Abschiebung statt Einreise

Auch für mich als Vielreisender eine neue Erfahrung: Abschiebung

Alles beruhte auf einem kleinen Fehler. Weder wir noch die Fluggesellschaft kontrollierten mein Visum sorgfältig. Das machte der Passkontrolleur in Moskau und fand heraus, dass das Visum erst in 2 Tagen gültig ist. Eigentlich in einem Tag und 5 Stunden.

Obwohl ich mit meinem kleinen Sohn reiste, zeigten sich die Passkontrolleure unbeeindruckt. Junior musste ich als UM (unbegleitetes Kind) weinend für 50 Euro Aufpreis auf die Weiterreise, die zusammen geplant war, schicken, während ich in einem Gewahrsam unter Aufsicht mit anderen Deliquenten verwahrt wurde.
Unter dem gelben Plakat sass ich zehn Stunden.

Meine zwei Stühle, auf denen ich sitzen musste, bis ich deportiert wurde

Meine zwei Stühle, auf denen ich sitzen musste, bis ich deportiert wurde

Ich wartete dann nicht bis der Qatar Airways Flug mittags flog, sondern buchte die Lufthansa nach Frankfurt und am Folgetag zurück. Von 19 Uhr abends musste ich bis 5.30 Uhr in einem gesicherten Warteraum ohne Toilette warten. Es gab ein Sandwich und 0,25l Getränk. Man musste sitzen. Laufen war verboten.
Ich hatte den Eindruck, dass es einige wenige Mitarbeiter gab, die helfen wollten, die Mehrheit aber aus bösartigen Sadisten bestand.
Auch bekam ich eine Strafe über 40 Euro aufgebrummt.

So bat ich darum, nachdem ich um 2 Uhr den Frankfurt Flug buchte, dass mein Koffer zur Lufthansa gebracht wird. Man machte dann so, als ob man sich bemühe, in Wirklichkeit verran nur die Zeit. 20 Minuten vor Abflug zum Flieger wurde ich zum Gate geschafft. Die LH Mitarbeiterin bemühte sich, aber die Zeit war zu kurz. („Hätten Sie nicht früher kommen können?“)
Jetzt war ich auch noch ohne dringend notwendiger Wechselwäsche – nach durchwachter Nacht. Glücklicherweise war der LH Flieger ganz leer, so dass niemand in meiner Umgebung sass …

Die Damen der Qatar Airways waren wenig hilfreich. Sie schimpften, dass aufgrund meiner Unachtsamkeit Qatar Airways eine sehr hohe Strafe, ein paar 1000 Euro, zahlen muss. Sie haben mir empfohlen, preiswert nach Europa zu fliegen. Sie würden mich zwar auch mitnehmen, aber nicht kostenlos. Ist ja schliesslich alles meine Unachtsamkeit gewesen.
Mein Anschlussflug  mit Ural Airways wurde von der Airline storniert, weil ich diesen nicht antrat, der Rückflug ebenso, weil ich den Hinflug nicht antrat.
Ich durfte nicht bequem im Transitbereich warten, ich musste im unbequemen Abschiebegewahrsam sitzen. Schlafen wollte ich auch nicht, meine Mitreisenden sahen mir wenig vertrauenserweckend aus. Zwanzig Minuten vor Abflug brachte mich ein Sicherheitsbeamter zum LH Schalter, wo die Stationsleiterin mich quittieren musste („Deportierten erhalten“).

Das kann einem passieren, wenn man nicht genaustens alles kontrolliert.
Ich hatte insgesamt einen materiellen Schaden von 1246 Euro, von dem ich 1206.- bei der Qatar Airways einreichte. Die Strafe zahle ich selber. Bisher noch keine Antwort von Qatar Airways.

Ärgerlich ist das unfreundliche Verhalten der russischen Einreisebehörde. Man hätte mir auch sagen können, ich muss jetzt die 29 Stunden im Transitbereich verbringen, statt mich zu zwingen, aus Russland raus zu fliegen!
Total desinteressiert waren die zwei russischen Damen der Qatar Airways („Ich habe eigentlich schon lange Feierabend!“) und das immerhin bei einem Kunden, der Business Class flog und den höchsten OneWorld Status (Emerald) hat. Sie brachten jedoch das mitreisende Kind, das korrekte Papiere hatte, zum Anschlußflug.

Mein interesse, bald mal wieder nach Russland oder mit  der „weltbesten Fluggesellschaft“ Qatar Airways zu fliegen, ist derzeit sehr beschränkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

16 + 17 =

*