Ein Ei zum Frühstück ist gesund

Eier sind im Hinblick auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit wegen ihres hohen Cholesteringehalts in Verruf geraten. Andererseits enthalten Eier jedoch auch wertvolle Proteine, Vitamine und andere nützliche Substanzen wie Carotinoide. Immer wieder erscheinen Studien, die sich mit dem Einfluss des Eierkonsums auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit beschäftigen. Doch deren Ergebnisse sind oftmals widersprüchlich. Einen weiteren Beitrag zu dieser Thematik lieferte nun ein chinesisches Wissenschaftsteam mit Unterstützung aus England.

Wissenschaftler befragten mehr als 450000 Chinesen, wie häufig sie Eier verzehrten

Wachteleier

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich der Verzehr von Eiern auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt. Speziell untersuchten sie die Auswirkungen auf das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) und für einen Schlaganfall. Bei dem Schlaganfall unterschieden die Wissenschaftler zwischen einem Schlaganfall, der dadurch bedingt ist, dass Blutgefäße im Gehirn verschlossen sind (ischämischer Schlaganfall), und einem Schlaganfall aufgrund von Hirnblutungen (hämorrhagischer Schlaganfall). In beiden Fällen kommt es zu Durchblutungsstörungen des Gehirns und folglich zum Absterben von Nervenzellen.

Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 461213 Personen aus, die zwischen 30 und 79 Jahren alt waren (durchschnittlich 50,7 Jahre alt) und zu Beginn der Studie weder an einer Krebserkrankung noch an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung noch an Diabetes erkrankt waren. Die Studienteilnehmer wurden gefragt, wie häufig sie Eier aßen. Sie wurden im Mittel 8,9 Jahre lang begleitet.

Ein täglicher Eierkonsum hatte eine schützende Wirkung

Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten insgesamt 83977 Studienteilnehmer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei 9985 Personen führte die Erkrankung zum Tod. Doch welchen Einfluss hatte der Eierkonsum auf diese dramatischen Ereignisse?

Zu Beginn der Studie berichteten 13,1 % der Teilnehmer, dass sie täglich Eier konsumierten (durchschnittlich 0,79 Eier am Tag). 9,1 % der Teilnehmer gaben hingegen an, dass Eier nie oder nur sehr selten auf ihrem Speiseplan standen (durchschnittlich 0,29 Eier pro Tag). Ein Vergleich dieser Personengruppen machte deutlich, dass Personen, die täglich Eier konsumierten, im Vergleich zu Personen, die fast nie Eier aßen, ein um etwa 10 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten. Spezielle statistische Analysen ergaben, dass durch den täglichen Eierkonsum das Risiko für die KHK um 12 %, das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall um 26 % und das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall um 10 % sank. Diese Ergebnisse kamen zustanden, nachdem die Patientendaten so angeglichen wurden, dass sie in möglichst vielen Faktoren – besonders in Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – übereinstimmten. Interessant war auch, dass die Personen, die täglich Eier verspeisten, im Vergleich zu Personen, die fast gänzlich auf Eier verzichteten, ein um 18 % geringeres Risiko hatte, aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, und ein um 28 % geringeres Risiko, an einem hämorrhagischen Schlaganfall zu sterben.

Ein moderater Verzehr von Eiern (bis zu einem Ei täglich) schien somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Es ist jedoch anzumerken, dass die Studie mit Chinesen durchgeführt wurde. Da diese zumeist andere Ernährungsgewohnheiten und einen anderen Lebensstil haben und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in China mit einer anderen Häufigkeit auftreten, ist nicht sicher, ob sich diese Ergebnisse eins zu eins auf Zentraleuropa bzw. den deutschsprachigen Raum übertragen lassen. Entsprechende Studien, die dieses untersuchen, wären wünschenswert.

Ein Ei zum Frühstück ist gesund

 

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Kurzfassung

Eier sind im Hinblick auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit wegen ihres hohen Cholesteringehalts in Verruf geraten. Andererseits enthalten Eier jedoch auch wertvolle Proteine, Vitamine und andere nützliche Substanzen wie Carotinoide. Immer wieder erscheinen Studien, die sich mit dem Einfluss des Eierkonsums auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit beschäftigen. Doch deren Ergebnisse sind oftmals widersprüchlich. Einen weiteren Beitrag zu dieser Thematik lieferte nun ein chinesisches Wissenschaftsteam mit Unterstützung aus England.

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  1. Das ist völlig unerheblich, das der Erfinder des Cholesterinmythos zugegeben hat, sämtlich Wirkungen des C. auf den Körper (Herz-Kreislauf) ausgedacht zu haben. Man muss nichts untersuchen, was aus reiner Phantasie entspringt. Seine Untersuchungen wurden schon in den 1980ern als Fälschung entlarvt.

      1. Weil jene genau diese Fälschungen dafür nutzten. Besagte Studien gelten als Musterbeispiel von Fälschungen in der Wissenschaft.

        Der Vater dieser Idee war der amerikanische Physiologe und Ozeanograph Ancel Keys. Bereits 1953 verdächtigte er das Cholesterin in den tierischen Fetten als Hauptschuldigen für Herzinfarkt. Doch der Durchbruch gelang ihm erst mit der berühmten Sieben-Länder-Studie, die 1958 startete. Damit versuchte Keys einen Zusammenhang zwischen tierischem Fett im Essen, dem Cholesterinspiegel im Blut und dem Risiko von Herzinfarkt zu konstruieren. Die Studie hatte zwar durchweg das Gegenteil erbracht, doch dank seiner Mediengewandtheit wurde seine Sicht der Dinge ein Erfolg. Plötzlich war Cholesterin als Herzkiller Nr. 1 in aller Munde. Wohl nicht ohne Grund veröffentlichte er die vollständigen Daten erst 30 Jahre später.

        Keys hatte seine sieben Länder sorgfältig aus 22 Ländern herausgepickt, die er insgesamt untersuchte. Hätte er alle 22 Länder einbezogen, wäre das Ergebnis genau umgekehrt ausgefallen: je mehr Cholesterin, desto weniger tödliche Herzinfarkte. Als er beispielsweise sah, dass die Massai, ein afrikanisches Hirtenvolk mehr als doppelt so viel tierisches Fett konsumierten wie US-Amerikaner, dafür aber sehr niedrige Cholesterinspiegel hatten, meint Keys lapidar, die Eigenarten „dieser primitiven Nomaden“ hätten „keinerlei Relevanz“.

        Doch die Fälschung war noch krasser als es die sieben aus 22 erahnen lassen. Ancel Keys schummelte auch bei den sieben ausgewählten Ländern. In einigen Ländern hatte er jeweils mehrere Regionen ins Rennen geschickt wie in Finnland, Jugoslawien oder Griechenland. Bei gleichen Cholesterinspiegeln innerhalb eines Landes unterschieden sich die Todesfälle durch Infarkt dennoch um ein Vielfaches. Damit war abermals klar, dass keinerlei Zusammenhang zwischen dem Verzehr tierischer Fette, dem Cholesterinspiegel und Herzinfarkt bestehen konnte.
        Am Eingeständnis, dass die Cholesterinhypothese frei erfunden war, kam auch Ancel Keys irgendwann nicht mehr vorbei. So gab er in einem Interview 1997 unumwunden zu: „Es gibt absolut keine Verbindung zwischen Cholesterin in der Nahrung und Cholesterin im Blut. Keine. Und das haben wir schon immer gewusst. Cholesterin in der Nahrung macht überhaupt nichts …“ Aber da war seine Theorie bereits fest in den Köpfen verankert.
        Der größte Nutznießer war der Margarinehersteller Procter & Gamble, der ein Bratfett aus hydriertem Baumwollsaatöl gegen die bewährte Butter positionieren wollte. Margarine galt damals als minderwertiges Imitat für arme Leute. Also begann der Konzern die American Heart Association zu sponsern, also den Verband der US-Herzspezialisten. Der hatte damit genug Geld, um 1956 per TV-Werbung vor Cholesterin und damit vor Butter zu warnen. Bereits ein Jahr später überflügelte in den USA der Margarineverkauf den Butterabsatz. Damit begann der Niedergang des tierischen Fettes.
        Whoriskey P: The U.S. government is poised to withdraw longstanding warnings about cholesterol. Washington Post vom 10. Feb. 2015
        Ravnskov U: Mythos Cholesterin. Hirzel, Stuttgart 2008
        Rosch PJ: Cholesterol does not cause coronary heart disease in contrast to stress. Scandinavian Cardiovascular Journal 2008; 42: 244-249
        Erickson DR: Edible Fats and Oils Processing: Basic Principles and Modern Practices. AOCS 1990
        Teicholz N: The Big Fat Surprise Why Butter, Meat and Cheese belong to a Healthy Diet. New York, Simon & Schuster 2014
        Keys A: Seven Countries: A Multivariate Analysis of Death and Coronary Heart Disease. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1980
        Keys A: Coronary heart disease – the global picture. Artherosclerosis 1975; 22: 149-192
        Keys A: Atherosclersosis: a problem in newer public health. Journal of the Mount Sinai Hospital 1953; 20: 118-139
        Keys A: Prediction and possible prevention of coronary disease. American Journal of Public Health and the Nations Health 1953; 43: 139-1407

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