Berlinale: JIRO DREAMS OF SUSHI

R: David Gelb; P: David Gelb, Tom
Pellegrini, City Room Films; mit Jiro
Ono; 83’; Japanisch mit engl./dt. UT;
Dokumentarfi lm; USA 2011

„Es ist schwer zu definieren, was
köstlich ist“, philosophiert der
85-jährige Sushi-Meister Jiro
Ono. Für die Tester des Guide
Michelin war Jiro Onos Sushi
äußerst köstlich, und sie verliehen
ihm 3 Sterne. Dabei ließen
sie sich nicht von Äußerlichkeiten
beeindrucken, denn das
Sukiyabashi Jiro liegt in einem UBahnhof
Tokios, hat zehn Plätze
und die Toilette ist im Bahnhof.

„Wie bekommt etwas so Einfaches
wie Sushi, das hauptsächlich aus
Reis, Meeresgetier und etwas
Soyasauce besteht, eine solche
Tiefe im Geschmack, fragen
Sterneköche aus der ganzen
Welt“, berichtet der Food Autor
Yamamoto und gibt die Antwort:
„Die ultimative Einfachheit führt
zur Reinheit.“

Filmemacher David Gelb gibt
der minimalistischen Ästhetik
des Sushi Raum, führt uns hinter
den Tresen, wo mit präzisen
Handbewegungen die Beiköche
filettieren, räuchern, rühren oder
Oktopus massieren. Vor allem
aber lässt er uns in die Seele des
Meisters gucken, der seit über
70 Jahren das Gleiche macht.
„Du musst dich in deine Arbeit
verlieben. Wenn du dich beschwerst,
wirst du nie fähig sein,
eine gute Arbeit zu tun. Das ist
das Geheimnis des Erfolges. Und
der Schlüssel, um eine angesehene
Person zu werden, wenn
du älter bist“, sagt Jiro Ono.

Sein Sohn Takashi hat ebenfalls
ein Sushi-Restaurant und bereits
einen Michelin-Stern, der jüngste
Sohn spart noch auf ein Restaurant
und der älteste Sohn
Yoshi arbeitet beim Vater und
wird, „wenn das Unvermeidliche
passiert“, einmal das Sukiyabashi
weiterführen. Jetzt fährt Yoshi
noch jeden Morgen auf den Tsukiji
Fischmarkt und kauft Fische.

Doch
hier ändert sich das Angebot.
„Die großen Thunfische gibt es
nicht mehr“, sagt Jiro. „Als wir
klein waren, war Sushi zu teuer,
um es regelmäßig zu essen. Jetzt
gibt es Sushi auf dem Fließband
und im Supermarkt. Deshalb gibt
es weniger Fisch. Man sollte die
Fische nicht bis zur Ausrottung
fangen.“
Weltpremiere

Tim Raue
WWW.TIM-RAUE.COM
1 STERN GUIDE MICHELIN
18 PUNKTE GA

ULT MILLAU
3,5 F DER FEINSCHMECKER
Montag, 14.02.2011 · 19:30 – 23:30 Film Menü Talk
Kurzfim
THE PERFECT OYSTER

R: Craig Noble; P: Craig Noble, Pixel
One Productions; mit Brent Petkau; 6’;
Englisch; Kanada 2010

TENDER, MOIST, STICKY

1. VORSPEISE
Sushi Reis, Marukan Essig & Shiso
Hamachi Collar & Ginger Beer Sud

2. HAUPTGANG
Rote Misosuppe,
Hummer & Oktopus
(Silky Tofu, salzige Zitrone,
Tomate, Alge)

3. DESSERT
Tofu Cheesecake
Macaron
(Yuzu Custard, Zitronenmelisse
& Sojasprossen)

Perfektion hat
Geschichte

Gäste: Yoshikazu Ono, David Gelb,
Tim Raue
Moderation: Jörg Thadeusz

Perfektion ist die Summe der
Fehler der Vergangenheit plus
der Hoffnung auf die Zukunft.
Dazwischen wird geübt.

Montag.02.2011 · 19:30 – 23:30, 14.02.2011 · 19:30 – 23:30 Film Menü Talk
Wiederholung für alle Festivalgäste am 18.02.2011 um 16:00 Uhr
im Martin-Gropius-Kino (ohne Menü)

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