.

Produkte mit stärkerer Hydrolyse (stärker gespalten, weniger bitter, schnellere Aufnahme, längeres Sättigungsgefühl)

  • Proteinpulver und -shakes, auf denen ausdrücklich „hydrolysiert“ steht (z.B. „hydrolysiertes Erbsenprotein“, „Erbsenproteinhydrolysat“; DH >20–35%).
  • Drinks mit klarem Geschmack und sehr guter Löslichkeit („Clear Protein“, „Isolat“) – meist ultra-fein und wenig bitter.
  • Eiweißriegel mit hydrolysiertem Protein, oft für Sport und schnelle Regeneration.
  • Pflanzliche Diätprodukte für Mahlzeitenersatz oder medizinische Ernährung (oft sehr fein hydrolysiert für schnelle Verdaulichkeit und hohe Bioverfügbarkeit).

Praktisch

  • Wenig hydrolysiert: Eher in veganem Fleischersatz wie Burger & Würstchen (macht schnell satt, oft etwas bitter), und in klassischen Proteinpulvern als „Konzentrat“.
  • Stark hydrolysiert: In hochwertigen Proteinshakes/Drinks mit der Angabe „hydrolysiert“, oft für Sport & Diät, klar löslich und mild im Geschmack.

Tipp:
Achte auf die Begriffe hydrolysiertHydrolysat oder Isolat für die stark gespaltenen Varianten – alles andere ist meist nur teilhydrolysiert oder gar nicht hydrolysiert. Der Hydrolysegrad (DH) ist selten angegeben, aber „Hydrolysat“ steht bei stark aufgespaltenen Produkten IMMER auf dem Label!

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