Marriott at Circular Quay, Sydney

Die Gattin wollte Silvester das Feuerwerk an der Oper in Sydney sehen, also sind wir nach Australien geflogen. Zuerst waren wir eine Woche in Melbourne im Park Hyatt. Das Hyatt hat einen gewaltigen Renovierungsstau von 16 Jahren. Wie immer, wenn man so etwas anspricht, sagen die Hotelmanager: Im nächsten Jahr renovieren wir. Meist wird dann die Lobby renoviert. Und diese Jahr wohnte man in einem ollen Zimmer.

Marriott schrieb mich an, dass man die Regeln des Loyalty Programms verbessert habe und deswegen meine gesammelten Punkte am Ende des Jahres verfallen werden. So buchte ich schnell das Fünf-Sterne Marriott Hotel (Gruppe 8 = besonders gut) in Sydney für eine Woche und bekam noch 100.000 Avios bei British Airways. So konnte ich fast alle Punkte retten.

Von Melbourne sind wir für ganz wenige Avios (vielelicht 8000 p.P. – ich erinnere mich nicht) und 20 Euro komfortabel mit Qantas in der Business Class geflogen. Die Lounge von Qantas in Melbourne ist gigantisch groß und in zwei Teile unterteilt: Statuskunden und BusinessClass Flieger. Wobei der Unterschied nicht so groß ist.

In Sydney nahmen wir ein Taxi am Flughafen und sind zum Marriott. Das liegt am Circular Quay, dem Hauptbahnhof für Fähren. In dieser Gegend möchten die meisten Touristen wohnen und alle internationalen Hotelketten sind hier vertreten. Die Ecke ist touristisch, aber auch der CBD liegt hier, das zentrale Geschäftsviertel, mit vielen kleinen Kaffeebars, großen Foodcourts, Kaufhäusern und vielem mehr. Über die Feiertage hatten jedoch alle Kaffebars und Foodcourts geschlossen.
Am Marriott angekommen, wurde uns gleich das Gepäck abgenommen. Im Hotel selber war es eisig kalt in der Lobby und auch im Zimmer war die Klimaanlage auf frostige 16°C eingestellt. Gottseidank kann man die Klimaanlage individuell bedienen und wir schalteten sie gleich aus. Fenster liessen sich leider nicht öffnen.
Als meine Frau unser Zimmer 1507 sah, meinte sie gleich: Die haben uns dieses  Zimmer gegeben, weil wir nichts bezahlen. Der Blick auf die abblätternde Farbe des Nachbarhauses (Stadtblick). Das Zimmer ist ungünstig geschnitten, viel Flur, enges Schlafzimmer. Einige Möbel waren erneuert, bei anderen, wie dem Schreibtischstuhl, blätterte bereits das Leder ab. Leider gab es auch gar keine individuellen Leselampen in dem komischen Bett, dass wie eine Schachtel designed war. Steckdosen waren nur australisches System.

Das Bad war teilrenoviert. Man hat die Badewanne rausgerissen und stattdessen eine Dusche eingebaut. Der neue Duschkopf ist so niedrig angebracht, dass ich mir den Kopf gestossen habe. Die Glasscheibe, die verhindern soll, dass das Wasser in das Bad spritzt, ist 10 cm zu kurz, so dass man das Bad immer mitduscht. Beim Waschbecken hat man das alte Granitensemble und Spiegel drin gelassen. Leider auch das Becken selber, das tiefe Risse und viele Schrammen hatte. Einen Vergrößerungsspiegel gab es nicht. Der Kaltwasserdruck war extrem gering. Das reklamierten wir mehrere Male, ohne das irgendetwas passierte.
Das neue Bad wurde mit weißen, quadratischen 25×25 cm Fliesen gefliest. Dadurch sah es aus wie in einer Anstalt. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch die billigen Edelstahllichtschalter der Marke „Unkaputtbar“, die das gesamte Zimmer schmückten. So ähnlich stelle ich mir auch den Knast vor 😉

Als wir am Telefon nach einem Adapter fragten, war das wie ein Antrag auf einen Bankkredit. Wir müssten in Person uns den abholen und 10 $ pro Adapter hinterlegen. Da explodierte meine Frau und sagte: Beim Einchecken haben Sie uns bereits 1000 $ auf der Kreditkarte geblockt, da wird es ja wohl möglich sein, einen Adapter zu bekommen. Der kam danach auch.

An drei von sieben Tagen bekamen wir zwei kleine Flaschen Mineralwasser, an sechs von sieben Tagen neue Teebeutel und Pulverkaffee. Zeitungen gibt es gar nicht aufs Zimmer, die werden vor den Fahrstühlen ausgelegt. Einen Abendservice bietet das Hotel nicht an. Schuhputzen ist sehr kompliziert, da mehrere Abteilungen involviert sind. Wir haben dann darauf verzichtet.
Beim Internet konnte ich zwischen schnellen und sehr schnellem Internet wählen, beide gratis. Ich wählte das sehr schnelle. Es hatte eine Downloadrate von 500 kbits/sec., also einem halben Megabit. Gut, dass ich sehr schnelles Internet gewählt habe!

Den ersten Tag gingen wir zum Frühstück im 2. Stock. Die Bestuhlung war fleckig und schäbig. Der Stuhl gab auf der Sitzfläche kaum noch halt, man versank in ihm wie auf einer Toilette. Die Speisen waren von niedriger Qualität. Es gab keine frischgepressten Säfte oder schönes Obst, wie derzeit auf dem Markt angeboten wird (Kirschen, Erdbeeren etc). Die Pancakes lagen wohl sehr lange auf dem Buffet. Nur Toastbrot, kein richtiges Brot.
Der Kaffee war sehr gut. Das Frühstück ist nicht gerade billig: 38 $ pro Kopf. Wir gingen nie wieder hin.

Fazit: das Marriott bietet keine Gastlichkeit, nichts ist durchdacht. Es gibt sehr wenig Service und gerne wird jeder Service extra berechnet.  Von Fünf Sternen meilenweit entfernt. Wir würden es bei 3 bis 3plus ansiedeln. Wer eine gute Rate bekommt, kann es sich aufgrund der Lage überlegen. Zu den Feiertagen war die Rate exorbitant!
Es ist selten, aber wir waren wirklich glücklich, als wir nach einer Woche das Hotel verlassen haben. Glücklich, dass wir gehen konnten.

Ein Stuhl, der sich langsam selber auflöst

Ein Stuhl, der sich langsam selber auflöst

Waschbecken Marriott - mit Sprung und zerkratzt

Waschbecken Marriott – mit Sprung und zerkratzt

Die Feiertage sind keine gute Zeit für einen Australienbesuch

Die Feiertage sind keine gute Zeit für einen Australienbesuch

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