5 Sterne Hoteltest in Paris: L‘ Hotel Fauchon, Madeleine

Wir hatten zehnten Hochzeitstag und die Gattin wünschte sich was Schönes!

Also auf in die Stadt der Liebe, Paris! Für 650 €/Nacht ein Doppelzimmer mit Eiffelturmblick (hatten wir schon im Keppler) im 5-Sternehotel Fauchon an der Madeleine Kirche gebucht. Bewertung war überall gut (9,4 von 10 z.B. bei Booking) und Preis im Verhältnis z.B. vom Bristol die Hälfte. 29 qm soll das Zimmer mit Balkon haben.

5 Sterne Hoteltest in Paris: L‘ Hotel Fauchon, Madeleine

6.12. Zwei Tage vor der Anreise bekam ich eine email, dass ich mich vorab registrieren mögen:
At Fauchon L’Hotel Paris, we do everything to make your life simpler, more beautiful, and more indulgent.

To streamline the check-in process and ensure you spend as much time as possible indulging in everything FAUCHON, we have created a pre-registration which takes just a few moments to complete online in advance of your arrival.

Additionally, in accordance with French government regulations for the fight against COVID-19, your “health pass” or proof of vaccination will be requested upon arrival at the time of check-in, and at the entrance to our restaurant and spa.

Ich musste dann meinen Pass, den meiner Frau und meines Kindes hochladen sowie unser Adresse eintragen.

8.12.21 Anreise

Als wir in CDG ankamen, nahmen wir ein normales Taxi (Flatrate 53 €, Rive gauche 58 €) zum Hotel Fauchon Rive Droit. Dort stürzten sich gleich zwei kräftige Damen auf das Gepäck. Wir sollten dann in die Biblotheque, wo wir einen Begrüßungsdrink bekommen sollen und die Anreise Formalitäten erledigt werden. Ich protestierte nicht, da ich zwei Sektkübel mit Champagner sah.
Wir bekamen aber nur einen süssen Tee mit Limonade angeboten. Das ganze zog sich 30 Minuten hin und war vermutlich eine der längsten Registrierungen, die wir je hatten. Meine Pre-Registration war teilweise verloren, so dass alles neu ausgefüllt werden musste. Langatmig. Am wichtigsten war, dass man die Kreditkarte belasten durfte! 300 höher als die Room Rate.
Irgendwann durften wir aufs Zimmer, wo die Koffer warteten. Auf dem Zimmer erklärte uns die freundliche Rezeption ausführlichst alles. Ich war so genervt, dass ich vergass, ihr ein Trinkgeld zu geben.
Ein Impfzertifikat wurde nicht angefragt oder kontrolliert.

Zimmer

Das Wasser und die Kekse der Minibar sind in unser Kategorie gratis, sowie eine Flasche Champagner zur Begrüßung erklärte uns wortreich mit Begeisterung die Rezptionistin.

Das Zimmer 905 war sehr ungünstig geschnitten. Das Schlafzimmer war klein. Nur an der Eingangstür konnte man seinen Koffer aufklappen, sonst war kein Platz.
Wenn jemand zur Minibar gehen wollte, musste ich am Schreibtisch aufstehen.
Am Fenster war der Eiffelturm ab der Mitte gut zu sehen.
Es gab einen extremen schmalen Balkon, dann einen Flur mit zwei Türen zum Balkon und zum Badezimmer. Das Badezimmer ist ebenso ungünstig geschnitten. Relativ großer Hauptraum, riesige Toilette und große Plastik-Dusche mit ganz kurzem Schlauch. Wenig Kosmetik, die auch nicht ersetzt wurde, was am 2. Tag unangenehm war.
In dem Flur zum Badezimmer stand ein Schrank mit Safe und zwei Ablagen sowie 6 Bügeln. Das war alles sehr klein und wir bekamen gerade mal unsere Jacken aufgehangen. Die Glastüren bekam man nicht auf, weil die Koffer im Weg standen.
Insgesamt schlossen alle Zimmertüren schlecht. Das Zimmer war zugig und vom Flur hörte man jedes Geräusch. Das Zimmer war auch nur über 20°C zu beheizen, wenn man die Tür zum Flur an den Fenstern schloß.

Im Schlafzimmer gab es ein komfortables King Size Bett mit angenehmer Betwäsche, die nicht gewechselt wurde, was für uns okay ist. Ihm gegenüber ein TV (auch sechs deutsche Programme – u.a. ADR, ZDF, RTL Vox), aber keine Smart Funktion / Chromecast). Unter dem TV war der „Schreibtisch“, der so klein war, dass noch nicht einmal mein Laptop komplett drauf passte. Dafür stiess ich mir regelmässig mein Schienenbein. Irgendwie lernet ich das nicht. Auf dem niedrigen Hocker sass ich wie beim Reiten, weil man nach vorne die Beine nicht ausstrecken konnte ohne sich zu stossen. Eine Steckdose war auf angenehmer Höhe.

Hoteltest L‘ Hotel Fauchon Paris

Dann gab es eine riesige Minibar (Bier 13 €, Saft 14€) mit Nespresso Maschine und Wasserkocher. Auf beiden Seiten des Bettes gab es einen Cocktailsessel sowie einen Nachttisch. Der war in schwarzweisser Steinklotz. An der schwarzen Seite stiess ich mich 2x böse, da ich nachts nur die weiße, hintere Seite sah. Es gab keine Schubladen. Auf dem Tisch so etwas wie ein Lampe,es leuchtete aber nicht, nahm aber Platz weg. Sowieso gab es im Zimmer keine Ablageflächen. Das ist in vielen Hotels leider so. Ich frage mich, wieso!

Das einzige Telefon im Zimmer funktionierte per Lautsprecher, das Handset war nicht angeschlossen. Obwohl wir mehrere Male es reklamierten, schaffte man es nicht zu reparieren. Beim Auschecken sprach ich es nochmal an, es interessierte nicht wirklich.

Kein einziges Blümchen erfreute den gast im Zimmer oder Bad.

Service
Im Room Directory stand dazu wenig. Schuhputzservice gibt es nicht, ein Schwämmchen soll das wohl ersetzen.
Es gibt 2x Room Service. Der erste macht das Bett und Bad. Der 2. legt ein Tuch vor das Bett und erneuert Handtücher. Insgesamt war es sauber.

Amenities wurden nicht ersetzt, Bettwäsche nicht gewechselt. Das die Kosmetik nicht ersetzt wurde, war schon ärgerlich. Am 2. Morgen standen wir quasi ohne da.
Die Minibar war um 17 Uhr immer noch so, wie wir sie um 12 Uhr verlassen haben. Das fand ich ganz schlecht, denn ich hätte gerne einen Kaffee getrunken, als ich Heim kam. Ich machte

9.12.
Frühstück

Das Frühstück (39.-) kann auf Zimmer bestellt werden oder im Restaurant eingenommen. Es wird auch im Restaurant von 7 – 10.30 Uhr serviert. Als wir kamen, war viel los und das freundliche Personal zimelich kopflos. Das wunderte auch nicht, da niemand etwas aufschrieb. So musste man mehrere Male nach allem fragen und es zog sich. Brot kam, als man mit den Eiern fertig war. Dabei war die Auswahl klein, aber fein. Die Qualität vom Lachs und Schinken wahr ungewöhnlich hoch. Dafür waren die Industriemarmeladen unter Durchschnitt.
Champagner wurde gar nicht angeboten, obwohl er laut Menü dazugehörte.

10.12.
Heute waren wir um 9.30 Uhr beim Frühstück und der Ansturm war schon durch. Es ging alles zivilisierter und besser. Auch bekam ich neben getoastetem Baguette ein ausgezeichnetes dunkles Brot, was eine Bäckerei von ausserhalb zuliefert. Die Croissants waren gut, aber nicht Weltklasse, wie man erwartet hätte. Keiner von uns wollte ein zweites.

Abreise
Gleich um 8 Uhr morgens fragten wir, ob wir einen Late Check out bekommen können. Nein, unmöglich! Heute ausgebucht. Und alle Anreisen um 14 – 15 Uhr. Wir müssen PUNKT 12 raus. Eine Nachfrage um 11.30 Uhr brachte das gleiche Ergebnis.
Der Oberkellner half sehr engagiert nach dem Frühstück an der Rezeption mit dem Gepäck und wollte auch kein Trinkgeld haben.

Mitarbeiter
Das große Plus des Hotel Fauchon Paris sind die engagierten, wenn auch nicht immer kompetenten Mitarbeiter des Hauses. Alle erzählten übereinstimmend, dass viel zu wenig Leute dort arbeiten und die Direktion sehr abgehoben sei. Die Putzfrau, die wir auf dem Gang trafen, meinte, sie würde sowieso nicht vor 16 Uhr unser Zimmer schaffen. Da waren wir aber schon auf dem Weg nach draussen.

Fazit
Das Hotel Fauchon Paris hat trotz engagierter Mitarbeiter große Schwächen in der Führung. Der eigentliche Direktor soll auch nur selten im Haus sein. Die PR Abteilung antwortet nicht. Für 650 €/Nacht hat das Hotel ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis. Für den Gast gibt es einfach zu viele Unannehmlichkeiten. Warum das Haus so gute Bewertungen hat, ist für uns nicht nachvollziehbar!

Fauchon Webseite

Hoteltest Barbados Sandy Lane Hotel

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