Arbeitskosten im Gastgewerbe 2025 auf Rekordhoch: 27,40 Euro pro Stunde

Die Arbeitskosten im deutschen Gastgewerbe sind im Jahr 2025 auf durchschnittlich 27,40 Euro je geleistete Arbeitsstunde gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit . Im Jahr 2020 hatten die Kosten noch bei 20,90 Euro gelegen – ein Anstieg um 31,1 Prozent innerhalb von fünf Jahren .

Arbeitskosten im Gastgewerbe 2025

Damit verzeichnet das Gastgewerbe den dritthöchsten Kostenanstieg aller Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Lediglich die Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+33,6 Prozent) sowie die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+32,8 Prozent) wiesen im Fünfjahresvergleich noch höhere Zuwächse auf .

Gastgewerbe mit überdurchschnittlichem Kostenwachstum

Zum Vergleich: Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt aller Branchen stiegen die Arbeitskosten im selben Zeitraum um 22,3 Prozent auf 45,00 Euro pro Stunde . Das Gastgewerbe liegt mit plus 31,1 Prozent deutlich über diesem Durchschnitt.

Die Entwicklung in einer Übersicht :

Bereich2020 (Euro/Std.)2025 (Euro/Std.)Veränderung
Gastgewerbe20,9027,40+31,1 %
Gesamtwirtschaft36,8045,00+22,3 %

Besonders bemerkenswert: Während das Gastgewerbe 2020 mit 20,90 Euro noch 23 Prozent unter dem EU-Durchschnitt der Arbeitskosten lag, hat sich dieser Abstand bis 2025 nahezu geschlossen. Die Arbeitskosten im deutschen Gastgewerbe lagen 2025 nur noch 31 Prozent unter dem EU-Mittelwert .

EU-weiter Vergleich: Deutschland im oberen Mittelfeld

Im EU-weiten Vergleich der Arbeitskosten über alle Branchen hinweg liegt Deutschland mit 45,00 Euro pro Stunde an achter Stelle. Die höchsten Arbeitskosten wurden 2025 in Luxemburg (56,80 Euro), Dänemark (51,70 Euro) und den Niederlanden (47,90 Euro) gezahlt. Die niedrigsten Werte verzeichneten Bulgarien (12,00 Euro), Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro) .

Die Arbeitskosten in Deutschland lagen 2025 rund 29 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 34,90 Euro. 2020 hatte der Abstand noch 30 Prozent betragen – die Differenz blieb somit nahezu konstant .

Belastung für Gastronomen steigt

Die massiv gestiegenen Arbeitskosten belasten die ohnehin wirtschaftlich angespannte Gastronomiebranche zusätzlich. Laut einer Rede der FDP-Landtagsabgeordneten Annabell Krämer vor dem Schleswig-Holsteinischen Landtag im Juni 2025 ist die Lage der Gastronomie „angespannt“ . „Für viele Gastronomen geht es nicht ums Leben, sondern ums Überleben“, so Krämer .

Als Beispiel führte sie an: Während 2019 noch ein Mindestlohn von 9,19 Euro galt, lag dieser 2025 bereits bei 12,82 Euro. Ein Gastronom mit drei Vollzeitkräften zahlte 2019 Personalkosten von 4.410 Euro monatlich, 2025 sind es bereits 6.153 Euro – ein Plus von 1.743 Euro, die zusätzlich erwirtschaftet werden müssen .

Hinzu kommen gestiegene Mieten, Energie- und Lebensmittelpreise. Dennoch befürchten viele Gastronomen, durch höhere Preise weitere Gäste zu verlieren, denn die Frequenz bleibt weiterhin hinter dem Vorkrisenniveau von 2019 zurück .

Ausblick

Ob sich der Trend steigender Arbeitskosten im Gastgewerbe fortsetzt, wird maßgeblich von der weiteren Lohnentwicklung, tariflichen Vereinbarungen und der konjunkturellen Gesamtlage abhängen. Der Labour Cost Index für Accommodation & Food Services in Deutschland zeigt bereits für das vierte Quartal 2025 einen Indexwert von 135,5 Punkten (Basis 2020=100) . Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deuten auf eine weiterhin angespannte Kostensituation für die Branche hin.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_148_624.html

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