Aeroflot & Flugladen.de – eine ungeile Kombination

Meine 20jährige Tochter wollte gerne mit der Familie nach Vietnam über Ostern reisen. Ich freute mich und konnte das Kind so geschickt buchen, dass es nur eine Stunde vor uns in Ho Chi Minh City (Saigon) eintraf.

Ich buchte über Flugladen.de einen Flug mit Aeroflot für 640 Euro. Hin mit etwas über einer Stunde und zurück mit etwas über zwei Stunden Aufenthalt in Moskau. Ziemlich gute Verbindung. Und preislich im Rahmen.
Flugladen schickte eine Buchungsübersicht und Bezahlung, die aussah wie bei allen anderen Anbietern, mit einem 6stelligen Amadeu Code.
Im Kleingedrucktem stand aber: „Diese Buchungsbestätigung ist nicht als elektronisches Ticket zu verwenden. Sie erhalten dieses in einer separaten e-Mail. Erst nach Ausstellung des elektronischen Flugtickets kommt ein rechtsgültiger Reisevermittlungsvertrag zustande … Sie erhalten Ihre Tickets per e-Mail.“ Ich gebe zu, weder meine Tochter, noch ich habe das gesehen.

Hin war alles prima. Wir trafen uns am Transferschalter wie verabredet und mussten dann ewig am Visa-on-arrival Schalter warten, nach dem wir uns an der Einreisekontrolle fälschlicherweise anstellten.

Am Abend vor dem Rückflug wollte ich meine Tochter einchecken, was nicht ging, da wir keine PNR (?!) hatten. Ich guckte dann auf Checkmytrip.com und fiel fast vom Stuhl. Statt der PNR fanden wir raus, das meine Tochter über Nacht in Moskau bleiben sollte. Sie hat aber kein Visum. Flugladen.de arbeitete schon nicht mehr und antwortete nie auf meine emails. Also riefen wir Aeroflot in Moskau an. Der Callcenter Mitarbeiter machte uns nun noch mehr Angst. Flugladen.de müsste die „Umbuchung“ meiner Tochter bestätigen, sonst würde sie in Saigon nicht mitgenommen werden. Das alles in der Nacht? Wie soll das denn gehen?  Da hatte er auch keine Ahnung und sagte, Aeroflot habe flugladen.de schon vor zwei Monaten informiert und es läge an Flugladen, sich um den Gast zu kümmern.

Mit klopfenden Herzen fuhr am morgen mein Kind zum Flughafen. Sie musste eine halbe Stunde am Schalter diskutieren – die armen Menschen hinter ihr. Vier Aeroflot Mitarbeiter waren am Palaver beteiligt. Am Ende durfte sie fliegen. In Moskau musste sie dann zum Transitschalter gehen. Dort bekam sie den Boardingpass für den Flug am nächsten Morgen und eine „Einweisung“  ins angeblich Vier-Sterne Hotel Novotel. Das ausserhalb des Flughafensicherheitsbereich gelegene Novotel (Accor) ist eher eine Art Gefängnis. Zusammen mit vier weiteren Reisenden wurde meien Tochter in eine schmutzige, abgewohnte „Einzelzelle“ eingeschlossen. Die vier Zimmer wurden von einem Polizisten bewacht, so dass keiner der Reisenden ins Land gelangen konnte. Ihr Abendessen war TK Gemüse mit trockenem Brot ohne Butter.

Fraß im Novotel - französische Esskultur?

Fraß im Novotel – französische Esskultur?

Ein anderer Gestrandeter schreibt auf Tripadvisor:
„Für einen Flug nach Tokio, hatte ich einen 15 Stunden Aufenthalt im Transit Bereich des Novotel Hotels. Was sich hier abspielte, war menschenrechtsverachtend und keinem Standard würdig. Man fühlte sich wie im Gefängnis. Es war peinlich. Mit einem Shuttle wurden wir zur heruntergekommenen Lobby gebracht. Eine verbitterte Frau empfing uns äußerst unfreundlich. Wir fuhren mit dem Aufzug hoch, diesen konnten wir von oben nicht betreten, da er mit einem Schloß geschützt war. Das Zimmer was unsauber. Das Essen war ekelhaft. Am nächsten Tag holte uns ein Security Beamter ab. Dieselbe unfreundliche Frau belehrte uns fauchend, dass wir ein Visum beantragen müssen um respektvoll behandelt zu werden. Doch der Aufenthalt war verachtend. Dieses Hotel ist in Wirklichkeit ein Gefängnis. Meiden sie es auf jeden Fall. Jeder Flughafenboden ist besser.“

Ich frage mich, wie Novotel sich dazuhergeben kann, solche Zimmer mit solchen Service anzubieten. Jeder, der das mal mitgemacht hat, wird auf Jahre Novotel meiden!

Auch Flugladen.de bietet NULL Service. Erst senden die uns nicht das original Ticket, dann informieren sie nicht über die Umbuchung und jetzt reagieren sie gar nicht. Eine Buchungsportal, das man besser meidet.

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