Deutscher Weinexport weiter erfolgreich

Der deutsche Weinexport bleibt auf Erfolgskurs. Das bereits 2006 erreichte Rekordniveau konnte im 12-Monatszeitraum von Mai 2006 bis April 2007 noch weiter gesteigert werden. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) aus Anlass seines jährlichen Exportworkshops mitteilte, haben die Umsätze der ausgeführten Weine die 600 Mio. Euro-Grenze überschritten und die exportierte Weinmenge lag erstmals über drei Millionen Hektolitern.

„Besonders erfreulich ist, dass die deutschen Weinexporteure sowohl im Umsatz um 22 % als auch um 14 % in der Menge zulegen konnten und die Durchschnittserlöse pro Hektoliter weiter auf 196 Euro gestiegen sind“, berichtete DWI-Auslandsmarketingleiter Steffen Schindler . Allerdings sind in diesen Zahlen auch geschätzte 25 % Reexporte von Weinen nicht deutscher Herkunft enthalten.

Sortimentswechsel in Großbritannien

Der Markt für deutsche Weine ist in Großbritannien bereits seit einigen Jahren im Wandel. Verbunden mit einer Neupositionierung deutscher Weine findet dort ein langsamer aber kontinuierlicher Sortimentswechsel in Richtung des Mittelpreissegments statt. Der Absatz deutscher Weine in der Preisspanne von 4-5 £ im Handel stieg im vergangenen Jahr um 720.000 Flaschen (+46 %) auf 2,3 Mio. Flaschen, wohingegen die Weine unter 3,- £ im Absatz um 1,8 Mio. Flaschen auf 14,7 Mio. zurückgingen.

In den Exportzahlen spiegelt sich dieser Trend ebenso wieder: So wurden in dem 12-Monatszeitraum bis April dieses Jahres 840.000 hl bei einem Durchschnittspreis von 163 Euro/hl nach England exportiert, 2003 waren es noch fast eine Million Hektoliter mit einem Durchschnittspreis von 129 Euro/hl. Dennoch bleibt Großbritannien mit diesem Ausfuhrvolumen weiterhin der wichtigste deutsche Weinexportmarkt.

USA ist dynamischster Weinmarkt der Welt

Der Weinmarkt in USA entwickelt sich seit einigen Jahren sehr dynamisch. Mit einem 10%igen Konsumzuwachs zwischen 2004 und 2005 auf 2,2 Mrd. Liter ist er der am schnellsten wachsende Weinmarkt der Welt. Die deutschen Weine sind darin bis April 2007 überdurchschnittlich stark um 27 % auf ein Weinvolumen von 31 Mio. Liter im Wert von 107 Mio. Euro gewachsen. Hervorzuheben ist zudem die vergleichsweise hohe Wertschöpfung durch den erzielten Durchschnittspreis von 3,45 Euro/l. �Der er Riesling ist neben dem Grau- und Spätburgunder in USA die Sorte mit den größten Absatzuwächsen im Lebensmittelhandel. Davon profitieren die deutschen Erzeuger mit 60 % der weltweiten Rieslingrebfläche besonders. Außerdem werden wir diesen Konsumtrend zum Anlass nehmen, neben Riesling auch verstärkt deutsche Burgundersorten zu promoten“, erläuterte Steffen Schindler.

Niederlande – Erfolge im Handel

Sehr erfreulich hat sich auch der niederländische Markt entwickelt. Die deutschen Erzeuger haben 2006 mit einem Marktanteil von 12 % den zweiten Platz in der niederländischen Importstatistik übernommen, hinter Frankreich mit 33 %.
Die Umsätze der Ausfuhren in unser Nachbarland haben in dem Berichtszeitraum zweistellig um 21 % zugelegt und liegen mittlerweile bei 75 Mio. Euro. Die Zuwächse in dem drittwichtigsten Weinexportmarkt sind im wesentlichen auf Absatzsteigerungen im Lebensmittelhandel zurückzuführen, wo insbesondere moderne deutsche Classic-Weine gut angenommen werden und neben Riesling auch andere Sorten gefragt sind.

Steffen Schindler sieht derzeit für die Weinexporte aus Deutschland eine sehr spannende Entwicklung: „Der Erfolg unserer Weine auf den internationalen Trendmärkten sorgt mittlerweile auch in solchen Ländern für Aufmerksamkeit, in denen wir bisher noch nicht aktiv und wenig erfolgreich waren. Selbst in Weinerzeugerländern wie Spanien, Frankreich oder Italien stoßen Riesling & Co. auf steigendes Interesse.“

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