MICHELIN Deutschland 2026

Der MICHELIN Guide hat seine neue Restaurantauswahl für Deutschland präsentiert. Mit insgesamt 339 Sterne-Restaurants bleibt die Bundesrepublik auf dem hohen gastronomischen Niveau der Vorjahre. Das herausragendste Ereignis der Selektion 2026 ist der Aufstieg des L.A. Jordan in Deidesheim in die Riege der 3-Sterne-Restaurants – ein seltener Fall, bei dem ein Spitzenrestaurant abseits der Metropolen in die absolute Top-Liga aufsteigt.

Jochim Busch und Philipp Günther. Bildrechte bei Rausch

MICHELIN Deutschland 2026

Die Gesamtbilanz: 12 Dreisterne-Restaurants (ein Neuzugang), 48 Zweisterne-Restaurants (vier Neue) und 279 Einstern-Restaurants (20 Neue). Hinzu kommen 147 mit dem Bib Gourmand ausgezeichnete Häuser sowie erstmals vier MICHELIN Special Awards, die herausragende Einzelleistungen in den Bereichen Service, Nachwuchs, Sommelierkunst und Neueröffnung würdigen.

Ein neues 3-Sterne-Restaurant: L.A. Jordan in Deidesheim

Erstmals seit Jahren kommt der einzige Neuzugang in der Dreistern-Kategorie nicht aus einer Großstadt, sondern aus der Pfalz. Das Restaurant L.A. Jordan in Deidesheim (Rheinland-Pfalz) wurde von zwei auf drei Sterne hochgestuft. Küchenchef Daniel Schimkowitsch überzeugte die Inspektoren mit einer „reduzierten, kreativen Küche von absolutem Top-Niveau“. Gelobt werden insbesondere die Klarheit der Aromen, die perfekte Produktqualität und die finessenreiche Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten – etwa der Kaisergranat mit Thai-Aromen oder der Huchen mit Shiso-Vinaigrette und Schwarzwurzel. Die umfangreiche Weinkarte mit starkem Fokus auf Pfälzer Winzer und ein exzellenter, serviceorientierter Betrieb runden das Bild ab.

Vier neue 2-Sterne-Restaurants

Im 2-Sterne-Segment gibt es gleich vier Neuzugänge, darunter zwei Senkrechtstarter, die auf Anhieb die Höchstwertung in dieser Kategorie erreichten:

  • THE CLOUD by Käfer, München (BMW Welt) – Küchenchef Jens Madsen setzt auf „Culinary Nomadism“, ein jährlich wechselndes Regionalkonzept, das direkt mit zwei Sternen belohnt wurde.
  • the dune, Frankfurt am Main – Im luxuriösen Hotel „The Florentin“ kreiert Niclas Nußbaumer ein kosmopolitisches, technisch anspruchsvolles Menü.
  • RAUSCH, Frankfurt am Main – Jochim Busch (zuvor im „Gustav“ an gleicher Stelle) präsentiert eine klare, produktorientierte Küche mit gelungenen Kontrasten.
  • Mühle, Schluchsee – Fabian Obergfell steigerte sich von einem auf zwei Sterne mit filigranen, kraftvollen Gerichten in modern-regionalem Ambiente.

20 neue 1-Sterne-Restaurants – eine breite Palette

Die 279 Einstern-Restaurants erhalten 20 Neuzugänge, die quer durch Deutschland verteilt sind. Hervorzuheben sind:

  • Das Philippin, Rutesheim – Tim Striegel wandelte ein Café in ein Gourmetrestaurant um.
  • Schote, Bergisch Gladbach – Nelson Müller wechselte mit seinem Team von Essen in die idyllische „Diepeschrather Mühle“.
  • Eatrenalin, Rust (Europa-Park) – Eine futuristische Gastro-Experience unter der Schirmherrschaft von Peter Hagen-Wiest, die weltweit einzigartig ist und sofort einen Stern erhielt.
  • Theodor’s (Bonn), Porte Neuf (Detmold), Ostseelounge (Dierhagen), Staderer (Eichstätt), Teko by Lange Rodriguez (Essen), Lohninger (Frankfurt am Main), Arc Restaurant (Hamburg), Restaurant Mohn (Hohnhorst), Cølbo (Klingenberg am Main), NeoBiota (Köln), The Tourist Trap (Mannheim), Dopamin (Saarburg), Gourmetrestaurant „1751“ (Schwerin), Harzfenster by Johannes Steingrüber (Seesen), Tante Anna (Sprockhövel), Laesâ (Stuttgart), Café GUPI (Weil am Rhein).

Vier MICHELIN Special Awards für herausragende Professionals

Erstmals vergibt der MICHELIN Guide vier Spezialpreise, die einzelne Berufsgruppen innerhalb der Gastronomie würdigen:

  • Service AwardKarin Weißer, Restaurant Sankt Benedikt, Aachen: Seit Jahren engagierte Gastgeberin, Käse-Sommelière und versierte Weinberaterin.
  • Young Chef Award (in Kooperation mit Antonius Caviar) – Axel Boesen, Restaurant Dopamin, Saarburg: Mit Mitte zwanzig kreiert der ehemalige Koch des 2-Sterne-Restaurants The Japanese in Andermatt ein modernes Menü mit nordischen und asiatischen Einflüssen – direkt mit einem Stern ausgezeichnet.
  • Sommelier Award (gesponsert von Perrier-Jouët) – Noris F. Conrad, Tantris, München: Fundiertes Fachwissen und charmante, unkomplizierte Beratung im legendären Münchner 2-Sterne-Haus.
  • Opening of the YearTHE CLOUD by Käfer, München: Für das innovative Konzept des „Culinary Nomadism“ von Jens Madsen, das auf Anhieb zwei Sterne einbrachte.

Bib Gourmand: 10 neue Häuser mit besten Preis-Leistungs-Verhältnis

Bereits vor einer Woche wurden zehn neue Restaurants mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet, sodass nun insgesamt 147 Häuser in dieser Kategorie gelistet sind. Die Auszeichnung würdigt besonders schmackhafte, sorgfältig zubereitete Gerichte aus hochwertigen Produkten zu fairen Preisen – unabhängig vom Küchenstil. Alle Einzelheiten auf Gourmet Report. Dort finden Sie auch die komplette Bib Gourmand Liste Deutschland.

Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des MICHELIN Guide sowie das gesamte Team der Inspektor*innen zeigen sich beeindruckt vom Engagement der Gastronom*innen im Lande. „Sie legen reichlich Know-how, Kreativität und einen unvermindert hohen Qualitätsanspruch an den Tag. Die große Zahl an Auszeichnungen ist der beste Beweis dafür und ein Zeichen der verdienten Anerkennung. Immer mehr Köchinnen und Köche stellen Regionalität und Saisonalität in den Fokus und arbeiten mit verantwortungsvollen Produzenten zusammen, um sich für eine zukunftsorientierte Gastronomie stark zu machen. Auch die in den Restaurants immer häufiger angebotenen vegetarischen und veganen Optionen sind weiterhin ein erfolgreicher Trend. Mit vielen unkomplizierten, verständlichen Konzepte erleichtern die Restaurants den Gästen den Zugang zur Gourmetküche. Eine Mischung aus traditionellen und modernen Einflüssen sowie die Einbindung internationaler Akzente schaffen eine interessante und abwechslungsreiche Restaurantlandschaft.“

Mindful Voices – Neues redaktionelles Konzept ersetzt den Grünen Stern

Im Juni 2026 führte der MICHELIN Guide das redaktionelle Konzept Mindful Voices ein. Es ersetzt den bisherigen Grünen Stern und erweitert den Fokus von der Gastronomie auf die gesamte Branche: Köchinnen, Hotelierinnen und Weinproduzent*innen, die sich für eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Entwicklung einsetzen, erhalten eine Plattform. Laut Internationalem Direktor Gwendal Poullennec sollen inspirierende Begegnungen und neue Wege in Hotellerie, Gastronomie und Weinbau sichtbar gemacht werden – im Einklang mit der DNA und den Werten des MICHELIN Guide.


Der MICHELIN Guide Deutschland 2026 in Zahlen

  • 12 Restaurants mit drei Sternen (davon 1 neu)
  • 48 Restaurants mit zwei Sternen (davon 4 neu)
  • 279 Restaurants mit einem Stern (davon 20 neu)
  • 147 Restaurants mit Bib Gourmand (davon 10 neu)
  • Erscheinungstermin des Buchs: 27. Juli 2026 (480 Seiten, über 1.240 empfohlene Restaurants)

https://guide.michelin.com/de/de/restaurants

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