Eric Ripert, der Menschenfreund

Eric Ripert ist der Inhaber und Küchenchef des Dreisterne Restaurants LE BERNARDIN in New York City – in seinem Restaurant herrscht Jackenzwang und Turnschuhverbot und eine Atmosphäre der Zufriedenheit und Glückseligkeit – Drei Gang Lunch Menü ab 45 $

New York, das ist neben Kultur auch die amerikanische Eiseskälte, aber auch die Stadt der Mäzene. Viele möchten einfach nur helfen.
Einer – ein besonders Erfolgreicher – ist der aus Antibes stammende Drei Sterne Koch Eric Ripert.

Ripert steht der CITY HARVEST, einer Art New Yorker Tafel, vor. Mehr Infos unter www.cityharvest.org .

Ja, es ist eine sehr merkwürdige Restaurantkritik, die nicht beim Restaurant anfängt, sondern beim Inhaber-Küchenchef. Er ist aber auch ein Besonderer.


Das Le Bernardin liegt zentral in einem Neubau im Theaterviertel, direkt um die Ecke der Radio City Music Hall. Es ist ein modernes, geschmackvolles Restaurant und ziemlich groß. Man reserviert über das Internet – www.le-bernardin.com . Anders als in Deutschland besteht eine Kleiderordnung: Formal, d.h. z.B. Herren nur mit Jacket, keine Turnschuhe. Das ist erst einmal recht irritierend, wenn man dann selber im Restaurant ist, ist es doch schön, wenn alle irgendwie feierlich angezogen sind.

Unser erster Tisch war direkt am Eingang, er gefiel mir nicht. Wir bekamen daraufhin einen super schönen Ecktisch mit Blick übers ganze Restaurant.
Auf die Frage, was wir trinken wollen, antworteten wir „Eiswasser“, also Leitungswasser. Das war das normalste der Welt für den Kellner.
Es gibt drei Menüs. Ein Dreigang (70$), ein festes Sechsgang (145$) und ein Achtgang Degustationsmenü (195$ – alle zzgl. Tax & Tipp). Wir wollten selber aussuchen und wählten deswegen zu zweit 3x das Dreigang Menü zum Teilen.

Zuerst erhielten wir als Gruß aus der Küche eine ziemlich große Portion schottischen Wildlachssalat. So lecker, den hätte ich mir am liebsten einpacken lassen und zum Frühstück gegessen. Wir hatten:
Vorspeisen:
STRIPED BASS (Wolfsbarsch)
Wild Striped Bass Tartare; Baby Fennel, Crispy Artichoke, Black Olive Oil and Lemon
ein ganzer stark Gang!

ALBACORE
LB Albacore Confit „En Salade“; Bibb Lettuce, Deviled Quail Egg, Liquid Black Olive, Preserved Tomato and Pepper
ein Superbild, aber nicht so interessant wie der Wolfsbarsch

OCTOPUS
Charred Octopus „a la plancha“; Green olive and Black Garlic Emulsion, Sundried Tomato Sauce Vierge
Der beste Octopus, den wir jemals hatten

Hauptgerichte:
SKATE (Rochen)
Baked Skate “En Papillote”; Pickled Chanterelles, Baby Turnips,“Green Marinière”
Der Rochen begeisterte meine Partnerin besonders, so das wir gleich wieder zurücktauschten

BLACK BASS
Crispy Black Bass; Roasted Shishitos and Acorn Squash “Ceviche”,Peruvian Chicha Sauce
Perfekter Fisch für mich, die Gattin bevorzugte den Rochen

MONKFISH (Seeteufel) Roasted Monkfish; Wilted Mustard Greens-Daikon “Sandwich”, Adobo Sauce
einfach perfekt

Deserts:
„PIÑA COLADA“
Coconut-Rum Gelée, Roasted Pineapple Sorbet, Cilantro
gelungen

CHOCOLATE-PEANUT
Madagascan Chocolate Ganache, Peanut Mousse, Salted Caramel Ice Cream
Mein Lieblings Desert – schöner Kontrast ist die leicht salzige Eiskrem.

STRAWBERRY MASCAPONE
Strawberry Mouse, Mascarpone, Strawberry Sorbet
Der Favorit der Gattin

Als Weinbegleitung hatten wir eine Flasche 2010 Grünen Veltliner von der Schlosskellerei Gobelsburger für 50 $ +. Ein angenehmer Wein.

Der Service war umsichtig und immer da, wenn man ihn brauchte, ohne aufdringlich zu sein. Perfekt.

Das Publikum ist bunt gemischt. Viel wirklich alter Manhattan- und Long Island Geldadel, Geschäftsleute, Chinesen, Touristen, selbst eine Familie mit 3 kleinen Kindern. An einem Tisch saßen Großkotze. Bunt und angenehm gemischt. Eine gute Atmosphäre im Restaurant. Feierlich, aber nicht steif. Zufrieden und glücklich wirken die Menschen im Le Bernadin. Gäste wie Mitarbeiter.

Im Restaurant gibt es gratis ein schnelles WLAN für die Gäste. Warum hat das niemand in Deutschland? Es ist besonders gut, wenn man die Speisekarte übersetzen muss oder wissen Sie was „Skate“ ist?

Nach einem guten Cappuccino verlangten wir nach der Rechnung. Die kam nicht, aber ein Eis zwischen zwei Keksen. Und wir waren schon so satt. Es war aber schon wieder so lecker.
Machen Sie nicht den gleichen Fehler. Das Dreigang Menü ist zum Lunch wirklich ausreichend! man braucht keine 3x Dreigang Menu zu Zweit.

Ich kalkulierte kurz im Kopf, 3x 70 Euro für die Menüs, 1 Fl. Wein 50 Euro, 9 % Tax ca. 285 $ + 50 $ Tipp. Also unter 300 Euro für das sensationelle Erlebnis. Auf der Rechnung stand aber nur 222 $! ??? Es wurden nur 2 Menüs berechnet. Auf meine Frage warum, meinte der Kellner, man wollte uns eigentlich einen Zwischengang machen, deswegen hat man einfach das dritte Menü storniert.
Da fiel mir nichts mehr ein, außer ein „Danke“. Das ist schon mehr als fair!

Übrigens, ein ganz heißer Tipp. Sie können ohne Anmeldung und Jacke in der Lounge mittags ein Dreigang Menü essen, für gerade mal 45 $. Und davon gibt der großzügige Ripert noch einmal 5 $ an City Harvest. Wir werden probieren, falls wir in der Nähe sind, das Menü zu essen. Leckerer kann Gutes tun nicht sein.

Danke, Eric Ripert & Team für das wirklich schöne Erlebnis!

Noch ein paar Fakten zum Le Bernardin:
110 Plätze im „Main Dining Room“, täglich zwischen 150 – 250 couverts. Sonntags Ruhetag. 140 Angestellte, 45 davon arbeiten in der Küche.
Der Chef-Sommelier ist der Österreicher Aldo Sohm.

Reservierungen können transparent, problemlos und demokratisch über die Webseite getätigt werden.

Wir sind nicht die einzigen, die vom Le Bernadin begeistert sind. Überall erhält Ripert Bestnoten. Das weltgrößte Reiseportal Tripadvisor.com hat nach einer Leserwahl das Bernardin zum beliebtesten Restaurant der Welt gewählt! Siehe www.gourmet-report.de/artikel/342566/Die-10-beliebtesten-Restaurants-der-Welt.html

Fotos zum Besuch finden Sie auf unserer Facebook Seite, mit allen Gerichten: www.facebook.com/gourmetreport

Lesen Sie auch unsere New York Tipps „New York billiger!“: www.gourmet-report.de/artikel/342907/Sparen-in-New-York/

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