Ess-Trends im Fokus

Die fünfte Studie der Coop-Initiative «Ess-Trends im Fokus» liegt vor
So ernähren sich die Kinder der Familie Schweizer

Die fünfte repräsentative Studie «Ess-Trends im Fokus» stellt den
Ernährungsalltag der Familien in der Schweiz mit 4- bis 12-jährigen Kindern
ins Zentrum. Die Mehrheit der Eltern legt Wert auf eine gesunde Ernährung.
Das günstigste Ernährungsverhalten weisen jene Kinder auf, deren Eltern
gesundheitsbewusst sind und ihren Kindern im Ernährungsalltag ein
Mitspracherecht gewähren. Bezüglich Ernährungsverhalten und -erziehung
zeichnen sich interessante regionale Unterschiede ab. Zudem haben Mädchen
und Buben schon früh unterschiedliche Rollen inne.

Wer eine Familie gründet, beginnt mehr auf gesunde Produkte und
regelmässigen Gemüsekonsum zu achten. Drei Viertel der befragten Eltern
geben an, dass ihr Kind mindestens einmal pro Tag Gemüse und frische Früchte
isst. Zum Frühstück wird hauptsächlich Milch, zu den Hauptmahlzeiten und
zwischendurch mehrheitlich Wasser oder ungesüsster Tee getrunken. Kinder,
die Süssgetränke konsumieren, trinken diese vor allem zwischen den
Mahlzeiten. Der durchschnittliche Konsum davon beträgt fast zwei Gläser pro
Tag.

Schweizer Familien essen warm und meistens gemeinsam

Fast alle befragten Väter und Mütter geben an, mindestens einmal täglich
eine warme Mahlzeit für ihr Kind zuzubereiten. Dass das Kind beim Essen
separate Menükomponenten oder gar ein separates Menü erhält, kommt insgesamt
hingegen fast nie vor. Bei der Mehrheit der Befragten isst das Kind die
Hauptmahlzeiten fast immer zuhause, und die meisten Familien in der Schweiz
nehmen das Abendessen zusammen ein. Zudem gilt die Regel, dass alle
gemeinsam mit dem Essen beginnen. Bei zwei Dritteln der befragten Personen
muss das Kind essen, was auf den Tisch kommt, TV und Radio sind während des
Essens selten an.

Die meisten Eltern sind gesundheitsbewusst

Vier verschiedene Elterntypen wurden aufgrund ihrer Einstellung zu
Kinderernährung definiert. Sie unterscheiden sich nach zwei Hauptaspekten:
Gesundheitsbewusstsein und Strenge in der Erziehung. Das
Gesundheitsbewusstsein ist vor allem bei den «gesundheitsorientierten
Eltern», aber auch bei den sogenannten «einbeziehenden Eltern» ausgeprägt.
Bei den «strengen Eltern» hingegen muss das Kind vor allem das essen, was
auf dem Tisch kommt. Die «Laisser-faire-Eltern» sind nicht sonderlich
gesundheitsbewusst und lassen ihre Kinder vieles selbst bestimmen.
Interessant ist, dass es den «gesundheitsorientierten Eltern» und den
«einbeziehenden Eltern» deutlich besser gelingt, ihre Vorstellungen zur
gesunden Kinderernährung umzusetzen. Die «einbeziehenden Eltern» haben denn
auch am meisten das Gefühl, dass sich ihre Kinder gesund ernähren.

Regionale Unterschiede im Ernährungsalltag

Zwei Drittel aller befragten Schweizer Eltern achten darauf, dass das Kind
immer wieder neue Lebensmittel ausprobiert. Die Befragungsergebnisse zeigen
aber regionale Unterschiede. In der Westschweiz muss das Kind deutlich öfter
Produkte essen, weil sie gesund sind. Auch müssen die jungen Romands
häufiger alles aufessen, was auf dem Teller ist. In der Deutschschweiz hat
das Kind öfter ein Mitspracherecht beim Kochen und kann vermehrt selbst
bestimmen, was es isst. In der Deutschschweiz wird häufiger Rücksicht auf
die Geschmacksvorlieben des Kindes genommen und in Deutschschweizer Familien
haben biologische Produkte einen höheren Stellenwert als in der Westschweiz.

Mädchen werden stärker mit einbezogen in die Ernährung

Die Geschlechterrollen werden in den Schweizer Familien früh verteilt. So
werden Töchter rund ums Thema Ernährung stärker mit einbezogen als ihre
Brüder. Sie entscheiden oft – vor allem wenn sie etwas älter sind – bei der
Vorbereitung auf den Einkauf mit. Wohl deshalb werden für die Töchter auch
eher spezielle Kinderprodukte gekauft. Zudem helfen Mädchen häufiger beim
Kochen und beim Tischdecken und -abräumen als Buben.

Eltern sind interessiert und Einmischung ist erwünscht

Über die Hälfte aller Personen interessieren sich für die Ernährung von
Kindern und etwa zwei Drittel der Befragten fühlen sich gut darüber
informiert. Die Eltern nutzen sehr viele Informationsquellen: Am häufigsten
werden Bücher und Fachzeitschriften oder Verwandte und Bekannte zurate
gezogen. Die grosse Mehrheit ist der Meinung, dass Drittpersonen den Eltern
beim Thema Ernährung dreinreden dürfen. Die meisten Eltern finden gut, dass
es in Kindergärten und Schulen Bestimmungen zu Znüni und Zvieri gibt, und
sie interessieren sich dafür, was ihr Kind ausser Haus isst.

Fachliche Unterstützung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE

Die repräsentativen Coop-Studien zum Ernährungsverhalten und -bewusstsein
der Schweizer Bevölkerung werden regelmässig durchgeführt und publiziert.
Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE (www.sge-ssn.ch) begleitet
das Projekt «Ess-Trends im Fokus» fachlich und stellt sicher, dass es hohen
ernährungswissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

Weitere Informationen
Das neue Infoblatt «Ernährungsalltag mit Kindern» mit wertvollen Tipps
befindet sich unter www.coop.ch/esstrends.

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