Hoteltest Hyatt Centrix, Montevideo 2022

Das Hyatt Centric soll derzeit das beste Hotel in Montevideo sein. Es ist ein Vier-Sternehaus das an den Ramblas liegt, genau gegenüber von dem Denkmal „Montevideo“ Buchstaben, wo Touristen gerne Fotos schiessen.

Pool Hyatt Centric Montevideo

Der Check in war leicht holprig. Es war niemand da, als wir ankamen. Meine Frau musste erst jemanden suchen gehen, der uns mit dem Gepäck hilft. In der Zwischenzeit durfte ich die Koffer aus dem Taxi rauswuchten. Dann kam aber meine Frau mit dem freundlichen Bruno. Bruno verkaufte uns auch ermässigt Frühstück, pro Kopf 10 USD statt 15 US$ bei booking.com.

Ich buchte bereits im Mai für eine Woche Weihnachtszeit für 1501 US$. Im November stornierte ich und buchte neu für 1225 USD.

Die Kommunikation mit dem Hotel war unangenehm. Der Mitarbeiter Nicolas konnte/wollte keine Einreisebedingungen nennen, sondern verwies barsch auf spanisch-sprechende Webseiten. Für das Babybett wollte er 30 USD/Nacht haben, obwohl es in der Beschreibung als gratis angeboten wurde. Einen Hoteldirektor gab es wohl derzeit nicht.

Auch in Montevideo wählten wir wie in Buenos Aires die Juniorsuite, die mehr Platz anbietet, Schlafzimmer und Wohnzimmer gehen ineinander über. Das Zimmer ist mit 54 qm sehr groß. Es hat zwei Fenster. So können wir den Mörderverkehr auf den Ramblas gut beobachten (und hören) und mit dem anderen Fenster gucken wir zum „Montevideo Buchstaben Monument“. Der Meerblick ist gut.

Das Zimmer bietet einen Schrank mit Safebox (nicht versichert!) eine Kommode mit drei Schubladen und einen Schrank vor einem Fenster als Ablagemöglichkeit. Sehr gut!
Am kleinen Scheibtisch blockiert die Lampe die Steckdose. Der Gast soll auf dem Boden rumkrabbeln … Der Schreibtischstuhl ist zum Arbeiten ungeeignet.
Am Bett, dessen Kopfteil Ohren hat, so dass man kaum den Nachttisch erreicht, sind an beiden Seiten eine USB Buchse.

Der Teppichboden in diesem Nichtraucherhotel hatte in Zimmer 804 mehrere Brandflecke. Auch roh es vom Flur oder aus AC öfter nach Rauch.
Das Zimmer ist hellhörig und schlecht zur Strasse isoliert. Einige Motorräder fahren durch das Bett.

Im Bad ist das eine Waschbecken kaum größer als im Flugzeug und läuft schlecht ab und ist deswegen ewig schmutzig. Die Dusche ist schön groß. Das Bad insgesamt ist okay. Die Dusche liessen wir gleich reparieren, weil sie defekt war, als wir kamen.
Der (nicht Smart) TV hatte kein Signal. Das war während des Woche auch. Es wurde jedes Mal schnell repariert. Man musste es melden. Die Putzfrau ignorierte das „Kein Signal“ Bild.
Die Bettwäsche wurde mindestens 5 Tage nicht gewechselt. Es wird nicht jeden Tag gesaugt. Ein Bademantel wurde mitgenommen, aber nicht ersetzt.
Am letzten Abend fanden wir ein frisch blut- oder schokoladenverschmiertes Kissen im Bett. Das war der Abend, an dem meine Frau vorher das Trinkgeld unters Kopfkissen legte. Ob es zu wenig war? Drei Tage nachdem Junior Weintrauben gegessen hat – er spuckt offenbar die Kerne jetzt doch aus, fanden wir noch Kerne. (Natürlich achten wir darauf, dass er nicht spuckt, aber man kann seine Augen nicht überall haben und früher schluckte er die. Jetzt wissen wir Bescheid.

Im Allgemeinen ist das Zimmer in einem akzeptablem Zustand. Eine Hausdame müsste hier besser überwachen.

Frühstück
Das Frühstück ist pandemiebedingt ein Büffet hinter Glas, wo ein Mitarbeiter den Teller nach Wunsch bepackt. Wie in Buenos Aires gibt es viel Süsskram.
Gottseidank gibt es zwei gute, frische Brotsorten. Nur am 2. Weihnachtsfeiertag schmeckte es nicht mehr ganz frisch, da es da schon drei Tage alt war.
Obst wird grob geschnitten und ist teilweise unreif. Ananas gibt es mit Strunk, Honigmelone mit Schalenteilen. Nichts mit „filetiertem“ Obst, wie annonciert. Schlimmer ist aber die Unreife. Am Heiligabend gab es Erdbeeren!

Sonst gibt es Rührei, Spiegelei oder Omelett. Schade ist, dass dieses auf eiskalten Tellern serviert wird.
Saft, Tee oder das offene Müsli sind Selbstbedienung.

Der Service ist sehr freundlich, aber manchmal etwas vergesslich. Man möchte ihnen einen Kellnerblock wünschen.

Abendessen
Am Heiligabend macht wir es wie die Einheimischen und holten Spanferkel und mehr aus der Bäckerei. Das war ganz gut. Besteck und Teller bekamen wir problemlos aus dem Restaurant.
Am 1. Weihnachtsfeiertag hatte nichts offen und die Karte des Hyatt Centric Restaurant sah ganz interessant aus. Also aßen wir dort. Um 19 Uhr waren wir die einzigen Gäste. Wir bestellten Arroz Cremoso mit Mariscos (Risotto mit Meeresfrüchten) und ein Filetsteak medium. Ausserdem eine Caipirinha (5 USD) und ein Glas lokalen Sekt (9 USD). Die Caipi war gut, der sehr großzügig eingeschenkte, uruguayische Sekt sein Geld wert!

Der Arroz war komplett versalzen. Das Filetsteak sehr salzig und leider zwischen medium well und well done. Die Pommes auch sehr, sehr salzig. Den Arroz liessen wir zu 2/3 zurückgehen, das Filetsteak zu 1/3 (die äusseren Well done Teile). Das war keine Glanzleistung der Küche. Die stolze Kellnerin fühlte sich persönlich angegriffen, dass es uns nicht schmeckte. Sie nahm aber den Arroz von der Rechnung.

Steak medium – Hyatt Centric Montevideo

Wenn wir dort noch einmal essen gehen würden, würden wir unbedingt ansagen, dass wir selber salzen wollen und kein Salz am Essen wünschen.

Etwas merkwürdig fand ich, dass wir eine Woche über Weihnachten eine Suite buchten und noch nicht einmal einen Weihnachtsmann aus Schokolade oder ähnliches bekommen haben. Selbst in Taiwan gab es einen Schoko-Weihnachtsmann für jeden Gast! Im Palace Berlin bekam die Suiten Gäste eine Flasche Champagner.

Im Keller sind das gut ausgestattete Fitnesscenter und ein geheizter Pool. Für den Pool meldet man sich an, damit nicht gleichzeitig zu viele Menschen da sind. Der sehr schöne Pool war nicht sehr nachgefragt. Wir hatten unseren Time slot oft alleine.

Vor der Tür ist das Meer und rechts auch der Strand. Dazwischen eine stark befahrene Strasse. Unmöglich mit dem Kinderwagen rüberzukommen. Man läuft ca. 10 Minuten bis zur nächsten Ampel und kann dann queren.

Am Check out Tag bekamen wir das Zimmer problemlos bis 15 Uhr verlängert. Man kann die Rechnung in USD oder UYU Pesos bezahlen, aber am besten mit Karte um die 10 % MwSt. zu sparen, die es bei fremden Karten nicht gibt. Wenn man mit einer Karte in EUR bezahlt, ist UYU ratsam. Der Dollarkurs war 1 % schlechter als der Mittelkurs.

Fazit: Obwohl es einige Schwächen hat, wäre das Hyatt Centric Montevideo beim nächsten Montevideo Besuch unsere erste Wahl. Die Location ist gut, die Mitarbeiter sehr freundlich und hilfsbereit. Die Schwächen sind zwar häufig nervig, aber Preis-Leistung stimmen noch. Mit der richtigen Führung könnte man ein tolles Hotel machen!

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