Cheddar-Gate: Marc Veyrat verklagt den Guide Michelin

Küchengott Marc Veyrat verklagt den Michelin Restaurantführer, nachdem die Inspektoren seinem Restaurant den dritten Stern nach nur einem Jahr wieder abgenommen hatten. Marc Veyrat behauptet, der Michelin hätte falsch und inkompetent bewertet, insbesondere wegen eines Käse-Souffle.

Marc Veyrat mit seinen neuen CHROMA HAIKU Messer und Christian Romanowski

Veyrats Restaurant „La Maison des Bois“ in den französischen Alpen wurde im Januar von drei Sternen auf zwei Sterne herabgestuft – ein Jahr nachdem es die drei Sterne erhalten hatte.

„Ich wurde entehrt, ich habe mein Team weinen gesehen. Der Michelin behauptete, wir hätten Cheddar benutzt“, so Veyrat. Der Koch fordert die Entfernung der Bewertung aus dem Michelin Guide.

Er sagte, die falsche Bewertung habe ihn in eine schwere Depression gestürzt und fordert, dass sein Restaurant aus dem Guide Michelin entfernt wird.

Marc Veyrat behauptet, dass die Herabstufung erfolgte, nachdem ein Michelin-Inspektor fälschlicherweise dachte, er hätte ein Käse-Souffle mit englischem Cheddar verfälscht, anstatt die französischen Reblochon-, Beaufort- und Tomme-Sorten zu verwenden. „Ich habe Safran hineingetan, und der Tester, der kam, dachte, es sei Cheddar, weil es gelb war. Das nennt man Produktwissen?! Es ist einfach verrückt“, beklagt sich Veyrat gegenüber der französischen Presse.

Emmanuel Ravanas, der Anwalt Veyrats, erwartet, dass das Gericht Michelin zwingen wird, Dokumente zu übergeben, „um die genauen Gründe zu klären, wie es zur skandalösen Fehlentscheidung kam.“ Eine Gerichtsverhandlung ist bereits für den 27. November in Nanterre terminiert.

„Seit Jahrzehnten ist Marc Veyrat gewohnt, dass seine Küche bewertet, bewertet und verglichen wird, und er weiß ganz genau, dass man keinen Stern fürs Leben besitzt. Er akzeptiert alles, solange die Kritik richtig ist“, sagte Ravanas gegenüber der Presse.

Und was richtig ist, bestimmt der exzentrische Veyrat?

Veyrat, 69, machte sich mit seiner „botanischen“ Küche einen Namen. Der Ausnahmekoch sammelte die wilden Kräuter, die er in seiner Heimat Haute Savoie gefunden hatte und setzte diese dann in seinen Speisen ein.

Veyrat behauptet, dass die neue Generation der Tester versucht, sich einen Namen zu machen, indem sie die Säulen der französischen Küche angriffen. Veyrat meint offensichtlich den neuen, umstrittenen Geschäftsführer Gwendal Poullennec. Neben Veyrat wurden 2019 auch  Marc Haeberlin von L’Auberge de l’Ill (Illhaeusern) und Pascal Barbot von L’Astrance abgewertet.

Nach erscheinen des Führers hatte Veyrat versucht, den Michelin dazu zu bewegen, die Notizen der Inspektoren, sowie die Rechnungen, ihm auszuhändigen. Er wollte Belege, dass Tester tatsächlich in seinem Haus gegessen hatten, so unbegreiflich war es für ihn, dass ER abgewertet wurde.

Der Guide Michelin erklärte in der Zwischenzeit, dass man „die Enttäuschung des Herrn Veyrat versteht, dessen Talent niemand bestreitet, auch wenn wir seine unangemessene Beharrlichkeit bei seinen Anschuldigungen bedauern“. Und sie keilen nach: „Unsere erste Pflicht ist es, den Lesern mitzuteilen, warum wir unsere Empfehlung geändert haben. Wir werden Veyrats Forderungen sorgfältig prüfen und besonnen reagieren.“

Für Frankreich ist der Guide Michelin immer noch etwas ganz besonderes. Bernard Loiseau erschoss sich 2003, nachdem eine Zeitung angedeutet hatte, dass sein Restaurant im Begriff sei, den dritten Stern zu verlieren und auf zwei Sterne abgestuft wird.

Für den Rest der Welt ist der Michelin ein manchmal guter, manchmal weniger guter Ratgeber. Je nach Land werden die Sterne sorgfältiger vergeben, z.B. in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland oder weniger sorgfältig wie in Spanien und vor allem in Asien. Manch ein Dreisterner würde es wohl in Deutschland nicht zu einem Stern schaffen.
In Frankreich traute sich der Michelin lange nicht, Sterne zu streichen. Man wollte niemanden wehtun. Das hat nun unter dem neuen Geschäftsführer Poullennec geändert. Allerdings sind noch viele alte Sterne in Frankreich, die ungerechtfertigt sind.

Dass  Marc Haeberlin von L’Auberge de l’Ill (Illhaeusern) und Pascal Barbot von L’Astrance abgewertet wurden, fanden Experten weniger verwunderlich. Über den Exzentriker Veyrat waren die Meinungen – wie immer – sehr geteilt.

Natürlich machen alle diese Führer und Listen Fehler. Genauso, wie es nicht den besten Koch geben kann, so sind auch diese Führer nur Hinweise, wo man eine bessere Küche findet.

Köche neigen dazu, Führer, die sie gut bewerten, als gute Führer zu empfehlen und andere, die sie nicht so gut bewerten, als wenig kompetent abzukanzeln.

In Deutschland gelten Michelin und Gusto als zuverlässige Ratgeber, in Berlin ist auch der Gault Millau recht zuverlässig.

Küchengott Marc Veyrat verklagt den Michelin Guide, nachdem die Inspektoren seinem Restaurant den dritten Stern nach nur einem Jahr wieder abgenommen hatten. Marc Veyrat behauptet, der Michelin hätte falsch und inkompetent bewertet!

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Zwei Sterne-Koch Marc Veyrat verklagt den Michelin Guide, nachdem die Inspektoren seinem Restaurant den dritten Stern nach nur einem Jahr wieder abgenommen hatten. Marc Veyrat behauptet, der Michelin hätte falsch und inkompetent bewertet

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