Aus Teufelsküche

Hier eine Leseprobe:

Kandidatenauswahl, Wettkochen
Von Amateuren und Dilettanten

Seit es den ZEIT-Kochwettbewerb gibt, gibt es den Kampf um das richtige Wort: Sind die Leser, die da für Wolfram Siebeck kochen, nun “Hobbyköche”? Oder “Kochamateure”? Zwischendurch war der Meister mit keinem dieser Vokabeln so richtig glücklich. Aber sollen wir unsere Teilnehmer denn “Dilettanten” nennen, nur weil ein paar verschrobene Lateiner wissen, dass das kein Schimpfwort ist, sondern die Bezeichnung für einen Menschen, der etwas aus purer Lust an der Freude tut?

Eines aber war von Anfang an klar: Am Kochwettbewerb sollten keine Profis teilnehmen, also keine Menschen, die mit dem Kochen ihr Geld verdienen.
Und da waren wir immer ziemlich streng. Wir haben schon Kochazubis im ersten Lehrjahr negativ beschieden, als sie vorsichtig anfragten, ob sie mitmachen dürften. Wir haben, auch als beim Wettbewerb 2004 frühere Wettkochteilnehmer nicht explizit ausgeschlossen waren, Leute nicht mitmachen lassen, die nach früheren Siegen ihre Professionalität schon dadurch unter Beweis gestellt hatten, dass sie öffentlich als Köche aufgetreten waren.

Und so mussten wir diesmal — auch wenn es den Bewohnern von Burg Mahlberg und einer Redakteursfamilie in Hamburg den Ostermontag verdarb — noch im letzten Moment eine schon ausgesprochene Einladung widerrufen.
Es waren nämlich neue Fakten aufgetaucht.
Da hatte sich ein Leser als “lupenreiner Hobbykoch” beworben und als Beruf “Rentner” angegeben. Dann aber fand sich in den Tiefen des Internet eine Homepage, auf der genau dieser “Rentner” für seine Kochkurse und -events wirbt — unter anderem mit den Triumphen, die er schon bei diversen Hobbykoch-Wettbewerben gefeiert hat.
Er wird die Ausladung also verschmerzen.

Den Blog finden Sie unter:
http://blog.zeit.de/teufelskueche/

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