Mehr Bio für Kinder

Bio-Produkte sollen vermehrt in der Außer-Haus-Verpflegung von Kindern eingesetzt werden. Diesen Wunsch haben rund 90 Prozent der Bundesbürger, so das Fazit des aktuellen Ökobarometers. Im Juni hat das Forschungsinstitut Emnid zum fünften Mal im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) 1.000 Bürger ab 14 Jahren zu ihrem Konsum von Bio-Erzeugnissen befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage bestätigen den Trend zu einer ausgewogenen Ernährung von Kindern und Jugendlichen. 92 Prozent der deutschen Bevölkerung hält die Verwendung von Bio-Produkten in Kindergärten und Kindertagesstätten für wichtig. Knapp 60 Prozent der Befragten räumten dieser Frage sogar höchste Priorität ein. Ähnlich sieht es auch bei der Verpflegung der Schüler aus. Jeder zweite Verbraucher wünscht sich mehr Bio-Kost in den Schulen mit Mittagsverpflegung.
Die aktuelle Umfrage bestätigt das Bundesverbraucherministerium in seinem Engagement für eine ausgewogene Schulverpflegung. „Das Ergebnis bestärkt unsere Arbeit und zeigt, dass wir mit unseren Kampagnen wie ’10 % Bio. Das kann jeder!‘ oder ‚Besser essen. Mehr bewegen. KINDERLEICHT.‘ den richtigen Weg gehen“, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast. „Für die körperliche und geistige Entwicklung unserer Kinder ist eine ausgewogene Ernährung ungemein wichtig. Sie fördert die allgemeine Leistungskraft und das Wohlbefinden.“

Natürliche Erzeugung erhöht die Kaufmotivation

Eine gesunde Ernährung von Kindern und in der Schwangerschaft sind laut Umfrage für knapp 80 Prozent der Verbraucher ein wesentlicher Grund, in Zukunft mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen. Die größte Motivation sich für Bio zu entscheiden, liegt aber nach wie vor in der natürlichen Erzeugung der Produkte begründet. 88 Prozent nennen eine artgerechte Tierhaltung als das entscheidende Kriterium, künftig mehr Lebensmittel aus ökologischem Anbau zu konsumieren. Weitere Beweggründe sind die geringe Belastung mit Schadstoffen (82 Prozent) sowie die Stärkung des persönlichen Wohlbefindens (78 Prozent).

Der Trend zu mehr Bio setzt sich immer mehr durch. Rund drei Viertel der Deutschen kaufen derzeit bereits häufig oder gelegentlich Bio-Produkte. Zukünftig wollen sogar rund 85 Prozent zu Erzeugnissen des Öko-Landbaus greifen. Der Direktkauf beim Erzeuger ist nach wie vor die beliebteste Einkaufsform. Ein Drittel der Verbraucher macht sich am liebsten auf den Weg zum Bio-Hof, gefolgt vom Gang zum Wochenmarkt mit 24 Prozent. Am häufigsten werden Obst und Gemüse in Bio-Qualität gekauft: 45 Prozent der Befragten, die generell Obst und Gemüse konsumieren, kaufen diese aus ökologischem Anbau, ein Drittel gelegentlich und zwölf Prozent ausschließlich. Ebenfalls beliebt sind Milchprodukte sowie Fleisch und Fisch in Bio-Qualität, die bei 31 Prozent der Befragten häufig im Einkaufswagen zu finden sind.

Bio und Fair gehören zusammen

Naturland gratuliert der gepa zu ihrem 30-jährigen Bestehen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen begann vor 18 Jahren als die erste ökologische Teeplantage der Welt in Sri Lanka eröffnet wurde. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläumsfests der gepa hat Naturland Ende Mai für die Partnerorganisationen aus dem Süden, von denen viele auch Naturland Bauern sind, einen Feldtag organisiert. Besucht wurden drei Naturland Bauern in der Umgebung von Wuppertal im Bergischen Land. „Ein Austausch wie dieser fördert das gegenseitige Verständnis füreinander, eine wichtige Grundlage für unsere internationale Arbeit“ erklärt Firos Holterman, Geschäftsführer von Naturland.
Für die Naturland Bauern gehören bio und fair zusammen. So kommt bei Familie Bredtmann aus Velbert-Neviges, dem ersten Milchviehbetrieb der besichtigt wird, selbstverständlich fairer Öko-Kaffee auf den Tisch. Der Kaffeebauer César Zeldón aus Nicaragua freut sich darüber. Zeldón erwartet, dass der faire Handel zukünftig mehr Produkte aus ökologischem Anbau anbietet. Die Besucher aus dem Süden sind über die geringen Milchpreise ihrer deutschen Kollegen sichtlich erstaunt. Es überrascht sie, dass auch viele deutsche Kollegen um faire Preise kämpfen müssen.

Das internationale Engagement ist seit 1989 fester Bestandteil der Naturland Arbeit, da Naturland es sich zum Ziel gesetzt hat den Öko-Landbau weltweit zu fördern und eine Alternative für Kleinbauern zu schaffen. Mittlerweile sind es über 38.000 Bauern in 25 Ländern, die zum Großteil in Kleinbauernkooperativen organisiert sind. Sie sind mit drei Vertretern, jeweils aus Asien, Lateinamerika und Europa, in der Naturland Delegiertenversammlung vertreten. Norma G. Mugar, Vorsitzende des Direktoriums der Kleinbauerngenossenschaft Alter Trade Corporation (ATC) aus den Philippinen, ist eine der neu gewählten Delegierten. Die Alter Trade Corporation ist seit 1996 Naturland Mitglied und produziert Naturland zertifizierten Vollrohrzucker, eine der Hauptzutaten der fairen gepa Öko-Schokolade.

So wie ATC können viele Naturland Mitglieder ihre Produkte über den fairen Handel und über die gepa absetzen und kommen neben dem Aufschlag für die ökologische Produktion auch in den Genuss der Vorteile der fairen Vermarktung: gesicherte Preise und langfristige Absatzgarantie. Aber faire Produkte kommen (noch) nicht immer aus ökologischem Anbau und Naturland zertifizierte Lebensmittel aus Übersee sind (noch) nicht immer fair gehandelt. „Weil wir wissen wie viel Arbeit im Kaffee aus Tansania, im Tee aus Indien und im Kakao aus Bolivien stecken, wollen wir die Kooperation mit der gepa weiter ausbauen, um den Kleinbauern Alternativen bieten zu können,“ erklärt Firos Holterman.

www.naturland.de

8. Europäisches Koch-Festival in Deutschland

Millionen begeisterter Gäste ließen sich auch dieses Jahr wieder beim 8. Europäischen Koch-Festival 2005 in über 5000 Restaurants in allen europäischen Ländern mit köstlichen Menüs aus regionalen und saisonalen Produkten verwöhnen.
Die Gäste erwartete an diesen kulinarischen Festtagen vom 26. bis 29. Mai 2005 ein Menü und Märkte, sowie Getränke aus regionalen Produkten, oftmals zur Hälfte des sonst üblichen Preises. Aber nicht nur Gäste und Restaurateure genossen diesen Event, sondern vor allem die regionalen Erzeuger wie Landwirte, Gärtner, Biobauern etc., die durch diese Veranstaltung unterstützt werden.

Im Zeitalter von Fast-Food und der zunehmenden Verbreitung von Fertigprodukten, haben viele Menschen die Beziehung zur traditionell-handwerklichen Küche und den natürlichen Produkten verloren, die aus der Landschaft vor ihrer Haustüre stammen.

Ziel der breit angelegten Aktion des „Europäischen Koch-Festivals in Deutschland“ ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern die kulinarische Tradition und die authentischen Produkte ihres Landes und ihrer Region wieder näherzubringen.
Unter dem Motto „Gute Produkte, gute Küche!“ möchte deshalb das „Europäische Koch-Festival“ die Verknüpfung zwischen regionalen Erzeugnissen und der Kochkunst herstellen.
„So ist die Partnerschaft von regionalen Erzeugern einerseits und Gastronomie und Verbrauchern andererseits von großer Bedeutung in Gegenwart und Zukunft“, so Ernst-Ulrich Schassberger, Vize-Präsident Eurotoques Europa und Präsident Deutschland – Österreich.

Das ist nicht nur eine Frage der Ethik und des Tier- und Naturschutzes, sondern der Bewahrung einer regionalen Identität angesichts von Globalisierung und Vermassung.
Die traditionell-handwerkliche Küche, die mit frischen, unverfälschten, natürlichen Lebensmitteln der Region und Saison arbeitet, bleibt Trumpf, trotz Fast-Food und industriell vorgefertigten Convenience-Produkten!

Eurotoques, die Europäische Union der Spitzenköche, die diese aufwendige Aktion initiiert, ist eine nicht-kommerzielle Organisation, die sich der Bewahrung des kulinarischen Erbes verpflichtet hat.

Aus dieser Philosophie heraus hat Eurotoques die Idee des „Europäischen Koch-Festivals“ entwickelt, um erstmals länderübergreifend eine kulinarische Initiative zu starten, die über die Grenzen der EU hinausgeht. Natürliche Produkte haben eine immer größere Bedeutung für diejenigen, die sich kritisch, bewußt und gesund ernähren wollen. „Wir haben glücklicherweise in Europa – trotz Agro-Großindustrie, Gentechnik, und einer blühenden Nahrungsmittelindustrie – eine Tradition qualitätsbewusster Konsumenten“, so Schassberger.