Grüner Veltliner

Konsument: Grüner Veltliner – Gute Tropfen sind durchaus preiswert
Höherpreisige Weine nicht immer im Spitzenfeld vertreten – Testsieger für 3,99 Euro

Der Grüne Veltliner hat inzwischen vor allem bei jungen Sommeliers aus Übersee einen
ausgezeichneten Ruf. Im klassischen Weißweinland Österreich ist er seit vielen Jahren
unangefochten die Nummer eins. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 28
Grüne Veltliner im Preissegment zwischen drei und zehn Euro auf Alkoholgehalt,
Restzucker und freies Schwefeldioxid untersucht. Darüber hinaus wurden die Weine in
einer Blindverkostung von Experten und Laien bewertet. „Das Ergebnis kann sich
durchaus sehen lassen: Zwanzig von 28 Weinen erhalten ein ,gut‘, der Rest schneidet
,durchschnittlich‘ ab. Unter den ,guten‘ Weinen finden sich auch zahlreiche preiswerte
Weine. Qualität ist also nicht zwangsweise an einen hohen Preis gebunden“, fasst Ing.
Franz Floss, VKI-Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Untersuchung, das Ergebnis
zusammen.
Höherpreisigere Weine sind dagegen nicht immer automatisch im Spitzenfeld zu finden:
Die Grünen Veltliner von Jochinger Berg und Willi Bründlmayer landeten etwa aufgrund
„weniger zufriedenstellender“ Bewertungsergebnisse bei der Expertenverkostung auf
den hinteren Rängen.

Testsieger für 3,99 Euro

„Im Vergleich zur letzten Untersuchung des VKI im Jahr 1993 schafften immerhin 20 Weine ein
gutes Ergebnis. Damals konnte lediglich die Hälfte überzeugen“, so Ing. Franz Floss. „Die
genaue chemische Analyse ergab, dass die Zusammensetzung aller getesteten Veltliner
tadellos ist. Darüber hinaus finden sich zahlreiche preiswerte Weine unter den ersten Plätzen.
Mit Schloss Fels, der um 3,99 Euro pro Flasche erhältlich ist, konnte sich sogar einer der
preiswertesten Weine als Testsieger positionieren.“ Weitere „gute“ Weine zwischen drei und
vier Euro stammen von Winzer Krems Sandgrube 13, Rieden Selection – erhältlich bei Hofer –
sowie von Ja! Natürlich.

Eine Frage des Geschmacks
Unterschiedliche Bewertungen ergaben sich bei der Verkostung durch Laien und Experten.
„Während unsere Laienverkoster kaum etwas zu bekritteln hatten und beinahe alle Weine
gleich gut mundeten, erhielten bei den Profis lediglich sechs Weine ein gutes Testurteil“,
resümiert VKI-Ernährungswissenschafterin Mag. Birgit Beck. „Das Weingut Bannert schaffte als
einziges aus dem Testfeld eine Topnote. Dass es der Wein letztlich doch nicht ganz an die
Spitze geschafft hat, liegt an der mangelhaften Kennzeichnung.“ Weiters erzielten die Weine
von Fred Loimer, Markus Huber, das Weingut Wien Cobenzl und Johannes Zillinger bei den
Experten gute Ergebnisse.

Wenig schmeichelhafte Urteile gab es von den Verkostungsprofis dagegen für die Grünen
Veltliner von Bründlmayer und Katzensprung. Hier stellten die Experten „dumpfe Töne“ sowie
einen sogenannten „Böckser“ fest. Darunter versteht man den Geruch des Weines nach faulen
Eiern. Dieser entsteht während der Gärung durch die Umwandlung von schwefelhaltigen
Substanzen in Schwefelwasserstoff. Zudem konnten die Grünen Veltliner von Jochinger Berg
und Windspiel die Experten nicht überzeugen.

Schraubverschluss als Norm

Bis auf den Kremser Schmidt der Winzer Krems Sandgrube 13 sind alle getesteten Weine mit
einem Schraubverschluss versehen. Ing. Franz Floss: „Was früher undenkbar war, ist damit
heute nahezu alltäglich. Schätzungen zufolge haben zwei Drittel aller Weißweine, die in
Flaschen angeboten werden, einen Schraubverschluss. Dass dies keine negativen
Auswirkungen auf den Inhalt der Flaschen hat, zeigen auch die guten Testergebnisse.“

Alle Testdetails sowie weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf www.konsument.at
sowie in der Juli-Ausgabe des Testmagazins „Konsument“.

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