Magnus Nilsson und Pontus Frithiof

Die schwedische Gourmetwelt erlebt 2026 zwei spektakuläre Bewegungen: Während der legendäre Starkoch Magnus Nilsson nach seiner Auszeit mit einem intimen Hotelrestaurant im Süden zurückkehrt, setzt der Restaurantmogul Pontus Frithiof seinen erfolgreichen Expansionskurs fort. Diese beiden unterschiedlichen Wege zeigen die faszinierende Vielfalt und Dynamik der aktuellen kulinarischen Szene Schwedens.

Pensionat Furuhem in Båstad

Magnus Nilsson und Pontus Frithiof

Magnus Nilsson: Die Rückkehr eines Genies an einen neuen Ort

Magnus Nilsson, der mit seinem abgelegenen Restaurant Fäviken im nordschwedischen Jämtland nicht nur zwei Michelin Sterne erkochte, sondern mit seiner puristischen, tief in der Region verwurzelten Küche weltweit zum Aushängeschild der neuen nordischen Küche wurde, startet durch. Nachdem er 2019 einen klaren Schlussstrich zog und sich eine mehrjährige Auszeit nahm, eröffnet er nun Furuhem.

Der Ort könnte kontrastreicher nicht sein: Statt der Weite und Stille Jämtlands hat Nilsson sich für die charmante Bjäre-Halbinsel in der Region Skåne (Schonen) entschieden. In einem behutsam renovierten, historischen Haus aus dem frühen 20. Jahrhundert, das einst ein Internat für Hauswirtschafterinnen war, vereint er nun Hotel, Restaurant und Bäckerei.

„Die Philosophie bleibt eine tiefe Verbundenheit mit der Region. Wir arbeiten ausschließlich mit Zutaten aus den umliegenden Gärten, Obstplantagen und von ausgewählten lokalen Produzenten“, beschreibt Nilsson den Ansatz gegenüber Gourmet Report. Die Küche sei „handwerklich präzise mit einer deutlich regionalen Handschrift“. Während das Restaurant bereits im Herbst 2025 leise eröffnete, nimmt das Hotel ab März 2026 seine ersten Gäste auf. Furuhem verspricht damit kein bloßes Revival von Fäviken, sondern die nächste, reifere Evolutionsstufe von Nilssons kulinarischer Vision – zugänglicher, aber nicht weniger prinzipientreu.

Pontus Frithiof

Pontus Frithiof: Expansion einer schwedischen Restaurant-Dynastie

Während Nilsson den Weg der intimen, hochkonzentrierten Location geht, verkörpert Pontus Frithiof das andere Extrem der erfolgreichen schwedischen Gastronomie. Als einer der einflussreichsten Restaurantunternehmer des Landes baut er sein Portfolio, das bereits rund 25 Adressen umfasst, konsequent aus. Seine neueste Eröffnung: La Girafe Uppsala.

Am 1. Februar 2026 öffnete das Restaurant im prächtigen, historischen Bankpalatset am Stora Torget, dem Hauptplatz der viertgrößten schwedischen Stadt. Das Konzept ist eine Weiterführung des erfolgreichen Formats von La Girafe Arlanda im Stockholmer Flughafen.

„Wir bringen die französische Bistrotradition mit einem Hauch internationaler Einflüsse in das Herz von Uppsala“, so Frithiof im Gourmet Report. Das Angebot richtet sich sowohl an Gäste für ein schnelles, qualitativ hochwertiges Mittagessen als auch an solche, die einen längeren kulinarischen Abend verbringen möchten – ergänzt durch eine elegante Bar und Lounge. Mit dieser Strategie macht Frithiof gehobene, aber zugängliche Gastronomie an zentralen, stark frequentierten Standorten erlebbar und treibt so die Demokratisierung des Feinschmecker-Erlebnisses in Schweden voran.

Zwei Wege, ein Ziel: Schwedens Platz auf der Weltkarte der Gourmets festigen

Die parallelen Eröffnungen von Furuhem und La Girafe Uppsala markieren einen bedeutenden Moment für Schwedens Gastronomie. Sie zeigen zwei äußerst erfolgreiche, aber grundverschiedene Modelle:

  • Das Nilsson-Modell: Tiefe, Kontemplation und hyperlokale Verankerung. Ein Rückzugsort, der das kulinarische Erlebnis in eine ganzheitliche, ortsbezogene Erfahrung einbettet.
  • Das Frithiof-Modell: Breite, Zugänglichkeit und skalierbare Exzellenz. Die Verbreitung eines konsistenten, hochwertigen Standards an strategischen Standorten.

Beide Ansätze stärken den Ruf Schwedens als eine der innovativsten und spannendsten kulinarischen Destinationen Europas. Sie beweisen, dass die schwedische Szene weit mehr zu bieten hat als nur die bekannte neue nordische Küche – von der handwerklichen Raffinesse in historischem Rahmen bis zur eleganten, urbanen Bistro-Kultur.

Für Feinschmecker bedeutet dies eine bereichernde Auswahl: die einmalige Chance, die Rückkehr eines kulinarischen Poeten in einem neuen Gewand zu erleben, oder aber, die dynamische Energie eines expandierenden Restaurantimperiums in einer lebendigen Universitätsstadt zu genießen. Eines ist sicher: Schwedens Gastronomie ist 2026 ein Muss auf der kulinarischen Weltkarte.

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