GAULT MILLAU WeinGuide 2009

Ordentliche Alltagsweine und grandiose Spitzenerzeugnisse – Der »Winzer des Jahres« kommt aus der Pfalz – Aufsteiger aus Rheinhessen – Entdeckung aus Baden – »Kollektion des Jahres« aus dem Rheingau

Der Jahrgang 2007 kann nur zum Teil seinem guten Ruf gerecht werden.
Das ist das Fazit der GAULT MILLAU-Redaktion, nachdem sie rund 10.000
Flaschen geöffnet und den Inhalt kritisch unter die Lupe genommen hat.
Waren es 2006 meist durch Fäulnis bedingte Fehltöne, so registrierten
die Herausgeber Armin Diel und Joel Payne im Jahrgang 2007 oft unreife
Noten. Sie sind das Ergebnis einer zu frühen Lese. »Doch wer Geduld
hatte und sich nicht von den Wetter-Kapriolen verrückt machen ließ, der
konnte häufig große Weine ernten«, haben die Chefredakteure herausgefunden.

Daneben sind es aber auch die Basisweine, die oft eine gute
Figur machen. Vom Jahrgang 2007 gibt es folglich viele ordentliche Alltagstropfen
– und zugleich grandiose Spitzenweine, die dem Genießer
noch lange Freude bereiten werden.

Auf exakt 842 Seiten sind in der 16. Ausgabe des GAULT MILLAU Wein-
Guide nunmehr 598 Betriebe mit mindestens einer Traube verzeichnet,
weitere 302 sind als empfehlenswert eingestuft. Und unter den rund
7.000 erwähnten Weinen ist manche Entdeckung zu machen. Die Redaktion
hat mehr als 100 Spitzenweine herausgefiltert, die für wenig Geld
viel Trinkvergnügen bereiten. Doch die Zahl der Schnäppchen geht seit
Jahren leicht zurück, nicht zuletzt weil die Nachfrage auch aus dem Ausland
kontinuierlich zunimmt. Und weil auch in Deutschland das Interesse
an überdurchschnittlichen Tropfen wächst, ziehen die Preise an.
Ein wesentliches Merkmal der deutschen Weinlandschaft ist ihre Vielfalt.

Hier findet der Konsument eigentlich Weine für jeden Geschmack – er
muss nur wissen wo. Dabei hilft der GAULT MILLAU WeinGuide, der auch
die neuen Trends der Weinszene widerspiegelt. Die Modeweine vom
Sauvignon blanc bis zum Blanc de noirs sind in diesem Führer mit ihren
besten Exemplaren gelistet. Ausgefallene Rotwein-Cuvées haben ebenso
ihren Platz wie die Klassiker, deren Pflege sich die Redaktion besonders
verbunden führt. Dabei stehen der Spätburgunder und der Riesling im
Vordergrund. Der Riesling allein bietet eine ungeheure Vielfalt. Im GAULT
MILLAU WeinGuide wird sein außerordentlich facettenreiches Spektrum
aufgeblättert. Kein Wein von Bedeutung fehlt in diesem Buch.

Dass die Bewertungen des GAULT MILLAU WeinGuide auch über längere
Zeit Bestand haben, zeigt seit Jahren die Verkostung »Zehn Jahre danach
«, in der vor einer Dekade getestete Weine nochmals auf den Prüfstand
kommen. »Von den trockenen 1998er Rieslingen schnitt diesmal
die Kallstadter Saumagen Riesling Auslese »R« am besten ab. Wieder
einmal stellte Bernd Philippi vom Weingut Koehler-Ruprecht seine Ausnahmestellung
unter Beweis«, berichten die Autoren Armin Diel und Joel
Payne. Bemerkenswert ist, dass unter den besten zehn mit Andreas
Laible und Schloss Neuweier auch zwei Weine aus Baden landeten, denen
man ein solches Entwicklungspotenzial nicht unbedingt zugetraut
hätte. Die restlichen Plätze teilen sich großartige Weine aus der Pfalz,
dem Rheingau und Rheinhessen. Sie alle zeigen, dass sich trockene
deutsche Weißweine nach zehn Jahren optimal gereift und in Bestzustand
präsentieren können.

Zum »Winzer des Jahres« proklamiert die GAULT MILLAU-Redaktion die
Brüder Werner und Volker Knipser vom gleichnamigen Weingut aus
Laumersheim in der Pfalz. »Sie beherrschen die komplette Klaviatur der
Kellerkunst. Kaum einer in Deutschland bietet ein derart vielfältiges
Weinprogramm auf höchstem Niveau«, lobt Armin Diel die erfolgreichen
Nordpfälzer. Der »Aufsteiger des Jahres« kommt aus Rheinhessen.
»Daniel Wagner vom Weingut Wagner-Stempel katapultierte sich aus
einer Randlage in die Spitze der Region. Mit Hingabe pflegt er Riesling,
Silvaner und Burgunder«, erklärte Joel Payne während der Präsentation.
Die »Entdeckung des Jahres« haben die Herausgeber in Baden gemacht.
Der junge Alexander Laible stellte mit 2007 seinen ersten Jahrgang
vor, »gleich ein großer Wurf«, wie Armin Diel und Joel Payne bei der
Präsentation des WeinGuide in der Rheinland-Pfalz Bank in Mainz betonten.

Der Ehrentitel »Kollektion des Jahres« geht diesmal in den Rheingau:
an das Traditionsgut Schloss Johannisberg. Ȇber Jahrhunderte bereicherte
es die deutsche Weinkultur um wertvolle Werke. Nun kommt der
Glanz alter Tage zurück«, hebt die Redaktion hervor. Georg Hünnerkopf
(Franken) und Peter Barth (Rheingau) teilen sich die Auszeichnung
»Gutsverwalter des Jahres«. Die dazugehörigen Güter des Grafen von
Schönborn steigen zugleich in der Traubenhierarchie auf. Zum »Sommelier
des Jahres« wurde Hagen Hoppenstedt vom Restaurant Haerlin im
Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten gekürt. Neben großen Rotweinen aus
aller Welt empfiehlt er immer wieder Riesling, das hat die Chefredaktion
beeindruckt. Der Titel »Weinkarte des Jahres« geht an das Restaurant
Die Insel in Hannover, wo Norbert Schu eine der umfassendsten Weinkarten
des Landes pflegt: eine Pilgerstätte für echte Weinkenner.
Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide wird es dem Genießer einfach gemacht,
seinen Lieblingswein aus einer bestimmten Weinbergslage im
Handumdrehen zu finden. Auf großes Interesse preisbewusster Weinfreunde
stößt die Zusammenstellung der Betriebe mit dem besten Preis-
Leistungs-Verhältnis. Neben einer Liste der günstigsten Weißweingüter
werden auch Produzenten roter Schnäppchen verzeichnet. Zudem haben
die Autoren die süffigsten Schoppenweine in der Literflasche aufgeführt
– alles Wegweiser zu guter Qualität, die nicht die Welt kostet. Außerdem
erleichtert ein Verzeichnis von Fachhändlern den Weg zum deutschen
Spitzenwein.

In acht Kategorien, wovon drei trockenen Weinen vorbehalten sind, listet
der GAULT MILLAU WeinGuide die besten Weißweine des Jahrgangs 2007
und die vorzüglichsten 2006er Rotweine Deutschlands auf. Die Gruppenbesten
werden als »Siegerweine des Jahres« ausgezeichnet. Sie
stammen einmal aus der Pfalz (bester trockener Rotwein), einmal aus
Baden (bester trockener Weißer Burgunder), einmal aus Rheinhessen
(bester trockener Riesling), einmal von der Nahe (bester feinherber Riesling),
einmal aus dem Rheingau (beste Riesling Spätlese) sowie zweimal
von der Mosel (beste Riesling Auslese und bester edelsüßer Weißwein).
Aus Rheinhessen kommt der Lieblingssekt der Autoren.

Der GAULT MILLAU WeinGuide steht in der kritischen Tradition des
GAULT MILLAU Reiseführers Deutschland, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert
die Köche das Fürchten lehrt und den Gourmets eine Fülle
von neuen Entdeckungen beschert hat. Bei der Bewertung der Weingüter
steht die Weinqualität an erster Stelle. Dabei kommt den Autoren ihre
langjährige Berufserfahrung zugute: Armin Diel ist seit gut zwei Jahrzehnten
einer der führenden Weinkritiker des Landes und leitet seit 20
Jahren selbst ein Weingut an der Nahe. Joel Payne, der früher als Sommelier
und im Weinhandel tätig war, schreibt seit Ende der 80er Jahre
über die Weine der Welt.

Der WeinGuide dient außerdem als touristisches Nachschlagewerk. Er
zeigt dem Reisenden die Routen zu den Gütern, indem er die Anfahrtswege
beschreibt, Anschriften und Öffnungszeiten vermerkt, Hinweise
auf Verkostungsmöglichkeiten, Vinotheken, Gutsausschank und Verkauf
enthält. Bei Reisen in die Anbaugebiete bilden die Empfehlungen der
dortigen Winzer über Hotels und Gasthöfe sowie Restaurants und
Weinstuben eine nützliche Orientierung.

Die 13 deutschen Anbaugebiete im Überblick

Ahr: 2006er Spätburgunder verdienen ihre Lorbeeren
Das Spitzenquartett, das die Ahr seit dem Aufstieg der Brüder Adeneuer
im vorigen Jahr anführt, hat seine Stellung souverän gefestigt. Marschierten
anfangs die Weingüter Meyer-Näkel und Deutzerhof einsam
vorneweg, hatten sie vor Jahren schon durch das Weingut Jean Stodden
Gesellschaft bekommen. Adeneuer komplettierte den Reigen der Vier-
Trauben-Betriebe und war im Vorjahr folgerichtig von den Herausgebern
des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, zum »Aufsteiger
des Jahres« gekürt worden.

Der von manchem Ahrwinzer schon als »Jahrhundertjahrgang« apostrophierte
Jahrgang 2006 konnte weitgehend seine Vorschusslorbeeren
bestätigen. Zwei großartige Spätburgunder aus Walporzheimer Lagen,
von Adeneuer und Meyer-Näkel, schafften gar den Sprung unter die zehn
besten besten trockenen Rotweine des Jahrgangs und konnten hier erneut
in die Phalanx der Spitzen aus der Pfalz und Baden eindringen.
Zwar sind die besten Ahr-Rotweine mehr und mehr auch mit Lagerpotenzial
ausgestattet. Doch monieren die strengen Tester zugleich die hohen
Alkoholgehalte einiger Weine, die mit 14 Volumenprozent und mehr den eleganten und fruchtigen Spätburgundertyp eher in den Hintergrund
treten lassen.

Aufsteiger ist das ökologische Weingut Maibachfarm in Ahrweiler, das
mit einer tollen Serie 2006er Spätburgunder den Sprung in die Zwei-
Trauben-Klasse schaffte. Neu in der Traubenriege ist Paul Schumacher
aus Marienthal. Insgesamt 18 Betriebe mit einer und mehr Trauben werden
ausführlich besprochen, zwei weitere sind empfehlenswert.

Baden: »Entdeckung des Jahres« ist Alexander Laible

Die »Entdeckung des Jahres« machten die Chefredakteure des GAULT
MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in diesem Jahr in dem
lang gestreckten Anbaugebiet zwischen Heidelberg und Basel. Etwa in
der Mitte auf dieser Strecke liegt Durbach. Dort hat sich Alexander
Laible, ein Spross aus renommierten Hause, selbstständig gemacht und
gleich mit seinem ersten Jahrgang einen erstaunlichen Wurf hingelegt.
Den kritischen Verkostern gefallen seine Rieslinge ebenso wie die weißen
Burgundersorten.

Beim Jahrgang 2007 kommt in Baden Trinkfreude auf. »Die Winzerleistung
ist derzeit im Anbaugebiet so gut wie nie seit Erscheinen des Wein-
Guide«, schreiben die Autoren. Entsprechend ist in der Hierarchie der
besten Betriebe einiges in Bewegung gekommen. Bemerkenswert ist die
Rückkehr von Schloss Neuweier in die Riege der Vier-Trauben-Betriebe –
und damit unter die besten sechs in der Region. Beim trockenen Riesling
kann dem Baden-Badener Spitzengut derzeit im Gebiet keiner das Wasser
reichen, finden die Herausgeber Diel und Payne.

Gleich drei Winzer dürfen sich über eine dritte Traube freuen: Klumpp,
Claus Schneider und Ziereisen. Mit zwei Trauben werden nun Arndt
Köbelin und die Shelter Winery geführt. Insgesamt sechs Neulinge begrüßt
die Redaktion unter den Traubenbetrieben, doch fast ebenso viele
sind abgestiegen, so dass die Zahl in etwa konstant blieb. Prominenteste
Absteiger sind Aufricht und das Weinhaus Pfaffenweiler.

Von den acht weißen und roten Burgundern, die Baden unter den besten
Weinen aus Deutschland platzieren konnte, stellt allein Bernhard Huber
die Hälfte. Mit zwei 2006er Spätburgundern sowie einem Grauen und
einem Weißen Burgunder aus 2007 spielt der Malterdinger wieder einmal
ganz vorne mit. Salwey (zweimal), Gleichenstein und Martin Waßmer
konnten ebenfalls Spitzengewächse im Weinolymp positionieren.
Insgesamt werden im neuen GAULT MILLAU WeinGuide 84 Erzeuger aus
Baden ausführlich dargestellt, weitere 35 Betriebe gelten als empfehlenswert.

Franken: »Gutsverwalter des Jahres« von Schloss Hallburg

Der »Gutsverwalter des Jahres« kommt wieder einmal aus Franken. In
keinem anderen Gebiet wurde diese Ehrung bislang so oft verliehen, was
an der Häufung der großen Spitäler und Güter liegt. Diesmal wird Georg
Hünnerkopf vom Weingut Graf von Schönborn auf Schloss Hallburg ausgezeichnet.

Zwar muss sich der verdiente Betriebsleiter die Ehre mit
seinem Kollegen vom Domänenamt Schönborn im Rheingau teilen. Doch
tut dies der Leistung Hünnerkopfs nach Ansicht der Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, nicht den geringsten
Abbruch. Sie finden es beispielhaft, wie der Verwalter das Gut aus
einer Schwächephase wieder nach oben geführt habe.

Mit dem Vier-Trauben-Trio von Fürst Castell, Rudolf Fürst und Horst Sauer
ist die fränkische Betriebshierarchie unverändert geblieben. Unter
den Drei-Trauben-Gütern rangiert jetzt neben Schönborn auch das Weingut
Bickel-Stumpf, das sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach
vorn gearbeitet hat. Aufsteiger mit zwei Trauben ist Höfler, ein Spessart-
Weingut, das näher an Frankfurt denn an Würzburg liegt. Die Zahl der
Nachrücker ist bemerkenswert. Insgesamt fünf Betrieben verlieh die
Redaktion die erste Traube.

Das Wetter bescherte den Winzern in Franken im Jahrgang 2007 eine
wahre Achterbahnfahrt. Entsprechend unterschiedlich sind die Ergebnisse,
haben die kritischen Prüfer bei den Verkostungen festgestellt.
Erneut ist vor allem der Silvaner sehr gut ausgefallen. Erfreulich finden
die Herausgeber auch, dass die im Vorjahr oft notierten hohen Alkoholwerte
auf moderate Höhen zurückgeführt wurden. Positives gibt es auch
von den Großbetrieben zu berichten: Die Genossenschaften haben in
den letzten Jahren deutlich an Qualität zugelegt.

Insgesamt werden 58 Güter und ihre Weine im neuen GAULT MILLAU
WeinGuide ausführlich vorgestellt, 34 weitere schafften die Aufnahme in
die Rubrik der empfehlenswerten Betriebe.

Hessische Bergstraße: Simon-Bürkle hält die Fahne hoch
Früher war das Hessische Staatsweingut – Domaine Bergstraße – der
Motor der Region. Doch seit einigen Jahren ist der Glanz alter Tage verblasst,
finden die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin
Diel und Joel Payne. Nach mäßigen Jahrgängen in 2006 und 2007 stufen
sie den Betrieb folgerichtig auf zwei Trauben ab. Dort stehen die Staatsdiener
jetzt in einer Reihe mit Simon-Bürkle, jenem Betrieb, der derzeit
die verlässlichsten Kollektionen vorweisen kann. Auch das Weingut der
Stadt Bensheim kann nach einem Durchhänger wieder punkten.
Alles in allem ziehen die Autoren eine mäßige Bilanz für das kleine Gebiet
zwischen Darmstadt und Heppenheim, das derzeit seine Möglichkeiten
nicht voll ausschöpfe. Viele Winzer scheinen sich mit der Erzeugung
einfacher Tinkweine zufrieden zu geben, monieren Diel und Payne.

Es sei Betrieben wie der Bergsträßer Winzergenossenschaft zu verdanken,
dass sich das Bild von der Region nicht völlig eintrübt.
Kein Verständnis haben die Autoren für die überproportional häufige
Verwendung von Plastikstopfen in Betrieben des Gebietes. Diese seien
häufig für Fehltöne verantwortlich, haben die strengen Verkoster festgestellt.

Fünf Traubenbetriebe sind im neuen WeinGuide gelistet, drei weitere
Güter sind als empfehlenswert eingestuft.
Mittelrhein: Matthias Müller schafft den Sprung an die Spitze
Nach seiner Kür zur »Entdeckung des Jahres« vor elf Jahren ist Matthias
Müller auf seinem weiteren Weg Schritt für Schritt vorangekommen.
Heute markiert er zusammen mit Florian Weingart die Spitze des Gebietes,
weshalb die Verleihung der vierten Traube die logische Konsequenz
ist. »Müller hat schon im Jahrgang 2006 gegen den Jahrgangstrend eine
überzeugende Kollektion vorgestellt. Mit tollen Rieslingen ließ er einen
ebenso gelungenen Jahrgang 2007 folgen«, lautet das Fazit der Herausgeber
des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne.

Noch nie gab es am Mittelrhein so viele halbtrocken und feinherb ausgebaute
Weine wie im Jahrgang 2007. Teilweise sind die Weine in der
Gärung stecken geblieben, teilweise wurde ganz bewusst auf eine zu
hohe Alkoholausbeute verzichtet, haben die Autoren in ihrer umfangreichen
Testreihe ermittelt. Edelsüße Rieslinge wurden hingegen wenige
vorgestellt. Hier verfügen die Winzer nach den reichhaltigen Jahrgängen
2005 und 2006 noch über gute Vorräte.

Neben den Spayer Weingütern Weingart und Matthias Müller sind es die
altrenommierten Bacharacher Betriebe Toni Jost und Ratzenberger, die
ihre Leistungen zunehmend stabilisieren. Die anderen Drei-Trauben-
Betriebe folgen da mit einem respektvollen Abstand. Dieses Niveau kann
das Weingut August und Thomas Perll nicht mehr halten und steigt auf
zwei Trauben ab. Das Weingut Selt in Leutesdorf kann sich hingegen nun
über zwei Trauben freuen.
Das von rund 450 Hektar Steillagen geprägte romantische Rheintal
bleibt fest in den Händen von einigen leistungsfähigen Familienbetrieben,
wovon der neue GAULT MILLAU WeinGuide 17 in der Traubenklasse
vorstellt. Dazu kommen immerhin noch 12 »weitere empfehlenswerte
Betriebe«.

Mosel: Dominanz in den Riesling-Hitlisten

Kein anderes Anbaugebiet verfügt über eine solche Phalanx an Spitzen-
Weingütern wie die Mosel. Fünf Güter mit fünf Trauben, der Höchstbewertung
für die weltbesten Erzeuger, dazu zehn Vier-Trauben-Betriebe.
Zu diesem erlauchten Kreis zählt nun auch wieder Willi Schaefer, der
bereits vor 12 Jahren als »Aufsteiger des Jahres« gefeiert wurde und nun
seine vierte Traube zurück erhält. »Der Graacher Winzer hat seine alte
Form wieder und in 2007 eine grandiose Kollektion vorgestellt«, begründen
Armin Diel und Joel Payne, Chefredakteure des GAULT MILLAU
WeinGuide, ihre Entscheidung.

Doch auch eine Etage tiefer in der Hierarchie zeigt sich die Mosel im Aufwind.
Allein fünf Güter schafften den Sprung in die Drei-Trauben-Klasse
(Adam, Erbes, Dr. Hermann, Lubentiushof und Melsheimer), sogar sechs
Betriebe können sich nun mit der zweiten Trauben schmücken. Große
Dynamik herrscht auch eine Stufe darunter. Insgesamt acht Güter dürfen
sich über ihre erste Traube freuen, darunter als reines Sektgut St.
Laurentius in Leiwen. Auch unter den empfehlenswerten Betrieben gibt
es erneut einige Entdeckungen zu machen.

Ihre Dominanz spielt die Mosel regelmäßig auch bei der Bundesfinalprobe
aus. Von den 50 zu vergebenden Plätzen der besten Rieslinge des
2007er Jahrgangs belegten Weine aus Mosel-Gütern alleine 22. Vor allem
feinherbe Rieslinge, Spät- und Auslesen sowie edelsüße Gewächse
sind ihre Hausmacht. Die größten Lorbeeren ernteten die Güter Joh. Jos.
Prüm in Bernkastel-Wehlen und Heymann-Löwenstein in Winningen mit
je vier Platzierungen sowie Fritz Haag in Brauneberg mit drei Nennungen.

Den Vogel schossen diesmal Fritz Haag und Clemens Busch ab, die jeweils
einen Siegerwein des Jahres stellen. 97 Punkte gaben Diel und
Payne der langen Goldkapsel Auslese Nummer 15 aus der Brauneberger
Juffer-Sonnenuhr: »Überwältigendes Süße-Säure-Spiel, hintergründiges
Raffinement«. Bester edelsüßer Wein des Jahrgangs wurde eine Trockenbeerenauslese
aus der Pündericher Marienburg von Clemens Busch
mit 99 Punkten: »Opulentes Quittengelee-Aroma, eröffnet ungeahnte
Dimensionen«.

Insgesamt 115 Betriebe und ihre Weine haben die Autoren an Mosel,
Saar und Ruwer ausführlich besprochen, soviel wie in keiner anderen
deutschen Weinregion. Dazu kommen 58 als empfehlenswert eingestufte
Güter.

Nahe: Crusius stößt in die Spitze des Gebietes vor

Das Spitzen-Trio der Nahe hat sich zu einem Quartett verstärkt. Zu den
beiden Fünf-Trauben-Betrieben Dönnhoff und Emrich-Schönleber sowie
dem bislang einzigen Vier-Trauben-Gut Schäfer-Fröhlich ist nun
Dr. Crusius gestoßen. Das Traiser Traditionsgut von der mittleren Nahe
hatte schon unter Vater Hans Crusius goldene Zeiten erlebt, an die Peter
Crusius nun anschließt und somit die vierte Traube für sich verbucht.
Zusammen mit dem nicht gelisteten Schlossgut Diel in Burg Layen –
Armin Diel ist Chefredakteur des GAULT MILLAU WeinGuide – bilden die
besten Nahe-Betriebe nun eine Führungsformation, die bereits weltweit
von Riesling-Kennern hoch geschätzt wird.
Das große Leistungsspektrum schlägt sich auch in den Hitlisten der besten
Rieslinge Deutschlands im Jahrgang 2007 nieder. Insgesamt elf Mal
konnten sich Naheweine unter den 50 besten in fünf Kategorien platzieren.

Den Vogel schoss dabei Werner Schönleber aus Monzingen ab, der
die Kategorie der halbtrockenen und feinherben Rieslinge für sich entscheiden
konnte. Der Monzinger Halenberg »R« ließ sogar die mächtige
Phalanx der Rieslinge von Mosel und Saar hinter sich. »Ein Bukett von
köstlicher Vanillecreme, sanfte Mineralität, etwas von einem Apfel aus
dem Garten Eden«, notierte Chefredakteur Joel Payne bei der Bundesfinalprobe.

Gleich drei »Große Gewächse« von der Nahe gehören zu den besten
zehn trockenen Rieslingen des Landes. Erneut sind es ein Monzinger
Halenberg von Schönleber (»wie eine frische Meeresbrise«) und gleich
zwei Dönnhoff-Weine: Die Niederhäuser Hermannshöhle ist für die Verkoster
ein Wein »wie in Stein gemeißelt«, das Norheimer Dellchen erinnert
an »bezaubernde Aromen von Pfirsich und Wildkräutern«. Überhaupt
Dönnhoff: Insgesamt fünf seiner Rieslinge schrieben sich in die
Siegerlisten ein.

Neben Dr. Crusius schaffte mit Jakob Schneider aus Niederhausen ein
weiteres Gut der mittleren Nahe den Sprung in die nächsthöhere Klasse:
von zwei auf drei Trauben. Zwei neue Gesichter gibt es unter den Ein-
Trauben-Gütern: Albert Gälweiler aus St. Katharinen und Karl Stein aus
Oberhausen. Insgesamt 38 Betriebe haben die Autoren ausführlich beschrieben
und deren Weine bewertet, 17 weitere werden empfohlen.

Pfalz: Volker und Werner Knisper sind »Winzer des Jahres«

Die »Winzer des Jahres« kommen diesmal aus der Pfalz. Es gibt nur
wenige Ausnahmegüter in Deutschland, die gleichermaßen mit trockenen
Weiß- und Rotweinen auftrumpfen können. Werner und Volker Knipser
gelingt dies seit Jahren, wenngleich der Spätburgunder im Mittelpunkt
steht und die besten Ergebnisse hervorbringt. »Wir kennen zudem
keinen anderen deutschen Betrieb, der eine solch breite Palette an
hochklassigen Merlot-, Cabernet- und Syrah-Weinen vorstellen kann«,
begründen die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel
und Joel Payne, die Verleihung der höchsten Auszeichnung.
Erneut stellt die Pfalz den besten Rotwein in ganz Deutschland.
Trotz
aller Bemühungen der badischen Konkurrenz trägt Friedrich Becker zum
sechsten Male in Folge diese Ehrung nach Hause. Diese Leistung ist ohne
Beispiel in der 16-jährigen Geschichte des WeinGuide. Becker konnte
auch noch zwei weitere Weine in der Top Ten platzieren. Ähnlich erfolgreich
ist nur noch das Weingut Rebholz aus Siebeldingen, das ebenfalls
drei Weine in einer Kategorie unterbringen konnte: bei den weißen Burgundersorten.

Insgesamt erreicht die Pfalz zehn Nennungen in den Spitzenreiterlisten,
darunter allein neun bei den Burgundersorten.
Weiterhin führt Hansjörg Rebholz in Siebeldingen die Phalanx der
Spitzenbetriebe der Pfalz alleine an. Dem einzigen Fünf-Trauben-Betrieb
folgen zehn Vier-Trauben-Güter und 19 in der Drei-Trauben-Kategorie.
Den Sprung in die Zwei-Trauben-Klasse schafften Matthias Gaul in Grünstadt-
Asselheim und Jürgen Leiner in Ilbesheim. Das Traditionsgut Karl
Schaefer in Bad Dürkheim muss hingegen eine Abstufung auf zwei Trauben
verkraften. Insgesamt drei neue Betriebe wurden in die Traubenklasse
aufgenommen: Georg Naegele in Neustadt-Hambach, Dominik
Sona in Esthal und das Weingut Wolf in Bad Dürkheim-Ungstein.

Insgesamt zählen die Autoren 86 Erzeuger zu den Traubenbetrieben.
Außerdem werden 35 weitere Betriebe empfohlen.

Rheingau: Die »Kollektion des Jahres« kommt vom Schloss Johannisberg

In den letzten Jahren waren es meist ehrgeizige Familienbetriebe, die
das Heft des Handelns im Rheingau in die Hand genommen hatten. Doch
diesmal erkennen die Herausgeber des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin
Diel und Joel Payne, zumindest in Ansätzen eine Renaissance der großen
Traditionsgüter, die im Rheingau über Jahrhunderte das Sagen hatten.
Gleich zwei Ehrungen legen davon beredt Zeugnis ab.
Zum einen ist es das majestätisch über der Region thronende Schloss
Johannisberg, das unter der Ägide des neuen Direktors Christian Witte
zu alter Größe mutiert. Schon in 2006 überraschte das Gut mit einem der
besten trockenen Rieslinge des Jahrgangs. 2007 landeten gleich vier
Weine von Schloss Johannisberg in den Spitzenreiterlisten: in den Kategorien
trockener Riesling, Riesling Spätlese, Riesling Auslese und Edelsüß.
»Diese Vorstellung war so überzeugend, dass sich der Titel »Kollektion
des Jahres« geradezu aufdrängte«, begründet Armin Diel die
Verleihung des hohen Auszeichnung und den Aufstieg auf vier Trauben.

Vier Trauben zieren jetzt auch das Domänenweingut Schloss Schönborn
– und der Titel »Gutsverwalter des Jahres«. Zwar muss sich Peter Barth
die Ehrung mit seinem Kollegen im fränkischen Weingut des Grafen
Schönborn teilen, doch tut dies seiner Leistung nicht im Mindesten Abbruch.
»Kein anderes Weingut im Rheingau kann im Jahrgang 2007 mit
einer überzeugenderen Phalanx trockener Erster Gewächse aufwarten«,
hat Herausgeber Armin Diel bei seinen akribischen Verkostungen festgestellt.

Der Rheingau entwickelt sich auch immer mehr zu einem Qualitätszentrum
für Winzersekt. Gleich fünf der besten zehn Sekte Deutschlands
kommen aus dieser Region. Am besten schnitt das Wein- und Sektgut
Barth ab, das gleich zwei seiner Sekte platzieren konnte: den Riesling
extra Brut und den Pinot Ultra Brut. Doch auch Wegeler, Mohr Erben und
Solter gehören zu den Siegern.

An der Spitze der Hitliste mit fünf Trauben steht nach wie vor unangefochten
das Weingut Robert Weil in Kiedrich. Dahinter tummeln sich jetzt
sechs Vier-Trauben-Betriebe. Barth, Robert König und F.B. Schönleber
sind die Aufsteiger in der Drei-Trauben-Kategorie. Von Mumm und W.J.
Schäfer in Hochheim freuen sich über zwei Trauben. Drei Neulinge begrüßt
die Redaktion in der Ein-Trauben-Riege: Stefan Breuer, Chat
Sauvage und das Weingut Crass.

Im neuen GAULT MILLAU WeinGuide werden insgesamt 63 Güter und ihre
Weine ausführlich vorgestellt. 12 weitere empfehlenswerte Betriebe runden
das Angebot aus dieser Region ab.

Rheinhessen: Daniel Wagner ist »Aufsteiger des Jahres«

Die beiden etwas einsam an der Spitze stehenden Güter Keller (fünf
Trauben) und Wittmann (vier Trauben) haben Gesellschaft bekommen.
Durch den Aufstieg des Weingutes Wagner-Stempel von drei auf vier
Trauben ist aus dem Duo ein Führungs-Trio geworden. Zugleich kürte die
Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide Wagner Stempel zum »Aufsteiger
des Jahres«. »Diese Auszeichnung ist auch Anerkennung für die
Pionierarbeit, die Daniel Wagner über Jahre im Westen des größten Anbaugebietes
geleistet hat«, begründen die Chefredakteure Armin Diel
und Joel Payne ihre Auswahl.
Waren es bislang oft Keller und Wittmann gemeinsam, die das Gebiet in
den Spitzenreiterlisten der besten Weine Deutschlands vertraten, so hält
Keller im Jahrgang 2007 im Alleingang die Fahne der Region hoch. Sage
und schreibe acht Weine hat der Ausnahmewinzer aus Flörsheim-
Dalsheim unter die besten 50 Rieslinge Deutschland gebracht, davon
allein vier unter den zehn besten trockenen. Keller belegt in dieser Kategorie
die ersten drei Plätze: Das gab es noch nie! Dazu kommen noch
eine Spätlese, eine Auslese und zwei Trockenbeerenauslesen – kein
anderes Weingut in Deutschland kann auch nur annähernd so viele Nennungen
vorweisen.

In der Gebiets-Hitliste bildet sich hinter Keller, Wittmann und Wagner-
Stempel eine massierte Drei-Trauben-Riege heraus. Die Weingüter Dreißigacker,
Spieß und Winter sind aufgestiegen, Gunderloch ist abgestiegen
und tritt ebenso dieser Gruppe bei, die jetzt über neun Mitglieder
verfügt. Aufgewertet wurde auch die Zwei-Trauben-Kategorie mit den Aufstiegen des Wein- und Sektgutes Hofmann, von Georg Gustav Huff
und Arndt F. Werner.

Die Dynamik, vor allem unter den Jungwinzern, ist im größten deutschen
Weinanbaugebiet ungebrochen. Auch diesmal gibt es gleich fünf neue
Traubenbetriebe: Bischel in Appenheim, Burgunderhof in Worms-
Pfeddersheim, Dr. Koehler in Bechtheim, Meiser in Gau-Köngernheim
und Villa Sachsen in Bingen. Insgesamt 67 Trauben-Betriebe werden
ausführlich beschrieben. 61 weitere sind als »empfehlenswert« eingestuft,
darunter einige Neulinge.

Saale-Unstrut: Die Basisweine konnten profitieren

Von einer frühen Lese, wenig Fäulnis und reifem Lesegut profitierten im
Jahrgang 2007 vor allem die Basisqualitäten im nördlichsten Weinanbaugebiet
Europas. Auf der anderen Seite gab er aber kaum edelsüße
Spitzenqualitäten, haben die Chefredakteure des GAULT MILLAU
WeinGuide, Armin Diel und Joel Payne, in ihren umfangreichen
Verkostungen festgestellt.

Bernhard Pawis steht zwar nach wie vor allein an der Spitze von Saale-
Unstrut. Doch die Konkurrenz schläft nicht. André Gussek macht sich auf
die Verfolgung mit eigenständigen Weinen, die immer besser werden.
Einen deutlichen Aufschwung verzeichnen die Autoren aber vor allem im
Weingut Lützkendorf, das vor Jahren bereits einmal an der Spitze gestanden
hatte und nun mit mineralisch-trockenen Gewächsen auftrumpft.
Doch auch der dritte im Bunde der Zwei-Trauben-Betriebe, das
Weingut Klaus Böhme, festigt seine Position.
Das Thüringer Weingut Bad Sulza und das Harzer Weingut Kirmann tragen
jeweils eine Traube. Weitere acht Betriebe halten die Autoren für
empfehlenswert. Darunter sind auch die Winzervereinigung Freyburg,
das Landesweingut Kloster Pforta und die Naumburger Wein- und Sektmanufaktur.

Ganz neu ist das Weingut Salsitz, unweit der Weißen Elster
gelegen. Für die nächsten Jahre rechnen Diel und Payne mit weiteren
Neulingen, denn in Thüringen werden die Rebflächen ebenso erweitert
wie am neu entstehenden Geiseltalsee.

Sachsen: Zeit des Experimentierens ist vorbei

Nach Jahren des Experimentierens haben fast alle Betriebe im östlichsten
Anbaugebiet der Republik ein eindeutiges Sorten- und Betriebsprofil
gefunden. Dies ist das Fazit der Herausgeber des GAULT MILLAU Wein-
Guide, Armin Diel und Joel Payne, die sich ein umfassendes Bild vom
Jahrgang 2007 gemacht haben. Allerdings sind nicht alle Weine ohne
Fehl und Tadel. »In manchen Betrieben wurde aus Angst vor Fäulnis zur
Sicherheit allzu früh gelesen. Dies ist vor allem dem spät reifenden Riesling
nicht immer gut bekommen«, haben die Autoren festgestellt.
Schloss Proschwitz in Meißen und Klaus Zimmerling in Dresden-Pillnitz
haben sich längst in der Drei-Trauben-Klasse etabliert. Beide stellen Jahr
für Jahr eine große Bandbreite an Spitzenweinen vor. In der Zwei-
Trauben-Riege zeigt die Tendenz im Staatsweingut Schloss Wackerbarth
weiterhin nach oben, vor allem mit deutlich besseren Basisweinen.
Martin Schwarz ist Kellermeister bei Schloss Proschwitz, doch auch seine eigenen Weine, die er quasi nach Feierabend und am Wochenende
erzeugt, können überzeugen.

Neuling unter der Ein-Trauben-Gütern ist das Weingut Drei Herren, ein
ungewöhnlicher Zusammenschluss dreier Besitzer im ehemaligen Weingut
Herrmannsberg. Karl-Friedrich Aust und Vinzenz Richter runden diese
Kategorie ab. Jetzt sind es ingesamt schon sieben Güter, die mit einer
oder mehr Trauben ausgezeichnet wurden. Dazu kommen noch vier empfehlenswerte
Betriebe.

Württemberg: Genossen gut für drei Trauben

Württemberg ist das Land der Genossenschaften. In keinem anderen
Anbaugebiet ist der Anteil der Kooperativen so hoch wie hier.
Über viele
Jahre hinweg haben sie die Erzeugung feiner Weine weitgehend den privaten
Weingütern überlassen. Doch es gibt Ausnahmen. Ein leuchtendes
Beispiel dafür ist die Weinmanufaktur Untertürkheim, die nunmehr in die
Drei-Trauben-Kategorie aufsteigt. »Dieser Betrieb hat eine durchgängige
Qualitätsphilosophie etabliert, wobei nicht nur die Spitzen, sondern
auch der Mittelbau und das Basissegment bemerkenswert sind«, loben
die Chefredakteure des GAULT MILLAU WeinGuide, Armin Diel und Joel
Payne.

Gert Aldinger bleibt die dominante Figur unter den führenden Winzern
der Region. Ebenso unverändert ist die Verfolgerposition von Rainer
Schnaitmann, der nach wie vor mit seinen Rotweinen punkten kann.
Beide führen mit jeweils vier Trauben die Spitze der besten Betriebe im
Ländle an. Nicht vergessen darf man den Spezialisten Schwegler in
Korb, der mit seinem grandiosen Granat wieder einmal den besten Rotwein
in Württemberg auf den Tisch stellte. Starke Auftritte hatten erneut
Ernst Dautel, Jürgen Ellwanger und Hans Haidle.

Neben den Genossen aus Untertürkheim konnte sich auch Wolfgang
Klopfer eine Spielklasse höher platzieren und hat jetzt zwei Trauben.
Den Aufstieg in die Traubenklasse schafften das Heilbronner Weingut
Schäfer-Heinrich und Schloss Lehrensteinsfeld. Dort hat der junge Franke
Christoph Ruck fast im Alleingang eine Renaissance ausgelöst.

Die Autoren stellen die 34 besten Betriebe des Anbaugebietes ausführlich
mitsamt ihren Weinen vor und geben 21 weitere Empfehlungen, die
oft zu interessanten und noch immer preiswerten Weinen führen.

GAULT MILLAU WeinGuide Deutschland 2009
16. Jahrgang, 842 Seiten
29,95 Euro (D) I 30,80 Euro (A) I 49,90 SFr
ISBN 978-3-88472-912-0 (Bestell-Link)
Christian Verlag, München

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