Die Goldkarte

Geschafft. 1510 Statuspunkte. Genau ausgerechnet. Gelitten auf Iberia Flügen, den (für Silberkunden kostenloses) Notausgang genossen bei Air Berlin. 26 Stunden Verspätung mit Qatar Airways. First Class mit Cathay von Taiwan nach Hongkong, weil man die 60 Punkte brauchte und es nicht so teuer ist. Außerdem ist Cathays First schon geil!
Nun in London. Mit 1510 Punkten in die First Class Lounge. Bisher kannte ich die nur von außen, durch die Scheibe guckend. Da wollte ich auch mal rein. Wo British Airways seine besten Kunden empfängt. Dazu gehören. Nicht wie bisher in der schnöden Business Lounge. Jetzt bin ich drin.
Und stelle fest, das unsere kleine Dilmun Lounge gar nicht so schlecht ist, auch wenn gestern Nacht das Tabouleh strohig war.
Die First Class Lounge. Tische nicht abgewischt, eine Kaffeetasse steht rum. Niemand kommt zum Abräumen. Es gibt drei Speisen, die man bestellen kann, aber niemand ist da, um eine Bestellung anzunehmen.
Es gibt eine Champagner Bar. Morgens um 7 Uhr ein perverser Gedanke. Wir trinken beide ein halbes Glas Taittinger Rose. Das muss man doch das erste Mal in der First Class Lounge.
Das Büfett ist mehr oder weniger wie in der Business. Internet funktioniert nicht. Ist kaputt. Erfährt man erst, nach langem Fragen an verschiedenen Stellen. Überall bemühen sich, die Gäste ins Internet zu gelangen. Keiner sagt Bescheid.

Ich glaube, jetzt wo ich sie habe, weiß ich, ich brauche keine Goldkarte. Es gibt sowieso keine nennenswerte weiteren Benefits neben dieser Lounge.
Ab jetzt kann ich die Flugverbindungen wieder frei raussuchen, nach Preis und bester Verbindung. Und nach Reputation und Vorliebe.
Befreit.

So jetzt geht es zum Heathrow Sprint. An diesem Flughafen werden erst ca. 30 Minuten vor Abflug die Flugsteignummern bekanntgegeben, damit man in der Zwischenzeit einkauft und sich einen Kaffee holt oder bei Gordon Ramsay isst. 5 Minuten nach Bekanntgabe des Gates liest man bereits „Flight closing“. Werden die uns mitnehmen? Also rennen. Am Gate ist es bereits leer. Wir rennen zum knüppeldicken-vollen Cobus. Der Busfahrer ist nett. Er öffnet uns die vordere Tür seiner Sardinenbüchse, so dass wir recht bequem stehen. Und ganz erstaunlich, dieser Fahrer bremst das brechend volle Gefährt gefühlvoll. Es geht also doch!

Im Flieger nach Berlin angekommen, sind wir längst nicht die letzten. Ein weitere Bus kommt noch nach 15 Minuten. Der Flieger ist voll. 5 Reihen Business Class. Normalerweise sitze ich bei einem so kurzem Flug hinten in der Notausgangsreihe bequemer. Aber der Anschlußflug in Business war genauso teuer wie Eco, daher nun nobel vorne sitzen.
Die Business Class ist mit einem verschiebbaren Vorhang von der Eco abgetrennt. Der Mittelsitz bleibt frei. Mein Sitz ist schmutzig. Aber wenn ich mich jetzt beschwere, dann müssen alle hinter mir stehende warten. Ich setze mich also in den Business Dreck.
Jetzt wird ein Hot towel gereicht. Nach dem ich mich erfrischte, setzte ich mich auf den mittleren Sitz und säuberte meinen Sitz, damit der nächste Passagier es besser hat als ich.
Das Ergebnis überraschte mich dann doch. Die Stewardess auch.

Business Dreck

Business Dreck

Jetzt verstand ich, warum kein Vielflieger helle Klamotten trägt.

Impressionen der First Class Lounge in London Heathrow:
2014-07-13 07.49.55 2014-07-13 07.55.35 2014-07-13 07.35.59 2014-07-13 07.29.52 2014-07-13 07.23.06

3 Gedanken zu „Die Goldkarte

  1. Dann musst du unbedingt die Emirates Business Lounge ausprobieren, war hin und weg.
    Vor meinem 12h Flug war der Champagner Thresen sehr gut befüllt und musste einfach zu greifen.
    Man darf bloß keinem erzählen, dass es noch 4 Uhr morgens war 🙂
    Aber der Taittinger Rosé schmeckt auch auf einen nüchterden Magen 😉

    Bei Britsh Airway hatte ich noch nie das Vergnügen, von Emirats kann ich nur schwärmen, auch was das Essen angeht.

    • Also weder die Business Class Lounge noch die First Class Lounge in Dubai fand ich toll. Riesig ja, aber gerade was die Qualität des Essens anging, war ich sehr enttäuscht.
      Speziell Sushi! Das ist wirklich widerlich. Der Obstsalat war dagegen sehr gut!

  2. Mhhh…
    Ich muss gestehen, ich habe kein Suhsi probiert. Kann mir jedoch vorstellen, dass sie noch einiges dazu lernen müssen. Können halt nicht von jedem den Geschmack treffen.

    Daher, bin bei meinem Taittinger geblieben, konnte so meinen Frust (Verspätung 40min) wegtrinken 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

vier × vier =

*