Hülsenfrüchte im Sommer

Von Tofu bis Miso – die Vielfalt der Sojaprodukte

Die Sojabohne und ihre Produkte wie Tofu, Miso und Tempeh werden auch in Deutschland immer beliebter. Die rundlich-ovalen Samen haben je nach Sorte unterschiedliche Größen und Farben. In Deutschland wird in erster Linie die gelbe, getrocknete Variante genutzt. Die Hülsenfrüchte enthalten hochwertiges Eiweiß, wertvolle ungesättigte Fettsäuren, Eisen, B-Vitamine und Ballaststoffe.

Sojabohnen können verwendet werden für Bratlinge, Eintöpfe, Salate oder als Gemüse. Eine größere Bedeutung haben aber aus Sojabohnen hergestellte Produkte. Das hellgelbe Sojaöl hat einen relativ neutralen Geschmack und wird für Salate, aber auch zum Dünsten und Braten verwendet. „Shoyu“ und „Tamari“ sind würzige, salzige Soßen auf der Basis von fermentierten Sojabohnen – teilweise gemischt mit Weizen oder Reis. Aufgrund des intensiven Geschmacks sind sie in erster Linie als Würzmittel zum Kochen beliebt. Der Sojadrink wird aus Sojabohnen und Wasser gewonnen. Er schmeckt süßlich-mild und lässt sich ähnlich wie Milch verwenden. Für Kuhmilchallergiker ist er eine wertvolle Alternative, enthält aber deutlich weniger Kalzium.

Die Sojabohnenpaste Miso wird durch Zugabe verschiedener Mikroorganismen wie Schimmelpilze, Hefen und Milchsäurebakterien fermentiert. Die traditionelle Herstellung kann mehrere Jahre andauern. Miso dient als Grundlage für Suppen und Soßen. Tofu ist die japanische Bezeichnung für Sojaquark und entsteht aus geronnener Sojamilch. Er hat aber eine festere Konsistenz als Quark aus Kuhmilch und nur wenig Eigengeschmack. Tofu schmeckt gewürfelt im Salat oder gebraten als Beilage, in Füllungen und Aufläufen. Tempeh sieht ähnlich aus wie Tofu, hat aber ein Aroma wie Edelpilz-Käse. Für Vegetarier sind Sojaprodukte ein beliebter Fleischersatz.

Die Sojabohne ist eine der ältesten Kulturpflanzen und stammt ursprünglich aus Ostasien. Heutzutage wird sie vor allem in den USA, Brasilien und Argentinien angepflanzt. In Europa gewinnt die Pflanze in Italien an Bedeutung, aber auch in Deutschland wächst die Anbaufläche. 2012 wurden auf etwa 5.000 Hektar Sojabohnen angebaut, 2014 waren es bereits rund 10.000 Hektar und 2015 sind es allein in Bayern und Baden-Württemberg rund 11.000 Hektar. Der heimische Anbau wird im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie gefördert.
Heike Kreutz, www.aid.de

Soja – ein Risikofaktor?

Ob als Würzsoße, Öl, Fleisch- oder Milchersatz – die Verwendungsmöglichkeiten für die Sojabohne sind so mannigfaltig, wie die Meinungen zum gesundheitlichen Nutzen. Von Gesundheitsbewussten und Vegetariern als Trendlebensmittel entdeckt, warnen Mediziner und Wissenschaftler vor möglichen Risiken eines hohen Konsums.

Während vor ein paar Jahren Sojaprodukte wie Tofu oder Sojamilch noch als typisches „Vegetarieressen“ bekannt waren, erfreut sich die asiatische Bohne heute auch bei Mischköstlern größerer Beliebtheit. Die Palette an Sojaprodukten im Supermarkt ist daher denkbar reich. Neben traditionellen Produkten wie Sojaöl, Sojasoße, Tofu und Sojamilch stehen heute Sojajoghurt, Sojaeis und fleischlose Frikadellen in den Regalen. Ihren Ruf als „gesunder“ Fleisch- und Milchersatz verdankt die Hülsenfrucht vor allem dem hohen Gehalt an pflanzlichem Eiweiß sowie bestimmten Pflanzenhormonen, die gegen Beschwerden der Wechseljahre, Osteoporose und einige Krebsarten helfen sollen. Doch ist dieser Trend wirklich unbedenklich?

Sojaprodukte sind seit hunderten von Jahren Bestandteil der traditionellen ostasiatischen Küche. Bei uns gewann die Hülsenfrucht erst in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung. Für den europäischen Körper sind die Inhaltsstoffe daher noch relativ ungewohnt und führen bei empfindlichen Personen mitunter zu überschießenden Immunreaktionen. Sojaallergien sind seither relativ häufig anzutreffen. Besonders für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sind Sojamilch und andere Sojaprodukte folglich ungeeignet.

Anlass für viele medizinische Spekulationen geben besonders die enthaltenen Phytoöstrogene Genistein und Daidzein. Diese, dem menschlichen Östrogen in Struktur und Wirkung ähnlichen Pflanzenhormone, wurden bereits vielfach untersucht. Sowohl für den beworbenen Nutzen, wie auch für die vermuteten Risiken mangelt es jedoch an aussagekräftigen Ergebnissen.

Als natürlicher Östrogenersatz sollen entsprechende Sojapräparate bei Frauen jenseits der Fünfzig gegen typische Beschwerden der Wechseljahre helfen. Viele ärzte stehen dem allerdings kritisch gegenüber, da nicht ausreichend geklärt ist, ob diese bei längerer Einnahme das Brustkrebsrisiko erhöhen. Auch bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion ist erst einmal Vorsicht angebracht. Besonders in isolierter und angereicherter Form wirken sich Phytoöstrogene ungünstig auf den Schilddrüsenstoffwechsel aus. Dabei ist nicht auszuschließen, dass die regelmäßige Einnahme von Sojapräparaten aber auch ein häufiger Verzehr von fermentierten Sojaprodukten wie Tempeh und Miso die Funktion der Schilddrüse auf Dauer stören.

Einen Anlass, Sojaprodukte komplett vom Teller zu verbannen, gibt es allerdings nicht. Gerade für fleischlos lebende Menschen oder Milchzuckerintolerante sind diese eine willkommene Abwechslung und Eiweißquelle. Doch auch hier gilt: weniger ist mehr. Besonders unfermentierte Produkte wie Tofu und Sojamilch enthalten reichlich Phytinsäure, welche die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Iod im Darm stört. Zudem sind Verunreinigungen mit gentechnisch veränderter Soja in vielen Produkten keine Seltenheit mehr, doch für den Verbraucher nicht zu erkennen.

Christine Langer

Schlanker durch Soja !?

Schlanker durch Soja !?

Aktuelle Forschungsergebnisse einer Wissenschaftlergruppe, die sich mit der Hunger-
Sättigungsregulation an der Universität von Leeds in Großbritannien befasst: Die ersten
Ergebnisse wurden aus Anlass des 8. Internationalen Symposium „Soja und Gesundheit“
präsentiert, das vom 9. bis 12. November 2008 in Tokio (Japan) stattfand. In einer
kontrollierten Crossover-Studie zur Kontrolle des Hungers zeigte sich, dass der Verzehr von
Sojabohnen-Erzeugnissen das Sättigungsgefühl steigert und die nachfolgende
Nahrungsaufnahme um rund 170 kcal reduziert. Diese Studien und die Daten der Diogenes-
Studie zeigen, dass Eiweiß der am stärksten sättigende Nährstoff ist.
Ziel der Soja-Studie war
herauszufinden, welchen Sättigungsgrad Sojaprotein im Vergleich zu anderen
Nahrungsproteinen ausübt. An der Studie nahmen 20 gesunde Freiwillige teil. Eine Hälfte der
Probanden erhielt ein Frühstück und Mittagessen auf Basis von Sojaeiweiß. Die andere Hälfte
der Studienteilnehmer bekam ein identisch aussehendes sojaeiweißfreies Frühstück und
Mittagessen. Das darauf folgende Abendessen konnte hinsichtlich der Menge frei gewählt
werden. Eine Woche später wurden die Gruppen getauscht. Das Ergebnis der Studie, die eine
subjektive Appetitmessung seitens der Probanden einschloss, war, dass Sojaprodukte
besonders gut sättigen. Außerdem war die mentale Leistungsfähigkeit bei den Probanden am
Sojatag höher als ohne die Sojaaufnahme. Der gute Sättigungseffekt ist mutmaßlich auf den
hohen Protein- und Ballaststoffgehalt von Sojabohnen zurückzuführen.
Die Sojagruppe aß
beim Abendessen 172 Kilokalorien weniger als die Nicht-Soja-Gruppe.
Die Studienleiterin
Dr. Louise Dye folgerte in Tokio, dass Sojaprodukte zur Gewichtskontrolle und im Kampf
gegen Überernährung und Übergewicht eine wichtige Rolle spielen könnten!

DKGD e.V.

Gen-Pollen in Honig – Fragwürdige Untersuchung der Stiftung Warentest

Gen-Pollen in Honig
Fragwürdige Untersuchung der Stiftung Warentest

Die Gen-Technik breitet sich immer weiter aus, und jetzt ist sie auch richtig im Honig angekommen. In Stiftung Warentest sind sage und schreibe elf von 24 Honigen mit Gen-Tech-Pollen verunreinigt. Das war das ÖKO-TEST Ergebnis in der Januar-Ausgabe. Auch die Hersteller wissen um das Problem. So schrieb die Firma Lidl, deren Honig Pollen von Gen-Soja enthielt, lediglich, die gefundene Menge sei sehr klein.

Gen-Pollen hat ÖKO-TEST nicht zum ersten Mal im Honig gefunden.
Bereits im April 2005 fand ÖKO-TEST Gen-Raps in kanadischem Honig. Und ÖKO-TEST steht nicht allein. Der Westdeutsche Rundfunk beispielsweise ließ im November 2007 zehn Honige untersuchen – und wurde ebenfalls zweimal fündig. Wie weit verbreitet die Belastung inzwischen ist, zeigt auch das Beispiel eines schwäbischen Imkers, dessen Honig Pollen von gentechnisch verändertem Mais enthielt. Daher hat das Landgericht Augburg den Honig für nicht verkehrsfähig erklärt.

Ganz anders dagegen die Stiftung Warentest. Nur drei Wochen nach ÖKO-TEST erschien die Februar-Ausgabe ihrer Zeitschrift Test. Darin wurden von 35 Honigen je drei Gläser, also insgesamt 105 Proben, untersucht. Das Ergebnis: Nicht eine war mit Gen-Pollen belastet.
„Wir können nicht ausschließen, dass dies nur ein Zufall war“, heißt es in dem Testbericht.

Ein merkwürdiger allerdings. Besonders, da es bei Soja-Drinks das gleiche Ergebnis gibt. Vor gut einem Jahr untersuchte die Stiftung 16 Sojadrinks – und fand in keinem Produkt Gen-Soja. ÖKO-TEST untersuchte nur einen Monat später 92 Sojaprodukte – und wurde 51 mal fündig. Teilweise stammten die von ÖKO-TEST untersuchten und mit Gen-Soja belasteten Produkte aus der gleichen Charge wie die der Stiftung.

Für Sojaprodukte decken sich die ÖKO-TEST Ergebnisse mit den Erkenntnissen der Überwachungsbehörden. Sie untersuchten 2007 insgesamt 1923 sojahaltige Produkte und fanden in 25 Prozent Gen-Soja. Zu den Soja-Ergebnissen hat sich die Stiftung Warentest offiziell nicht geäußert. Zum Honig heißt es in einer Erklärung auf der Website www.test.de unter anderem:

„Da Honig meist nicht nur einer Herkunft entstammt, sondern gemischt wird aus unterschiedlichen Lieferungen und Provenienzen, kann die Zusammensetzung von Mischung zu Mischung schwanken. Das Mischen erfolgt mit dem Ziel, einen in Bezug auf Konsistenz und Geschmack standardisierten Honig herzustellen. Dabei kann die Pollenverteilung sehr inhomogen sein.“

Zufall und Chargenabhängigkeit sind als Erklärung bequem. Um andere Ursachen auszuschließen, hat ÖKO-TEST die Stiftung Warentest aufgefordert, ebenso wie ÖKO-TEST die Untersuchungsberichte zu veröffentlichen. Das lehnt die Stiftung jedoch ab, weil man das Labor vor Einflussnahme durch die Anbieter schützen wolle.

Die Weigerung wirft allerdings auch die Frage auf, warum ausgerechnet die Tests der staatlich finanzierten / unterstützten Stiftung Warentest die regierungsoffizielle Position bestätigen, dass man gentechnische Landwirtschaft betreiben kann, ohne dass es zu einer Verunreinigung von gentechnikfreien Produkten kommt. Dagegen zeigen die Tests nicht nur von ÖKO-TEST, dass das nicht möglich ist. Die – politisch allerdings nicht erwünschte – Konsequenz aus den ÖKO-TEST-Ergebnissen, kann nur der vollständige Verzicht auf gentechnische Landwirtschaft sein.

Gen-Pollen in Honig – Fragwürdige Untersuchung der Stiftung Warentest

Gen-Pollen in Honig
Fragwürdige Untersuchung der Stiftung Warentest

Die Gen-Technik breitet sich immer weiter aus, und jetzt ist sie auch richtig im Honig angekommen. In Stiftung Warentest sind sage und schreibe elf von 24 Honigen mit Gen-Tech-Pollen verunreinigt. Das war das ÖKO-TEST Ergebnis in der Januar-Ausgabe. Auch die Hersteller wissen um das Problem. So schrieb die Firma Lidl, deren Honig Pollen von Gen-Soja enthielt, lediglich, die gefundene Menge sei sehr klein.

Gen-Pollen hat ÖKO-TEST nicht zum ersten Mal im Honig gefunden.
Bereits im April 2005 fand ÖKO-TEST Gen-Raps in kanadischem Honig. Und ÖKO-TEST steht nicht allein. Der Westdeutsche Rundfunk beispielsweise ließ im November 2007 zehn Honige untersuchen – und wurde ebenfalls zweimal fündig. Wie weit verbreitet die Belastung inzwischen ist, zeigt auch das Beispiel eines schwäbischen Imkers, dessen Honig Pollen von gentechnisch verändertem Mais enthielt. Daher hat das Landgericht Augburg den Honig für nicht verkehrsfähig erklärt.

Ganz anders dagegen die Stiftung Warentest. Nur drei Wochen nach ÖKO-TEST erschien die Februar-Ausgabe ihrer Zeitschrift Test. Darin wurden von 35 Honigen je drei Gläser, also insgesamt 105 Proben, untersucht. Das Ergebnis: Nicht eine war mit Gen-Pollen belastet.
„Wir können nicht ausschließen, dass dies nur ein Zufall war“, heißt es in dem Testbericht.

Ein merkwürdiger allerdings. Besonders, da es bei Soja-Drinks das gleiche Ergebnis gibt. Vor gut einem Jahr untersuchte die Stiftung 16 Sojadrinks – und fand in keinem Produkt Gen-Soja. ÖKO-TEST untersuchte nur einen Monat später 92 Sojaprodukte – und wurde 51 mal fündig. Teilweise stammten die von ÖKO-TEST untersuchten und mit Gen-Soja belasteten Produkte aus der gleichen Charge wie die der Stiftung.

Für Sojaprodukte decken sich die ÖKO-TEST Ergebnisse mit den Erkenntnissen der Überwachungsbehörden. Sie untersuchten 2007 insgesamt 1923 sojahaltige Produkte und fanden in 25 Prozent Gen-Soja. Zu den Soja-Ergebnissen hat sich die Stiftung Warentest offiziell nicht geäußert. Zum Honig heißt es in einer Erklärung auf der Website www.test.de unter anderem:

„Da Honig meist nicht nur einer Herkunft entstammt, sondern gemischt wird aus unterschiedlichen Lieferungen und Provenienzen, kann die Zusammensetzung von Mischung zu Mischung schwanken. Das Mischen erfolgt mit dem Ziel, einen in Bezug auf Konsistenz und Geschmack standardisierten Honig herzustellen. Dabei kann die Pollenverteilung sehr inhomogen sein.“

Zufall und Chargenabhängigkeit sind als Erklärung bequem. Um andere Ursachen auszuschließen, hat ÖKO-TEST die Stiftung Warentest aufgefordert, ebenso wie ÖKO-TEST die Untersuchungsberichte zu veröffentlichen. Das lehnt die Stiftung jedoch ab, weil man das Labor vor Einflussnahme durch die Anbieter schützen wolle.

Die Weigerung wirft allerdings auch die Frage auf, warum ausgerechnet die Tests der staatlich finanzierten / unterstützten Stiftung Warentest die regierungsoffizielle Position bestätigen, dass man gentechnische Landwirtschaft betreiben kann, ohne dass es zu einer Verunreinigung von gentechnikfreien Produkten kommt. Dagegen zeigen die Tests nicht nur von ÖKO-TEST, dass das nicht möglich ist. Die – politisch allerdings nicht erwünschte – Konsequenz aus den ÖKO-TEST-Ergebnissen, kann nur der vollständige Verzicht auf gentechnische Landwirtschaft sein.

Sojadrinks

Varianten des Gesundheitsdrinks werden immer facettenreicher

Seit Jahrhunderten gehört Soja in Asien zu den Lebensmitteln, die nahezu
täglich verzehrt werden. Sojaprodukte sind inzwischen weltweit beliebt und
stehen bei gesundheitsbewussten Konsumenten hoch im Kurs. Von manchen
Verbrauchern wird jedoch der bohnige Geschmack noch als fremd und eher
unangenehm empfunden. Hier setzen Lebensmittelhersteller an und entwickeln
zunehmend neue Geschmacksrichtungen.

Der Anbau von Soja lässt sich in China bis ins Jahr 2838 v. Chr.
zurückverfolgen. Soja steckt voll gesunder Proteine. Wissenschaftler
bestätigen, dass mit dem regelmäßigen Verzehr von Sojaprodukten
beispielsweise Osteoporose vorgebeugt werden kann. Auch gegen Erkrankungen
der Herzkranzgefäße können die Inhaltsstoffe von Soja günstig wirken.

Gesunde Aussichten

Auch die US-amerikanische Behörde zur Überwachung von Nahrungs- und
Arzneimitteln (U.S. Food and Drugs Administration) hat 1999 die
gesundheitsfördernden Eigenschaften von Sojaprodukten bestätigt – seither
entwickeln Lebensmittelhersteller weltweit Produktkonzepte rund um Soja. Das
größte Wachstum von Sojaprodukten ist seither bei Getränken,
Joghurtprodukten und Speiseeis zu verzeichnen.

Künftig werde vor allem der Markt der Sojaprodukte expandieren, die
lediglich schwach den traditionellen bohnigen Geschmack von Soja erkennen
lassen, so Diana Bechtold, Marktsegmentmanagerin bei SIG Combibloc:
„Auch in
westlichen Märkten steigt die Nachfrage nach verzehrfertigen Sojaprodukten
stetig, seitdem Hersteller Produktkonzepte entwickeln, die Konsumenten neue
Geschmackserlebnisse versprechen. Aber nicht nur im Westen kommen
beispielsweise nussige, fruchtige oder herzhafte Sojaprodukte gut an. Die
neuen, facettenreichen Geschmacksvarianten erfreuen auch asiatische Gaumen,
die traditionell den bohnigen Geschmack von Soja kennen und schätzen. Ein
Beispiel dafür ist Japan: Auf dem traditionell großen Markt für Sojaprodukte
waren Sojagetränke in den 80er und den frühen 90er Jahren relativ schwach
vertreten. In den vergangenen Jahren jedoch ist der Konsum durch die neuen
Geschmacksrichtungen stark gestiegen.“

Bunte Geschmacksvielfalt

Sojadrinks gibt es bereits in zahlreichen Sorten: Klassiker wie Vanille und
Schokolade sind dabei, aber auch ungewöhnliche Varianten wie Macadamia,
Schwarzer Tee, Banane, Hafermehl oder Malz. Auch Beerenfrüchte sind bei
Konsumenten beliebt. Weiterhin machen Sorten wie Passionsfrucht, Guave und
Kokosnuss deutlich, dass Aromen, die klassisch mit Südamerika und Asien
verbunden werden, an Popularität gewinnen.

Friesland Foods Foremost Thailand ist einer der führenden
Milchprodukte-Hersteller, der auf aktuelle Kundenbedürfnisse reagiert. Der
Hi-5 Sojadrink beispielsweise ist in der Geschmacksrichtung „Beerenmix und
Karotte“ auf dem thailändischen Markt. Die neue Sorte verbindet die Vorzüge
des Sojadrinks mit dem Geschmack und den charakteristischen Aromen von
Karotten und Beerenfrüchten.
Auch Hi-5 „Rote Bohnen und Graupen“ trifft den Geschmack der Konsumenten.
Der Launch dieser Mischung erzielte auf dem thailändischen Markt schnell
große Aufmerksamkeit. Denn obwohl Rote Bohnen und Graupen als Zusätze in
Sojadrinks nahezu bei jedem thailändischen Straßenhändler zu finden sind,
wurde die Kombination bisher von keinem Hersteller als Fertigprodukt
angeboten.

Ein weiterer Anbieter aus Thailand ist Lactasoy. Das Unternehmen ist bereits
seit mehr als 50 Jahren erfolgreich und schaffte vor 22 Jahren den
Durchbruch mit dem Lactasoy-Sojadrink. Neu in der Produktrange ist ein
Sojagetränk light mit Collagen: ein Gesundheits- und Wellnessdrink für eine
schöne Haut. Lactasoy Light plus Collagen hat einen reduzierten Zucker- und
Fettgehalt und spricht daher insbesondere junge, gesundheitsbewusste Frauen
an, die sich kalorienbewusst ernähren wollen, ohne auf den vollen Geschmack
des Sojagetränks zu verzichten.

In Korea produziert das Unternehmen Korean Sahmyook Foods bereits seit 1975
Sojagetränke und vegetarische Lebensmittel und ist dort inzwischen der
zweitgrößte Hersteller für Sojadrinks. Neben den Geschmacksrichtungen
Banane, Schoko und Erdbeere kamen jetzt auch exotische Varianten wie Black
Bean und Tropical hinzu. Das neueste Produkt der Range ist der Sojadrink mit
Maronengeschmack. Die Marone ist reich an Proteinen, Mineralien, Kalzium und
den Vitaminen A, B und C. In Korea ist sie Symbol für das „Vollmond-Fest“,
einer der wichtigsten koreanischen Feiertage.

Auf dem koreanischen Markt bringt darüber hinaus beispielsweise Hanmi Whole
Soymilk verschiedene neue Sojaprodukte auf den Markt – so etwa ein
Sojagetränk mit Rotem Ginseng. Roter Ginseng ist seit Jahrhunderten für
seine gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper und Geist bekannt. Neben dem
exotischen Geschmack soll er der Altersdemenz vorbeugen und sich positiv auf
Konzentration und Hirnleistung auswirken. Allgemein wird dem Ginseng eine
kräftigende Funktion bei Müdigkeits- und Schwächegefühlen sowie Stress
nachgesagt. Gegründet 1988, ist Hanmi heute mit einem Umsatz von rund 40
Millionen USD einer der führenden Produzenten für Sojagetränke in Korea.
Hanmi hat sich auf die Produktion von Sojadrinks, Tofu und andere Getränke
spezialisiert.

Fitnesscup startet mit Torsten Frings

Kinder sollen mehr Spaß an Essen, Trinken und Bewegung haben. Alle Unternehmungen, die dieses Ziel in nachhaltiger Weise fördern, sind willkommen. So haben sich Experten vom aid infodienst und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zusammengetan und unterstützen fachlich den bundesweiten Schüler-Fitnesscup vom Handelsunternehmen Lidl.

Bei diesem Schülerwettbewerb erleben Kinder auf spielerische Weise das richtige Maß an Bewegung und gesunder Ernährung im Alltag. In Zusammenarbeit mit Grundschulpädagogen, Ernährungs- und Bewegungsexperten haben DOSB und aid umfangreiche Lehrmaterialien entwickelt, die den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Materialien geben Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für die Gestaltung einer Projektwoche. Das Gelernte verarbeiten die Schülerinnen und Schüler dann in einem kreativen Wettbewerbsbeitrag.

Ein Schwerpunktthema ist das Frühstück. "Viele Schulkinder frühstücken nicht mehr und das rächt sich spätestens ab der zweiten Unterrichtsstunde. Die Kinder können sich nicht mehr konzentrieren und die Leistungsfähigkeit nimmt ab, weil sie einfach keine Energie mehr haben", so Harald Seitz vom aid infodienst bei der Eröffnung des Fitnesscups am 9. Juli in Hamburg. Die Prominenten Paten der Aktion, Fußballnationalspieler Torsten Frings und TV-Starkoch Mario Kotaska, beide selber Familienväter, bestätigten die große Bedeutung, den Kleinen Handlungskompetenzen zu vermitteln. "Viele Kinder wissen gar nicht, wie gut gesunde Mahlzeiten schmecken können. Einfach, weil sie sie noch nie probiert haben", so Kotaska und bereitete mit den Kindern einen Möhren-Paprika-Saft (!) zu, der mit großer Begeisterung getrunken wurde.

Wer eine Sportstunde mit Torsten Frings, ein Fitnesskochkurs mit Mario Kotaska, ein Schulgarten oder Spiel- und Sportgeräte für den Pausenhof oder die Turnhalle gewinne möchte, kann sich noch bis zum 31. Oktober unter www.lidlfitnesscup.de anmelden.

Naturstoffe können auch Schäden anrichten
Säuglingsnahrung auf Sojabasis nur im Einzelfall zu empfehlen

Aufgrund ihres hohen Gehalts an hormonähnlichen Substanzen solle Säuglingsnahrung auf Sojabasis nur bei begründeter Indikation eingesetzt werden, erklärte Prof. Sabine Kulling von der Universität Potsdam auf dem 4. Forum Verbraucherschutz des Bundesinstituts für Risikobewertung. Soja enthalte sogenannte Phytoöstrogene, die in ihrer Struktur und Wirkung dem weiblichen Geschlechtshormon Östradiol ähnelten.

Obwohl diese hormonähnlichen Stoffe in geringen Mengen und in Abhängigkeit von der Lebensphase durchaus gesundheitsfördernde Eigenschaften besäßen, könnten sie sich auch negativ bemerkbar machen, wenn Sojaprodukte einen großen Anteil in der Ernährung ausmachten oder wenn sie in isolierter Form aufgenommen würden. Da die Wirkungen dieser Stoffe im Säuglingsalter kaum untersucht seien, wisse zur Zeit niemand, wie sich dies langfristig auswirke, berichtete Kulling weiter. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rate auch deshalb, Sojanahrung für Säuglinge nur bei begründeter Indikation einzusetzen, z.B. bei einer angeborenen Laktoseintoleranz. Selbst bei einer Kuhmilcheiweißallergie biete Sojanahrung keine Vorteile und solle in den ersten sechs Monaten nicht eingesetzt werden. Französische Gesundheitsbehörden würden sogar empfehlen, Kindern unter drei Jahren gar keine Sojaprodukte zu geben.

Dies ist ein Beispiel dafür, dass natürliche Substanzen keineswegs immer sicher sind. Wie Prof. Gerhard Eisenbrand von der technischen Universität Kaiserslautern erläuterte, ist dies darauf zurückzuführen, dass je nach Konzentration der Wirkstoffe im Organismus unterschiedliche Stoffwechselwege beschritten werden: Bei geringen Konzentrationen entstehen meistens harmlose Endprodukte, bei hohen Konzentrationen können sich dagegen auch gesundheitsschädliche Effekte ergeben. Die Anwendung in angereicherter Form sei deshalb mit der natürlichen Aufnahme nicht vergleichbar, so Eisenbrand.

Dies mache sich zum Beispiel auch bei Nahrungsergänzungsmitteln bemerkbar, ergänzte Kulling. Präparate mit Soja- oder Rotkleeextrakten würden oft gegen Wechseljahresbeschwerden, manchmal auch zum Schutz vor Brustkrebs empfohlen. Abgesehen davon, dass diese Wirkungen nicht belegt seien, gebe es Hinweise aus Tierversuchen, dass Phytoöstrogene in dieser Lebensphase unter bestimmten Voraussetzungen auch eine brustkrebsfördernde Wirkung haben könnten. Solche Wirkungen seien jedoch nicht zu erwarten, wenn Sojaprodukte als normaler Bestandteil der Kost verzehrt würden.
(aid, Dr. Maike Groeneveld)

Birkenpollenallergiker können auf Sojaprodukte besonders empfindlich reagieren

Viele Birkenpollenallergiker kennen das Problem: Zur Zeit der Birkenblüte läuft die Nase, aber auch außerhalb dieser Zeit und ohne Pollenkontakt reagiert die Mundschleimhaut nach dem Verzehr von Erd- und Haselnüssen, Äpfeln, Sellerie und Hülsenfrüchten. Der Grund: Bestimmte Eiweiße in diesen Nahrungsmitteln sind dem Allergie auslösenden Eiweiß in Birkenpollen in ihrer Struktur so ähnlich, dass der Körper auf sie ebenfalls allergisch reagiert. Dieses Phänomen bezeichnet man als Kreuzallergie.

Solche Allergieformen werden bei Birkenpollenallergikern immer häufiger beob-achtet. „Ärzte, die bei ihren Patienten eine Birkenpollenallergie diagnostizieren, sollten deshalb darauf hinweisen, dass sie auch auf Sojaprodukte allergisch reagieren könnten“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Auch Verbraucherinitiativen und Selbsthilfegruppen sollten Allergiker über dieses Risiko aufklären. Spezielle Warnhinweise zu möglichen Kreuzallergien auf Verpackungen von Sojaprodukten hält das BfR dagegen nicht für sinnvoll, zumal Soja als Bestandteil von Lebensmitteln bereits deklariert werden muss.

Die Zahl der Sojaprodukte im Handel hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Soja gilt als gesundes Lebensmittel. Nicht nur Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, greifen häufig auf Sojaprodukte zurück. Auch Patienten mit Lactoseunverträglichkeit oder Milcheiweißallergie kaufen Sojaprodukte als Ersatz für Milcherzeugnisse. Wer das tut wird kaum damit rechnen, dass auch die Soja-Alternative ein Allergierisiko birgt: Rund 0,4 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf diese Produkte. Entweder wird die Reaktion durch das Sojaeiweiß selbst ausgelöst – man spricht dann von einer Primärreaktion – oder es handelt sich um eine Kreuzallergie. Hier sind andere Allergene wie zum Beispiel Pollen ursprünglich für die primäre allergische Reaktion verantwortlich.

Birkenpollenallergiker sind von solchen Kreuzreaktion besonders häufig betroffen. Auslöser der Kreuzallergie auf Soja ist ein Eiweiß (das PR-10 Stressprotein Gly m 4), das in Sojabohnen enthalten ist und in seiner Struktur dem Birkenpollenallergen Bet v 1 ähnelt. Typische Symptome der allergischen Reaktion auf das Gly m 4-Protein sind Juckreiz und Schwellungen auf der Mund- und Rachenschleimhaut unmittelbar nach dem Verzehr von Sojaprodukten. Mit zeitlicher Verzögerung können auch Hautausschläge oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei besonders empfindlichen Personen kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen, in Einzelfällen sogar zum anaphylaktischen Schock mit schweren Kreislaufstörungen.

Das Sojaprotein Gly m 4 kann durch Erhitzen auf hohe Temperaturen an Aktivität verlieren oder zerstört werden. Die meisten Produkte mit Soja-Bestandteilen, die während der Weiterverarbeitung erhitzt wurden, können Allergiker deshalb verzehren, ohne dass es zu gesundheitlichen Beschwerden kommt.

Zusätzliche Warnhinweise für Allergiker auf Verpackungen von Sojaprodukten hält das BfR nicht für sinnvoll. Nicht alle Sojaprodukte enthalten das Allergie auslösende Protein Gly m 4. Eine amtlich anerkannte Nachweismethode existiert derzeit noch nicht. Außerdem gibt es neben Soja zahlreiche weitere Nahrungsmittel, auf die vor allem Birkenpollenallergiker mit einer Kreuzallergie reagieren. Dazu gehören zum Beispiel Äpfel, Erdbeeren, Haselnüsse, Karotten und Sellerie. Besonders schwere kreuzallergische Reaktionen sind im Zusammenhang mit dem Verzehr von Erdnüssen bekannt. Ein Warnhinweis allein auf Sojaprodukten würde einem Birkenpollenallergiker deshalb keine Sicherheit vor einer Kreuzallergie bieten.

Da die Kreuzallergien von Birkenpollenallergikern auf Sojaprodukte mit schweren allergischen Symptomen einhergehen können, empfiehlt das BfR Ärzten, Verbraucherinitiativen und Selbsthilfegruppen, Soja in die allgemeine Aufklärung über Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln einzubeziehen und Birkenpollenallergiker darüber hinaus gezielt über dieses Risiko aufzuklären. Da Sojabestandteile auf allen Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen, haben betroffene Verbraucher die Möglichkeit, solche für sie kritischen Lebensmittel zu meiden.